mini|Charles Eyck, 1953 Charles Hubert Eyck (auch Eijck geschrieben, * 24. März 1897 in Meerssen; † 2. August 1983 in Schimmert) war ein niederländischer bildender Künstler und Pionier der Limburger Schule.Charles Eyck, in: gallerease.de, abgerufen am 17. Juni 2025. Er ist insbesondere bekannt für seine Glasmalerei Das Befreiungsfenster in der Sint Janskerk in Gouda und für das in Bronze gegossene Limburgs bevrijdingsmonument in Maastricht.

Leben Frühe Jahre Eyck wurde als fünftes von vierzehn Kindern in eine römisch-katholische Familie geboren. Sein Vater war Schuster. Mit zehn Jahren erkrankte Charles zeitgleich schwer an Mumps, Scharlach, Typhus und einer Mittelohrentzündung und trug als Folge dauerhafte Taubheit und ein eingeschränktes Sprachvermögen davon. Daher begann er, seine Kommunikation auf Zeichnungen und Gemälde zu verlagern.Eyck, Charles, in: kerkramendindemijnstreek.nl, abgerufen am 8. Juni 2026.M. van Eijs: Karin en Charles Eyck. ‘Ik wil niet naar Anticoli’, in: Vrij Nederland 15, 1955 (49), S. 5. Aufgrund seiner Taubheit konnte Eyck die Grundschule nicht abschließen und verbrachte viel Zeit damit, zu malen und zu zeichnen. Sein Cousin Hubert, ein Lehrer aus Heerlen zeigte Interesse an seinem Zeichentalent und besorgte ihm Skizzenbücher und Zeichenmaterial.

In Meerssen besuchte Eyck von 1910 bis 1915 die Abendzeichenschule St. Jozef und erhielt dort das Diplom Zeichnen und Malen. Durch seinen Zeichenlehrer Jos Tilmans bekam er eine kleine Anstellung als Lehrling für Dekorationsmalerei bei der Sociétié Céramique in Maastricht. Im Maastrichter Viertel Céramique, das an der Stelle der alten Fabrik steht, erinnert der Charles Eyckpark an ihn.Charles Eyck Park, in: visitmaastricht.com, abgerufen am 11. Juni 2026. In seiner Freizeit malte Eyck während seiner Zeit als Dekorationsmaler südlimburgische Landschaften und schloss Freundschaft mit dem belgischen Flüchtling und Maler Jan van Puyenbroeck.

Von 1916 bis 1917 besuchte er die Academie voor Beeldende Kunsten in Rotterdam, im Anschluss – auch beeinflusst durch van Puyenbroeck – von 1918 bis 1922 die Rijksakademie van beeldende kunsten in Amsterdam.Biografie bei RKD Research, abgerufen am 14. Mai 2026. Dort war vor allem die Unterweisung zu monumentaler Glas- und Wandmalerei durch Antoon Derkinderen beeinflussend für Eyck. Neben Derkinderen gilt auch Nicolaas van der Waay in dieser Zeit als prägend für ihn.

1922 bekam Eyck den niederländischen Prix de Rome verliehen, der mit einem Stipendium verknüpft war. Beim darauffolgenden Aufenthalt in Italien lernte er in Anticoli die schwedische Malerin Karin Meyer (1901–1996) kennen, die er 1924 in Stockholm standesamtlich heiratete. 1925 kam ihre schwerbehinderte Tochter Ann-Margit zur Welt, die er als „Bimba“ in vielen Gemälden verewigte. Karins Eltern nahmen Ann-Margits Erziehung an sich. Nachdem das Stipendium aufgebraucht war, zog das Ehepaar nach Amsterdam, kurz darauf nach Frankreich, wo 1930 ein gemeinsamer Sohn auf die Welt kam.Paul Haimon: Boiende expositie van Karin Eyck in „Boerehöfke“. Persoonlijk werk van rijp kunstenares, in: Limburgsch dagblad vom 29. Februar 1968.

Seinen ersten großen Erfolg hatte Eyck in Paris, wo er durch seine Beziehung zu Jules Pascin bei Blanche Guillot 30 Gemälde ausstellen und verkaufen konnte. Danach erhielt er in der Sint-Vincentius a Paulokerk in Brunssum seinen ersten großen Auftrag für Wandmalereien, für den er zuvor noch kirchlich heiraten musste. mini|hochkant|In der Onze-Lieve-Vrouw-Onbevlekt-Ontvangenkerk in Terwinselen führte Eyck zwischen 1929 und 1948 Wandmalereien aus Kurz darauf bekam er für die Onze-Lieve-Vrouw-Onbevlekt-Ontvangenkerk in Terwinselen seinen zweiten großen Auftrag für ein Kirchengemälde durch Hubert Spierts, dem er zeitlebens verbunden blieb.Charles Eijck gehuldigd, in: Gazet van Limburg vom 8. April 1947.Pastoor C. H. J. Spierts, geliefd en geëerd, gaat een gouden jubileum vieren Blij feest, vol vreugde en dank, onder de rook der Wilhelmina, in: De Zuid-Limburger vom 4. April 1958, S. 3., abgerufen am 17. Juni 2025.Zilveren priesterfeest pastoor Spierts, in: De Tijd vom 7. April 1933, S. 2, abgerufen am 17. Juni 2025. Etwa zur gleichen Zeit (1929) wurde Eyck fester Mitarbeiter der sich gegen den römischen Traditionalismus wendenden katholisch-intellektuellen Zeitschrift De Gemeenschap.Jos. H. Pouls: 'ldentiteit' in de Limburgse kunst van het interbellum. De casus Alphons Boosten. In: Studies over de sociaaleconomische geschiedenis van Limburg 55 (2010), 127–152, S. 131. Für die Zeitschrift fertigte er zahlreiche Illustrationen an und verfasste viele Artikel, häufig zu Reiseeindrücken.

Um 1930 erlernte Eyck die Glasmalerei in den Ateliers von Joep Nicolas in Roermond und Gerard Mesterom in Bunde.

Schaffenshöhepunkt 1935 lieferte Eyck mit Joep Nicolas einen bedeutsamen Anteil für die niederländische Einsendung für die Weltfachausstellung Paris 1937 mit einem großen Wandgemälde.Jos. H. Pouls: 'ldentiteit' in de Limburgse kunst van het interbellum. De casus Alphons Boosten. In: Studies over de sociaaleconomische geschiedenis van Limburg 55 (2010), 127–152, S. 134.

1938 zog die Familie Eyck in das von Charles selbst entworfene Haus Ravenbos in Schimmert.

1939 sollte die Hundertjahrfeier für die erste Fahrt einer Eisenbahn in den Niederlanden stattfinden, weshalb der Personalrat der Nederlandse Spoorwegen der Direktion eine Marmorstatue zum Jubiläum schenken wollte. Für den Auftrag wurden Mari Andriessen, Frits van Hall und Eyck um Entwürfe gebeten, wobei letzterer sich mit seinem Entwurf durchsetzte. Eycks Marmorskulptur Der Verkehr steht im Hauptbahnhof in Utrecht.De Spoorwegfeesten, in: De Tijd vom 21. September 1939.

Während der deutschen Besatzung (1940–1945) versteckten Charles und Karin Eyck den deutschen Lyriker und Schriftsteller Friedrich W. Buri und den niederländischen Grafiker Willem Sandberg vor nationalsozialistischer Verfolgung bei sich zuhause.Christian Fuhrmeister, Susanne Kienlechner: Max Beckmann und der Widerstand in den Niederlanden Überlegungen zu Schauspieler (1941/42), Karneval (1942/43), Blindekuh (1944/45) und Argonauten (1950), Seite 50, Fußnote 23. Eyck schloss sich als einer von wenigen namhaften niederländischen Künstlern auch nicht der von den Besatzern installierten Kultuurkamer an, wodurch in dieser Zeit große Aufträge ausblieben.C. C. Wesselink: Kunstenaars van de Kultuurkamer: Geschiedenis en herinnering, Amsterdam 2014, Seite 74.

In der Ausschreibung für ein Buntglasfenster in der Sint Janskerk in Gouda, das der deutschen Besatzung von 1940 bis 1945 und der anschließenden Befreiung gedenken sollte, setzte Eyck sich mit seinem Entwurf gegen Hans van Norden und Jaap Weynand durch.Een gedenkraam. I aangebracht in de St. Janskerk in Gouda, in: Nieuwsblad van Friesland vom 10. November 1947. Das Fenster wurde 1947 fertiggestellt. Für das fertiggestellte Befreiungsfenster erhielt Eyck das Ritterkreuz des Ordens von Oranien-Nassau, gab dieses aber 1966 aus Protest gegen die Hochzeit von Prinzessin Beatrix und Claus von Amsberg zurück.Charles Eyck stuurt onderscheiding terug, in: Amigoe di Curacao vom 5. Februar 1966, S. 3.

Für die Amtseinführung von Königin Juliana 1948, bekam Eyck von der niederländischen Regierung den Auftrag, die Zeremonie malerisch zu verewigen. Das 1949 fertiggestellte Gemälde wurde vom Kultusminister für gut befunden, aber in vielen Zeitungen als zu nüchtern kritisiert. Eyck, der für die Anfertigung des Bildes eine kostspielige Studienreise nach Madrid unternommen hatte, schrieb als Reaktion auf das negative Echo eine Prämie von 4000 Gulden für denjenigen, der ein besseres Gemälde schaffen sollte, aus. Die Prämie musste er nie auszahlen.Portret van Juliana tijdens haar inhuldiging, in: koninklijkeverzamelingen.nl, abgerufen am 13. Mai 2026.

mini|hochkant|Das Limburgs bevrijdingsmonument Eyck erhielt nach dem Zweiten Weltkrieg vom Comité tot Oprichting van een Limburg Oorlogsmonument den Auftrag, ein Denkmal für die Befreiung Limburgs von der deutschen Besatzung zu entwerfen. 1951 wurde ihm gestattet, seinen Entwurf auszuführen.Limburgs Bevrijdingsmonument, in: sleutelwerken.nl, abgerufen am 14. Mai 2026. Sein in Bronze gegossenes Werk, das Limburgs bevrijdingsmonument, wurde 1952 in Maastricht auf dem Koningsplein eingeweiht.Limburg eert gevallenen, in: De Tijd vom 15. September 1952.

1955 wurde Eyck Professor an der Jan van Eyck Academie in Maastricht.P.M.J.E. Jacobs: Beeldend Benelux : biografisch handboek, Tilburg 2000, S. 368.

Späte Jahre Sein letztes großes Kirchenwandgemälde schuf Eyck im nordfranzösischen Dorf Jeantes 1962. Der Auftrag kam über seinen Freund Bertus Aafjes zustande und wurde von Eyck mit dem 18-jährigen Hans Smeets ohne Bezahlung ausgeführt. Im Laufe der sechziger Jahre zog er sich immer mehr in sein Atelier im Ravenbos zurück, malte und zeichnete und verkaufte seine Kunst aber bis zu seinem Lebensende weiterhin.

Nach einem Herzinfarkt im Jahr 1980 verbrachte Eyck einige Monate im Krankenhaus. Er starb am 2. August 1983 im Alter von 86 Jahren in seinem Haus. Sein Nachlass umfasst Tausende von Gemälden und noch mehr Zeichnungen, mindestens 7000 m² Wandmalereien, 2000 m² Glasmalereien und 25 Kreuzwege.

Stil, Materialien und Technik mini|hochkant|Das Befreiungsfenster in der Sint-Janskerk in Gouda Eyck gilt als ExpressionistOn Charles Eyck’s trail: A student’s journey from France to Maastricht, in: maastrichtuniversity.nl, abgerufen am 14. Mai 2026. mit „barockem Schwung“Rijksdienst voor het Cultureel Erfgoed: Monumentale kerkelijke schilderkunst (1890–1980), S. 7. und einer der Hauptvertreter der Limburger Schule. Bisweilen wird auch von einem „romantischen Expressionismus“ gesprochen.

Zu seinen Werken gehört aber auch realistische Kunst, etwa das Gemälde Vase mit Blumen (1930).Ontdek Charles Eyck, in: vanbommelvandam.nl, abgerufen am 14. Mai 2026. Sein individueller Stil konnte stark vom liturgischen Stilstreit in den Niederlanden der Zwischenkriegszeit profitieren. Mit Joep Nicolas, Lambert Simon, Jaap Mes und Jacob Ydema gilt Eyck, der viele Werke für die römisch-katholische Kirche anfertigte, als Begründer einer neuen kirchlichen Kunst.

Er verwendete in seinen Werken häufig Öl- und Wasserfarben, Glas, Edelmetalle, oft Silber, und Edelsteine. Als Glasmaler arbeitete er oft mit Grisaille auf Opalglas und Buntglasfenstern.Renny van Heuven-van Nes, S. Groenveld, Taco Hermans: Nassau en Oranje in gebrandschilderd glas, 1503–2005, Uitgeverij Verloren, Hilversum 2015, 203. Bisweilen fertigte Eyck für eine Kirche unterschiedliche Kunstwerke an, so für die Sint-Hubertuskerk in der Gemeinde Beek sowohl ein Deckengemälde (in denen er sich selbst als Heiliger Andreas darstellte) als auch zwei Buntglasfenster. In der Heerlener Gerardus Majellakerk war er sowohl für die großen Fenster im Schiff, als auch für die Kreuzwegstationen und die großen Apsis- und Kuppelmalereien verantwortlich.Jos. H. Pouls: 'ldentiteit' in de Limburgse kunst van het interbellum. De casus Alphons Boosten. In: Studies over de sociaaleconomische geschiedenis van Limburg 55 (2010), 127–152, S. 145.

Schüler Unter Eycks Schülern waren Bert Coppus, Hub Hendriks, Gé ter Horst, Arnold de Koning, Victor van Mil, Jean Nelissen, René Smeets, Harrie Sterk, Charles Volders, Fons Volders, Pim de Vroomen, Fedde Weidema, Alphons Winters und René Wong Lun Hing. Zudem hatte er Einfluss auf Pierre de Grauw.

Werke Glasmalereien mini|hochkant|Fenster in der Sint-Catharinakerk in Eindhoven 13 Buntglasfenster in der Gerardus Majellakerk in Heerlen (1937–1938)Heerlen-Heksenberg, H. Gerardus Majella, in: glasmalerei-ev-web.de, abgerufen am 17. Mai 2026. Heiliger Willibrord und Heiliger Bonifatius in Sint-Hubertuskerk in Beek (1940)Genhout, H. Hubertus, in: glasmalerei-ev-web.de, abgerufen am 17. Mai 2026. Befreiungsfenster in der Sint Janskerk in Gouda (1947)