Das Audi F1 Team ist das Werksteam der zum Volkswagen-Konzern gehörenden Audi AG in der Formel-1-Weltmeisterschaft und startet in der Saison 2026 als Audi Revolut F1 Team mit eigenen Werksmotoren und den Fahrern Nico Hülkenberg und Gabriel Bortoleto.

Der Rennstall nutzt zu großen Teilen die zum Jahresbeginn 2024 vollständig übernommene Infrastruktur des traditionsreichen Schweizer Unternehmens Sauber Motorsport, das von 1993 bis 2005 sowie noch einmal von 2010 bis 2025 unter diesem Namen an der Formel-1-Weltmeisterschaft teilnahm und Anfang 2024 von Audi vollständig übernommen und in die Konzernstrukturen integriert wurde. Die Tätigkeiten am ehemaligen Sauber-Unternehmenssitz in Hinwil werden durch ein neues Technikzentrum in Bicester in der britischen Grafschaft Oxfordshire und ein neues Motorenwerk in den Räumlichkeiten von Audi Sport im bayerischen Neuburg an der Donau ergänzt.

Entstehungsgeschichte Hintergrund Auto Union AG im Grand-Prix-Zeitalter der 1930er-Jahre links|mini|Auto Union Typ D, der Hermann Paul Müller 1939 den Gewinn der Grand-Prix-Europameisterschaft ermöglichte Die als Vorgänger der Audi AG anzusehende Auto Union AG gehörte in den 1930er-Jahren zu den dominierenden Konstrukteuren von Monoposti in Europa. Bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs feierten die gemeinsam mit der nationalen Konkurrenz von Daimler-Benz in silberner Lackierung antretenden Auto-Union-Typen A bis D ab 1934 große Erfolge und prägten den volkstümlichen Begriff der Silberpfeile mit. In fünf Jahren starteten Auto-Union-Wagen zu insgesamt 26 Grands Prix, von denen acht siegreich beendet werden konnten, sowie bei zahlreichen weiteren internationalen Rennen.

In den Saisons 1936 und 1939 gelang Bernd Rosemeyer bzw. Hermann Paul Müller der Gewinn der Grand-Prix-Europameisterschaft. Auch weitere bekannte Namen der Zeit wie Hans Stuck, Rudolf Hasse, Ernst von Delius, Paul Pietsch sowie die Italiener Tazio Nuvolari, Luigi Fagioli und Achille Varzi starteten für Auto Union. Rosemeyer wurde bei einem Rekordversuch im Herbst 1937 mit einem speziellen Typ D der erste Mensch, der über 400 km/h auf einer normalen Straße fuhr. Ab Ende 1939 verhinderte der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs und die Umwandlung der Auto Union zum Rüstungskonzern weitere Rennteilnahmen; Das Rennwagenprojekt musste in den Hintergrund gerückt und letztendlich eingestellt werden.

Motorsport-Renaissance und große Erfolge links|mini|Audi R8 LMP aus dem Jahr 2000 links|mini|Audi e-tron FE07 in der Formel E, 2021 Als Folge des Zweiten Weltkriegs lagen die Werke der Auto Union AG (bis auf eines in Berlin-Spandau) wie auch der Unternehmenssitz in der sowjetischen Besatzungszone und an eine Wiederaufnahme des Motorsports in der bisherigen Form war überdies nicht zu denken. In die westlichen Besatzungszonen geflohenes Fach- und Führungspersonal gründete 1949 im bayerischen Ingolstadt in Anlehnung an die Auto Union AG die Auto Union GmbH. Die ging nach einigen Jahren im Mehrheitseigentum des ehemaligen Rivalen Daimler-Benz zwischen 1965 und 1969 vollständig an die Volkswagenwerk AG, fusionierte mit den NSU Motorenwerken zur Audi NSU Auto Union AG und benannte sich 1985 schließlich in Audi AG um.

Nach dem Erfolg des Audi quattro bzw. Sport quattro für die Gruppe B der Rallye-Weltmeisterschaft wagte das Unternehmen mit dem Audi 200 quattro in der Trans-Am-Saison 1988 auch den Schritt auf die Rundstrecke und dominierte die durch US-Hersteller geprägte Meisterschaft nach Belieben. Ab 1999 engagierte sich Audi im Langstreckenrennsport und gewann unter der Leitung von Wolfgang Ullrich mit den eigenen Le-Mans-Prototypen von 2000 bis 2014 insgesamt dreizehn Mal den Gesamtsieg beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans sowie achtmal die begleitende American Le Mans Series. Parallel wurde von 2000 bis 2020 ein werksseitig unterstütztes Programm in der DTM vorangetrieben, in der insgesamt 13 Fahrer- und 9 Markenmeisterschaften erreicht werden konnten.

Zur Saison 2014/15 stieg Audi als Titelsponsor des Abt-Teams von Abt Sportsline in die neu gegründete FIA-Formel-E-Meisterschaft ein und übernahm es einige Jahre später vollständig. Für das Programm entstanden in Zusammenarbeit mit der Schaeffler-Gruppe mehrere E-Werksmotoren und 2017/18 gewann Lucas di Grassi den Titel. Zum Saisonende 2020/21 beendete Audi sowohl werksseitig als auch als Titelsponsor sein Engagement und verkaufte das Team an den Vorbesitzer zurück. Der Motor wurde allerdings im Kundenteam Envision Racing ohne Werksunterstützung in der Saison 2021/22 noch ein Jahr lang eingesetzt und Nick Cassidy gelang mit ihm ein letzter Rennsieg. Das letzte Werksengagement vor der Formel 1 war die Rallye Dakar, deren Ausgaben 2022, 2023 und 2024 mit Carlos Sainz senior in der Klasse Auto bestritten und einmal gewonnen wurden. Einer Entscheidung des Vorstands um den damaligen Vorstandsvorsitzenden Markus Duesmann folgend kündigte Audi bereits Mitte 2023 das Ende des Projekts an und gab der Formel 1 alleinige Priorität.

Der Weg in die Formel 1 Nachwuchsformeln und Entschluss zum Einstieg mini|Einheitsmonoposto der Formel Palmer Audi mit Audi-Werksmotor Der erste Schritt der Audi-Markenrückkehr in den Monopostosport war ein 1998 geschlossenes Abkommen über die Lieferung von 1,8-Liter-Vierzylinder-Reihenmotoren mit Turbolader aus der Serienfertigung an die von Jonathan Palmer gegründete Formel Palmer Audi, die sie von Mountune Racing aufbereitet als Antrieb der für die Nachwuchsförderung vorgesehenen Van-Diemen-Rennwagen nutzte. Auch in der von 2009 bis 2012 als Nachfolger ausgetragenen FIA-Formel-2-Meisterschaft kam dieser Motor zum Einsatz. Ab dieser Zeit mehrten sich erstmals die Gerüchte, dass Audi den Einstieg in die Formel 1 plane. Als möglicher Eintrittstermin wurde wiederholt die Saison 2016 genannt und als Werksteam sollte Red Bull Racing übernommen werden. Der Konzern erteilte zu dieser Zeit allerdings trotz durchgeführter Machbarkeitsstudie mit dem ehemaligen Scuderia-Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali keine klare Auskunft und es kam letztendlich durch ein Veto des VW-Aufsichtsratsvorsitzenden Ferdinand Piëch zu keinem Vertragsabschluss.

Im Hinblick auf den ab der Saison 2026 gültigen Regelkatalog, der die Motoren unter anderem durch eine Erhöhung des Anteils der rein elektrischen Motorenleistung auf 50 Prozent sowie durch Wegfall der MGU-H näher an Serienwagen mit Hybridelektroantrieb heranrücken lässt, begann der Volkswagen-Konzern Anfang der 2020er-Jahre erneut offener ein Engagement mit einem seiner Marken als Werksteam und Motor zu prüfen. Zu dieser Zeit verbreitete Falschnachrichten über eine erfolgte Übernahme der McLaren Group durch Audi stellten sich als substanzlos heraus, da sie weiter im Streubesitz und das Formel-1-Team McLaren Racing ein Kunde von Mercedes-Benz blieb. Im konzerninternen Wettbewerb setzte sich 2022 zunächst die Porsche AG durch, die nun selbst in Verhandlungen mit Red Bull Racing getreten war und eine Übernahme von 50 Prozent der Aktien des Rennstalls von der Red Bull GmbH beabsichtigte. Kurz vor der Bekanntgabe der Zusammenarbeit wurde allerdings das Scheitern der Verhandlungen öffentlich und Porsche stellte seine Formel-1-Bemühungen ein. Gleichzeitig verkündete Audi im Rahmen des Großen Preises von Belgien den Eintritt in die Formel-1-Weltmeisterschaft als Motorenhersteller und eigene Pläne zum Aufbau eines Werksteams.

Sauber-Übernahme und Personalwechsel mini|Peter Sauber Audi eignete sich zum 1. Januar 2023 einen Minderheitsanteil an der Schweizer Sauber Holding AG an, zu der der Rennstall Sauber Motorsport gehörte. Das von Peter Sauber gegründete Unternehmen war seit Anfang der 1990er-Jahre in der Formel 1 vertreten und sowohl als Werksteam von BMW als auch im Alleingang, hier meist in technischer Kooperation mit der Scuderia Ferrari, zu einigen Achtungserfolgen gelangt. Ab dem Einstieg begann Audi, beim noch unter fremdem Titelsponsoring als Alfa Romeo Racing erscheinenden Rennstall, Einfluss auf Personal- und Organisationsentscheidungen auszuüben. Ein erster Schritt war die Verpflichtung des McLaren-Teamchefs Andreas Seidl als CEO der Sauber Motorsport AG und der Austritt von Frédéric Vasseur. Die Rolle des Teamchefs ging an Alessandro Alunni Bravi.

Die verbliebenen Teile der Holding wurden Anfang 2024 von Audi erworben; der Konzern war nun Alleineigner der Sauber-Gruppe. Zum Leiter des Formel-1-Projekts wurde anschließend das Audi-Vorstandsmitglied und Vorsitzender der Technik- und Entwicklungsabteilung Oliver Hoffmann bestimmt. Es standen Valtteri Bottas, langjähriges Mitglied des Mercedes AMG F1 Team und Vizeweltmeister von 2019 und 2020, sowie Nachwuchstalent Zhou Guanyu als Fahrer im Team unter Vertrag. Ein schnell entstehender, projektinterner Machtkampf zwischen Seidl und Hoffmann führte allerdings immer wieder zu Unruhe im weiterhin neutral unter der Marke Sauber antretenden Team, zudem kam es entgegen der Erwartungen seit Anfang 2023 zu keiner spürbaren Verbesserung der Leistungen in der Formel 1. Im Juli gab Audi daher bekannt, Mattia Binotto ins Team zu holen und die nun von der Entwicklungsabteilung des Unternehmens ausgekoppelte Rolle des Audi-Rennleiters und Geschäftsführer der ausführenden Sauber Motorsport AG in seiner Person zu vereinen. Sowohl Seidl als auch Hoffmann mussten ihre Posten räumen und den Konzern verlassen. Binotto trat zum 1. August 2024 in das Unternehmen ein und ersetzte zur Saison 2025 Teamchef Alunni Bravi durch Jonathan Wheatley. Zum Jahresende gab Audi seinen neu aufgestellten Fahrerkader offiziell bekannt und verlängerte die Verträge mit Bottas und Zhou nicht. Zudem erwarb die Qatar Investment Authority einen Teil der Sauber Holding AG und brachte so zusätzliches Kapital ein, die Mehrheit der Aktien und die Unternehmensführung liegen aber weiterhin bei Audi.

Debütvorbereitungen und Vorsaisontests mini|Sauber-Ferrari noch ohne Audi-Markennennung in den Übergangssaisons 2024 und 2025 Nach einer letzten Saison als Stake F1 Team KICK Sauber wurde die Sauber Motorsport AG schließlich im Dezember 2025 in Audi Motorsport AG umbenannt und der Name Sauber nach über dreißig Jahren aus der Formel 1 verabschiedet. Bereits im November dieses Jahres hatte Audi in München ein Vorführmodell des Audi R26 für die Saison 2026 präsentiert, das allerdings nur in Grundzügen mit dem echten Fahrzeug identisch war. Am 9. Januar 2026 wurde ein gemäß dem neuen Regelwerk gebauter Audi-Monoposto ohne Sponsorenlogos und rein schwarz lackiert gemeinsam mit dem neuen Motor einem ersten Shakedown auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya unterzogen. Die Ergebnisse in diesem eigentlich rein für Promotionszwecke vorgesehenen Zeitfenster werden in der Regel nicht öffentlich kommuniziert oder kommentiert.

Am 20. Januar 2026 wurde die Rennlackierung des R26 sowie das Team im Kraftwerk Berlin unter Anwesenheit der Stammfahrer sowie leitendem Teampersonal und dem Audi-Vorstandsvorsitzenden Gernot Döllner offiziell präsentiert. Zudem wurde das Ziel verkündet, bis 2030 Meisterschaften in der Formel 1 gewinnen zu wollen. Im Rahmen der offiziellen Formel-1-Testtage in der letzten Januarwoche wurde der Wagen erstmals in Rennkonfiguration wieder auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya eingesetzt. In der zweiten Testwoche, die nun auf dem Bahrain International Circuit stattfand, testete das Team zudem eine komplett neue Konstruktion der Seitenkästen, die sich deutlich vom ursprünglich präsentierten Design des R26, das so auch in Barcelona zum Einsatz kam, unterschied. Es gelang Bortoleto, die sechstschnellste Rundenzeit zu erzielen, allerdings sind die Rundenzeiten auch hier bedingt der Testsituation und unterschiedlichem Vorgehen der Teams nur bedingt repräsentativ.

Audi in der Formel 1 2026: Markendebüt in der Königsklasse mini|R26-Vorführmodell mit deutlichen Unterschieden in der Konstruktion zum echten R26 links|mini|275x275px|Teamchef Jonathan Wheatley verließ Audi im März 2026 bereits nach wenigen Rennen wieder