Leichtathletik-Länderkämpfemit bundesdeutscher Beteiligung 1986 zentriert|100px 1./2./3./4. Länderkampf 1986, Werfer (Männer): – / – 19. Mai 1986 1. A2. 24 P20 P 1. 2. B 26 P18 P 1. A2. 30 P13 P 1. B2. 27 P16 P 5./6. Länderkampf 1986, Werfer (Frauen): – / – 19. Mai 1986 1. 2. 19 P14 P 1. 2. 44 P19 P 7. Länderkampf 1986, Zehnkampf (Männer): – Filderstadt-Bernhausen14./15. Juni 1986 1. 2. 31.762 P30.587 P 8. Länderkampf 1986, Siebenkampf (Frauen): – Filderstadt-Bernhausen14./15. Juni 1986 1. 2. 24.592 P22.454 P 9./10. Länderkampf 1986, Frauen: – / – 19. Juni 1986 1. 2. 79 P78 P 1. 2. 90 P67 P 11./12. Länderkampf 1986, Männer: – / – 19./20. Juni 1986 1. 2. 115 P106 P 1. 2. 133 P87 P 13. Länderkampf 1986, Straßenlauf (Männer): – – – 2. August 1986 1. 2. 3. 4. 6:26:31 h6:26:52 h6:34:22 h6:38:51 h 14. Länderkampf 1986, Straßenlauf (Frauen): – – – 2. August 1986 1. 2. 3. 4. 4:31:00 h4:34:18 h4:40:22 h4:44:16 h 15. Länderkampf 1986, Männer U22: – – – 3. August 1986 1. 2. 3. 4. 214 P168 P155 P116 P 16. Länderkampf 1986, Frauen U22: – – – 3. August 1986 1. 2. 3. 4. 137 P134 P116 P88 P 17. Länderkampf 1986, Männer: – 14. August 1986 1. 2. 126 P86 P 18. Länderkampf 1986, Geher (Frauen): – – – 13. September 1986 1. 2. 3. 4. 28 P25 P20 P6 P 19. Länderkampf 1986, Geher (Männer): – – – 14. September 1986 1. 2. 3. 4. 58 P47 P41 P6 P Chronik ← Länderkämpfe 1985 Länderkämpfe 1987 →
Im Jahr 1986 wurden neunzehn Leichtathletikländerkämpfe mit bundesdeutscher Beteiligung in dreizehn Veranstaltungen ausgetragen. Das war ein Vergleich mehr als im Vorjahr. Die größte Anzahl von 27 Begegnungen hatte es 1974 gegeben.
Nicht berücksichtigt sind Veranstaltungen wie der sogenannte „Lugano-Cup“, ein Weltcup der Geher unter dem Dach des Weltleichtathletikverbands (früher: IAAF)World Athletics Race-Walking Team Championship, Past Editions, worldathletics.org (englisch), abgerufen am 31. Mai 2025, der ab 1965 unter Regie des Europäischen Leichtathletikverbands durchgeführte Leichtathletik-EuropacupEUROPEAN CUP A FINAL AND SUPER LEAGUE (MEN), gbrathletics.com (englisch), abgerufen am 31. Mai 2025EUROPEAN CUP A FINAL AND SUPER LEAGUE (WOMEN), gbrathletics.com (englisch), abgerufen am 31. Mai 2025 sowie ähnliche Events. Hier handelt es sich um Veranstaltungen, die als eigene Wettbewerbe ähnlich wie auch der Leichtathletik-Continentalcup (ab 1986)IAAF WORLD CUP IN ATHLETICS, gbrathletics.com (englisch), abgerufen am 31. Mai 2025 und der Geher-Europacup (ab 1996) außerhalb der üblichen Länderkämpfe durchgeführt wurden.
Aufgeführt sind hier die Länderkämpfe bundesdeutscher Leichtathleten. Die Sportler der DDR führten nach der deutschen Teilung im Jahr 1949 eigene Veranstaltungen durch.
Nur noch fünf der Vergleiche in dieser Saison bestanden aus dem allgemeinen leichtathletischen Programm. Die Tendenz im Länderkampfprogramm ging dahin, mehr und mehr Vergleiche in Teilbereichen der Leichtathletik auszutragen, was hier in zwölf Fällen zutraf, denn zwei der verbliebenen vierzehn Begegnungen waren allgemeine Länderkämpfe, jedoch speziell für die Altersgruppe der unter 22-jährigen Athleten. In den anderen zwölf Begegnungen standen die Wettbewerbsbereiche Werfen (6 Vergleiche), Mehrkampf (2), Gehen (2), Straßenlauf (2) auf dem Programm. Die Männer bestritten elf, die Frauen acht Vergleiche.
Von den Frauenbegegnungen fanden je zwei als Veranstaltungen allgemeiner leichtathletischer Disziplinen und im Werfen statt. Je eine gab es für den Altersbereich U22, im Gehen, Straßenlauf und Siebenkampf.
Drei der Männerbegegnungen waren Wettkämpfe mit den allgemeinen leichtathletischen Disziplinen. Vier Länderkämpfe wurden von den Werfern bestritten sowie je einer von U22-Sportlern, den Gehern, den Straßenläufern und Zehnkämpfern.
Saisonhöhepunkt In diesem Jahr lag der Fokus auf den Europameisterschaften im eigenen Land. Die Veranstaltung wurde vom 26. bis zum 31. August 1986 in Stuttgart ausgetragen. Trotz großen Publikumsinteresses blieben die Erfolge des bundesdeutschen Teams in einem überschaubaren Rahmen. Mit zwei Europameistertiteln, vier Silber- und fünf Bronzemedaillen landete die Bundesrepublik im Medaillenspiegel auf dem sechsten Platz hinter den überlegenen Mannschaften aus der Sowjetunion (elf Gold- / 25 weitere Medaillen) und der DDR (11 Gold/18 weitere). Dahinter folgten Großbritannien (8G/7w), Bulgarien (3G/5w) und als Fünfter Italien (2G/8w). Bei den Europameisterschaften vier Jahre zuvor hatte die Bundesrepublik noch acht Gold- und fünf weitere Medaillen errungen. Der Abwärtstrend vor allem im Frauenteam (in Stuttgart nur zwei Silbermedaillen) war unverkennbar und zeigte sich auch in den Länderkämpfen (siehe unten).
Jahresbilanz In der Saison 1986 gab es für die bundesdeutschen Männer in ihren elf Länderkämpfen mit fünf Niederlagen dieselbe Anzahl verlorener Vergleiche wie im Vorjahr und drei weniger als 1974, dem Jahr mit den meisten Niederlagen: Werfer-Vergleich der bundesdeutschen Zweitauswahl gegen Finnland am 19. Mai in Rehlingen-Siersburg Zehnkampf-Vergleich gegen die Sowjetunion am 14./15. Juni in Filderstadt-Bernhausen Straßenlauf-Vergleich gegen Frankreich, die Niederlande und die Schweiz am 2. August in Hamburg (Platz zwei hinter Frankreich) Ländervergleich gegen Italien am 14. August in Cesenatico Geher-Vergleich gegen Frankreich, die Schweiz und die Tschechoslowakei am 14. September in Eschborn Die sechs weiteren Männerbegegnungen entschieden die bundesdeutschen Athleten für sich. Die Siege resultierten aus drei Vergleichen der Werfer, zwei Begegnungen mit dem allgemeinen leichtathletischen Programm sowie dem Länderkampf der U22-Athleten. Damit wiesen die Männer erstmals seit 1983 wieder eine positive Bilanz auf. In den beiden Vorjahren hatte es jeweils ausgeglichene Bilanzen gegeben. Negative Bilanzen waren in der Länderkampfgeschichte seit 1921 mit den Jahren 1976, 1977, 1979, 1980 und 1982 erst fünf Mal vorgekommen.
Die Frauen mussten in ihren acht Länderkämpfen vier Niederlagen hinnehmen, das war bei der gleichen Anzahl von Vergleichen eine weniger als im Vorjahr. Folgende Länderkämpfe der Frauen gingen verloren: Siebenkampf-Vergleich gegen die Sowjetunion am 14./15. Juni in Filderstadt-Bernhausen Ländervergleich gegen Italien am 19. Juni in Verona Straßenlauf-Vergleich gegen Frankreich, die Niederlande und die Schweiz am 2. August in Hamburg (Platz vier hinter Frankreich, der Schweiz und der Tschechoslowakei) Geher-Vergleich gegen Frankreich, die Schweiz und die Tschechoslowakei am 13. September in Eschborn (Platz drei hinter der Tschechoslowakei und Frankreich) Die vier weiteren Frauenbegegnungen entschieden die bundesdeutschen Athletinnen für sich. Der Siege resultierten aus zwei Länderkämpfen der Werferinnen einem der Straßenläuferinnen und einem der Athletinnen in einer allgemeinen Begegnung. Die Bilanz war bei vier Niederlagen und vier Siegen ausgeglichen und erstmals seit 1980 nicht negativ.
Zur Gesamtbilanz finden sich detaillierte Angaben im Abschnitt „Statistik“ unten.
Bedeutung der Länderkämpfe in der Leichtathletik Der Stellenwert von Länderkämpfen war in den letzten Jahren erheblich gesunken, daran hatte sich auch 1986 nichts geändert. Die Konkurrenz anderer Veranstaltungen war groß und sollte weiter wachsen. In den vergangenen Jahren waren neue Wettkampfformen hinzugekommen wie der oben schon genannte Europacup und der Weltcup (später Continentalcup). Außerdem gab es Europa- und Weltcupveranstaltungen für Teildisziplinen der Leichtathletik wie dem Gehen (Lugano-Cup) und dem Mehrkampf, die mehr Aufmerksamkeit auf sich zogen als die früher hoch im Kurs stehenden Länderkämpfe. Die Bedeutung einzelner Sportfeste, die für die Sportler im Hinblick auf Prämien für den Antritt, für Siege und für Rekorde immer lukrativer wurden, nahm sukzessive zu. Hier sind unter anderem Events wie Weltklasse Zürich, ISTAF Berlin, ASV-Sportfest Köln oder Sportfeste in Stockholm, Oslo, Monaco, … zu nennen, die später als IAAF Super Grand Prix, IAAF Golden League und Diamond League noch erheblich bedeutsamer wurden.
So wurden in den 1950er, 1960er und beginnenden 1970er Jahren Länderkämpfe noch teilweise als Live-Sendung im Fernsehen übertragen, was danach nicht mehr der Fall war, weil die Aufmerksamkeit in der Leichtathletik auf andere oben genannte Bereiche überging. Die Gewichtung sollte sich in den kommenden Jahren noch viel mehr auf Veranstaltungen verschieben, in denen der Fokus stärker auf die Einzelsportler und Staffeln gerichtet war. Länderkämpfe und Ländervergleiche auch in Form von Europacup und Weltcup spielten dabei abgesehen von der Beachtung durch ein Fachpublikum eine in den kommenden Jahren zunehmend untergeordnete Rolle. Neben bestimmten klassischen Sportfesten mit hohen Prämien ragten dabei vor allem die Wettbewerbe bei Olympischen Spielen, Europameisterschaften und ab 1983 bei Weltmeisterschaften heraus.
Die Anzahl der Länderkämpfe blieb allerdings weiter auf dem hohen Level der Jahre, in denen diese Vergleiche eine große Rolle spielten. Die Verbände suchten allerdings andere Formen, vor allem mittels Veranstaltungen mit eingeschränkten Teilbereichen. Häufig kam es zu einer Besetzung der Wettbewerbe durch Teilnehmer aus der zweiten Reihe. Einerseits sollten die Toppathleten nicht überbelastet werden, andererseits hatten die Sportler aus dem Spitzenbereich auch kein Interesse an diesen Wettkämpfen, in denen es keine finanziellen Anreize gab und die auf kein allzu großes Öffentlichkeitsinteresse stießen.
Verschiedene Formen von Länderkämpfen Es gab weiterhin eine Reihe verschiedener Arten von Länderkämpfen: Vergleiche mit einer Mischung von Disziplinen aus dem allgemeinen leichtathletischen ProgrammJede Nation war in der Regel mit zwei Athleten je Disziplin vertreten. Bei den Männern waren hier zwanzig Wettbewerbe zum Standard geworden. Allerdings wurden die beiden Langstrecken über 5000 und 10.000 Meter inzwischen verkürzt als Rennen über 3000 und 5000 Meter durchgeführt. Aus dem olympischen Wettbewerbskatalog fehlten demnach in der Regel nur der 10.000-Meter-Lauf, der Marathonlauf, die beiden Gehwettbewerbe und der Zehnkampf.Der Länderkampfdisziplinkatalog bei den Frauen hatte bis 1968 standardmäßig aus elf Disziplinen bestanden und war mit den damals bei Olympischen Spielen angebotenen Frauenwettbewerben identisch. Von 1969 an gab es hier Veränderungen: Mit dem 1500-Meter-Lauf sowie der 4-mal-400-Meter-Staffel wurden zwei neue Wettbewerbe, die bei den Europameisterschaften 1969 in das Programm aufgenommen worden waren, mit in den Katalog der Frauenländerkämpfe integriert. Damit erhöhte sich die Zahl der Disziplinen auf dreizehn. Neu hinzu kamen nun immer häufiger auch Rennen über 3000 Meter und 400 Meter Hürden, zwei Laufdiszipziplinen, die im Vorjahr olympisch geworden waren. In Angleichung an das Männerprogramm wurde der 3000-Meter-Lauf 1996 durch den 5000-Meter-Lauf abgelöst.In seltenen Fällen gab es in Länderkämpfen sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern Abweichungen vom Standard in Form von Hinzunahme oder Weglassen einzelner Disziplinen. Vergleiche im Mehrkampf – bei den Frauen im Siebenkampf, bei den Männern im ZehnkampfDie Zahl der Vertreter je Land war dabei nicht standardisiert. In der Regel wurden von den gestarteten Teilnehmern nicht alle gewertet. Bei vier Vertretern je Disziplin beispielsweise wurden meist die drei Besten gewertet.