mini|Areeb Zuaiter, Arab American National Museum (2022) Areeb Zuaiter (; geboren am 17. Juni 1980 in Nablus, Palästina) ist eine palästinensisch-jordanisch-US-amerikanische Filmregisseurin.

Leben und Wirken Areeb Zuaiter wurde in den Palästinensischen Autonomiegebieten geboren. Ihre Familie übersiedelte nach Saudi-Arabien, als sie zwei Monate alt war.

1997 ging sie in den Libanon und studierte dort zunächst Innenarchitektur an der Libanesisch-Amerikanischen Universität in Beirut und parallel ebenfalls das Fach Radio, TV und Film, was sie beides 2003 mit einem Bachelor of Arts abschloss. Von 2004 bis 2006 war sie in der Werbebranche als Regisseurin bei der Firma Telemax Productions beschäftigt.

Für ein Masterstudium an der School of Communication der American University in Washington im Fach Film- und Videoproduktion zog sie 2010 in die Vereinigten Staaten. Das Studium beendete sie 2013. Sie verbrachte von 2011 bis 2012 ein Jahr am Smithsonian National Museum of American History als Goldman Sachs Film and Video Fellow und war von Mai bis Dezember 2011 als Technology Associate bei der Nachrichtenagentur Associated Press tätig. Für das Smithsonian Museum produzierte sie verschiedene Videos über die Sammlung, die Mitarbeitenden und Veranstaltungsreihen. Von 2016 bis 2018 war sie Mitglied der Bewertungsausschüsse für das Rawi Screenwriters Lab, den Filmpreis der Robert Bosch Stiftung und die Med Film Factory.

Zuaiter leitete die regionale Ausbildungsabteilung bei der Royal Film Commission in Jordanien und ist seit 2021 Leiterin der Filmprogrammauswahl beim Amman International Film Festival. Daneben unterrichtet sie als Adjunct Professor seit 2019 Visuelle Kompetenz, Medienproduktion und Geschichte des Dokumentarfilms an der School of Communication der American University und lehrte von 2020 bis 2021 Filmproduktion an der Cathy Hughes School of Communications der Howard University.

Zuaiter ist verheiratet und hat eine Tochter und einen Sohn, die auch kurz im Film Yalla Parkour vorkommen.

Werk In ihren Filmen beschäftigt sich Areeb Zuaiter mit Fragen kultureller Identität, dem Begriff der Heimat und deren Ausdruck in der Kunst.

Ihr Debütfilm war der Kurzspielfilm Stained. Er entstand nach dem Ende ihres Studiums und gewann den Preis der Jury beim Europäischen Filmfestival im Libanon. Ihr Kurz-Dokumentarfilm Colors of Resistance wurde 2019 bei den London Independent Film Awards als Bester Kurz-Dokumentarfilm ausgezeichnet. Darin befasste sie sich mit Fragen des Überlebens und der Existenz im Kriegs- und Krisengebiet Palästina. Sie porträtiert darin fünf Künstler, einen Maler, einen Komiker, einen Dichter, einen Hip-Hop-Künstler und eine Sängerin, die über ihre Kunst in den Austausch darüber treten, wer sie sind und woher sie kommen. Es geht vordergründig darum, wie sie ihre Identität mit künstlerischen Mitteln zum Ausdruck bringen, ihr Gefühl von Zugehörigkeit zu einem Ort, einem Land, das Identität und Zugehörigkeit verwehrt. Genau wie in Yalla Parkour fließen persönliche Erinnerungen der Filmemacherin an ihre Mutter in den Film ein.

Yalla Parkour aus dem Jahr 2024 war ihr erster abendfüllender Dokumentarfilm. Er feierte seine Weltpremiere beim US-Dokumentarfilmfestival Doc NYC, hatte seine europäische Erstaufführung im Rahmen der 75. Internationalen Filmfestspiele Berlin und wurde nachfolgend unter anderem beim DOK.fest München gezeigt. Darin verarbeitete sie Filmmaterial von Ahmed Matar, das ein Jahrzehnt Parkour-Trainings der Gruppe Gaza Parcour dokumentiert. Seine Videos zeigen, wie palästinensische Jugendliche mit Parkour sich den öffentlichen Raum aneignen – ein Raum, der von Ruinen des schwelenden Konfliktes mit Israel dominiert wird. Areeb Zuaiter trat per Videokonferenz in einen Austausch mit Matar und verknüpfte im Film seine Erfahrungen mit eigenen Reflexionen über die Heimat ihrer Mutter und ihre Kindheit. Der Film erhielt zusätzliche Inspirationen von einem Besuch Zuaiters in Gaza im Jahr 2023, nachdem ihre Mutter gestorben war. Bei einem Publikumsgespräch im Rahmen der Berlinale 2025 verglich Zuaiter die Lage in Gaza mit den Zuständen in einem Konzentrationslager, was nachfolgend als unangemessen kritisiert wurde.

Filmografie (Auswahl) 2004: Stained (Kurzspielfilm) 2013: Colors of Resistance (Kurzdokumentarfilm) 2014: Disconnected 2017: From Beneath the Earth 2020: Voices from Exile (Dokuserie, Produktion) 2025: One last Wish (Kurzspielfilm) 2025: Yalla Parkour (Dokumentarfilm)

Preise 2013: Al Ard Film Festival Cagliari, Jury-Preis für den Kurz-Dokumentarfilm Colors of Resistance 2014: Bester Kurz-Dokumentarfilm des Arab Film Festival San Francisco für Colors of Resistance 2015: AFAC – Arab Fund for Arts and Culture Filmförderpreis für das Dokumentarfilmprojekt From Beneath the Earth 2018: Förderstipendium des Doha Film Institute für die Recherche zu einem Dokumentarfilm 2019: Bester Kurz-Dokumentarfilm, London Independent Film Awards für Colors of Resistance 2020: Visiting Artist Award der Penny W. Stamps School of Art & Design der University of Michigan für ihre Arbeit im Bereich soziales Storytelling und Dokumentarfilm 2024: Bester Internationaler Dokumentarfilm beim US-Dokumentarfilmfestival Doc NYC 2025: 2. Platz beim Panorama Publikumspreis in der Kategorie Dokumentarfilm der 75. Internationalen Filmfestspiele Berlin 2025 2025: Firebird Award beim Hong Kong International Film Festival

Weblinks

Website von Areeb Zuaiter

Einzelnachweise

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