Johannes Klais Orgelbau [] ist eine weltweit führende Orgelbauwerkstatt aus Bonn mit einer Exportquote von etwa 40 %.Florian Langenscheidt, Bernd Venohr (Hrsg.): Lexikon der deutschen Weltmarktführer. Die Königsklasse deutscher Unternehmen in Wort und Bild. Deutsche Standards Editionen, Köln 2010, ISBN 978-3-86936-221-2.

mini|Johannes Klais Orgelbau, Kölnstraße 148, Bonn (2010) mini|Firmenschriftzug in Hof (erbaut 1983 für Düsseldorf-Lichtenbroich) (2023)

Geschichte Das Unternehmen besteht in vierter Generation.Vatarina Lobenstein: Drei Jahre bis zum ersten Ton. zeit.de, 22. August 2015, abgerufen am 22. August 2015 Es wurde 1882 von Johannes Klais (1852–1925) gegründet. Es hatte seinen Sitz zunächst in der Breite Straße in der Bonner Innenstadt, 1894 entstand ein neues Wohn- und Betriebsgebäude an der Kölnstraßebis 1907 Cölner Chaussee nach einem Entwurf von Gerhard Franz Langenberg, das im Frühjahr 1896 bezogen wurde.Hans Gerd Klais: Beiträge zur Geschichte und Ästhetik der Orgel: Aus Anlass der Einhundertjahrfeier Orgelbau Johannes Klais Bonn, 1882–1982, Band 1, Eigenverlag, 1983, S. 151. Ab 1921 wurde die Firma von seinem Sohn Hans Klais (1890–1965), ab 1965 von seinem Enkel Hans Gerd Klais (1930–2026) weitergeführt. Heute wird das Unternehmen von seinem Urenkel Philipp Klais (* 1967) geleitet.

Neubauten der Orgelmanufaktur Klais entsprechen in der Regel dem Typus der Universalorgel, der innerhalb eines zeitgenössischen Konzeptes klangliche und konstruktive Elemente stilistisch unterschiedlicher Orgelepochen und -landschaften zu einer neuen Einheit zusammenzuführen sucht und auch Neuentwicklungen für sinnvoll erachtet. Dementsprechend strebt die Firma bei Prospekt, Gehäuse und Spielanlage ihrer Orgeln eine Gestaltung in modernen Formen an.

Weltweites Aufsehen erregte 1975 die Restaurierung der 1824 gebauten Bambus-Orgel aus der Pfarrkirche St. Joseph in Las Piñas auf den Philippinen. Das verfallene Instrument, welches das einzige seiner Art ist, wurde in Einzelteilen nach Bonn geflogen und dort aufwendig renoviert. Die Orgelmanufaktur Klais hat auch viele andere historische Orgeln restauriert.

Hermann Simon erwähnt die Orgelmanufaktur Klais in seinem gleichnamigen Buch als Beispiel für einen „Hidden Champion“.Herman Simon: Hidden Champions des 21. Jahrhunderts. Die Erfolgsstrategien unbekannter Weltmarktführer. Campus, Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-593-38380-4, S. 19.

Werkliste (Auswahl) Die hergestellten Instrumente sind in zahlreichen Kirchen und Konzertsälen anzutreffen:Opusliste (PDF) auf der Website der Fa. Johannes Klais Orgelbau, Bonn; abgerufen am 31. Januar 2021.

19. Jahrhundert Jahr Opus Ort Gebäude Bild Manuale Register Bemerkungen1884MV6Wallerode (Belgien)St. Wendelinzentriert|160x160pxI/P61886MV10KleinbüllesheimSt. Peter und PaulII/P11Ursprünglich für Collegium Josephinum Bonn, 1922 Kloster Geistingen, seit 2004 Kleinbüllesheim, Umdisponierung durch H.G. Klais 1966, 2004 in den Originalzustand restauriert durch Orgelbau Schulte1886MV12FroitzheimSt. Martinzentriert|160x160pxII/P13Die Orgel wurde 1903 durch Johannes Klais überarbeitet und 1991 restauriert. Die Orgel ist im Originalzustand erhalten.1886MV13Gelsdorf (Grafschaft)St. Walburgiszentriert|160x160pxII/P16Die Orgel wurde 1999 von Siegfried Merten restauriert.1887MV14DisternichSt. Mariä HimmelfahrtII/P12Die Orgel wurde 1998 von Hans Gerd Klais restauriert und ist nahezu im Originalzustand erhalten.1890MV22Neukirchen (Rheinbach)St. MargaretaI/P6Die Orgel wurde 1976 durch den Orgelbauer Weimbs auf elf Register erweitert.1891MV28KirchtroisdorfSt. MatthiasII/P14Im Originalzustand erhalten.1893MV39KalrathSt. Mariä HimmelfahrtII/P102012 durch Philipp Klais restauriert.189365ÜlpenichSt. Kunibertzentriert|160x160pxII/P13Die Orgel verfügt über mechanisch gesteuerte Kegelladen. Im Jahre 1962 ist das Instrument ausgebaut worden, da die Orgelempore umgebaut wurde, danach hat man es wieder unverändert aufgestellt. 1998 ist die Orgel durch die Erbauerfirma restauriert worden.189678BonnPfarrkirche St. Marien (Chororgel)zentriert|160x160pxI/P5Älteste im Originalzustand erhaltene Klais-Orgel mit pneumatischer Traktur, restauriert 2010 Orgel189679FriesheimPfarrkirche St. Martinzentriert|160x160pxII/P18Restauriert etwa 2000189691WaldbreitbachSt. Mariä HimmelfahrtII/P192006 von Philipp Klais restauriert.189794BonnSt. Marien (Hauptorgel)160x160pxII/P26Umbauten 1908 (Versetzung in den Turm) und 1961 (Elektrifizierung, Änderungen in der Disposition) Orgel1898MV 87HambachSt. AntoniusII/P151955 durch Hans Klais restauriert und umgebaut (Opus 1098).189898KaubSt. Nikolauszentriert|160x160pxII/P82004 Neubau des Prospektes durch Peter Vier.1899MV 92GolzheimSt. GregoriusII/P141961 durch die Firma Weimbs aus Hellenthal auf 19 Register erweitert und Einbau eines neuen Spieltisches.1900MV 111Reisbach (Saarwellingen)St. Marien (1885–86)zentriert|160x160pxII/P21In den 1950er Jahren wurden 4 Register durch Hugo Mayer Orgelbau (Heusweiler) durch neobarocke ersetzt, ansonsten Originalzustand1900MV 113Neunkirchen (Daun)St. Annazentriert|160x160pxII/P12Im Originalzustand erhalten.1900MV 114Enzen (Zülpich)St. Kunibertzentriert|160x160pxII/P111914 wurde durch Johannes Klais ein Elektromotor eingefügt. Die Orgel wurde 1991 durch die Firma J. Weimbs aus Hellenthal restauriert und ist im Originalzustand erhalten.

20. Jahrhundert