Der Landkreis Roding gehörte zum bayerischen Regierungsbezirk Oberpfalz. Sein ehemaliges Gebiet liegt heute größtenteils im Landkreis Cham.
Geographie Wichtige Orte Die einwohnerstärksten Orte waren Roding, Nittenau, Bruck in der Oberpfalz und Falkenstein.
Nachbarkreise Der Landkreis grenzte 1972 im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an die Landkreise Neunburg vorm Wald, Waldmünchen, Cham, Bogen, Regensburg und Burglengenfeld.
Geschichte Landgericht Bei der Verwaltungsneugliederung Bayerns wurde 1803/4 das Landgericht Roding (bis 1815 Landgericht Wetterfeld) eingerichtet. Nach Gründung des Königreichs (1806) wurde das Landgericht Roding 1808 dem Regenkreis zugeteilt, der 1838 in Oberpfalz umbenannt wurde. In den Jahren 1838 und 1839 wurde vom Landgericht Roding das Landgericht Nittenau abgespalten.Maria Rita Sagstetter: Vom Königsgut "Nittenouua" 1007 zum königlich-bayerischen Landgericht Nittenau im 19. Jahrhundert, abgerufen am 22. Dezember 2019.
Bezirksamt Das Bezirksamt Roding wurde im Jahr 1862 aus den Sprengeln der Landgerichte älterer Ordnung Falkenstein, Nittenau und Roding gebildet.
Anlässlich der Reform des Zuschnitts der bayerischen Bezirksämter trat das Bezirksamt Roding zum 1. Januar 1880 die vier Gemeinden Hackenberg, Hauzendorf, Lambertsneukirchen und Pettenreuth an das Bezirksamt Stadtamhof sowie die Gemeinden Brennberg, Ebersroith, Frankenberg, Haag, Höhenberg und Rettenbach an das Bezirksamt Regensburg ab.Königliche Allerhöchste Verordnung, die Bestimmung der Gerichtssitze und die Bildung der Gerichtsbezirke betreffend. Vom 2. April 1879. Gesetz- und Verordnungsblatt für das Königreich Bayern, Nr. 19/1879 - S. 355–402Königliche Allerhöchste Verordnung, den Bestand der Regierungsbezirke und Bezirksämter betreffend. Vom 19. Juni 1879. Gesetz- und Verordnungsblatt für das Königreich Bayern Nr. 32/1879 - S. 665–679 Das Landgericht Falkenstein verfiel der Auflösung.
Landkreis Am 1. Januar 1939 wurde die reichseinheitliche Bezeichnung Landkreis eingeführt. So wurde aus dem Bezirksamt der Landkreis Roding.
1945 gab der Landkreis die Gemeinden Plitting und Wulkersdorf sowie 1946 die Gemeinde Pfaffenfang an den Landkreis Regensburg ab.
Am 1. Juli 1972 wurde der Landkreis Roding im Zuge der Gebietsreform in Bayern aufgelöst: Die Stadt Nittenau sowie die Gemeinden Bleich, Bruck in der Oberpfalz, Fischbach und Kaspeltshub kamen zum Landkreis Schwandorf. Alle übrigen Gemeinden kamen zum Landkreis Cham.Verordnung zur Neugliederung Bayerns in Landkreise und kreisfreie Städte vom 27. Dezember 1971
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Quelle 1864 26.640 1885 24.424 1900 23.743 1910 24.063 1925 25.093 Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern, nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 1939 25.551 Statistisches Jahrbuch für das Deutsche Reich 1940 1950 32.478 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1952 1960 30.000 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1961 1971 33.500 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1973
Bezirksamtsvorstände (bis 1938) und Landräte (ab 1939) NamevonbisFranz Ernst Neundeubel 1913 1921Edgar Bauch 1923 1927Eugen Frei 1927 1932 Friedrich Rebhan (NSDAP) 1932 1940 Anton Schöndorf 1940 1945 Kurt Habenicht 1945 1946 Walter Held 1946 1947 Josef Kiener (CSU) 1947 1956 Franz Sackmann (CSU) 1956 1967 Ernst Girmindl (CSU) 1967 1972
Ernst Girmindl wurde nach der Gebietsreform Landrat des neuen Landkreises Cham und hatte dieses Amt noch bis 1996 inne.
Gemeinden Vor dem Beginn der bayerischen Gebietsreform umfasste der Landkreis Roding in den 1960er Jahren 44 Gemeinden:Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern 1964 mini|375px|Landkreis Roding, Gemeindegrenzenkarte von 1961 Abtsried Altenkreith Arrach Au Beucherling Bleich Bodenstein Braunried Bruck in der Oberpfalz, Markt Dieberg Diebersried Falkenstein, Markt Fischbach Friedersried Fronau Haus Hitzelsberg Kalsing Kaspeltshub Kirchenrohrbach Mainsbauern Michelsneukirchen Mitterdorf Neubäu Nittenau, Stadt Obertrübenbach Pösing Reichenbach Roding, Stadt Schillertswiesen Schöngras Siegenstein Sollbach Stamsried, Markt Stefling Strahlfeld Süssenbach Trasching Untermainsbach Unterzell Wald Walderbach Wetterfeld Zimmering Die folgenden Gemeinden wurden während des Bestehens des Landkreises eingemeindet: Bergham, am 1. Januar 1946 zu Nittenau Buchendorf, am 1. Januar 1946 zu Wald Hilpersried, am 1. April 1949 zu Stamsried Hochbrunn, am 1. Januar 1946 zu Obertrübenbach Hof am Regen, am 1. Januar 1946 zu Stefling Katzenrohrbach, am 1. Januar 1946 zu Walderbach Mappach, am 1. Januar 1946 zu Bruck Mögendorf, am 1. Januar 1946 zu Bruck Neuhaus, am 1. April 1949 zu Bleich Oberzell, am 1. Januar 1946 zu Unterzell Pfaffenfang, am 1. Januar 1946 zu Altenthann, Landkreis Regensburg Plitting, am 1. August 1945 zu Hauzendorf, Landkreis Regensburg Regenpeilstein, am 1. Januar 1946 zu Roding Tiefenbach, am 1. Januar 1946 zu Reichenbach Treidling, am 1. Januar 1946 zu Reichenbach Vorderthürn, am 1. Januar 1946 zu Bruck Wiesing, am 1. Januar 1946 zu Roding Wulkersdorf, am 1. August 1945 zu Hauzendorf im Landkreis Regensburg
Kfz-Kennzeichen Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen ROD zugewiesen. Es wurde bis zum 31. August 1974 ausgegeben. Seit dem 10. Juli 2013 ist es wieder in den Landkreisen Cham und Schwandorf erhältlich.
Literatur Karl Schwarzfischer: Der Landkreis Roding. Wirtschaft, Landschaft, Geschichte und Kultur eines Grenzlandkreises. 2. Auflage. Landkreis Roding, Roding 1959.
Einzelnachweise
Roding Kategorie:Geschichte (Landkreis Cham) Kategorie:Roding Roding Kategorie:Aufgelöst 1972