Theodor Förster (* 15. Mai 1910 in Frankfurt am Main; † 20. Mai 1974 in Stuttgart) war ein deutscher Physikochemiker. Ab 1951 war er ordentlicher Professor für Physikalische Chemie und Elektrochemie in Stuttgart.
Leben Theodor Förster besuchte in Frankfurt am Main die Klinger-Oberrealschule und die Universität, wo er 1933 promoviert wurde. 1933 trat er der SA und zum 1. Mai 1933 der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 2.398.904).Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/9211693Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. 2., aktualisierte Auflage. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 2005, ISBN 978-3-596-16048-8, S. 158. Es wird allerdings davon ausgegangen, dass dies aus reinen Opportunitätsgründen, nicht aus Überzeugung geschah.
Er war evangelisch, seit 1943 mit Martha Pauline Förster, geborene Schmölder, verheiratet und hatte mit ihr zwei Söhne.Kurzbiografie von Theodor Förster auf www.kipnis.de Er lebte in Stuttgart-Degerloch.
Beruflicher Werdegang Theodor Förster promovierte 1933 bei Erwin Madelung mit der Arbeit Zur Polarisation von Elektronen durch Reflexion an der Universität Frankfurt am Main zum Dr. phil. nat. Im selben Jahr wurde er Assistent in Posen. Nach seiner Habilitation wurde er 1940 Dozent in Leipzig.Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. 2., aktualisierte Auflage. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 2005, ISBN 978-3-596-16048-8, S. 158. Im Anschluss an seine Forschungs- und Lehrtätigkeiten in Leipzig wurde er 1942 Ordinarius an der Reichsuniversität Posen. Von 1947 bis 1951 arbeitete er am damaligen Max-Planck-Institut für physikalische Chemie in Göttingen – ab 1948 als Abteilungsleiter. Im Jahr 1950 wurde er zum Wissenschaftlichen Mitglied der Max-Planck-Gesellschaft berufen und auch nach Übernahme einer ordentlichen Professur für Physikalische Chemie und Elektrochemie 1951 an der TH bzw. Universität Stuttgart war er bis zu seinem Tod Auswärtiges Wissenschaftliches Mitglied der Max-Planck-Gesellschaft.Max-Planck-Institut für physikalische Chemie / Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie. In: Eckart Henning, Marion Kazemi: Handbuch zur Institutsgeschichte der Kaiser-Wilhelm-/ Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften 1911–2011 – Daten und Quellen. Berlin 2016, 2 Teilbände, Teilband 1: Institute und Forschungsstellen A-L (online, PDF, 75 MB), hier Seite 291–292 (Chronologie des Instituts). 1963 wurde er assoziiertes Mitglied der Internationalen Union für Reine und Physikalische Chemie. Ab 1964 war er zudem Honorarprofessor der LH bzw. Universität Hohenheim.
Seine Arbeitsgebiete waren insbesondere die Spektro- und Photochemie sowie organische Verbindungen. Zu seinen größten Leistungen zählt sein Beitrag zum Verständnis (1946) des Fluoreszenz-Resonanz-Energie-Transfers (Förster-Resonanzenergietransfer, FRET). 1972 erhielt er die Bunsen-Gedenkmünze der Deutschen Bunsengesellschaft für Physikalische Chemie sowie die Finsen-Medaille des Comité International de Photobiologie.
Nach Theodor Förster ist auch der Förster-Radius benannt. Die Fachgruppe Photochemie der Gesellschaft Deutscher Chemiker schreibt gemeinsam mit der Deutschen Bunsen-Gesellschaft für Physikalische Chemie alle zwei Jahre die Theodor-Förster-Gedächtnisvorlesung „für hervorragende Arbeiten auf dem Gebiet der Photochemie“ aus.
Veröffentlichungen Fluoreszenz organischer Verbindungen. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1951; Nachdruck, im Literaturverzeichnis ergänzt um spätere Veröffentlichungen des Autors, ebenda 1982, ISBN 3-525-42312-8. als Mitherausgeber: Zeitschrift für Physikalische Chemie. Neue Folge, 1954 ff.
Literatur Albert Weller: Nachruf auf Theodor Förster. In: Berichte der Bunsengesellschaft für Physikalische Chemie. Band 78, 1974, S. 969 [mit Porträt]. George Porter: Some reflections on the work of Theodor Förster. In: Die Naturwissenschaften. Band 63, 1976, Nr. 5, S. 207–211. Albert Weller: In memoriam Theodor Förster. In: EPA-Newsletter. 1980, enthält eine Liste der Publikationen von Förster online, PDF. Förster, Theodor. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 319.
Einzelnachweise
Kategorie:Physikochemiker Kategorie:Hochschullehrer (Reichsuniversität Posen) Kategorie:Hochschullehrer (Universität Stuttgart) Kategorie:Chemiker (20. Jahrhundert) Kategorie:Deutscher Kategorie:Wissenschaftliches Mitglied der Max-Planck-Gesellschaft Kategorie:Geboren 1910 Kategorie:Gestorben 1974 Kategorie:Mann Kategorie:NSDAP-Mitglied Kategorie:SA-Mitglied