Das Kabinett Merz ist die seit dem 6. Mai 2025 amtierende Bundesregierung der Bundesrepublik Deutschland unter der Führung des Bundeskanzlers Friedrich Merz. Das im Anschluss an die vorgezogene Bundestagswahl 2025 gebildete Kabinett setzt sich als Nachfolger des Kabinetts Scholz aus Vertretern der Christlich Demokratischen Union (CDU), der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) und der Christlich-Sozialen Union (CSU) zusammen. Es handelt sich um die fünfte schwarz-rote Koalitionsregierung und die 17. Regierung unter Führung der Unionsparteien auf Bundesebene.

Regierungsbildung

Bundestagswahl Bei der Bundestagswahl 2025 am 23. Februar 2025 wurden CDU und CSU unter der Führung von Friedrich Merz mit 28,5 % der Stimmen die stärkste Kraft vor der Alternative für Deutschland (AfD), die mit 20,8 % der Stimmen ein historisches Ergebnis für eine rechtsextreme Partei erzielen konnte. Die SPD erreichte mit ihrem Spitzenkandidaten, Bundeskanzler Olaf Scholz, mit 16,4 % der Stimmen ihr bisher schlechtestes Ergebnis in der Nachkriegszeit, während die Grünen mit leichten Verlusten auf 11,6 % zurückfielen. Die Linke konnte ihr Wahlergebnis auf 8,8 % verbessern. Die Freie Demokratische Partei (4,3 %) und das im Jahr zuvor gegründete Bündnis Sahra Wagenknecht (4,98 %) scheiterten an der Fünf-Prozent-Hürde.

Regierungsbildung mini|hochkant|Unterzeichneter Koalitionsvertrag mini|Markus Söder, Friedrich Merz und Lars Klingbeil mit dem Koalitionsvertrag

Die schwarz-rote Koalition war die einzige rechnerische Konstellation, die vor der Wahl nicht ausgeschlossen wurde und eine Mehrheit im Bundestag erhielt. Zwei Wochen nach der Wahl, am 8. März, schlossen CDU, CSU und SPD ihre Sondierungsgespräche ab und begannen auf der Basis eines elfseitigen Papiers die Verhandlung der Parteien über einen Koalitionsvertrag.

Am 9. April 2025 stellten die Vorsitzenden von CDU und CSU, Merz und Söder, zusammen mit den Vorsitzenden der SPD, Klingbeil und Esken, einen Koalitionsvertrag mit dem Titel „Verantwortung für Deutschland“ für die geplante schwarz-rote Koalition vor.

Am 10. April 2025 beschloss der CSU-Parteivorstand einstimmig den Eintritt in die Koalition. Bei der CDU befürwortete am 28. April 2025 ein kleiner Parteitag den Koalitionsvertrag. Die SPD-Mitglieder entschieden sich in einem Mitgliedervotum für den Eintritt in die Koalition.

Am 28. April 2025 stellten CDU und CSU ihre Personalien für die Ministerposten und Staatssekretäre vor. Lars Klingbeil wurde am Tag der Bekanntgabe des Ergebnisses des Mitgliedervotums seiner Partei, am 30. April 2025, zum designierten Vizekanzler und Finanzminister ernannt. Kurz vor der Unterzeichnung des Koalitionsvertrags am 5. Mai 2025 gab auch die SPD ihre Minister bekannt.

Wahl des Bundeskanzlers im Bundestag In der Abstimmung über den deutschen Bundeskanzler wurde Friedrich Merz am 6. Mai 2025 vom 21. Deutschen Bundestag in seiner 2. Sitzung zum Bundeskanzler gewählt. Im ersten Wahlgang, für den er gemäß Abs. 1 GG von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier vorgeschlagen wurde, erhielt Merz nicht die nötige Mehrheit. Die Geschäftsordnung des Bundestages sieht einen zweiten Wahlgang auf Vorschlag aus dem Parlament nach einer Frist von drei Tagen vor. Die Koalitionsfraktionen sowie die Fraktionen Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke verständigten sich jedoch auf eine mit Zweidrittelmehrheit zu beschließende Abweichung von der Geschäftsordnung, der die Abgeordneten aller Fraktionen zustimmten. Merz wurde daraufhin von der Unions- und der SPD-Fraktion gemäß GO-BT erneut nominiert und am selben Tag im zweiten Wahlgang mit der nötigen absoluten Mehrheit zum Bundeskanzler gewählt. + Berlin, 6. Mai 2025 – Gesamtstimmenzahl 630 – absolute Mehrheit ab 316 Stimmen Wahlgang Kandidat Stimmen Stimmenzahl Anteil Koalitionsparteien 1. Wahlgang Friedrich Merz(CDU) Ja 310 49,2 % CDU, CSU, SPD Nein 307 48,7 % Enthaltung 3 0,5 % Ungültig 1 0,2 % nicht abgegeben 9 1,4 % 2. Wahlgang Ja 325 51,6 % Nein 289 45,9 % Enthaltung 1 0,2 % Ungültig 3 0,5 % nicht abgegeben 12 1,9 % Damit wurde Friedrich Merz im zweiten Wahlgang zum Bundeskanzler gewählt.

Mitglieder Die Bundesregierung besteht nach  GG aus dem Bundeskanzler und den Bundesministern. Daher sind die Parlamentarischen Staatssekretäre (ggf. mit der Bezeichnung Staatsminister) keine stimmberechtigten Regierungsmitglieder im engeren Sinne, nehmen aber dennoch an Kabinettssitzungen teil. Die amtliche Reihenfolge der Bundesminister wurde nach der Regierungsbildung festgelegt.

+ Kabinett Merz und Parlamentarische Staatssekretäre (seit 6. Mai 2025) Logo Amt oder Ressort Bild Name Partei Parlamentarische Staatssekretäre bzw. StaatsministerWeder Parlamentarische Staatssekretäre noch Staatsminister sind nach GG Teil der Bundesregierung. Partei zentriert|rahmenlos|100x100px Bundeskanzler zentriert|rahmenlos|100px Friedrich Merz CDU Christiane SchenderleinStaatsministerin für Sport und Ehrenamt(bis 29. Juli 2026)CDU Ronald RauheStaatsminister für Sport und Ehrenamt(ab 3. September 2026) parteilos(von der CDU nominiert) Wolfram WeimerStaatsminister und Beauftragter für Kultur und Medien parteilos(von der CDU nominiert) Michael MeisterStaatsminister für Bund-Länder-Zusammenarbeit(bis 29. Juli 2026) CDU Philipp AmthorStaatsminister für Bund-Länder-Zusammenarbeit(ab 29. Juli 2026) zentriert|rahmenlos|100x100px Stellvertreter des BundeskanzlersFinanzenzentriert|rahmenlos|100px Lars Klingbeil SPD Elisabeth KaiserStaatsministerin und Beauftragte für Ostdeutschland SPD Dennis Rohde Michael Schrodi zentriert|rahmenlos|100x100px Vertreter nach § 22 (1) S. 2 Alt. 1 GO-BRegLeitet als „besonders bezeichneter Bundesminister“ die Kabinettssitzungen, wenn Bundeskanzler und Vizekanzler verhindert sind.Inneres rahmenlos|zentriert|100px Alexander Dobrindt CSU Christoph de Vries CDU Daniela Ludwig CSU zentriert|rahmenlos|100x100px Auswärtiges rahmenlos|zentriert|100px Johann Wadephul CDUGunther KrichbaumStaatsminister für EuropaBeauftragter der Bundesregierungfür die deutsch-französische Zusammenarbeit CDUSerap GülerStaatsministerin Florian HahnStaatsminister CSU zentriert|rahmenlos|100x100px Verteidigung rahmenlos|zentriert|100px Boris Pistorius SPD Nils Schmid SPD Sebastian Hartmann zentriert|rahmenlos|100x100px Wirtschaft und Energie rahmenlos|zentriert|100px Katherina Reiche CDU Gitta ConnemannBeauftragte der Bundesregierung für Mittelstand(bis 29. Juli 2026) CDU Stefan Rouenhoff Johannes Steiniger(ab 29. Juli 2026) zentriert|rahmenlos|100x100px Forschung, Technologie und Raumfahrt rahmenlos|zentriert|100px Dorothee Bär CSU Matthias Hauer CDU Silke Launert CSU zentriert|rahmenlos|100x100px Justiz und Verbraucherschutzrahmenlos|zentriert|100px Stefanie Hubig SPD Anette Kramme SPD Frank Schwabe zentriert|rahmenlos|100x100px Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugendrahmenlos|zentriert|100px Karin Prien CDU Mareike Wulf CDU Michael BrandBeauftragter der Bundesregierung gegen Antiziganismus undfür das Leben der Sinti und Roma in Deutschland zentriert|rahmenlos|100x100px Arbeit und Soziales rahmenlos|zentriert|100px Bärbel Bas SPD Natalie PawlikStaatsministerin und Beauftragte für Migration, Flüchtlinge und Integration SPD Katja Mast Kerstin Griese zentriert|rahmenlos|100x100px Digitales und Staatsmodernisierungzentriert|rahmenlos|149x149px Karsten Wildberger CDU(zunächst parteilos) Philipp Amthor(bis 29. Juli 2026) CDU Thomas Jarzombek Gitta Connemann(ab 29. Juli 2026) zentriert|rahmenlos|100x100px Verkehr rahmenlos|zentriert|100px Patrick Schnieder(bis 29. Juli 2026) CDU Christian Hirte CDU rahmenlos|zentriert|100pxSteffen Bilger(ab 29. Juli 2026) Ulrich Lange CSU zentriert|rahmenlos|100x100px Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit rahmenlos|zentriert|100px Carsten Schneider SPD Carsten Träger(bis 21. März 2026; im Amt verstorben) SPD Rita Schwarzelühr-Sutter Bettina Hagedorn(seit 28. April 2026) zentriert|rahmenlos|100x100px Gesundheitzentriert|rahmenlos|100px Nina Warken(bis 29. Juli 2026) CDU Georg Kippels CDU Tino Sorge(bis 29. Juli 2026) rahmenlos|zentriert|100px Carsten Linnemann(ab 29. Juli 2026) Christiane Schenderlein(ab 29. Juli 2026) zentriert|rahmenlos|100x100px Landwirtschaft, Ernährung und Heimat rahmenlos|zentriert|100px Alois Rainer CSU Silvia Breher CDU Martina Englhardt-Kopf CSU zentriert|rahmenlos|100x100px Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung rahmenlos|zentriert|100px Reem Alabali Radovan SPD Bärbel Kofler SPD Johann Saathoff zentriert|rahmenlos|100x100px Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesenrahmenlos|zentriert|100px Verena Hubertz SPD Sören Bartol SPD Sabine Poschmann zentriert|rahmenlos|100x100px Bundesminister/in für besondere AufgabenChef/in des Bundeskanzleramts rahmenlos|zentriert|100px Thorsten Frei(bis 29. Juli 2026) CDUzentriert|rahmenlos|100pxNina Warken(ab 29. Juli 2026) Anmerkungen

Weitere Personalien Zum Regierungssprecher wurde Stefan Kornelius ernannt.

Von der Bundesregierung wurden auch Bundesbeauftragte sowie Koordinatoren der Bundesregierung nach § 21 Abs. 3 der Gemeinsamen Geschäftsordnung der Bundesministerien ernannt.

Kabinettsumbildung 2026 Am 18. Juli 2026 trat Jens Spahn als Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion zurück. Ursache war eine Leihmutterschafts-Kontroverse. Daraufhin einigten sich CDU-Chef Merz und CSU-Chef Söder auf Thorsten Frei, bislang Chef des Bundeskanzleramtes, als Kandidaten für den Fraktionsvorsitz. Freis Position übernahm Nina Warken, zuvor Bundesministerin für Gesundheit. Ihr wiederum folgte Carsten Linnemann, zuvor CDU-Generalsekretär. Der Staatsminister für Bund-Länder-Zusammenarbeit beim Bundeskanzler, Michael Meister, wurde vom bisherigen Parlamentarischen Staatssekretär beim Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung, Philipp Amthor, abgelöst.

Nachdem verschiedene Medien mehrere Tage lang berichtet hatten, dass Merz einen Wechsel an der Spitze des Bundesministeriums für Verkehr beabsichtige, der geplante Nachfolger Fritz Güntzler jedoch kurzfristig abgesagt habe, teilte der bisherige Verkehrsminister Patrick Schnieder am 26. Juli 2026 mit, dass er den Bundeskanzler selbst um seine Entlassung bitten werde, weil er „den unwürdigen Zustand beenden“ wolle.

Am 29. Juli 2026 übernahm Steffen Bilger, zuvor Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, das Verkehrsministerium. Am gleichen Tag wurde Gitta Connemann Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung als Nachfolgerin von Philipp Amthor; ihren bisherigen Posten als Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie übernahm Johannes Steiniger. Die bisherige Staatsministerin für Sport und Ehrenamt beim Bundeskanzler, Christiane Schenderlein, löste im Bundesministerium für Gesundheit den Parlamentarischen Staatssekretär Tino Sorge ab. Als Nachfolger Schenderleins im Bundeskanzleramt gab der Bundeskanzler Anfang September 2026 Ronald Rauhe bekannt. Die vielfach als überstürzt und chaotisch empfundene Kabinettsumbildung sorgte für Kritik an Merz innerhalb der Unionsparteien.

Die Vereidigung der am 29. Juli 2026 vom Bundespräsidenten ernannten neuen Minister erfolgte erst am 8. September 2026; diese Verzögerung wurde von verschiedenen Verfassungsrechtlern als „ganz klar mit dem Grundgesetz nicht vereinbar“ und als „Verfassungsbruch“ kritisiert.

Siehe auch Geschichte Deutschlands seit 1990#Regierung unter Friedrich Merz (seit 2025)

Weblinks

Einzelnachweise

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