Der Lac d’Oô (gaskognisch / ) ist ein Gletschersee in den französischen Pyrenäen. Er wurde durch den Bau eines Staudamms künstlich erweitert und versorgt das Wasserkraftwerk Oô (centrale hydroélectrique d’Oô) mit einer Leistung von 30 MW. Sein Name ist besonders durch französische Kreuzworträtsel bekannt.
Name Oô kommt vom gaskognischen iu oder èu, was „Hochgebirgssee“ (lac de haute montagne) bedeutet. „Lac d’Oô“ ist also eine etymologische Dopplung. Bis ins 19. Jahrhundert wurde er zunächst „Lac de Séculéjo“ (See von Séculéjo) genannt.
Geographie Der Lac d’Oô liegt im Gebiet der Estives d’Oô („Bergweiden von Oô“), die auf einer Höhe über dem Meer zwischen 1100 und eine Fläche von etwa 1.800 ha für Schafe und 700 ha für Rinder umfassen; die Estives und der See liegen im Gebiet der Gemeinde Oô bei Bagnères-de-Luchon im Département Haute-Garonne in der Region Okzitanien.Panneau d’information sur l’estive de Oô auf trekkingmountain20102013home.files.wordpress.com. Der See liegt auf einer Höhe über dem Meer von . Er ist eine Station am GR-Fernwanderwegenetz.
Der Oô-See wird von der Neste d’Oô durchquert. Sie fließt, vom auf etwa etwa 1 km südlich des Lac d’Oô gelegenen Lac d’Espingo kommend, am südöstlichen Ende des Lac d’Oô in diesen. In ihrem Verlauf befindet sich der Wasserfall Cascade d’Oô etwa 250 m vom Rand des Sees entfernt. Über die am nördlichen Ende des Sees gelegene Talsperre entwässert sie den Lac d’Oô.
Geschichte mini|Bärenjagd in Richtung des Wasserfalls des Oô-Sees in der Nähe von Bagnères-de-Luchon, Louis-François Lejeune
Nach einem Besuch malte der ehemalige Soldat und Maler Louis-François Lejeune (1775–1848) im Jahre 1834 seine romantische und malerische – wenn auch nicht ganz genaue – Vision der Landschaft. Das Gemälde befindet sich heute im Musée des Augustins in Toulouse.
Der vielseitig interessierte französische Naturforscher Nérée Boubée erkundete diesen See und seine Umgebung und berichtete in mehreren Veröffentlichungen über seine wissenschaftlichen Beobachtungen, die er mit den Mitteln der damaligen Zeit machte: 1831: Promenade de Bagnères au lac d’Oô („Spaziergang von Bagnères zum Oô-See“, Studie des Larboust-Tals – Vallée du Larboust) 1832: Relation des expériences physiques et géologiques faites au lac d’Oô („Bericht über die am Oô-See durchgeführten physikalischen und geologischen Experimente“) einschließlich der Reiseroute des Naturforschers von Bagnères-de-Luchon zum See 1845: Bains et courses de Luchon („Bäder und Pfade von Luchon“): Führer für Ausritte und Wanderungen 1856: Souvenir obligé de Luchon („Notwendige Erinnerungen an Luchon“): Was es in Luchon und Umgebung zu sehen gibt, mit der Museumsbroschüre
1918 begannen die Arbeiten an der Staumauer. Der Bau der Gewichtsstaumauer, die den See auf ein Fassungsvermögen von 13 hm³ brachte, wurde 1921 abgeschlossen.
Zugang Der See ist ein beliebtes Wanderziel in den Pyrenäen. Eine seiner Attraktionen ist der 275 m hohe Wasserfall. Die Schutzhütte und Herberge am Oô-See am linken Ufer des Staudamms bietet Unterkunft und Verpflegung.
Der Aufstieg zum See erfolgt über den Wanderweg GR 10 und dauert für einen durchschnittlich trainierten Wanderer etwa eine Stunde (hin und zurück zwei Stunden). Er beginnt bei den Granges d’Astau (), dem Ende der kleinen Straße, die das Oô-Tal hinaufführt. Im Sommer verbindet ein Pendelbus die Granges d’Astau mit dem Zentrum von Luchon.
Der Weg führt weiter über den See hinaus in Richtung der Seen d’Espingo (in dessen Nähe sich die bewachte Schutzhütte Refuge d’Espingo befindet) und de Saussat und dann höher in Richtung des Lac du Portillon.
Naturschutz Das Natura-2000-Gebiet des Oberen Oô-Tals ist seit 2007 als besonderes Schutzgebiet (zone spéciale de conservation, unter Bezugnahme auf die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie) ausgewiesen. Es umfasst eine Fläche von 3.407 ha und erstreckt sich über die Gemeinde Oô einschließlich des Oô-Sees.
Das Natura-2000-Gebiet der Täler von Lis, Pique und Oô ist seit 2006 als besonderes Schutzgebiet (unter Bezugnahme auf die Vogelschutzrichtlinie) eingestuft. Mit einer Fläche von 10.515 ha erstreckt es sich über die Gemeinde Oô einschließlich des Oô-Sees. Die beiden Zonen überlappen sich teilweise.
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