Die kapverdisch-luxemburgischen Beziehungen umfassen die bilateralen Beziehungen zwischen der westafrikanischen Inselrepublik Kap Verde und dem europäischen Großherzogtum Luxemburg. Sie unterhalten seit 1975 direkte diplomatische Beziehungen.

Ihr Verhältnis gilt als freundschaftlich und gut. Es wird von der luxemburgischen Entwicklungszusammenarbeit in Kap Verde und der kapverdischen Diaspora in Luxemburg geprägt. Kap Verde gehört zu den wichtigsten Zielländern der luxemburgischen Entwicklungshilfe, die besonders in den Bereichen Sanitär- und Wasserversorgung, Berufsbildung, Gesundheitsversorgung und Erneuerbare Energien tätig ist.Apropos Entwicklungshilfe, Broschüre der luxemburgischen Regierung von 2003, PDF-Abruf vom 20. Mai 2025Regions of intervention: Cabo Verde, Website der luxemburgischen Agentur für Entwicklungszusammenarbeit, abgerufen am 20. Mai 2025 Und im Fahrwasser der traditionsreichen guten luxemburgisch-portugiesischen Beziehungen, mit Portugiesen als größter ausländischer Bevölkerungsgruppe in Luxemburg, entstand seit den 1980er und 1990er Jahren auch eine kapverdische Gemeinde in Luxemburg. 2015 belief sie sich auf 2.883 Personen kapverdischer Staatsangehörigkeit.Luxemburgs Zuwandererbevölkerung heute, Artikel vom 7. Juli 2015 der Bundeszentrale für politische Bildung, abgerufen am 10. Mai 2025 Zudem ist Kap Verde bei luxemburgischen Touristen als Reiseziel bekannt.

Von besonderer politischer Bedeutung ist die Zusammenarbeit der Kapverden mit der EU. Daneben gehören sie beide einigen internationalen Institutionen an, darunter die Welthandelsorganisation und die Vereinten Nationen (UN) mit ihren UN-Sonderorganisationen, zudem hat Luxemburg seit 2018 Beobachterstatus in der Gemeinschaft der Portugiesischsprachigen Länder (CPLP), deren Gründungsmitglied Kap Verde ist.

Geschichte Die unbewohnten kapverdischen Inseln wurden nach ihrer Entdeckung und Inbesitznahme 1456 portugiesische Kolonie. Bis zu ihrer Unabhängigkeit 1975, nach der portugiesischen Nelkenrevolution 1974, bestimmten die luxemburgisch-portugiesischen Beziehungen ihr Verhältnis.

Mit der portugiesischen Migration nach Luxemburg kamen auch Menschen aus Kap Verde in das Großherzogtum, insbesondere seit den 1980er Jahren bilden sie eine nennenswerte Bevölkerungsgruppe. mini|hochkant|Das Büro der luxemburgischen Entwicklungszusammenarbeit in Praia. Nach ersten Sondierungen für Kooperationen Ende der 1980er Jahre gingen beide Staaten eine Reihe Verträge ein, mit dem Kooperationsabkommen von 1993 als wichtigstem bilateralen Vertragswerk (2007 erneuert). Seit 1999 halten beide Staaten, abwechselnd im jeweils anderen Land, Treffen ihrer eingerichteten Partnerschaftskommission ab, seit 2001 auch wiederkehrend von kulturellen Veranstaltungen begleitet. Dabei steigerte die luxemburgische Entwicklungszusammenarbeit, angesichts der reibungslosen Zusammenarbeit und der Erfolge, wiederholt ihr Budget und ihre Betätigungsfelder. Dem ersten Programa Indicativo de Cooperação (portugiesisch für: „Wegweisung des Kooperations-Programms“, PIC) 2002–2005 folgten danach weitere (PIC II: 2006–2010, PIC III: 2011–2015, PIC IV: 2016–2020, PIC V: 2021–2025, PIC VI: 2026–2030). Mit dem vierten PIC (2016–2020) erreichte das Budget eine Höhe von rund 50 Mio. Euro.Relações Cabo Verde Luxemburgo - „Kapverdisch-luxemburgische Beziehungen“, Website der kapverdischen Botschaft in Luxemburg, abgerufen am 4. Juni 2026Relations Cabo Verde - Luxembourg, Webseite der luxemburgischen Botschaft in Kap Verde, abgerufen am 4. Juni 2026

Gegenseitige Staatsbesuch erfolgen regelmäßig und bekräftigen die gemeinsamen Ansichten, Werte und Ziele. Zuletzt kam Luxemburgs Außenminister und ehemaliger Regierungschef Xavier Bettel im Februar 2026 zu einem mehrtägigen Besuch nach Kap Verde. Mit seinem kapverdischen Amtskollegen José Luís Livramento unterzeichnete er in Mindelo das aktuelle Kooperationsprogramm (PIC VI: 2026–2030) und hob dabei die gelungene Integration der kapverdischen Einwanderer in Luxemburg hervor. Er habe selbst kapverdische Mitarbeiter in seinem Stab. Die beiden Außenminister unternahmen auch einen ausgedehnten Spaziergang durch Mindelo und bekräftigten die Verlässlichkeit ihrer Beziehungen in einer immer unverlässlicheren Welt.Cabo Verde e Luxemburgo reforçam cooperação com foco em cinco eixos estratégicos - „Kap Verde und Luxemburg verstärken Zusammenarbeit mit dem Fokus auf fünf strategische Achsen“, Artikel vom 11. Februar 2026 der kapverdischen Zeitung Expresso das Ilhas, abgerufen am 4. Juni 2026

Diplomatie mini|hochkant|Die luxemburgische Botschaft in einem Wohnhaus in Praia. Kap Verde unterhält eine Botschaft in der Stadt Luxemburg. 1999 zunächst als kleine diplomatische Vertretung seiner Botschaft in Brüssel eröffnet, wurde sie 2015 zur vollen Botschaft erhoben.

Luxemburg führt seit 2007 eine Botschaft in der kapverdischen Hauptstadt Praia.

Gegenseitige Konsulate darüber hinaus haben sie nicht eingerichtet.

Kultur Im Rahmen der jährlichen, wechselseitig stattfindenden Treffen ihrer bilateralen Kooperationskommission finden seit 2001 auch begleitende Kulturveranstaltungen statt. Die kapverdische Gemeinde in Luxemburg nahm das Kulturangebot der kapverdischen Kulturwoche während des dritten Kommissionstreffens 2001 dort mit besonders großem Interesse wahr.

Im Rahmen einiger gemeinsamen Produktionen des Portugiesischen Kinos und des Luxemburgischen Films entstanden auch einige der in Kap Verde gedrehten Filme. Beispiele sind der international prämierte Nha Fala – Meine Stimme (2002) oder die belgisch-luxemburgisch-portugiesische Produktion Black Dju Dibonga (1996), bei der auch die legendäre kapverdische Sängerin Cesária Évora mitwirkte.

Sport mini|hochkant|Luxemburgs Nationalspieler Yvandro Borges Sanches, hier im Trikot des niederländischen Klubs Heracles Almelo (2025), ist kapverdischer Abstammung. Männer Die Kapverdische und die Luxemburgische Fußballnationalmannschaft der Männer trafen bisher viermal aufeinander, mit einem kapverdischen Sieg und drei Unentschieden (Stand Mai 2026). Erstmals trafen sie am 20. November 2002 im luxemburgischen Hesperingen aufeinander, das Freundschaftsspiel endete 0:0 unentschieden.

Fußballspieler aus der kapverdischstämmigen Gemeinde, oft mit luxemburgischer Staatsangehörigkeit, treten auch für luxemburgische Klubs und häufig auch für die Nationalmannschaft Luxemburgs an, etwa die in Luxemburg geborenen Clayton De Sousa Moreira, Claudio da Luz und Yvandro Borges Sanches, ebenso Enzo Duarte, dessen Vater ebenfalls Fußballspieler (Torwart) in Luxemburg ist und zu seiner Hochzeit 147 Spiele für mehrere Erstligisten absolvierte. Auch Fabio Domingos, der seit 2025 beim französischen Topklub Paris Saint-Germain unter Vertrag steht, wurde in Luxemburg geboren und spielte bis 2025 in Jugend-Nationalmannschaften Luxemburgs, um seit 2026 für die kapverdische Auswahl anzutreten.

Frauen Die kapverdische und die luxemburgische Frauennationalmannschaft traten bisher einmal aufeinander (Stand Mai 2026), das Freundschaftsspiel am 19. Juni 2022 im luxemburgischen Bettemburg endete 2:1 für die Luxemburgerinnen.

Weblinks

Website der kapverdischen Botschaft in Luxemburg (portugiesisch) Website der luxemburgischen Botschaft in Praia (französisch)

Einzelnachweise