mini|hochkant=1.3|Engeman bei einem Rennen in Zandvoort, August 1970 Cornelia Catherina Johanna Maria „Liane“ Engeman (* 24. März 1944 in Haarlem; † 12. Februar 2026 in Marbella, Spanien) war eine niederländische Automobilrennfahrerin. Sie begann ihre Karriere Mitte der 1960er-Jahre im Monopostosport und fuhr anschließend bis 1974 Tourenwagen- und Sportwagenrennen.
Persönliches links|mini|Rob Slotemaker (r.) förderte Engemans Karriere maßgeblich Engeman wurde 1944 als Tochter eines Taxiunternehmers geboren und wuchs in der wohlhabenden Gemeinde Bloemendaal westlich von Haarlem auf. Sie besuchte die MULO De Hartelust, verließ die Schule aber schon mit 14 Jahren ohne Abschluss. Sie fuhr bereits mit fünfzehn Jahren Taxis im elterlichen Betrieb, anfangs ohne Fahrerlaubnis. An einer Bushaltestelle begegnete sie 1964 zufällig dem bereits im internationalen Automobilsport etablierten Rob Slotemaker, der im Circuit Park Zandvoort eine Rennfahrerschule betrieb und sie dorthin mitnahm. Dort kam Engeman zum ersten Mal mit dem Motorsport in Berührung und konnte Slotemaker nach einigen Testfahrten von sich überzeugen, der ihre Karriere fortan förderte. Zur Finanzierung nahm Engeman verschiedene Gelegenheitsarbeiten wahr und wurde wiederholt als Model engagiert. Im Jahr 1970 war sie zudem am von Dunlop als Werbefläche finanzierten Kurzfilm Vive Le Sport als Amateurschauspielerin und Stuntfahrerin eines Mini Cooper S beteiligt.
Ab 1969 war Engeman kurzzeitig mit dem britischen Rennfahrer Keith St. John verheiratet und ehelichte im Februar 1972 Piet Hein Keijzer in Haarlem, der bis 1978 in Lelystad eine Teppichfabrik betrieb. Sie bekam mit ihm bald darauf Zwillinge, Michael und Eline. Die Familie lebte zunächst gemeinsam in Amstelveen und wanderte 1980 nach Spanien aus. Engeman lebte zuletzt geschieden in Marbella an der spanischen Südküste und starb im Februar 2026 im Alter von 81 Jahren.
Karriere mini|Engeman bei einem Formel-3-Lauf in Zandvoort, 1969 mini|Mit Toine Hezemans bei einem Tourenwagenrennen, 1971 Engeman fuhr 1965 mit 21 Jahren ihr erstes Rennen. Sie startete in der kostengünstigen Formel V mit Motoren bis 1200 cm³ bei einem Lauf in Zandvoort und gewann überlegen vor den teils deutlich erfahreneren Konkurrenten. In Anbetracht der geringen Entwicklungsmöglichkeiten in den Niederlanden, wo es nur eine sehr kleine Interessensgemeinschaft gab und der Koninklijke Nederlandsche Automobiel Club (K.N.A.C.) ihr lange Zeit eine Profilizenz verwehrte, zog sie bald darauf ins Vereinigte Königreich. Dort wurde bei Alan Mann Racing, die in den 1960er-Jahren unter anderem eng in den Markenauftritt von Ford bei europäischen Tourenwagenrennen eingebunden waren, in den Fahrerkader aufgenommen. Mit finanzieller Unterstützung von Mann fuhr sie ab 1966 Rennen mit Minis in der British Saloon Car Championship. Parallel dazu bestritt sie weitere Läufe der Formel V für D. J. Bond Racing und hielt eine Zeit lang den Rundenrekord auf dem Thruxton Circuit in dieser Fahrzeugklasse.
Beim 12-Stunden-Rennen von Sebring im April 1967 startete Engeman erstmals bei einer größeren, internationalen Veranstaltung. Mit einem Matra Djet erreichte sie als Teil der vom gleichnamigen Ölkonzern unterstützten MacMillan Ring-Free Motor Maids mit Janet Guthrie den 23. Rang im Gesamtklassement und den Klassensieg für GT 1.3-Fahrzeuge. Weiter nahm Engeman mit einem Brabham BT15 an der für Fahrzeuge der Formel 3 ausgeschriebenen Zandvoort Trophy teil und belegte den 19. Platz. Beim 12-Stunden-Rennen von Sebring 1968, das Engemann wieder zusammen mit Guthrie auf einem AMC Javelin nach dem in diesem Jahr startberechtigten Reglement der Trans-Am-Serie bestritt, kam es zu einem vielbeachteten Zwischenfall, als der führende Ford GT40 von Paul Hawkins bei einer Überrundung mit einem konkurrierenden Porsche 911 kollidierte, der ruckartig Engeman, die sich verbremst hatte, ausweichen musste. Hawkins musste das Rennen aufgrund der dabei erlittenen Schäden am Fahrzeug wenige Runden danach aufgeben. Er beschimpfte Engeman und Guthrie daraufhin wüst, gab ihnen die alleinige Schuld am Unfall und sprach den beiden Frauen jede Qualifikation für den internationalen Motorsport ab. Im Juli 1969 gewann sie gemeinsam mit Bob Wollek den Klassensieg für 2,5‑l-Fahrzeuge der Gruppe 1 beim 24-Stunden-Rennen von Spa-Francorchamps 1969.
In den Folgejahren fuhr Engeman einzelne Rennen in der Tourenwagen-Europameisterschaft und Deutschen Rennsport-Meisterschaft mit verschiedenen Fahrzeugen und belegte für das private Team Radio Veronica mit einem Alfa Romeo GTA den dritten Platz beim Tourenwagen-EM-Lauf in Zandvoort 1971. Zudem wurde sie Anfang 1970 vom Maastrichter Rennstall Frami Racing verpflichtet, die Werksunterstützung beim Betrieb ihrer Ford Escort genossen und für die Engeman Rennen sowohl in den Niederlanden als auch im europäischen Ausland bestritt. Im gleichen Jahr erhielt sie die Embassy Trophy des British Womens Racing Drivers Club (BWRDC), mit der das erfolgreichste Mitglied des Jahres ausgezeichnet wird. Ein Engagement beim Stichts Racing Team Holland (SRT) endete 1971 im Streit, nachdem Engeman das ihr zur Verfügung gestellte Fahrzeug kritisiert hatte und als Folge öffentlich heftig von Teamchef Gert Oosterman angegriffen wurde.
Ihr international bestes Ergebnis war ein zweiter Platz beim 6-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring 1971, wo sie im Autodelta-Werksteam von Alfa Romeo mit Toine Hezemans und Gijs van Lennep ein niederländisches Trio bildete. Sie nahm 1972 am Internationalen Eifelpokalrennen auf dem Nürburgring und dem Preis der Nationen auf dem Hockenheimring teil, die Teil der Deutschen-Rennsport-Meisterschaft waren, und erreichte auf Ford Capri als 6. bzw. 7. Ergebnisse im vorderen Mittelfeld. In diesem Jahr verkündete sie, ihre Karriere als Rennfahrerin bald beenden zu wollen. Nach einigen letzten, lokalen Rennen in Zandvoort Ende 1973 widmete sie sich schließlich ihrer Familie. Sie befand sich in dieser Zeit in Gesprächen mit British Racing Motors über ein potentielles Engagement für die Formel-1-Saison 1974.
Statistik
Sebring-Ergebnisse JahrTeamFahrzeugTeamkollegeTeamkollegePlatzierungAusfallgrund1967 Ring-Free Oil Racing TeamMatra Djet 5SRang 23 und Klassensieg1968 G.& H. EngineeringAMC Javelin Janet GuthrieAusfallUnfall1969 Ring Free Oil Racing Team Austin-Healey Sprite Janet Guthrie Donna Mae MimsRang 23
Einzelergebnisse in der Sportwagen-Weltmeisterschaft
Saison Team Rennwagen 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 1967 Ring-Free Oil Racing Matra Djet 23 1968 G.& H. Engineering AMC Javelin DNF 1969 Ring Free Oil Racing Austin-Healey Sprite 23
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Rennfahrer des 12-Stunden-Rennens von Sebring Kategorie:Sportwagen-WM-Rennfahrer Kategorie:Rennfahrer (Niederlande) Kategorie:Niederländer Kategorie:Geboren 1944 Kategorie:Gestorben 2026 Kategorie:Frau