Ein MRE-Netzwerk ist eine regional organisierte Gruppe zum Austausch verschiedener Institutionen des Gesundheitswesens über multi-resistente Erreger sowie zur Erarbeitung lokaler Strategien der epidemiologischen Überwachung des Aufkommens und der Ausbreitung solcher Keime. Die Gründung der MRE-Netzwerke, die es in jedem deutschen Bundesland gibt, geht auf eine Initiative der Arbeitsgemeinschaft der obersten Landesgesundheitsbehörden im Jahr 2006 zurück. Dementsprechend werden die einzelnen MRE-Netzwerke der Bundesländer, unabhängig von ihrer dortigen Struktur, in der Regel von regionalen Gesundheitsämtern geleitet.

Geschichte Zu den häufigsten Komplikationen, die einen Patienten im Krankenhaus oder anderen medizinischen und pflegerischen Einrichtungen betreffen, gehören Infektionen mit multiresistenten Erregern (MRE). Im Jahr 2006 legte die AG Infektionsschutz der von der Gesundheitsministerkonferenz beauftragten Arbeitsgemeinschaft der obersten Landesgesundheitsbehörden ein Strategiepapier vor, in dem ein deutschlandweites Netz von Arbeitsgruppen zum Austausch über die Verbreitung des Multiresistenten Staphylococcus aureus.Anna Stolliaroff-Pépin, Mardjan Arvand, Martin Mielke: "Bericht zum Treffen der Moderatoren der regionalen MRE-Netzwerke am Robert Koch Institut", Epidemiologisches Bulletin 2017, 41. Jahrgang, Seite 465–470 Später wurde die Zuständigkeit auf weiter resistente und andere problematische Erreger ausgedehnt.

Struktur Es gibt derzeit mehr als 100 MRE-Netzwerke in Deutschland. Ihre Arbeit wird in der Regel auf Landesebene koordiniert, aber es gibt auch Gruppen, die länderübergreifend arbeiten:

Baden-Württemberg MRE-Netzwerk Baden-Württemberg, fasst mehrere lokale Netzwerke zusammen, die zentral durch das Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg in Stuttgart koordiniert werdenProfil des MRE-Netzwerks Baden-Württemberg auf der Website des Gesundheitsamtes Baden-Württemberg, aufgerufen am 29. April 2025

Bayern LARE Bayerische Landesarbeitsgemeinschaft resistente Erreger, ein in 2008 gegründetes landesweites Netzwerk, unter Leitung des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und LebensmittelsicherheitWebsite der LARE auf der Website des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, aufgerufen am 29. April 2025

Berlin MRE-Netzwerk Berlin und MRE Netzwerk Krankenhaushygiene der Berliner Bezirke, angesiedelt am Gesundheitsamt des Bezirksamts Tempelhof-SchönebergDie Berliner MRE-Netzwerke auf der Website der Stadt Berlin, aufgerufen am 29. April 2025

Brandenburg Hygiene Netzwerk Brandenburg, ein regional organisiertes Netzwerk, das sich aus den Landesregionen Nord (vier Landkreise), Süd (drei Landkreise und die kreisfreie Stadt Cottbus), Ost (drei Landkreise und die kreisfreie Stadt Frankfurt an der Oder) und West (drei Landkreise und die kreisfreien Städte Potsdam und Brandenburg) zusammensetztDas Hygiene Netzwerk Brandenburg auf der Website des Landesamt für Arbeitsschutz, Verbraucherschutz und Gesundheit (LAVG), aufgerufen am 29. April 2025

Bremen MRE-Netzwerk Land Bremen, wurde im Jahr 2009 als MRSA-Netzwerk Land Bremen gegründet und 2014 umbenannt, wobei sich auch die Kompetenzen auf weitere Erreger erweitertenProfil des MRE-Netzwerks Land Bremen auf der Website der Freien und Hansestadt Bremen, aufgerufen am 29. April 2025

Hamburg MRE-Netzwerk Hamburg, im Jahr 2011 gegründet und durch das Gesundheitsamt Nord geleitetProfil des MRE-Netzwerks Hamburg, auf der Website der Freien und Hansestadt Hamburg, aufgerufen am 29. April 2025

Hessen MRE-Netzwerk Rhein-Main, umfasst neben sechs Landkreisen auch die Großstädte Frankfurt am Main, Wiesbaden und Offenbach am Main und wird von neun Gesundheitsämtern koordiniertWebsite des MRE-Netzwerks Rhein-Main, aufgerufen am 29. April 2025 MRE-Netzwerk Rhein-Neckar, ein länderübergreifendes Netzwerk von Institutionen aus mehreren Landkreisen in Hessen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg MRE-Netzwerk Nord- und Osthessen, wurde im Jahr 2012 gegründet und wird durch das Gesundheitsamt Kassel moderiertWebsite des MRE-Netzwerks Nord- und Osthessen, aufgerufen am 29. April 2025 MRE-Netzwerk Mittelhessen, umfasst sechs Landkreise und die Gießener Justus-Liebig-Universität.Website des MRE-Netzwerks Mittelhessen, aufgerufen am 29. April 2025 Das Netzwerk koordiniert sich mit den anderen hessischen MRE-Netzwerken auf einer jährlich stattfindenden Fachtagung. MRE-Netzwerk Südhessen, umfasst vier Landkreise sowie die Stadt Darmstadt und gründete sich im Jahr 2012Website des MRE-Netzwerks Südhessen, aufgerufen am 29. April 2025

Mecklenburg-Vorpommern MRE-Netzwerk Mecklenburg-Vorpommern, das größte MRE-Netzwerk des Bundeslandes ist als gemeinnütziger Verein unter dem Namen KOMPASS e. V. strukturiert und vereint drei LandkreiseWebsite des MRE-Netzwers Mecklenburg-Vorpommern, aufgerufen am 29. April 2025 Rostocker Initiative multiresisente und Problemerreger (ROSIMP), ist an der Universität Rostock angesiedeltProfil der Rostocker Initiative mulriresistente Erreger auf der Website des Instituts für Medizinische Mikrobiologie, Vorologie und Hygiene, aufgerufen am 30. April 2025

Niedersachsen Projekt MRE-Netzwerke in Niedersachsen, wurde im Jahr 2009 als „MRSA-Netzwerke in Niederqsachsen“ gegründet und 2017 umbenanntWebsite der MRE-Netzwerke in Niedersachsen, aufgerufen am 30. April 2025, koordiniert die Arbeit von elf Netzwerken, beispielsweise MRE-Netzwerk Osnabrück und MRE Netzwerk DelmenhorstProfil des MRE-Netzwerk Delmenhorst auf der Website der Stadt Delmenhorst

Nordrhein-Westfalen MRE-Netzwerk Rhein-Ahr, kooperiert mit dem Universitätsklinikum Bonn und fasst die Netzwerke von insgesamt sieben Landkreisen zusammen – zwei davon aus dem Bundesland Rheinland-Pfalz, zudem die der Städte Köln, Bonn, Leverkusen und EuskirchenWebsite des MRE-Netzwerks Rhein-Ahr, aufgerufen am 30. April 2025 MRE-Netzwerk Ostwestfalen-Lippe, wurde 2009 gegründet, koordiniert die Netzwerkarbeit in sechs Landkreisen sowie der Stadt Bielefeld und kooperiert seit 2021 mit der Medizinischen Fakultät Ostwestfalen-Lippe der Universität BielefeldProfil des MRE Netzwerks Ostwestfalen-Lippe auf der Website der Universität Bielefeld, aufgerufen am 30. April 2025

Schleswig-Holstein Gemeinsam gegen multiresistente Erreger in Schleswig Holstein, MRE Netzwerk Schleswig Holstein koordiniert mehrere MRE-Netzwerke auf kommunaler Ebene, beispielsweise die „Arbeitsgemeinschaft Multiresistente Erreger“ in Kiel oder das MRE Netzwerk Stormarn, das durch den Fachdienst Gesundheit des Landkreises Stormarn geleitet wirdProfil des MRE-Netzwerks Stormarn auf der Website des Kreis Stormarn, aufgerufen am 30. April 2025

Sachsen MRE Netzwerk Sachsen, umfasst die regionalen Netzwerke in zehn Landkreisen sowie in den Städten Dresden, Leipzig und ChemnitzÜbersicht der regionalen MRE-Netzwerke auf dem digitalen Gesundheitsportal des sächsischen Sozialministeriums, aufgerufen am 30. April 2025

Sachsen-Anhalt HYSA Netzwerk Hygiene in Sachsen-Anhalt, wurde in 2010 gegründet und koordiniert Netzwerke von zehn Landkreisen sowie der Stadt HalleÜbersicht der regionalen MRE-Netzwerke in Sachsen-Anhalt auf der Website des Landesamtes für Verbraucherschutz des Landes Sachsen-Anhalt, aufgerufen am 30. April 2025

Thüringen MRE Netzwerk Thüringen umfasst die Netzwerke von zwölf Landkreisen sowie der Städte Weimar, Jena und GeraMRE-Netzwerke in Thüringen auf der Website des Landesamtes für Verbraucherschutz des Landes Thüringen, aufgerufen am 30. April 2025

Koordination Mitglieder der Netzwerke sind Krankenhäuser und Rehabilitationskliniken sowie ambulante Pflege- und Rettungsdienste, Arztpraxen, Pflegeheime und ambulante medizinische Einrichtungen. Die Koordination der MRE-Netzwerke ist Aufgabe des öffentlichen Gesundheitsdienstes und obliegt somit in der Regel den jeweiligen kommunalen Gesundheitsämtern. Die einzelnen Leitungen der verschiedenen Netzwerke sprechen sich auf Bundesebene ab, wobei ihre Arbeit vom Robert Koch Institut unterstützt wird.

Weblinks Die MRE-Netzwerke in Deutschland bei Robert Koch Institut

Einzelnachweise

Kategorie:Gesundheitspolitik Kategorie:Deutsche Organisation (Gesundheitswesen) Kategorie:Medizinische Hygiene