Der Landkreis Waldmünchen gehörte zum bayerischen Regierungsbezirk Oberpfalz. Sein ehemaliges Gebiet liegt heute im Landkreis Cham.
Geographie Wichtige Orte Die einwohnerstärksten Gemeinden waren Waldmünchen, Rötz, Tiefenbach und Schönthal.
Nachbarkreise Der Landkreis grenzte 1972 gegen den Uhrzeigersinn im Norden beginnend an die Landkreise Oberviechtach, Neunburg vorm Wald, Roding und Cham. Im Nordosten grenzte der Landkreis an die Tschechoslowakei.
Geschichte
Pflegämter Rötz und Waldmünchen Durch den Verkauf der Herrschaft Schwarzenburg-Rötz-Waldmünchen durch Heinrich von Guttenstein-Vrtba an den pfälzischen Kurfürsten Ludwig V. und dessen Bruder Friedrich im Jahr 1510 wurde das Gebiet in die beiden Pflegämter Schwarzenburg-Rötz und Waldmünchen aufgeteilt. Die beiden Pflegämter gingen 1623/28 mit der Oberpfalz an das Kurfürstentum Bayern über und bestanden als bayerische Gerichts- und Verwaltungssprengel bis 1804.
Landgericht Waldmünchen Bei der Verwaltungsneugliederung Bayerns entstand 1803/4 aus dem Pflegamt Waldmünchen das Landgericht Waldmünchen. Das Pflegamt Rötz wurde dabei aufgelöst und dem neugebildeten Landgericht zugeordnet. Nach Gründung des Königreichs (1806) wurde das Landgericht Waldmünchen 1808 dem Regenkreis zugeteilt, der 1838 in Oberpfalz umbenannt wurde.
Bezirksamt Das Bezirksamt Waldmünchen folgte im Jahr 1862 dem flächengleichen Landgericht älterer Ordnung Waldmünchen als Verwaltungsbehörde.
Landkreis Am 1. Januar 1939 wurde die reichseinheitliche Bezeichnung Landkreis eingeführt. So wurde aus dem Bezirksamt der Landkreis Waldmünchen.
Zum 1. Juli 1940Bekanntmachung über die Änderung der Gebiete der Landkreise Markt Eisenstein und Waldmünchen. Vom 9. Juli 1940 - Bayerisches Gesetz- und Verordnungsblatt Nr. 20/1940, S. 136 wurden die Gemeinden Babilon, Böhmisch Kubitzen, Chodenschloß, Grafenried, Haselbach, Hochofen, Klentsch, Mauthaus, Meigelshof, Possigkau und Wassersuppen aus dem Landkreis Markt Eisenstein abgetrennt dem bayerischen Landkreis Waldmünchen zugewiesen. Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrten sie zur Tschechoslowakei zurück.
Im Jahr 1946 erhielt der Landkreis Waldmünchen die Gemeinde Ried bei Gleißenberg vom Landkreis Cham. Sie wurde nach Gleißenberg eingemeindet.
Am 1. Juli 1972 wurde der Landkreis Waldmünchen im Zuge der Gebietsreform in Bayern zusammen mit dem niederbayerischen Landkreis Kötzting und dem östlichen Teil des Landkreises Roding dem Landkreis Cham zugeschlagen.
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Quelle 1864 16.659 1885 16.738 1900 15.805 1910 15.943 1925 15.291 1939 23.202 Statistisches Jahrbuch für das Deutsche Reich 1940 1950 19.576 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1952 1960 16.000 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1961 1971 16.300 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1973
Gemeinden Vor dem Beginn der bayerischen Gebietsreform umfasste der Landkreis Waldmünchen in den 1960er Jahren 36 Gemeinden: mini|375px|Landkreis Waldmünchen, Gemeindegrenzenkarte von 1961 Albernhof Ast Bernried Biberbach Breitenried Diepoltsried Döfering Fahnersdorf Geigant Gleißenberg Grassersdorf Herzogau Hiltersried Hocha Höll Katzbach Katzelsried Lixenried Loitendorf Pillmersried Premeischl Prosdorf Rannersdorf Rötz, Stadt Schäferei Schönthal Sinzendorf Spielberg Steegen Steinlohe Thurau Tiefenbach Treffelstein Ulrichsgrün Untergrafenried Waldmünchen, Stadt Die folgenden Gemeinden wurden während des Bestehens des Landkreises eingemeindet: Berndorf, am 1. Januar 1946 zu Rötz Englmannsbrunn, am 1. Januar 1946 zu Ast Flischbach, vor 1939 zu Steegen Gmünd, am 1. Januar 1946 zu Rötz Hetzmannsdorf, am 1. Januar 1946 zu Rötz
Bezirksamtsvorstände (bis 1938) und Landräte (ab 1939)
Josef Mohr (1916–1938) Hanns Wöhrl (1938–1942) Ludwig Schultze (1942–1945) ... Franz Xaver Hegerl (1952–1964) Heinrich Eiber (1964–1972)
Kfz-Kennzeichen Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen WÜM zugewiesen. Es wurde bis zum 31. August 1974 ausgegeben. Seit dem 10. Juli 2013 ist es infolge der Kennzeichenliberalisierung wieder im Landkreis Cham erhältlich. Das Kennzeichen ist bundesweit der einzige Fall mit einem „Buchstaben-Dreher“. Entsprechend dem Ortsnamen müsste das Unterscheidungskennzeichen WMÜ lauten. Wegen der Aussprechbarkeit und Verständlichkeit im Polizeifunk wurde seinerzeit WÜM daraus.WÜM: Einzigartig in Deutschland. Mittelbayerische Zeitung vom 19. Februar 2013; abgerufen am 10. Mai 2018.
Literatur Günther U. Müller: Unser Landkreis Waldmünchen. Landkreis Waldmünchen, Waldmünchen 1969. Görgner Dietmar, Bilder aus einem alten Bezirksamt – Der Landkreis Waldmünchen in Karten und Bildern bis 1800, Rötz, Selbstverlag, 1972.
Einzelnachweise
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