Georg Wilhelm Stange († 21. März 1886 in Lübeck) war Mitinhaber eines der größten lübeckischen Speditionsgeschäfte sowie langjähriges Mitglied der Bürgerschaft.

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1865 gründete Stange zusammen mit Johannes Meno Wilhelm Lüders in der Große Altefähre 727Da sich Im Verlaufe des 19. Jahrhunderts die Quartiers-Hausnummern als immer unpraktischer erwiesen, erließ der Senat am 20. Mai 1884 eine Verordnung, mit der das System der straßenweisen Orientierungsnummern, bei denen eine Straßenseite die ungeraden und die andere die geraden Gegenstücke trägt, für ganz Lübeck, also Innenstadt und Vorstädte, eingeführt wurde. Dieses Nummerierungssystem ist bis heute gültig. Aus der 727 wurde die 28.siehe Lübecker Hausnummern Lüders & Stange. Die Firma verzog schon bald in die Untertrave 17.Die Untertrave 17 war bis 1884 die Trave 690.

Die Firma entwickelte sich schon bald zu einer der ersten im Verkehr mit skandinavischen Norden. Hauptsächlich waren es Dänemark und Schweden.

Obgleich ihn sein Arbeitsanspruch dazu veranlasste, sich in Bezug auf die Übernahme öffentlicher Ehrenämter ablehnend zu verhalten, war er dennoch in verschiedenen Richtungen im lübeckischen Gemeinwesen tätig. Seine ungewöhnliche geistige Begabung, sein scharfer Verstand, sein rasches und sicheres Urteil befähigten ihn, in der Bürgerschaft eine herausragende Stellung einzunehmen.

Die Gabe, in gewandter Rede den Kern der Sache zu treffen, zeichnete ihn aus. Eine kaustischeIm übertragenen Sinne, besonders in der Bildungssprache, meint "kaustisch" eine scharf spöttische, bissige oder sarkastische Bemerkung. Schärfe, die seine Gegner zwar bisweilen unangenehm berührte, verstärkte in der Debatte die Wirkung seiner Gründe.

Als der Reichstagsabgeordnete Ernst Stiller sich 1885 an die Handelskammer wandte, um über die Einführung einer Statistik des Warenverkehrs sowie über damit zusammenhängende Fragen ein kaufmännisches Gutachten einzuholen, wurde Stange nach Berlin delegiert.

War Stange in geschäftlichen Angelegenheiten durchaus praktisch und besonnen, waren Gemälde und Antiquitäten seine kostspielige Liebhaberei. Die Gemäldesammlung sollte am 20. und 21. März 1879 durch das Auktionsinstitut von Johannes Matthias Heberle (H. Lempertz Söhne) in Köln öffentlich versteigert werden.Local- und vermischte Notizen. In: Lübeckische Blätter, 21. Jahrgang, Nummer 18, Ausgabe vom 2. März 1879, S. 104. Der 123 Nummern umfassende Katalog zeigte vorwiegend Niederländer des 17. Jahrhunderts nebst 10 photographischen Abbildungen. Ein Exemplar des Kataloges war im Lesezimmer der lübeckischen Stadtbibliothek einsehbar.Local- und vermischte Notizen. In: Lübeckische Blätter, 21. Jahrgang, Nummer 19, Ausgabe vom 2. März 1879, S. 108.

In der Großen Altenfähre 7 wohnend, verstarb Stange 52-jährig an einem Sonntag plötzlich und unerwartet.

Kaufmannschaft In der Versammlung der Handelskammer vom 6. April 1875 wurde Stange, als Mitglied der Kaufmannschaft, in den Ausschuß der Handelskammer für Eisenbahnangelegenheiten gewählt.Versammlung der Handelskammer. In: Lübeckische Blätter, 17. Jahrgang, Nummer 35, Ausgabe vom 18. April 1875, S. 183–184.

Ein Rundschreiben des Ausschusses des Deutschen Handelstages aus Berlin vom 23. Februar 1877 übermittelte ein Schreiben des Reichseisenbahnamtes, das von einem neuen Eisenbahn-Frachtbrief-Formular begleitet wurde und um eine gutachtliche Erklärung darüber ersuchte. Aus Hermann Lange, Gotthard Joachim Georg Schwartzkopf und Stange wurde eine Kommission gebildet, an die das Formular überwiesen wurde.Local- und vermischte Notizen. In: Lübeckische Blätter, 19. Jahrgang, Nummer 21, Ausgabe vom 14. März 1877, S. 113.

Ende Juni 1877 sollte die Neuwahl dreier Kaufmannschaftsmitglieder bestellten Handelskammer stattfinden. Für den austretenden Heinr. Wilh. Hamann wurden Stange, Georg Eduard Tegtmeyer und Charles Hornung Petit vorgeschlagen.Local- und vermischte Notizen. In: Lübeckische Blätter; 16. Jg., Nummer 45, Ausgabe vom 6. Juni 1877, S. 252.

Am 22. Juni 1877 wurde die Versammlung der Kaufmannschaft von 93 Mitgliedern besucht. An Stelle der ausscheidenden Handelskammer-Mitglieder Carl William Freese, Hamann und Christian Arnold Behn wählte die Kaufmannschaft Ernst Heinr. Carl Carstens mit 53, Stange mit 65 und Johann Heinrich Heitmann mit 50 Stimmen.Versammlung der Kaufmannschaft. In: Lübeckische Blätter, 19. Jahrgang, Nummer 50, Ausgabe vom 24. Juni 1877, S. 283.

Auf der Handelskammerversammlung wurde am 8. Januar 1878 die Einsetzung einer Kommission zur Beratung über die Einrichtung einer Kaufleute-Witwen-Kasse beschlossen. In diese wurden deren Präses Johannes Albrecht Suckau, August Heinrich Peter Wohlert, Stange, Lange, Paul Ernst Reimpell und Franz Heinr. Freitag gewählt.Versammlung der Handelskammer vom 8. Januar. In: Lübeckische Blätter, 20. Jahrgang, Nummer 6, Ausgabe vom 20. Januar 1878, S. 34.

Im Juli 1879 wurde bei der neuen Geschäftsverteilung der Handelskammer Stange zum ersten Stellvertreter des Präses erwählt.Local- und vermischte Notizen. In: Lübeckische Blätter, 21. Jahrgang, Nummer 50, Ausgabe vom 9. Juli 1879, S. 320. Im Juli 1881 wurde Ferdinand Dahlberg an Stelle von Stange zum ersten Stellvertreter des Vorsitzenden der Handelskammer erwählt.Local- und vermischte Notizen. In: Lübeckische Blätter, 23. Jahrgang, Nummer 54, Ausgabe vom 6. Juli 1881, S. 312. Für die Wahl im Juni 1883 wurden für Stange Georg Wilh. Herm. Willmann, Christ. Wilh. Heinr. Pape und Petit vorgeschlagen.Local- und vermischte Notizen. In: Lübeckische Blätter, 25. Jahrgang, Nummer 43, Ausgabe vom 30. Mai 1883, S. 252. Als Willmann für die darauffolgenden sechs Jahre erwählt wurde, trat Stange am 22. Juni 1883 ordnungsmäßig aus.Versammlung der Kaufmannschaft. In: Lübeckische Blätter, 25. Jahrgang, Nummer 50, Ausgabe vom 24. Juni 1883, S. 295.

In der Versammlung am 10. November 1879 wurde ein Schreiben des Dampfschiffsreeders Henry Koch vom 8. vorgelegt. In jenem erbot er sich von Neuem, die Dampfschiffe der Handelskammer zu kaufen und dagegen gewisse Verpflichtungen hinsichtlich des Bugsierdienstes zu übernehmen. Man verwies die Vorlage an den Bugsierausschuss und beschloss diesen durch die Handelskammermitglieder Stange, Lange, Friedrich Heinrich Bertling und Dahlberg zu verstärken.Versammlung der Handelskammer. In: Lübeckische Blätter, 21. Jahrgang, Nummer 93, Ausgabe vom 19. November 1879, S. 526.

Am 2. Juli 1880 wählte die Kammer an Stelle des aus dem Ausschuss für das Bureau und die Bibliothek ausgeschiedenen Reimpell Stange.Local- und vermischte Notizen. In: Lübeckische Blätter, 22. Jahrgang, Nummer 58, Ausgabe vom 21. Juli 1880, S. 340.

Ein Schreiben der Berginspektion in Segeberg vom 6. August 1880 berichtete, dass die Inspektion beauftragt worden sei, sich in Lübeck über die Höhe der dortigen Schiffsfrachten für Salz nach den Ostseehäfen zu erkundigen und wie viel Salz zur See in der Hansestadt ein- und ausgeführt würden. Am 10. August 1880 wurde die Einsetzung einer Kommission für die Frage der Ausfuhr von Salz und etwaigen anderen Produkten des Segeberger Bergwerks beschlossen. In diese wurden erwählt: Stange, Georg Arnold Behn, Bertling, Gotth. Joach. Georg Schwartzkopf und Heinrich Gaedertz.Versammlung der Handelskammer. In: Lübeckische Blätter, 22. Jahrgang, Nummer 71, Ausgabe vom 3. September 1880, S. 407.

In den Ausschuss für das Bureau und die Bibliothek ersetzte Stange Willmann, in dem Ausschuss für Eisenbahnangelegenheiten ersetzte Stange Friedrich Ewers, in den Ausschuss für Schifffahrtsangelegenheiten ersetzte Stange Ernst Stiller und in den Ausschuss für Zollangelegenheiten wurde Stange ebenfalls durch Willmann ersetzt.Handelskammer., in Lübeckische Blätter; 25. Jg., Nummer 51, Ausgabe vom 27. Juni 1883, S. 299–300.

Wirtschaftsförderer Der aus Heinrich Theodor Behn (Vorsitz), Heinrich Mann, Suckau, sowie Carl Herm. Heinr. Franck und Robert Peacock bestehende lübeckische Zweig des Vereins für Hebung der Fluß- und Canalschiffahrt wuchs 1878 um Rud. Carl Müller, Hinrich Christian Otto, Stange und August Rehder an. Es wurde die von Baurat Carl August Wilhelm Lohmeyer aus Ratzeburg vorgetragene projektierte Korrektur des Stecknitzkanals, welche am 29. Mai 1878 auf der Hauptversammlung in Berlin als Tagesordnungspunkt durch den lübeckischen Vorsitzenden zu vertreten war, diskutiert und gebilligt. Der lübeckische Zweigverein zur Hebung der Fluß- und Canalschiffahrt. In: Lübeckische Blätter; 20. Jg., Nummer 41, Ausgabe vom 25. Mai 1878, S. 243.

Auf der am 28. Oktober 1878 in Mölln abgehaltenen Versammlung des vereinigten Lübeck-Lauenburgischen Elbe-Trave-Canal-Comites, an welcher die Herren Rehder, Stange und Franck aus Lübeck teilnahmen, wurden der Bericht über die Vorarbeiten für den Kanalbau und die an die preußische und lübeckische Regierung sowie an die Ritter- und Landschaft des Kreises Herzogtum Lauenburg zu richtenden Schreiben fertiggestellt. Local- und vermischte Notizen. In: Lübeckische Blätter; 21. Jg., Nummer 87, Ausgabe vom 31. Oktober 1880, S. 504. Als Mitglied des Ausschusses vom lübeckischen Zweigvereins zur Hebung der deutschen Fluß- und Canalschifffahrt trat Stange entschieden für den Bau des Elbe-Trave-Kanals ein und bereits 1881 mahnte er in der Bürgerschaft ernsthaft zum raschen Handeln in dieser Angelegenheit. Durch einen Auszug aus dem Protokoll der Baudeputation wurde die Handelskammer 1882 aufgefordert, Delegierte zu ernennen, welche mit Deputationsvertretern und der Direktion der LBEG darüber zu beraten haben, ob der Elbe-Trave-Kanal durch den Krähen- und Mühlenteich oder direkt von der Wakenitz in der Nähe des Burgtors der Richtung auf die Spitze des Teerhofs in die Trave zu leisten sei. Die Kammer bestellte am 3. Januar 1882 ihren Präses Suckau, Stange, Johann Hermann Eschenburg und Georg Arnold Behn als Delegierte.Versammlung der Handelskammer. In: Lübeckische Blätter, 24. Jahrgang, Nummer 7, Ausgabe vom 22. Januar 1882, S. 38.

Eine gemischte Kommission Der Begriff Gemischte Kommission in Lübeck bezieht sich im historischen Kontext des Deutschen Kaiserreichs auf die zuständigen Behörden. Die Kommission war eine gemeinsame Behörde aus zivilen Vertretern (wie Kirche oder Handelskammer) und Senat. aus dem Senat (Gabriel Christian Carl Hermann Schroeder und Heinrich Mann) und der Handelskammer (Suckau, Hinrich Christian Otto, Wohlert, Bertling, Schwartzkopf, Stange und Lange) erörterte am 6. März 1879 die vom Bundesrat in Aussicht genommene Warenausfuhrstatistik. Local- und vermischte Notizen. In: Lübeckische Blätter; 21. Jg., Nummer 19, Ausgabe vom 5. März 1879, S. 108.

Politik Bei der Bürgerschaftswahl am 20. Juni 1877 für den I. Wahlbezirk (Jakobi Quartier und Vorstadt St. Gertrud) wurde Stange als einer von sieben Vertretern in die Bürgerschaft gewählt. Von 1255 Bürgern übten 206 ihr Wahlrecht aus. Er erhielt 172 Stimmen.Bürgerschaftswahl. In: Lübeckische Blätter, 19. Jahrgang, Nummer 49, Ausgabe vom 20. Juni 1877, S. 275.

Auf der stark besuchten Versammlung von Mitgliedern der Bürgerschaft stellte am 31. Mai 1878 eine Liste von Wahlbürgern für die am 3. Juni 1878 stattfindende Senatswahl auf. Sie umfasste Franz Georg Friedr. Gossmann, Bertling, Heinr. Phil. Christ. Kasch, Suckau, Stange, Wilh. Friedr. Gabr. Steinmann, Heinr. Georg Jos. Max Deuster, Johannes Nicolaus Heinrich Rahtgens, Theodor Sartori, Friedrich Wilhelm Schwartzkopf, Heinrich Klug, Adolf Brehmer und J. F. H. Böge (Schlutup).Local- und vermischte Notizen. In: Lübeckische Blätter, 20. Jahrgang, Nummer 44, Ausgabe vom 2. Juni 1878, S. 264.