mini|Regalia zur Krönung von Elisabeth II. 1953

Regalia (verdeutscht: Regalien) bezeichnet Insignien, die bei Krönungen und anderen Weihehandlungen nach mittelalterlicher Vorstellung unerlässlich waren, um die Handlung rechtsgültig ausführen zu können.Regal in Deutsches Rechtswörterbuch (Weblinks); Elisabeth Lalou: Regalien, -politik, -recht – Frankreich. In: Lexikon des Mittelalters Band 7 – Planudes bis Stadt (Rus'). LexMA, München und Zürich 1995. ISBN 978-3-7608-8907-8, Sp. 558f.

Gegenstände In allen europäischen Monarchien des Mittelalters gab es solche regalia, deren Zusammensetzung im Einzelnen variieren konnte. Fast immer gehörten dazu Krone, Zepter, Reichsapfel und Schwert. In der Regel bildeten diese Gegenstände den Kern einer umfangreicheren Sammlung wertvollen Schmucks, den Kronjuwelen, die auch Gegenstände rein dekorativen Charakters umfassen und nicht ausschließlich aus Regalien bestehen mussten.

Verwendung Im Mittelalter wurden die Regalien dem Herrscher bei der Krönung übergeben oder er wurde damit bekleidetFranco Cardini: Zeremoniell – B. Mittel und Südeuropa. In: Lexikon des Mittelalters, Band 9. LexMA, München 1998, ISBN 3-89659-909-7, Sp. 553–556 (554)., trug sie aber auch bei anderen festlichen und repräsentativen Anlässen, etwa bei Festkrönungen.Brühl. In der frühen Neuzeit wurde ihr Gebrauch meist auf die Krönung beschränkt. Selbst die im 19. Jahrhundert neu entstandenen Königreiche, wie Bayern, Rumänien oder Württemberg, beschafften noch Regalien. In den meisten Monarchien Europas wurde im Laufe des 19. und 20. Jahrhunderts auf die Krönungen – und damit den Einsatz der Regalien – verzichtet. In vollem Umfang findet eine Krönung heute nur noch in Großbritannien statt, wobei die englischen Regalien eingesetzt werden.

Einzelne Länder

Deutschland Heiliges römisches Reich deutscher NationMatthias Friske: Der Schatz der Reichskleinodien im Mittelalter. Aachener Thron, Heilige Lanze, Reichskrone und Nürnberger Heiligtümer. Frank & Timme, Berlin 2024, ISBN 978-3-7329-1100-4 BayernSabine Heym: Prachtvolle Kroninsignien für Bayern – aber keine Krönung. In: Johannes Erichsen und Katharina Heinemann (Hrsg.): Bayerns Krone 1806. 200 Jahre Königreich Bayern. Hirmer, München 2006, ISBN 978-3-7774-3055-3, S. 37–49. HannoverDietmar Storch: Die hannoversche Königskrone: Ursprung, Geschichte und Geschicke eines unbekannten monarchischen Herrschaftszeichens des 19. Jahrhunderts. In: Niedersächsisches Jahrbuch für Landesgeschichte, Band 54, 1982, S. 217–250. PreußenSusanne Evers, Michaela Völkel: Kronschatz und Silberkammer der Hohenzollern. Deutscher Kunstverlag, Berlin 2010, ISBN 978-3-422-07050-9. WürttembergWerner Fleischhauer: Kunstkammer und Kronjuwelen. Württembergisches Landesmuseum, Stuttgart 1977, ISBN 3-929055-00-7. Kurköln (nicht erhalten)Kloft, S. 14. KurmainzZwei mit Perlen besetzte Mitren sind „in München erhalten“ (Kloft, S. 14). KurtrierKloft, S. 14–18.

Andere europäische Staaten BöhmenJan Bonek, Tomas Bonek: Die böhmischen Kronjuwelen. Eminent Verlag, Prag 2006, ISBN 978-80-7281-220-2. DänemarkThe Danish crown jewels auf der Homepage von Schloss Rosenborg; abgerufen am 2. Juni 2025. FrankreichBernard Morel: Les joyaux de la Couronne de France. les objets du sacre des rois et reines suivis de l’histoire des joyaux de la Couronne de François Ier à nos jours. Fonds Mercator/A. Michel, Anvers 1988, ISBN 2-226-03506-0. ItalienMagda von Bárány-Oberschall: Die Eiserne Krone der Lombardei und der lombardische Königsschatz. Wien, München 1966. Niederlande NorwegenNidaros Domkirkes (Hrsg.): The Crown Regalia. Trondheim o. J, ISBN 978-82-7693-218-8. ÖsterreichHermann Fillitz: Die österreichische Kaiserkrone und die Insignien des Kaisertums Österreich. Wien 1973, ISBN 3-7008-0015-0. PolenAlfred Znamierowski: Insygnia, symbole i herby polskie. Świat Książki, Warszawa 2003, ISBN 83-7311-601-X. PortugalRoyal Insignia im Museu do Tesouro Real, Palácio Nacional da Ajuda; abgerufen am 2. Juni 2025. RumänienRumänische Kronjuwelen auf der Homepage des Muzeul Național de Istorie a României. RusslandMoscow Kremlin Museums. SchottlandChris Tabraham: The Honours of Scotland. Historic Environment Scotland, Edinburgh 2019. ISBN 978-1-84917-275-2. SchwedenUlla Landergren (Hrsg.): Skattkammaren. Rikets regalier och dyrbarheter. Kungliga Husgerådskammaren, Stockholm 1987, ISBN 91-85726-24-9. Serbien / Jugoslawien Ungarn Vereinigtes KönigreichThe Crown Jewels up close auf der Homepage des Tower of London.

Außereuropäische Staaten Brasilien IranVictor Ben Meen und A. D. Tushingham: Crown jewels of Iran. University of Toronto Press, Toronto 1968. JapanOscar Holland: Japan’s ancient and mysterious royal regalia. CNN vom 21. Oktober 2019; abgerufen am 2. Juni 2025. ThailandH. G. Quaritch Wales: Siamese state ceremonies, their history and function. Curzon Press, Surrey 1992. TongaLiam Fox: Tonga crowns King Tupou VI in lavish public coronation, parties. ABC News vom 4. Juli 2015; abgerufen am 2. Juni 2025.

Literatur Matthias Theodor Kloft: Domschatz und Diözesanmuseum Limburg an der Lahn. Schnell + Steiner, Regensburg 2008, ISBN 978-3-7954-6681-7. Carlrichard Brühl: Kronen- und Königsbrauch im frühen und hohen Mittelalter. In: Historische Zeitschrift 234, 1982, S. 1–31.

Weblinks

Stichwort Regal, Abschnitt Insignien eines Herrschers. In: Deutsches Rechtswörterbuch; abgerufen am 2. Juni 2025.

Anmerkungen

Einzelnachweise

Kategorie:Herrschaftsinsigne Kategorie:Rechtsgeschichte der Frühen Neuzeit Kategorie:Rechtsgeschichte des Mittelalters (Deutschland) Kategorie:Rechtsgeschichte des Mittelalters (Frankreich) Kategorie:Rechtsgeschichte des Mittelalters (England) Kategorie:Rechtsgeschichte der Neuzeit (Deutschland) Kategorie:Rechtsgeschichte der Neuzeit (Frankreich)