Anomalie, Pt. 1 ist das siebte Studioalbum der deutschen Singer-Songwriterin Madeline Juno. Das Album erschien im Juni 2025 und bildet mit seinem ein Jahr später erschienen Nachfolger ein Doppelalbum.
Entstehung und Artwork Entstehung Alle Stücke des Albums wurden von Madeline Juno selbst, zusammen mit Joschka Bender und Wieland Stahnecker (Blinker), getextet und komponiert. Mit Ausnahme des Liedes Anomalie, stand dem Trio immer Wanja Bierbaum (Hardy X) beim Schreibprozess zur Seite. Bei Anomalie wurde das Trio von Tom Ulrichs (Tom Thaler) unterstützt, der wiederum auch als Koautor, neben den anderen vier, bei den Liedern Butterfly Effect und Schlimmster Mensch der Welt agierte. Die beiden Koautoren Bender und Hardy X zeichneten zudem auch für die Produktion verantwortlich. Während Bender auch hier an der Produktion aller Lieder beteiligt war, ist Hardy X an allen Produktionen außer der zu Anomalie beteiligt gewesen. Bender war darüber hinaus alleine auch für den größten Teil der Abmischung zuständig, lediglich das Stück Hab ich dir je gesagt… wurde durch Yunus Cimen (Kingsize) abgemischt. Das Mastering erfolgte durch HP Mastering Hamburg, unter der Leitung von Studiobetreiber Hans-Philipp Graf. Weitere Produktionsschritte erfolgten durch Martin Rott, der für Teile der Instrumentierung zuständig war, in dem er das Keyboard und Schlagzeug einspielte, oder auch bei Reservetank für das Arrangement der Streichinstrumente verantwortlich zeichnete.Madeline Juno: Anomalie, Pt. 1. Begleitheft, Embassy of Music, Zebralution, Katalognummer: 770994, 13. Juni 2025.
Alle an der Produktion beteiligten Musiker arbeiteten bereits in der Vergangenheit mit Juno zusammen. Während der Berliner Musiker Bender bereits seit Beginn von Junos Karriere festes Mitglied ihrer Liveband ist und an diversen Produktionen, in verschiedenen Funktionen, beteiligt gewesen war, arbeitet der Koblenzer Musiker Blinker seit ihrem fünften Studioalbum Besser kann ich es nicht erklären (Januar 2022) regelmäßig mit ihr zusammen, wie auch Bender, als Autor, Studiomusiker sowie festes Mitglied ihrer Liveband. Hardy X, Rott und Thaler starteten die Zusammenarbeit mit Juno mit den Arbeiten an ihrem vorangegangenen Studioalbum Nur zu Besuch (Januar 2024), wobei der Österreicher Hardy X als Autor, Produzent und Studiomusiker von vier Titeln agierte, der Berliner Musiker Rott für die Instrumentierung von acht Titel zuständig war und der Hamburger Thaler beim Schreibprozess eines Titels beteiligt gewesen ist. Der in Deutschland wirkende, türkische Hip-Hop-Produzent, Cimen war bereits für die Abmischung von acht Titeln bei Besser kann ich es nicht erklären verantwortlich sowie für das Abmischen einiger Gastbeiträge Junos, so unter anderem bei Solange wir fahren (Februar 2022).
Artwork Auf dem Frontcover des Albums ist – neben Interpretenangabe und Liedtitel – Juno zu sehen. Es zeigt lediglich ihr Gesicht, mit Blick zur Kamera, während sie sich nach vorne beugt. Mit Ausnahme von Reservetank, fand das gleiche Coverbild auch bei allen vorangegangenen Singleauskopplungen Verwendung. Das Bild wurde vom Berliner Fotografen Jakob Marwein geschossen. Den physischen Albumausführungen liegt zudem ein vierseitiges Begleitheft bei, das neben den Liedtexten und Mitwirkenden, weitere Set-Fotografien von Ben Levien Wörmann beinhaltet.
Veröffentlichung und Promotion Veröffentlichung Die Erstveröffentlichung von Anomalie, Pt. 1 erfolgte am 13. Juni 2025 bei Embassy of Music. Das Album erschien zeitgleich als CD (Katalognummer: 770994) und LP (Katalognummer: 770995) sowie zum Download und Streaming; für den Vertrieb war Tonpool zuständig. Alle Lieder des Albums wurden durch Budde Music Publishing, Indiekator Edition und Universal Music Publishing verlegt. Darüber hinaus wurden neun der zehn Titel ebenfalls durch Forest Fire Edition verlegt, lediglich das Lied Liebe in Spiegelschrift wurde nicht durch diesen Musikverlag publiziert. Zudem sind ebenfalls vereinzelt Sony Music Publishing sowie White Lake City Edition am Verlag beteiligt. Das Album besteht aus zehn neuen Studioaufnahmen und erschien in verschiedenen physischen Variationen. Neben der regulären CD und LP erschien auch eine sogenannte „Splatter Vinyl“, die handsigniert wurde. Alle drei physischen Ausführungen gab es zudem auch nochmal in Deluxeversionen, denen ein T-Shirt beigelegt wurde. Mit der Veröffentlichung von Anomalie, Pt. 2 erschien ein Bündelangebot als CD- und LP-Ausführung, das beide Ausgaben von Anomalie umfasst.
Promotion Erstmals angekündigt wurden die Arbeiten zu Anomalie, Pt. 1, gemeinsam mit der Ankündigung der ersten Singleauskopplung Reservetank, von Juno über ihre sozialen Medien am 16. Januar 2025. Die Lieder Anomalie und Mediocre entstanden bereits Monate zuvor und waren schon Teil von Junos letzter Konzertreihe Tour zu Besuch im April 2024. Am 11. Februar 2025, kurz vor der Veröffentlichung der zweiten Single Anomalie, bestätigte Juno, dass das kommende Album ein Doppelalbum sei, welches den gleichen Titel tragen werde. Drei Tage später stand es zum Vorbestellen bereit. Zum Veröffentlichungszeitraum war Juno Teil der zwölften Staffel von Sing meinen Song – Das Tauschkonzert, wo sie von April bis Juni wöchentlich zu sehen war. Eineinhalb Wochen vor Erscheinen des Abends war ihr Themenabend, wobei sie selbst ihren bis dato unveröffentlichten Titel Mediocre präsentierte. Kurz vor der Veröffentlichung des Nachfolgers Anomalie, Pt. 2 gab Juno gegenüber der Fernsehzeitschrift Prisma bekannt, dass sie bereits zum Ende der Produktion hiervon 22 Titel fertig gehabt hatte und so aus einer „Schnapsidee“ ein Doppelalbum wurde.
Inhalt Titelliste und Stil Alle Liedtexte des Albums sind in deutscher Sprache verfasst und stammen von Madeline Juno selbst, die die Stücke zusammen mit wechselnden Koautoren schrieb. Die Stücke Mediocre ( für „Mittelmäßig“) und Fuck Marry Kill ( für „Ficken, heiraten, töten“) verfügen über englischsprachige Titel, die Texte sind jedoch auf Deutsch. Die englischsprachige Titelbezeichnung „Butterfly Effect“ spielt auf die gleichnamige Chaostheorie an, während die Titelbezeichnung „Center Shock“ eine Anspielung auf die gleichnamige Kaugummi-Marke ist. Musikalisch bewegen sich die Lieder im Bereich der Popmusik, beinhalten aber auch Elemente aus dem House (Hab ich dir je gesagt…) oder Trap (Fuck Marry Kill).
Inhaltlich setzt sich Juno auf dem Album mit einer Vielzahl an Themen auseinander, darunter Erwartungsdruck und Versagensängste (Reservetank), anomalische Verhaltensweisen (Anomalie), zerbrochene Freundschaft (Hab ich dir je gesagt…), den Höhen und Tiefen einer Liebesbeziehung (Fuck Marry Kill) oder auch Autonomie, Schuldgefühle und Selbstbewusstsein (Schlimmster Mensch der Welt).
+ Titelliste # Titel Autor(en) Produzent(en) Länge 1 Mediocre Joschka Bender, Wanja Bierbaum, Madeline Juno, Wieland Stahnecker Joschka Bender, Wanja Bierbaum 3:39 2 Hab ich dir je gesagt… Joschka Bender, Wanja Bierbaum, Madeline Juno, Wieland Stahnecker Joschka Bender, Wanja Bierbaum 2:46 3 Center Shock Joschka Bender, Wanja Bierbaum, Madeline Juno, Wieland Stahnecker Joschka Bender, Wanja Bierbaum 2:40 4 Schlimmster Mensch der Welt Joschka Bender, Wanja Bierbaum, Madeline Juno, Wieland Stahnecker, Tom Ulrichs Joschka Bender, Wanja Bierbaum 2:37 5 Reservetank Joschka Bender, Wanja Bierbaum, Madeline Juno, Wieland Stahnecker Joschka Bender, Wanja Bierbaum 2:36 6 Butterfly Effect Joschka Bender, Wanja Bierbaum, Madeline Juno, Wieland Stahnecker, Tom Ulrichs Joschka Bender, Wanja Bierbaum 3:00 7 Liebe in Spiegelschrift Joschka Bender, Wanja Bierbaum, Madeline Juno, Wieland Stahnecker Joschka Bender, Wanja Bierbaum 2:58 8 Fuck Marry Kill Joschka Bender, Wanja Bierbaum, Madeline Juno, Wieland Stahnecker Joschka Bender, Wanja Bierbaum 2:55 9 Anomalie Joschka Bender, Madeline Juno, Wieland Stahnecker, Tom Ulrichs Joschka Bender 2:32 10 Vorsicht zerbrechlich Joschka Bender, Wanja Bierbaum, Madeline Juno, Wieland Stahnecker Joschka Bender, Wanja Bierbaum 2:48
Track-by-Track Center Shock In Center Shock besingt Juno die unbeschwerte Zeit als Jugendliche, wie sie dachte, dass in Zukunft das Leben doch eigentlich leichter werden würde („War mir doch so sicher, dieses Leben wird nur leichter“) und ihrem Drang danach, wie sehr sie sich die Zeit zurückwünsche („So unbeschwert wie damals? Und wie oft wünsch’ ich mich dahin zurück?“). Im Lied zählt sie darüber hinaus, neben dem Titelgeber „Center Shock“ (einem Kaugummi des italienisch-niederländischen Konzerns Perfetti Van Melle), diverse kulturelle Erinnerungen aus dieser Zeit auf, darunter Capri-Sonne, Collegeblöcke, iPods, Orbit-Kaugummis, Smirnoff Ice oder auch Twilight 2 sowie die Lieder Kids (MGMT) und I Kissed a Girl (Katy Perry).
Liebe in Spiegelschrift Liebe in Spiegelschrift ist ein Lied in dem es darum geht, dass eine Person noch nicht über eine Trennung hinweg ist beziehungsweise diese noch nicht realisiert hat („Mein dummes Herz will nicht kapier’n, du kommst nie wieder mehr durch diese Tür“) und noch vor einem kommenden Liebeskummer steht („Mein dummes Herz wird noch explodier’n, bevor es das Schwerste der Welt akzeptiert“). Die Titelbezeichnung „Liebe in Spiegelschrift“ wird hierbei als Pseudonym und Umschreibung für das Vermissen einer Person verwendet („Man sagt, vermissen ist Liebe in Spiegelschrift“). Im Mai 2026 verkündete Juno, dass der später entstandene Titel Indigo (Februar 2026), aus dem Nachfolger Anomalie, Pt. 2 (Juli 2026), das Geschwisterstück zu Liebe in Spiegelschrift sei.
Vorsicht zerbrechlich Vorsicht zerbrechlich ist ein Liebeslied, in dem sich eine Person trotz starker Selbstzweifel („Mich mehr zu seh’n, wie du mich siehst“) endlich bei jemanden angekommen fühlt („Lieg’ ich in dein’n Arm’n, wird das alles egal“). Das Lied handelt von der verletzlichen und zerbrechlichen Seite eines Menschen, welche nicht oberflächlich zu erkennen sind („Ich hab’ Gebrauchsspur’n, wo du sie nicht ahnst“). Diese ist durch negative Erfahrungen in der Vergangenheit geprägt („Bin seit damals einfach nicht mehr wie neu“), die man nicht sofort neuen Bekanntschaften anvertraut („Ich erzähl’ dir, was war, aber heute nicht“).
Singleauskopplungen
Aus dem Album wurden vorab sechs Singles veröffentlicht, die fast alle als Einzeltracks zum Download und Streaming erschienen; lediglich die erste Singleauskopplung Reservetank / Butterfly Effect erschien als Doppel-A-Seite. Mit Ausnahme von Mediocre wurden alle Singleauskopplungen von einem Musikvideo begleitet, die alle unter der Regie von Jakob Marwein oder Ben Levien Wörmann entstanden sind. Kommerziell waren die Singles weniger erfolgreich, so konnte sich keine in den offiziellen Singlecharts platzieren. Mit Mediocre konnte sich lediglich eine Single in den iTunes-Tagesauswertungen platzieren (Rang 22). Darüber hinaus erschienen mit Center Shock eine Videoauskopplung am Tag der Albumveröffentlichung, die unter der Regie von Wörmann entstanden ist.
Reservetank / Butterfly Effect Reservetank / Butterfly Effect erschien am 24. Januar 2025 als erste Singleauskopplung des Albums. Diese erschien als digitale 2-Track-Single zum Download und Streaming. Dabei handelt es sich um eine Doppel-A-Seite. Inhaltlich setzt sich Reservetank mit Themen wie Erwartungsdruck und Versagensängste auseinander. Juno selbst beschrieb den Entstehungsprozess wie folgt: „Beim Schreiben dieses Songs habe ich versucht zu verarbeiten, wie sehr und oft ich im Laufe meines Lebens an meine Grenzen gekommen bin und das Gefühl hatte, an meiner Karriere mental kaputt zu gehen” […] “Zwischen den Zeilen geht es um Ehrgeiz, meine Träume und den Willen, diese zu verfolgen, nicht aufgeben zu wollen, nicht loslassen zu können, sich steigern und immer besser werden zu wollen. Gute Leistung zu erbringen.”