mini|300px|Dillingen an der Donau von oben

Dillingen an der Donau (amtlich: Dillingen a.d.Donau) ist eine Große Kreisstadt und der Verwaltungssitz des gleichnamigen Landkreises im bayerischen Regierungsbezirk Schwaben. Zusammen mit Lauingen bildet es ein Doppel-Oberzentrum.

Geographie Lage Dillingen liegt in Nordschwaben, am Nordufer der Donau im Donauried. Die Grenze zu Baden-Württemberg verläuft etwa 15 km von Dillingen entfernt. Augsburg als nächstgelegenes Oberzentrum ist rund 50 km entfernt.

Dillingen grenzt (von Westen im Uhrzeigersinn) an Lauingen (Donau), Wittislingen, Mödingen, Finningen, Höchstädt an der Donau, Binswangen, Zusamaltheim, Villenbach und Holzheim.

Gemeindegliederung Es gibt 12 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):

Klima

Geschichte Vor- und Frühgeschichte mini|Dillingen an der Donau von Nordwesten mini|Schloss Dillingen mini|Königsstraße in Dillingen mini|Ehem. Universität in Dillingen an der Donau Das Stadtgebiet von Dillingen an der Donau sowie das direkt umliegende Umland weisen eine hohe Dichte an vor- und frühgeschichtlichen Funden auf, die eine kontinuierliche Besiedlung seit der Steinzeit belegen.Norbert Nieszery, Günther Krahe: Vorgeschichtliche Siedlungsspuren sowie Gräberfelder der Bandkeramik und der Merowingerzeit bei Steinheim, Stadt Dillingen a. d. Donau, Landkreis Dillingen a. d. Donau, Schwaben. In: Das archäologische Jahr in Bayern 1987, 1988.

Das linearbandkeramische Gräberfeld von Dillingen-Steinheim (Gemarkung Steinheim, Landkreis Dillingen an der Donau) ist ein bedeutender archäologischer Bestattungsplatz der frühneolithischen Linearbandkeramischen Kultur (ca. 5500–4900 v. Chr.) in Schwaben, Bayern. Die Nekropole in der Flur „Wickenpoint“ wurde im Zuge von Baumaßnahmen entdeckt und in den 1990er Jahren wissenschaftlich dokumentiert. Neben der für die Epoche typischen Hockerbestattung in Ost-West-Ausrichtung weist der Fundplatz auch Brandgräber sowie Mehrfachbelegungen auf. Aufgrund der direkten Überlagerung durch Siedlungsspuren und ein späteres frühmittelalterliches Reihengräberfeld gilt die Fundstelle als wichtiger Referenzpunkt für die kontinuierliche Besiedlungsgeschichte des bayerischen Donauraums.Alexander Häusler: Zur arealen Gliederung von Gräberfeldern. In: Jahresschrift für mitteldeutsche Vorgeschichte 97, 2019, S. 102, Abb. 14. Die Abbildung zeigt die Gräber von Dillingen-Steinheim, Landkreis Dillingen a. d. Donau.

Besonders bedeutsam sind die archäologischen Spuren aus der Bronze-, Hallstatt- und La-Tène-Zeit, die die lange Siedlungskontinuität und die herausragende kulturgeschichtliche Bedeutung der Region belegen. Zu den wichtigsten Funden zählt der bereits 1834 bei Unterglauheim entdeckte Depotfund mit den berühmten Goldbechern aus der späten Bronzezeit, der als außergewöhnliches Zeugnis überregionaler Kontakte und handwerklicher Meisterschaft gilt (Stadtarchäologie Augsburg).Sigrid Wirth: Die Goldbecher von Unterglauheim. In: Thomas Springer (Hrsg.): Gold und Kult der Bronzezeit. Nürnberg 2003, S. 132–141, 5 Abb. Aus der Hallstattzeit stammt das Goldhalsringfragment aus der Umgebung von Höchstädt, das auf die Präsenz einer gesellschaftlichen Oberschicht beziehungsweise einer keltischen Elite hinweist.Stephanie Zintl, Markus Ullrich: Besonderer „Erbfund“: ein hallstattzeitliches Goldhalsringfragment aus der Gegend von Höchstädt a.d. Donau, Landkreis Dillingen a.d. Donau, Schwaben. In: Das archäologische Jahr in Bayern 2020, S. 78–81. Ergänzt wird dieses Fundspektrum durch den 1985 im nahegelegenen Mörslingen entdeckten stiergeschmückten Feuerbock, einen seltenen eisenzeitlichen Herdaufsatz mit kultischer Symbolik, der zu den bedeutendsten archäologischen Zeugnissen der Region zählt (archäologische Staatssammlung München).

Zudem befinden sich im Dillinger Stadtteil Kicklingen umfangreiche hallstattzeitliche Hügelgräberfelder sowie historische Spuren von Raseneisenerzgruben. Im nahegelegenen Faimingen entwickelte sich aus einer spätkeltischen Siedlung später der römische Vicus Phoebiana.Paul Reinecke: Ein späthallstättischer Grabfund von Kicklingen im Donauried. In: Jahresbericht des Historischen Vereins Dillingen, Dillingen a. d. Donau.

Die Funde, die von der Steinzeit über die Bronze- und Eisenzeit bis hin zur römischen Kaiserzeit und der alemannischen Landnahme reichen, sind zu einem großen Teil im Stadt- und Hochstiftmuseum DillingenHistorischer Verein Dillingen: Museum. Das Stadt- und Hochstiftmuseum besitzt umfangreiche vor- und frühgeschichtliche Sammlungen, die insbesondere auf archäologische Ausgrabungen des Historischen Vereins im Landkreis Dillingen zurückgehen. sowie in regionalen archäologischen Sammlungen dokumentiert (Heimatmuseum Wertingen).Stadt Wertingen: Heimatmuseum der Stadt Wertingen. Sammlung zur Vor- und Frühgeschichte des Wertinger Raumes mit Funden ab der Jungsteinzeit sowie zur Stadtgeschichte, Landwirtschaft, Wohnkultur, sakraler Kunst und weiteren Bereichen.

Die Ursprünge der Stadt Dillingen lassen sich bis auf eine alemannische Siedlung zurückverfolgen.

Mittelalter und Frühneuzeit Aus Wittislingen kommend, ließen sich die späteren Grafen von Dillingen im 10. Jahrhundert im Donautal nieder, wobei deren 1220 erstmals erwähnte Burg Dillingen zum Zentrum der heutigen Kreisstadt Dillingen wurde. 973 erstmals urkundlich erwähnt, fiel Dillingen 1258 als Schenkung an das Hochstift Augsburg, das seit 1500 zum Schwäbischen Reichskreis gehörte. Es war spätestens seit dem 15. Jahrhundert bis zur Säkularisation 1803 Residenzstadt der Bischöfe von Augsburg, die nach generationenlangen Auseinandersetzungen mit der nach Selbstverwaltung strebenden Reichsstadt Augsburg, im Machtkampf vor allem mit dem reichen Augsburger Patriziat, nach Dillingen ausgewichen waren. Die Fürstbischöfe von Augsburg, vor allem die beiden Kardinäle unter ihnen, förderten als Stadtherren das Wachstum der Stadt.

Der Kardinal Peter von Schaumberg baute die Dillinger Burg zum spätgotischen Burgschloss um und richtete in ihr die Regierung des Hochstifts ein. Der Kardinal Otto Truchseß von Waldburg gründete 1549/1551 die Universität Dillingen und holte dazu Sebald Mayer als ersten Buchdrucker in die neue Universitätsstadt (Sebald Mayers Sohn Johann übernahm dann ab 1576 diese akademische Druckerei).Otto Bucher: Bibliographie der Druckwerke des Dillinger Buchdruckers Ignaz Mayer (1654–1668). In: Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel – Frankfurter Ausgabe. Nr. 89, 5. November 1968 (= Archiv für Geschichte des Buchwesens. Band 62), S. 2888–2912, hier: S. 2888. Die Universität mit theologischem Schwerpunkt wurde 1563 den Jesuiten übergeben und erlangte als erste voll ausgeprägte Jesuiten-Universität auf dem Boden des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation überregionale Bedeutung.

Während der Hexenverfolgungen von 1574 bis 1745 wurden in Dillingen 65 Personen angeklagt,Namen der Opfer der Hexenprozesse/Hexenverfolgung Dillingen (PDF; 84 kB; abgerufen am 27. April 2016) von denen die meisten Angeklagten den Hexenprozess nicht überlebten.Harald Siebenmorgen: Hexen und Hexenverfolgung im deutschen Südwesten. Cantz Verlag, Ostfildern 1994, Band II, S. 309ff.Wolfgang Behringer: Hexenverfolgung in Bayern: Volksmagie, Glaubenseifer, und Staatsräson in der Frühen Neuzeit. Studienausgabe, R. Oldenbourg Verlag GmbH, München 1988. 1587 wurde Walpurga Hausmännin bei lebendigem Leib auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Das letzte Opfer der Hexenprozesse 1745 war Barbara Zielhauser. An ihr Schicksal erinnert eine Gedenktafel des Rotary-Clubs, die am 12. Dezember 1994 im Dillinger Schlosshof gegen den Widerstand des Bischöflichen Ordinariats enthüllt wurde.Gedenktafel im Dillinger Schlosshof für die Opfer der Hexenprozesse

Moderne In den Jahren 1802 und 1803 kam die Stadt zu Bayern. Die Universität wurde in ein Lyzeum zur Ausbildung katholischer Theologen umgewandelt, aus dem wiederum 1923 die Philosophisch-Theologische Hochschule Dillingen entstand. 1862 wurde das Bezirksamt Dillingen an der Donau gegründet.

Im Gegensatz zu der Nachbarstadt LauingenEintrag zu Lauingen im "Atlas des Wiederaufbaus" in der "Bavariathek" Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte., blieb Dillingen von alliierten Bombardements verschont. Selbst die Donaubrücke blieb unversehrt.Eintragung zur Stadtgeschichte auf der Website der Stadt Dillingen.

Am 1. Juli 1972 entstand der Landkreis Dillingen an der Donau in seiner heutigen Form, einschließlich der bis dahin kreisfreien Stadt Dillingen, die zur Großen Kreisstadt wurde. Zeitgleich wurde die ursprünglich selbständige Gemeinde Hausen eingegliedert.

Eingemeindungen EhemaligeGemeinde FlächehaAmtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961, München, 1964, Sp. 923. Einwohner(27. Mai 1970) Eingemeindungs-datum Dillingen 1839,95 11.547 Donaualtheim 717,21 911 01.05.1978 Fristingen 1297,76 700 01.05.1978 Hausen 469,36 540 01.07.1972 Kicklingen 1472,49 683 01.05.1978 Schretzheim 362,21 1.144 01.05.1978 Steinheim 1404,50 1.102 01.05.1978 Summe 7563,48 16.627

mini|hochkant=1.25|Einwohnerentwicklung von Dillingen an der Donau von 1840 bis 2017 Einwohnerentwicklung Dillingen an der Donau wuchs von 1988 bis 2008 um 2.514 Einwohner bzw. um ca. 16 %. Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Stadt von 15.827 auf 18.978 um 3.151 Einwohner bzw. um 19,9 %. Die Einwohnerzahlen ab 1840 beziehen sich auf die heutige Gemeindefläche (Stand: 1978). Bevölkerungsentwicklung Jahr 1840 1900 1939 1950 1961 1970 1987 1988 1991 Einwohner 7.196 9.669 10.388 14.099 15.610 16.627 15.803 15.827 16.822 Jahr 1995 2000 2005 2010 2015 2017 2020 2023 Einwohner 17.630 18.264 18.678 18.215 18.547 18.699 19.314 20.070

Politik Stadtrat Der Stadtrat hat 24 Mitglieder. Die Kommunalwahl am 8. März 2026 ergab folgende Stimmenanteile und die daraus folgende Sitzverteilung im Stadtrat (mit Vergleichszahlen der beiden vorigen Wahlen):Wahl des Stadtrats 8. März 2026, Stadt Dillingen a.d.Donau, Endergebnis, abgerufen am 27. Mai 2026 mini|Der Stadtsaal – zentraler Veranstaltungsort Dillingens

Partei/Liste202620202014%Sitze%Sitze%SitzeCSU 28,1733,8834,58AfD10,122,81––Freie Wähler7,328,027,62Bürgergemeinschaft Hausen7,926,627,72Schretzheimer Liste7,827,028,62GRÜNE7,227,724,81Wählergemeinschaft Steinheim6,827,328,82Wählerschaft Fristingen6,116,016,92Wählervereinigung Kicklingen5,615,716,32JU4,613,21 –Allgemeine Wählerliste Donaualtheim4,514,514,61SPD4,116,1110,22FDP – –1,50 – – Gesamt 100 % 24 100 % 24 100 % 24Wahlbeteiligung54,3 %51,2 %49,3 %

Oberbürgermeister Oberbürgermeister ist seit Mai 2008 Frank Kunz (CSU). Der 1972 geborene Kunz wurde im März 2014 mit 96,6 % der Stimmen wiedergewählt und am 15. März 2020 mit 84,8 % für weitere sechs Jahre im Amt bestätigt. Bei der Kommunalwahl 2026 wurde er mit 95,3 % der gültigen Stimmen erneut im Amt bestätigt.http://www.dillingen.org/wahl2026/OB/ Oberbürgermeisterwahl 8. März 2026, Stadt Dillingen a.d.Donau, Endergebnis Sein Vorgänger war Hans-Jürgen Weigl.

Partnerstädte und Patenschaften Städtepartnerschaften Brand-Erbisdorf, Deutschland Bondeno (Ferrara), Italien Naas (Kildare), Irland

Patenschaften 1988 wurde die Patenschaft für die vertriebenen Deutschen aus der Stadt Hostau im Böhmerwald übernommen. 1998 wurde eine Patenschaft mit dem U-Bootausbildungszentrum der Deutschen Marine in Eckernförde geschlossen.

Hoheitszeichen Die Stadt führt eine Flagge und ein Wappen.

Wappen

Flagge Die Farben der quer gestreiften Flagge sind (von oben nach unten) Gelb (Gold) – Weiß (Silber) – Blau.kommunalflaggen.de

Kultur und Kulturdenkmäler Veranstaltungen Im Jahr 2007 wurden die Dillinger Basilikakonzerte ins Leben gerufen. Seitdem finden jährlich drei Konzertzyklen mit verschiedenen Veranstaltungen in der Basilika St. Peter statt.

Alle zwei Jahre im Herbst finden die Dillinger Kulturtage statt.

Kulturdenkmäler