Sholom Dovber Lipskar (, geb. 1. August 1946, Taschkent, Usbekische Sozialistische Sowjetrepublik; gest. 3. Mai 2025 in Miami) war ein amerikanischer Orthodoxer Rabbiner und Gemeindevorsteher. Er begründete die The Shul of Bal Harbour, die er über vier Jahrzehnte leitete, sowie das Aleph Institute und war bekannt für seine Beiträge zu Jewish Outreach (קירוב ליהדות), sowie zur Militärseelsorge und seine Unterstützung für Inhaftierte.
Er wurde als „einer der einflussreichsten orthodoxen Führer Floridas“ und als „Pionier der modernen jüdischen Gemeindearbeit“ beschrieben,„one of Florida’s most influential Orthodox leaders“, „a pioneer in modern Jewish outreach“ und spielte über vier Jahrzehnte hinweg eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung des jüdischen Lebens in Surfside und Bal Harbour und verwandelte diese in blühende jüdische Gemeinden.
Leben Jugend und Ausbildung Lipskar wurde 1946 in Taschkent in der damaligen Usbekischen Sozialistischen Sowjetrepublik geboren. Seine Eltern waren Rabbiner Eliyahu Akiva und Rochel Baila (née Duchman) Lipskar. 20 Tage nach seiner Geburt floh seine Familie aus dem Land vor stalinistischen Verfolgungen. Berichten zufolge wurde er ohne offizielle Papiere in einem Koffer über die Grenze gebracht. Einen Teil seiner frühen Kindheit verbrachte er in einem Flüchtlingslager in Deutschland, bevor die Familie in den frühen 1950ern nach Toronto, Kanada, auswanderte. Sein Vater wurde ein jüdischer Pädagoge. Seine Ausbildung erhielt er an der Lubavitch Yeshiva in Toronto und im Alter von 15 Jahren wurde er nach New York geschickt, um an der Central Lubavitcher Yeshivah zu studieren. Nach seiner Semicha (Ordination als Rabbiner) 1968 wurde er von Menachem Mendel Schneerson (Lubavitcher Rebbe) nach Miami Beach entsandt, um dort seine Arbeit im Jewish outreach zu beginnen.
Karriere 1969 nach seiner Heirat mit Chani Minkowicz und einem Jahr weiterführender Studien, wurde Lipskar von Menachem Mendel Schneerson zum Gesandten nach Miami ernannt, wo es damals an grundlegender jüdischer Infrastruktur mangelte. Das Paar leitete zunächst eine neu gegründete Chabad-Tagesschule, die von Rabbiner Avrohom Korf ins Leben gerufen worden war. Später gründete Lipskar die Yeshiva Gedolah und war als Schulleiter und Dekan für Grundschule, Mittelstufe und Oberstufe verantwortlich.
Lipskar begann mit informellen Treffen und Gebetsgottesdiensten in der Collins Avenue, bevor er die Synagoge „The Shul of Bal Harbour“ gründete, ein bekanntes Wahrzeichen und berühmt für ihre Offenheit. 1981 gründete er das Aleph Institute, eine nationale gemeinnützige Organisation, die jüdische Gefangene, ihre Familien und Militärangehörige unterstützt. Er merkte später an, dass einige Gemeindemitglieder seine Arbeit mit Aleph anfangs infrage stellten, da sie seinen Fokus auf die Unterstützung von Menschen im Strafvollzug nicht verstanden. Mit der Zeit, so Lipskar, wuchs die Unterstützung, da sich die öffentliche Meinung zur Strafrechtsreform wandelte. Er besuchte Gefangene und unterrichtete sie in der Tora.
1982 gründeten Lipskar und seine Frau Chani auf Anweisung von Rebbe Schneerson eine Chabad-Gemeinde in Bal Harbour. Die Stadt zog wohlhabende und einflussreiche Persönlichkeiten aus aller Welt an, und Schneerson erkannte das Potenzial einer florierenden Synagoge, die als Vorbild für ähnliche Gemeinden dienen könnte. Er engagierte sich seit den 1960er Jahren für den Ausbau von Chabad-Schulen und Jeschiwot in Südflorida. Damals war der Verkauf von Häusern an Juden in den Grundbucheinträgen von Bal Harbour ausdrücklich verboten, und die örtlichen Institutionen verfolgten eine ausgrenzende Politik. Laut seinem Neffen besichtigte Lipskar das zukünftiges Grundstück während seiner Haussuche nicht persönlich, sondern erst nach dem Kauf. Lipskar setzte sich für die Aufstellung einer öffentlichen Chanukka-Menora ein und teilte seine Zeit zwischen seiner Gemeinde und dem Aleph-Institut auf.
Nach Lipskars Ankunft wuchs die jüdische Gemeinde in Bal Harbour deutlich. Die Shul of Bal Harbour on Bal Harbour entwickelte sich zu einer der größten orthodoxen Synagogen im Miami-Dade County und diente Tausenden von Gläubigen, darunter einer bedeutenden sephardischen und lateinamerikanischen Gemeinde. Nach dem Einsturz des Surfside-Apartmenthauses im Jahr 2021 wandelte Lipskar die Synagoge in ein Unterstützungszentrum für Ersthelfer und Angehörige der Vermissten um. Dort wurden auch Würdenträger wie Senator und Vizepräsidentschaftskandidat Joe Lieberman, Floridas Gouverneur Ron DeSantis und der argentinische Präsident Javier Milei empfangen.
Lipskar war offizieller Militärgeistlicher des US-Verteidigungsministeriums und der Educational Academy for the Elderly, wo er Pilotprogramme zur Neudefinition der Bildungsprioritäten für ältere Erwachsene leitete. Außerdem gründete er die Miami International Conferences on Torah and Science.
Persönliches Lipskar war verheiratet mit Chani Minkowicz. Sie hatten zwei Kinder: Zalman Lipskar, ein Rabbi, und Devorah Leah Andrusier.
Tod Lipskar starb am 3. Mai 2025. Seine Bestattungsprozession führte vorbei am Chabad-Lubavitch World Headquarters in Brooklyn, bevor er auf dem Montefiore Cemetery in Queens bestattet wurde.
Nach Lipskars Tod twitterte der ehemalige Gouverneur von Florida, Rick Scott: „Es war uns eine Ehre, ihn einen Freund nennen zu dürfen. Er war ein Leitstern während der Tragödie von Surfside und wird uns immer für sein gütiges Wesen in Erinnerung bleiben.“ („We were honored to call him a friend. He was a guiding light during the Surfside tragedy and will always be remembered for his kind spirit.“) In einem Nachruf schrieb die Yeshiva World News von „herausragender Führungsstärke, grenzenloser Güte und unerschütterlichem Engagement für das Schlichus (shaliaḥ: שָלִיחַ) des Lubawitscher Rebbe.“ („towering leadership, boundless heart, and an unwavering commitment to the Lubavitcher Rebbe’s shlichus.“)
Einzelnachweise
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