Hilde Schewior (* 30. August 1896; † 6. Februar 1955 in Krefeld) war eine deutsche Tänzerin, Choreografin, Schauspielerin und Souffleuse.

Leben Schewior wurde nach Anfängen am Stadttheater in Bochum und in Duisburg in den 1920er Jahren am Düsseldorfer Schauspielhaus als Schauspielerin und Tänzerin bekannt.Otto Brües: Luise Dumont. Umriß von Leben und Werk (= Schaubühne. Quellen und Forschungen zur Theatergeschichte, Band 47). Emsdetten 1956, S. 100 Als Schauspielerin von Rang trat sie etwa in Rudolf Borchardts Die geliebte Kleinigkeit (1919) auf, ein Stück, das 1925 unter der Regie von Ludwig Strauss am Düsseldorfer Schauspielhaus uraufgeführt wurde.Christoph Schmitt-Maaß: Zwischen Vitalismus und Verfall: Die Rezeption des Dreißigjährigen Krieges und der Barockliteratur bei Dichtergermanisten des George-Kreises (1915–1945). In: Fabian Lampart, Dieter Martin, Christoph Schmitt-Maaß (Hrsg.): Der Zweite Dreißigjährige Krieg. Deutungskämpfe in der Literatur der Moderne (Klassische Moderne, Band 38). Ergon Verlag, Baden-Baden 2019, ISBN 978-3-95650-491-4, S. 94 (Google Books) In Düsseldorf unterrichtete sie Tanz und Rhythmische Gymnastik an der „Hochschule für Bühnenkunst“, der privaten Theaterakademie von Luise Dumont und Gustav Lindemann. Auch gehörte sie dort zu einer avantgardistischen Künstlerszene um die Maler Gert Heinrich Wollheim und Arthur Kaufmann. Letzterer nahm sie 1924/1925 im Kostüm der Jeanne d’Arc in sein Gruppen- und Freundschaftsbild Zeitgenossen auf.Gisela Müller-Kipp: Von schöner Hoffnung, frommer Provokation und schnöder Konkurrenz. Nachlese zum jungen Rheinland im Kunstpalast. In: Jan Wellem. Jahrgang 2009, Heft 2, S. 10 (PDF)

Ihre pantomimischen tänzerischen Darbietungen,Hilde-Schewior-Abend. In: Das Theater. 1928, S. 236 die einer Grauzone zwischen Tanz und Schauspielkunst angehörenDeutsches Musikjahrbuch. 1923, S. 243 und zum modernen Solo- und Ausdruckstanz der 1920er Jahre zählen,Karl Toepfer: Pantomime: The History and Metamorphosis of a Theatrical Ideology. Vosuri Media, San Francisco/Kalifornien 2019, ISBN 978-1-7332497-5-1, S. 682 (Google Books) wie etwa auch zeitgenössische Fotos von Nini und Carry Hess zeigen,Werner Suhr: Warum tanzen die Menschen? In: Tempo. Band 1927, Heft 2, S. 37 (Digitalisat)Anja Hellhammer: Von den Konturen des Körpers. Tanzfotografien von Nini und Carry Hess. In: Tanzdrama 12 (1999), Nr. 49, S. 18–22 stießen seinerzeit durchaus auf ein geteiltes Echo. Während die Kritiker Alfred Jürgens und Luigia Gagliard ihre Tanzsoli, die sie auf Einladung der Vereinigung für junge Kunst im Februar 1925 im Oldenburgischen Staatstheater bei einem Gastspiel auf die Bühne brachte, lobten,Gloria Köpnick: „… die Moderne will aber ekstatischen Seelenausdruck“ – Die Tanzgastspiele der Vereinigung für junge Kunst. In: Tanzwissenschaft. S. 6 f. (PDF) schrieb der Kritiker und Tanzhistoriker John Schikowski 1926:John Schikowski: Geschichte des Tanzes. Verone (Nachdruck), Berlin 1926, S. 153 (Google Books)

Ab Mitte der 1920er Jahre wurde sie für Stummfilmrollen engagiert. Ihr Filmdebüt hatte sie in Gerhard Lamprechts Sozialdrama Menschen untereinander (1926).Aus der Werkstatt. In: Kinematograph. Das älteste Film-Fach-Blatt. 20. Jahrgang, Nr. 995 (14. März 1926), S. 19 (PDF) In dem Streifen Unter der Laterne (1928) trat sie als „Frieda“ auf, in Der Mann mit dem Laubfrosch (1929) als „Zimmermädchen“, in Geschminkte Jugend (1929) als „Mädchen bei Hillers“.

Als Schauspielerin und Assistentin des Regisseurs und Theaterleiters Otto Falckenberg an den Münchner Kammerspielen entwarf sie in den 1930er und 1940er Jahren Kostüme und choreografierte Tänze,Illustrierter Beobachter. 1941, Folge 21, S. 615 (Google Books)Deutsches Bühnen-Jahrbuch, 1946, S. 360 f. so etwa 1941 für Falckenbergs Inszenierung der Hochzeit des Figaro in Salzburg.Theater / Musik / Kunst. In: Innsbrucker Nachrichten. Nr. 110 (12. Mai 1941), S. 6 (PDF) Auch als Regisseurin setzte er sie ein.Stefan Eickhoff: Max Schreck. Gespenstertheater. Belleville Verlag, München 2009, ISBN 978-3-9362-9854-3, S. 211, 471

Zu ihrer tänzerischen Darstellung des Orest, einer Pantomime in drei Akten und einem Vorspiel, lieferte Alfred von Beckerath 1940 die Musik.Zeitschrift für Musik, G. Bosse, 1940, Band 107, S. 182Alfred von Beckerath: Orest. Pantomime in 3 Akten und einem Vorspiel von Hilde Schewior. W. Müller, Heidelberg 1944

Literatur Schewior, Hilde. In: Paul S. Ulrich: Theater, Tanz und Musik im Deutschen Bühnenjahrbuch. Ein Fundstellennachweis von biographischen Eintragungen, Abbildungen und Aufsätzen aus dem Bereich Theater, Tanz und Musik, die von 1836 bis 1984 im Deutschen Bühnenjahrbuch, seinen Vorgängern oder einigen anderen deutschen Theaterjahrbüchern erschienen sind. Berlin Verlag, Berlin 1985, ISBN 978-3-8706-1266-5, Band 2, S. 1331. Emil Schaeffer: Tänzerinnen der Gegenwart. Zürich 1931 (Abbildung mit Porträt Schewiors der Fotografinnen Nini und Carry Hess).

Weblinks Hilde Schewior, Datenblatt im Portal imdb.com Hilde Schewior, Datenblatt in filmportal.de Hilde Schewior, Datenblatt im Portal emuseum.duesseldorf.de

Einzelnachweise

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