mini|Pauline Ngarmpring (2019) Pauline Ngarmpring (thailändisch พอลลีน งามพริ้ง, alternative Schreibweise Palinee Ngarm-Pring; * 1964) ist eine thailändische Politikerin der Mahachon Partei. 2019 kandidierte sie für das Amt der Ministerpräsidentin von Thailand, womit sie sich als erste offene transgender Person für dieses Amt bewarb.

Karriere Ngarmpring absolvierte die Fakultät für Kommunikationswissenschaften der Universität Bangkok. Ihre berufliche Laufbahn begann 1989 als Wirtschaftsreporterin bei der Bangkok Post. Durch ihre Arbeit als Reporterin kam Ngarmpring früh in Kontakt mit dem thailändischen Fußball und arbeitete als Sportveranstalterin. Später gründete und leitete sie die einflussreiche Fanvereinigung Cheerthai Power, welche unter anderem dafür sorgte, dass zwei Präsidenten der Football Association of Thailand der Korruption und Misswirtschaft überführt wurden und zurücktreten mussten. In der Sportwelt erlebte sie verstärkt Ablehnung gegenüber Personen aus der LGBT-Szene, wie sie sie auch allgemein in der thailändischen Gesellschaft beobachtete, weshalb sie ihre weibliche Seite im Verborgenen ausleben musste. Daher entschied sie sich, für ihr Outing und ihre Transition in die USA zu reisen und dort unterzutauchen. Sie arbeitete als Köchin in einem Restaurant für asiatische Speisen. Im Juli 2017 wurde sie von Reportern erkannt, die daraufhin einen ausführlichen Artikel über ihre Transition veröffentlichten. Lokale Medien stürzten sich auf ihre Geschichte und bezeichneten sie als „die thailändische Caitlyn Jenner“. Sie sah es als Notwendigkeit an, für eine Stellungnahme nach Thailand zurückzukehren. Dort entwickelte sie sich schnell zu einer Ansprechpartnerin und Inspirationsquelle für Personen in ähnlichen Situationen und Sprecherin der LGBTQ-Bewegung, welche trotz des nach außen offenen Bildes noch immer mit Diskriminierung gegenüber trans Personen und Sexarbeiterinnen zu kämpfen hat.

Ende 2018 trat sie der Mahachon-Partei bei – zunächst, um sie beim Ausbau ihrer Strategie zu unterstützen. Die Partei stellt Menschenrechte in den Mittelpunkt ihrer Agenda, und Ngarmpring plante, sich verstärkt für die Rechte queerer Personen einzusetzen. Am 8. Februar 2019 gab sie ihre Kandidatur zur Ministerpräsidentin bekannt. Auch wenn ihr bewusst war, dass eine erfolgreiche Wahl unwahrscheinlich war, war es ihr wichtig, ein Zeichen für Diversität zu setzen und Wegbereiterin für zukünftige trans Personen zu sein, anstatt nur nach Macht zu streben. Außerdem hoffte sie so, Möglichkeiten für größeren Pluralismus zu schaffen. Die Demokratie des Landes litt unter der stark einseitigen Machtverteilung zugunsten des Königs Vajiralongkorn. Als erste trans Person, die in Thailand als Ministerpräsidentin kandidiert, richtete sich ihr Wahlkampf stark an die queere Szene des Landes, beispielsweise besuchte sie Dragshows in Bangkoks „gay alley“. Zu den konkreten Zielen der Partei gehörten die Entkriminalisierung von Sexarbeit und die Einführung des Rechts auf Änderung des Geschlechtseintrages in offiziellen Dokumenten.

Bei der Wahl am 24. März 2019 erreichte die Mahachon-Partei gerade einmal 0,05 % der Stimmen und damit keinen Sitz im Parlament. Am 9. September 2019 wurde die Partei aufgelöst.

Ngarmpring kehrte zurück in die Welt des Profi-Fußballs und kandidierte 2023 als Präsidentin der Football Association of Thailand, des thailändischen Fußballbundes. Dort plante sie weitreichende Umstrukturierungen anzustoßen. Sie sprach offen diverse Missstände an, wie die fehlende Neutralität der Schiedsrichter, Probleme mit Sponsoren, undurchsichtige Buchführung oder die schlechte Strukturierung der Nationalteams. Nachdem sie die Wahl verloren hatte, bot sie der Gewinnerin Nualphan Lamsam an, sie am Beginn ihrer Amtszeit zu unterstützen, sofern diese daran arbeitet, die aufgezeigten Probleme anzugehen.

Privates Ngarmpring war verheiratet und ist Mutter von zwei Kindern.

Einzelnachweise

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