Yes (auch Yes!) ist eine Satire von Nadav Lapid. Der israelische Film mit Ariel Bronz, Efrat Dor, Naama Preis und Alexei Serebrjakow spielt eineinhalb Jahre nach dem Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 und feierte im Mai 2025 bei den Internationalen Filmfestspielen in Cannes seine Premiere. Der Kinostart in Deutschland erfolgte Mitte November 2025.

Handlung Der Jazzmusiker Y. kämpft ums pure Überleben. Er und seine Frau Yasmin, eine Tänzerin und Hip-Hop-Tanzlehrerin, leben mit ihrem kleinen Sohn in einer bescheidenen Stadtwohnung. Sie verkaufen ihre Kunst, ihre Seele und ihren Körper an die Elite Tel Avivs und bringen mit ihren Tanzshows auf Privatpartys einer niedergeschlagenen Nation nach dem Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 Freude und Trost. Dabei nehmen sie jeden Auftritt an, den sie kriegen können, um über die Runden zu kommen. Sie können einfach nicht „Nein“ sagen.

Bald blondiert sich Y. die Haare und wird mit einer Aufgabe höchster Wichtigkeit betraut, der Vertonung einer neuen Nationalhymne. Bezahlt wird er von einem russischen Oligarchen, der eine Lobhymne auf die israelische Armee und die Barbareien in den letzten 18 Monaten im Gazastreifen erwartet, der vernichtet werden soll. Gemeinsam mit seiner Exfreundin Leah, die für die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte arbeitet, unternimmt Y. eine Reise in die Grenzregion.Naman Ramachandran: Nadav Lapid’s 'Yes' Added to Cannes Directors’ Fortnight Lineup. In: Variety, 24. April 2025.Melanie Goodfellow: Cannes Directors’ Fortnight Adds Nadav Lapid’s 'Yes!' To 2025 Lineup. In: deadline.com, 24. April 2025.Guy Lodge: 'Yes' Review: Nadav Lapid’s Blistering Attack on Israeli Nationalism is an Effectively Blunt Instrument. In: Variety, 23. Mai 2025.

Produktion Regie und Drehbuch

Regie führte Nadav Lapid, der auch das Drehbuch schrieb. Er begann mit diesem lange vor dem Terroranschlag der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023. Anfänglich plante er eine musikalische Tragödie.Ryan Lattanzio: You May Never Get to See Cannes’ Most Provocative and ‘Dangerous’ Movie. In: indiewire.com, 28. Mai 2025. „Ich wollte einen Film über die Schwäche von Künstlern in unserer Welt machen, über die Schwäche von Künstlern angesichts der Macht von Geld und Politik, über die Schwäche von Künstlern, die nicht mehr ‚Nein‘ sagen können, die dazu verdammt sind, in einer schlechten Welt ‚Ja‘ zu sagen“, so Lapid. Dann jedoch sei der 7. Oktober gekommen, und er habe über den Tod und nicht nur den Tod der Kunst sprechen wollen. Es handelt sich bei Yes nach Ha-Chavera Shell Emile von 2006, Policeman von 2011, Ich habe ein Gedicht von 2014, Love Letter to Cinema von 2014, Synonymes von 2019 und Aheds Knie von 2021 um seinen siebten Spielfilm.Jordan Ruimy: Nadav Lapid’s 'Yes!' To Screen at Cannes Director’s Fortnight. In: worldofreel.com, 24. April 2025. Auch in Letzterem hieß sein Protagonist schlicht Y.

Wie in den meisten seiner Filme, so in Synonymes und Aheds Knie, brachte der israelische Filmemacher auch in Yes unverblümt seine Kritik an der Regierungspolitik seines Geburtslandes, dessen nationaler Militärkultur und künstlerischer Zensur zum Ausdruck.

Filmaufbau Der Film ist in drei Kapitel unterteilt, beginnend mit The Good Life („Das gute Leben“). Im zweiten Kapitel The Path („Der Weg“) blondiert sich Y. die Haare, besorgt sich ein Paar Schlangenlederstiefel und zieht sich für seine kreative Arbeit in die Wüste zurück. Das dritte Kapitel ist The Night („Die Nacht“) betitelt. Die von Y. im Film geschaffene Hymne verwendet Texte einer realen rechtsextremen israelischen Gruppe, der antipalästinensischen Civic Front.Jordan Ruimy: Nadav Lapid Says 'Yes' Was Too Radioactive For Cannes: “Maybe Someone Was Afraid”. In: worldofreel.com, 28. Mai 2025.

Besetzung, Synchronisation und Dreharbeiten mini|hochkant=0.7|Ariel Bronz spielt Y. Ariel Bronz und Efrat Dor spielen den Jazzmusiker Y. und seine Partnerin Yasmin. Naama Preis spielt seine Exfreundin Leah, eine IDF-Mitarbeiterin, die ihn auf seiner Inspirationsreise zur palästinensischen Grenze begleitet. Preis ist Lapids Lebensgefährtin und spielte bereits in Aheds Knie. Alexei Serebrjakow ist in der Rolle des Milliardärs, eines russischen Oligarchen, zu sehen.

Die deutsche Synchronisation entstand nach einem Dialogbuch und der Dialogregie von Andreas Drost im Auftrag von Komplizen Film bei der D-Facto Motion GmbH in Leipzig. Ariel Bronz als Y wird von Denis Petkovic, Efrat Dor als Yasmin von Lisa Müller synchronisiert. Thomas Dehler leiht in der deutschen Fassung Serebryakov in der Rolle des Oligarchen seine Stimme.https://www.synchronkartei.de/film/61076

Die Dreharbeiten fanden von April bis Juni 2024 in Tel Aviv und Umgebung statt. Als Kameramann fungierte Shai Goldman, mit dem Lapid bereits für Policeman, Synonymes und Aheds Knie zusammenarbeitete.

Veröffentlichung Die Premiere des Films war am 22. Mai 2025 bei den Internationalen Filmfestspielen in Cannes, wo er in der Quinzaine des cinéastes gezeigt wurde.Fabien Lemercier: Cannes’ Directors’ Fortnight centres on discovery. In: cineuropa.org, 24. April 2025.Horaires Des Projections / Screenings Guide Festival du Cannes 2025. In: festival-cannes.com. Abgerufen am 8. Mai 2025. (PDF; 399 KB) Dort stellte Les Films du Losange Yes auch beim Marché du film vor.Fabien Lemercier: Les Films du Losange sells four films selected at Cannes. In: cineuropa.org, 9. Mai 2025. Ende Juni, Anfang Juli 2025 erfolgten Vorstellungen beim Filmfest München und beim La Rochelle Film FestivalYes. In: filmfest-muenchen.de. Abgerufen am 18. Juni 2025.Fabien Lemercier: La Rochelle Cinéma hosts a tidal wave of top-notch films. In: cineuropa.org, 27. Juni 2025. und im Juli 2025 beim Internationalen Filmfestival Karlovy Vary, beim Jerusalem Film Festival und bei Nowe Horyzonty.Martin Kudláč: Karlovy Vary unveils the full line-up for its 59th edition. In: cineuropa.org, 20. Juni 2025.Hannah Brown: Jerusalem Film Festival announces its opening film and Israeli lineup. In: jpost.com, 1. Juli 2025.Tak. In: nowehoryzonty.pl. Abgerufen am 13. Juli 2025. (Polnisch) Im September 2025 wurde er bei der Filmkunstmesse Leipzig gezeigt.25. Filmkunstmesse Leipzig 2025 – Die Filme. In: mcusercontent.com. Abgerufen am 11. August 2025. (PDF; 59,7 KB) Im Oktober 2025 wurde er beim AFI Fest vorgestellt.Chris Gardner: AFI Fest Sets Lineup With Films by Jim Jarmusch, Paolo Sorrentino, Kaouther Ben Hania and More. In: The Hollywood Reporter, 30. September 2025. Der Kinostart in Deutschland war am 13. November 2025. Im Januar 2026 wurde Yes beim Palm Springs International Film Festival vorgestellt.Ema Sasic: Palm Springs Film Festival lineup includes Oscar Isaac, Kim Novak movies. In: desertsun.com, 2. Dezember 2025. Am 27. März 2026 kam er in ausgewählte US-Kinos.https://www.pastemagazine.com/movies/yes-review Anfang April 2026 wird der Film beim Hong Kong International Film Festival vorgestellt.Yes. In: hkiff.org. Abgerufen am 12. März 2026.

Rezeption Altersfreigabe und Kritiken In Deutschland wurde der Film von der FSK ab 16 Jahren freigegeben. In der Begründung heißt es, der im Stil einer satirischen Nummernrevue inszenierte Film enthalte einige Szenen, in denen kritiklos Kokain konsumiert wird. Daneben gebe es vereinzelt leicht sexualisierte Szenen sowie ausführliche Beschreibungen der Hamas-Gräueltaten vom 7. Oktober 2023. Jugendliche ab 16 Jahren seien in der Lage, diese Darstellungen und Erzählungen sowohl in den politischen Kontext des Nahostkonflikts als auch in den Kontext des satirisch überspitzten Gesellschaftsporträts einzuordnen und angemessen kritisch zu hinterfragen. Eine sozialethisch desorientierende oder anderweitig negative Wirkung sei nicht zu befürchten.

Von den bei Rotten Tomatoes aufgeführten Kritiken sind 92 Prozent positiv.Yes. In: Rotten Tomatoes. Abgerufen am 1. April 2026. Bei Metacritic erhielt der Film einen Metascore von 85 von 100 möglichen Punkten.Yes. In: Metacritic. Abgerufen am 1. April 2026.

Guy Lodge schreibt in seiner Kritik für Variety, Nadav Lapids Satire sei subtil wie eine Kanonenkugel in ihrer Vernichtung der herrschenden Klassen und derer, die ihnen gehorchen. Yes sei eine absurde Komödie voll von todernster Polemik. Lapid überrasche mit der schieren, stechenden Intensität seiner Wut gegen den Staat, die sich auf seinen amoralischen, unbeschriebenen Protagonisten projiziert. Dabei sei der Film berauschend aktuell. Manche mögen die Filme des Regisseurs als belehrend und in ihrer Aussage repetitiv erachten, doch habe er Yes mit genau der für ihn typischen Dynamik konstruiert, so Lodge. Der Film sei nicht so lyrisch wie Synonymes oder so intellektuell vertrackt wie Ahed’s Knee, doch dulde er es nicht, missverstanden zu werden.

Auszeichnungen Filmfest München 2025 Nominierung im Wettbewerb CineMasters

Valladolid International Film Festival 2025 Auszeichnung für den Besten Filmschnitt mit dem José Salcedo Award (Nili Feller)The 70TH SEMINCI awards „The Mastermind“ and „Maguellan“ the Golden Spike Ex Aequo. In: seminci.com, 1. November 2025.

Auch gelangte das Werk in die Vorauswahl zum Europäischen Filmpreis 2026.Feature Film Selection. In: europeanfilmawards.eu (abgerufen am 14. Oktober 2025).

Weblinks

Yes im Programm der Internationalen Filmfestspiele von Cannes (englisch)

Einzelnachweise

Kategorie:Filmtitel 2025 Kategorie:Israelischer Film Kategorie:Deutscher Film Kategorie:Französischer Film