Dichlordimethyltitan ist eine instabile chemische Verbindung des Titans aus der Gruppe der Organotitanverbindungen.

Gewinnung und Darstellung Dichlordimethyltitanium entsteht bei der Reaktion von stöchiometrischen Mengen von Methylmetallreagenzien wie Methyllithium, Methylmagnesiumbromid, Dimethylzink oder Trimethylaluminium mit Titan(IV)-chlorid. Obwohl die Verbindung in kristallisierter Form gewonnen werden kann, sind wegen ihrer Licht- und Wärmeempfindlichkeit In-situ-Reaktionen unter Inertgasatmosphäre (zum Beispiel Argon) und ohne direkte Lichteinwirkung empfehlenswert.

Eigenschaften Dichlordimethyltitan ist eine instabile chemische Verbindung, die sich bei Temperaturen über −10 °C zersetzt. Darunter liegt sie in Form von dunkelvioletten Kristallen vor. Ihre Lösung in Kohlenwasserstoffen ist gelb oder violett (Diethylether).

Verwendung Dichlordimethyltitan wird als Lewis-Säure-Reagenz für diverse Methylierungsreaktionen eingesetzt. Dazu gehören die doppelte Methylierung von Ketonen und aromatischen Aldehyden, Substitutionsreaktionen an tertiären Alkylhalogeniden und Alkoholen sowie stereoselektive Additionen vom Grignard-Typ an Aldehyden und Ketonen. Die Verbindung wird nach Manfred T. Reetz, der sie intensiv erforschte, auch Reetz-Reagenz genannt.

Einzelnachweise

Kategorie:Chlorverbindung Kategorie:Titanverbindung Kategorie:Metallorganische Verbindung