Gill (auch Gyele, Giele o. ä.) ist der Name eines bis 1509 belegbaren rheinländischen Uradelsgeschlechts. Die Familie war im Bereich der heutigen Gemeinde Rommerskirchen stark begütert und benannte sich nach ihrem Stammsitz, dem Giller Hof. Das Kloster Knechtsteden spielte eine zentrale Rolle für die von Gill. Ein möglicher Zweig des Geschlechts sind die Herren von Eggershoven.

Das Geschlecht ist nicht mit den von Giller(n) sowie den von Gill gt. Pelenszen zu verwechseln. Letztere benannten sich nach dem Giller Hof.

Geschichte Die von Gill waren Dienstmannen der Grafen von Hochstaden und aktiv am Giller Hof, dem Sitz der Grafen von Hochstaden, im heutigen Ortsteil Gill der Gemeinde Rommerskirchen.

Heinrich von Giele/Gyll erscheint als Zeuge in einer Urkunde des Abts Berthram von Brauweiler aus dem Zeitraum 1191–1193.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Rheinland, AA 0170 / Brauweiler, Urkunden AA 0170, Nr. 18, abgerufen am 16. Mai 2025.

1211 wurden ein Ritter Matthias von Gill und sein Sohn Renardo von Gill urkundlich erwähnt. Letzterer verzichtete in ebendieser Urkunde auf jedes Anrecht am Mühlenteich zu Eggershoven, welcher damit in Besitz des Klosters Altenberg fiel.

1250 bestand ein Schiedsgericht aus mehreren Dynasten, da ein aus unbekannten Gründen Streit zwischen dem Kloster Knechtsteden und den Rittern von Gill ausbrach. Gottfried, Sohn Winands von Gill verzichtete mit seinem Sohn Winand zugunsten des Klosters auf Ackerland und Zehntrechte von 180 Morgen Land bei Gill gegen Zahlung von einer Entschädigung.

1251 erscheinen die Gebrüder Winand, Matthias und Friedrich von Gill (Winandus de Gyele, Matthias et Fridericus fratres eius) als Zeugen in einer Urkunde des Ritters Heinrich von dem Vorste (de Foresto), als dieser genehmigte, dass Ritter Hermann von der Mühlen (de Molendino) von dem zu Gill im Kirchspiel Rommerskirchen gelegenen, von ihm zu Lehen abhängigen Mansus 12 Morgen Ackerland an die Abtei Knechtsteden verkauft und den Lehnbestand mit einer gleichen Morgenzahl anderer Länderei wieder ergänzt hatte. Die Gebrüder erschienen noch im Jahre 1270.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Rheinland, Vorgang zu Verzeichnungseinheit AA 0359 / Knechtsteden, Rep. u. Hs. AA 0359, Nr. 1, abgerufen am 16. Mai 2025.

1253 wird ferner ein Nikolaus von Gill (Nicolaus de Gyele) urkundlich erwähnt. Dieser hatte dem Kloster Brauweiler aus einem Mansus jährlich eine bestimmte Summe zu zahlen.Christian Quix: Schloß und Kapelle Bernsberg, Aachen/Leipzig 1831,S. 85 (Google Bücher) (= REK III 1748).

Matthias von Gill (Mathias de Gele) erschien am 21. Dezember 1294 als Ritter. Er war Zeuge eines Hofverkaufs: Der Edelherr Johann, Vogt von Gohr verkaufte den Hof zu Eggershoven als freies Eigentum an Sibodo von Eggershoven, der diesen Hof zuvor zu Lehen nahm.

Der Sohn des vor 1300 gestorbenen Matthias, Matthias von Gill gt. Duys, schien mit seiner Frau Katharina einen erheblichen Besitz in der heutigen Gemeinde Rommerskirchen besessen zu haben, von dem er im Jahre 1300 einiges an das Kloster Knechtsteden verkaufte. Matthias’ Lehnsherren, der Kurfürst Wikbold von Köln und Johann von Reifferscheid, wünschten sich, dass er seine Besitztümer an eben genanntes Kloster verkaufe und erhielt im Gegenzug neue Lehen in der heutigen Gemeinde Rommerskirchen.

1373 erschien das Geschlecht mit Sybert, Regularkleriker des Klosters Knechtsteden, Presbyter Konrad und dem Laien Hermann als Söhne des verstorbenen Gottfrieds genannt Mule von Gill (Ghele) und verkauften mit Zustimmung von Abt Hermann von Knechtsteden dem Vikar Johann von Breidbach in St. Gereon zu Köln ihre ererbten Güter.

Zuletzt erschien das Geschlecht am 23. Januar 1509 mit Evert von Gill, der als Zeuge in einer Verkaufsurkunde auftrat.

Wappen Ein Wappen derer von Gill ist nicht überliefert.

Literatur Josef Schmitz: Rittersitze, Stiftshöfe und Klostergüter am Gillbach, in: Gemeinde Rommerskirchen (Hrsg.): Beiträge zur Geschichte der Gemeinde Rommerskirchen, Band V, 2008, S. 78 ff. Herbert M. Schleicher (Bearb.): Ernst von Oidtman und seine genealogisch-heraldische Sammlung in der Universitäts-Bibliothek zu Köln, Band 4 (Mappe 247–356; Cobern–Eerde) (= Veröffentlichungen der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde e. V., Nr. 64), Köln 1993, S. 739.

Einzelnachweise

Kategorie:Rheinländisches Adelsgeschlecht