Karl-Walter Freitag (* 31. Juli 1954 in Köln) ist ein deutscher Unternehmer, der als einer der führenden Vertreter des Geschäftsmodells des Berufsklägers medienweit bekannt wurde.Kein Vergleich mehr media.djp.de, abgerufen am 6. Juni 2025.Hausverbot für Karl-Walter Freitag faz.net, 11. Mai 2007, abgerufen am 6. Juni 2025.Börsebius: Zoff in der Bude aerzteblatt.de, 22-23.2012, abgerufen am 6. Juni 2025.
Leben Nach eigenem Bekunden nimmt Freitag seit seinem 17. Lebensjahr als kritischer Fragesteller an Hauptversammlungen deutscher Aktiengesellschaften teil.Der König der Kläger: Karl-Walter Freitag liebt den Vergleich. In: Handelsblatt, 9. Mai 2011, S. 9. Er studierte jeweils für kurze Zeit und ohne Abschluss Medizin, Kunstgeschichte und Wirtschaft. Von November 1983 bis April 1985 absolvierte er die Henri-Nannen-Schule in Hamburg; zu seinem Lehrgang gehörten der Schriftsteller Jörg-Uwe Albig, der spätere RTL-Chefredakteur Peter Kloeppel sowie der Osteuropa-Korrespondent Thomas Urban.Henri-Nannen-Schule 1979-2004. 25 Jahre. Hrsg. Inge Kolb. Hamburg 2004, S. 89.
Medienberichten zufolge erlaubte ihm sein als Berufskläger erworbenes Vermögen, mehr als ein Dutzend Autos zu kaufen, darunter teure Oldtimer und einen roten Ferrari.Störer beim Familientreffen sueddeutsche.de, 21. Mai 2010, abgerufen am 6. Juni 2025.
Als Manager scheiterte Freitag im Jahr 2000 mit der Wiederbelebung der Computerfirma Escom.Escom: Bochumer Pleitefirma verschwindet vom Kurszettel tagesspiegel.de, 28. September 2000, abgerufen am 6. Juni 2025.
Geschäftsmodell Als Kleinaktionär drohte Freitag, wie auch andere Berufskläger, durch Anfechtungsklagen gegen Entscheidungen der Geschäftsführung Maßnahmen beispielsweise zur Sanierung eines Unternehmens zu blockieren. Durch ein Bündel von Klagen würden Gerichts- und Anwaltskosten hochgetrieben, die Unternehmensleitungen ließen sich oft darauf ein, einen Vergleich mit den Klägern auszuhandeln. Oft wurden den potenziellen Klägern Beraterverträge angeboten.Die Stunde der Störenfriede. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13. April 2012, S. 14. Freitag hat sich darauf spezialisiert, Dutzende Fragen auf Hauptversammlungen von Unternehmen zu stellen mit dem Ziel, die Beschlüsse wegen nicht ausreichender Beantwortung der Fragen später anzufechten. Den Berichten zufolge profitiert er von den Ergebnissen solcher Klagen finanziell, auch hat er bereits auf diese Weise eine höhere Abfindung als Kleinaktionär erstritten.Der Höhepunkt eines Bruderzwists abendblatt.de, 6. Juli 2007, abgerufen am 6. Juni 2025.
Auch setzte Freitag auf Squeeze-out, das Herauskaufen der letzten freien Anteilseigner einer Aktiengesellschaft.Die Macht der Zwerge spiegel.de, 28. November 2004, abgerufen am 6. Juni 2025.Ablauf folgt festen Regeln focus.de, 4. Januar 2008, abgerufen am 6. Juni 2025.
In einer vom Frankfurter Juraprofessor Theodor Baums verantworteten Studie über „Berufskläger“ rangiert Freitag „weit oben“.Bei Hauptversammlungen schlagen die Profikläger zu, welt.de, 13. April 2012, abgerufen am 6. Juni 2025. In der Branche bekam er den Beinamen „Firmenschreck“.»So aus der Hose heraus aussagen« spiegel.de, 28. Februar 1993, abgerufen am 6. Juni 2025.
Die Welt befand, dass es da, wo Freitag auftritt, „Radau gibt“.„Wer sie rausschmeißt, hat immer auch ein Frauenthema“ welt.de, 23. Mai 2019, abgerufen am 6. Juni 2025. Die Presseagentur Reuters verwies darauf, dass Freitag durchaus „humanistische Bildung“ erkennen lasse.HV-Schreck Freitag: Ich bin weder Jubelperser noch Bockwurstaktionär finanzen.net, 8. Juni 2011, abgerufen am 6. Juni 2025. Freitag selbst sieht sich nach eigenem Bekenntnis in der Rolle des „Robin Hoods der Aktionäre“."Robin Hood" der Aktionäre tagesspiegel.de, 19. Juli 1999, abgerufen am 6. Juni 2025.
Juristische Kontroversen In der Fachliteratur wird Freitag als Initiator von „missbräuchlichen Anfechtungsklagen“ aufgeführt.Philipp Maximilian Holle: 16§ Missbräuchliche Anfechtungsklagen In: Gesellschaftsrecht im Spiegel großer Debatten. Hrsg. Holger Fleischer, Jens Koch und Klaus Ulrich Schmolke. De Gruyter Bill, Berlin 2024.
1987 bescheinigte der Bundesgerichtshof Freitag, er habe seine Schutzrechte als Minderheitsaktionär missbraucht."Robin Hood" der Aktionäre tagesspiegel.de, 19. Juli 1999, abgerufen am 6. Juni 2025.
1993 befand das Landgericht Köln, Freitag habe sich „in einer Grauzone zwischen Cleverness und Kriminalität“ bewegt.Mit der Macht einer Aktie wiwo.de, 5. Juni 2009, abgerufen am 6. Juni 2025. Freitag wurde Medienberichten zufolge von dem Gericht verurteilt, 1,5 Millionen D-Mark an die Aachener und Münchener Beteiligungs-AG zu zahlen.Einblicke in die Arbeit und das Seelenleben des kritischen Aktionärs, Berufsklägers und Hauptversammlungsschrecks Karl-Walter Freitag In: Euro am Sonntag, 4. Juni 2011, S. 10–11. Das Strafverfahren wegen Erpressung wurde gegen Zahlung einer Geldbuße von 50.000 D-Mark eingestellt.ABM-Kleinaktionär muss Geldbuße bezahlen. In: Handelsblatt, 25. Februar 1993, S. 13.
Eine 2013 fertiggestellte Doktorarbeit an der juristischen Fakultät der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main mit dem Titel „Die Strafbarkeit des räuberischen Kleinaktionärs“ widmet sich u. a. ausführlich dem Geschäftsgebaren Freitags und dessen juristischen Folgen.Isabelle Engelhardt: Die Strafbarkeit des räuberischen Kleinaktionärs. Tectum Verlag, Marburg 2014.
Weblinks Ein Querulant heizt der Deutschen Bank ein finanzbusiness.de, 20. April 2022 Karl-Walter Freitag lebensmittelzeitung.net Kein Vergleich mehr. media.djp.de Theodor Baums, Astrid Keinath, Daniel Gajek: Fortschritte bei Klagen gegen Hauptversammlungsbeschlüsse? - Eine empirische Studie Juli 2007
Einzelnachweise
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