Melinda Janki ist eine guyanische Anwältin, die den Kampf gegen die Ölkonzerne in Guyana anführt. 2023 erhielt sie den Rule of Law Award der Commonwealth Lawyers Association für ihren Einsatz für die Rechtsstaatlichkeit in Guyana und international. 2024 wurde sie von der Presse als Guyanas „Frau des Jahres“ ausgezeichnet. Im Juni 2025 hielt sie in Nairobi einen TED-Talk über ihren Kampf gegen die Ölindustrie.
Janki spielte eine entscheidende Rolle bei der Verankerung des Rechts auf eine gesunde Umwelt in der guyanischen Verfassung (Environmental Protection Act (Guyana)) und wirkte an der Ausarbeitung von Gesetzen zum Schutz der Umwelt mit.„the right to an environment that is not harmful to his or her health or well-being“. giving its citizens among the strongest protections of any nation, including "wired" Sie war Mitglied des Lenkungsausschusses des Weltrats für Umweltrecht (World Council on Environmental Law). Derzeit ist sie Mitglied im Rat der Commonwealth Lawyers Association.
Janki arbeitet seit Jahren eng mit den indigenen Völkern Guyanas zusammen und war maßgeblich an der Ausarbeitung des Amerindian Act beteiligt, der indigenen und nicht-indigenen Völkern Landrechte sowie Schutz vor Bergbau garantiert. Janki ist zudem Völkerrechtlerin. Ihre Arbeit über „Westpapua und das Recht auf Selbstbestimmung“ („West Papua and the right to self-determination“) trug maßgeblich dazu bei, den papuanischen Unabhängigkeitskampf von einer illegalen Sezession hin zu einer rechtmäßigen Selbstbestimmung zu wandeln.
Karriere Janki studierte Recht an der Oxford University und am University College London und begann ihre Karriere bei British Petroleum (BP). Sie kehrte in den 1990ern nach Guyana zurück, um sich am Aufbau der jungen Demokratie zu beteiligen. Sie trug maßgeblich dazu bei, dass Umweltbelange, darunter ein stabiles Klima, in der neuen Verfassung als Menschenrechte für guyanische Bürger verankert wurden. Später war sie Co-Vorsitzende der IUCN-Kommission für Umwelt und Recht, Sondergruppe für indigene Völker,L. Westra: Environmental Justice and the Rights of Indigenous Peoples: International and Domestic Legal Perspectives. United Kingdom: Taylor & Francis Group 2012. Dort verfasste sie bzw. war sie Mitautorin von Arbeiten zu Themen wie rechtebasierte Ansätze zur Nutzung von Justizsystemen (Guyana’s legal systems) für den Umweltschutz und zu den Völkern Guyanas, beispielsweise zum erfolgreichen Einsatz der Waiwai für die Durchsetzung ihrer Landrechte durch die Regierung.R. Engel, P. Taylor, K. Bosselmann: Governance for Sustainability: Issues, Challenges, Successes. Germany: IUCN 2008.
Prozesse gegen ExxonMobil Nach der Entdeckung von Öl im Jahr 2015 schloss Exxon eine nicht-öffentliche Vereinbarung mit dem guyanischen Präsidenten David Arthur Granger über eine Reihe von 23-jährigen Konzessionen ab. Diese Verträge wurden 2017 öffentlich bekannt. Das Projekt sollte 750.000 bis über eine Million Barrel Öl pro Tag liefern und Guyana damit zu einem der zwanzig größten Ölproduzenten der Welt und zu Exxons wichtigster Ölquelle machen. Laut dem Institut für Energiewirtschaft und Finanzanalyse (IEEFA) erzielten Exxon und seine Partner bis Ende 2021 Einnahmen von 3,6 miard. US-Dollar, verglichen mit 607 Mio. US-Dollar für Guyana. Bis 2027 wird Guyana Exxon und seinen Partnern mehr als 34 miard. US-Dollar schulden. Es wurden jedoch Klagen von Bürgern eingereicht, die aus dem einen oder anderen Grund durch die Bohrungen oder, allgemeiner, durch den Klimawandel, der durch fossile Brennstoffe verursacht wird, negativ betroffen sein könnten.„The earth’s atmosphere and oceans have been and continue to be polluted by the release and accumulation of greenhouse gases [from] the production, transportation, refining and use of fossil fuels [thus violating Guyana’s citizens right to a healthful and sustainable environment].“
2018 reichte Janki die erste Klage gegen ExxonMobil wegen dessen Ölbohrungen ein. Obwohl der Karibische Gerichtshof gegen ihren Mandanten Ramon Gaskin entschied, fällte er eine Reihe weiterer Urteile mit Auswirkungen auf die Branche. Das Gericht stellte fest, dass Kläger, die in gutem Glauben den Umweltschutz betreiben, keine Kosten tragen dürfen. Es entschied außerdem, dass Hess und China National Offshore Oil (CNOOC) ihre Erdölförderlizenzen nicht zur Ölförderung nutzen dürfen, dass sie für alle von Exxon verursachten Umweltschäden haften und dass Exxon das Völkerrecht einhalten muss.
Janki hat eine Reihe von Erfolgen gegen ExxonMobil und die Regierung von Guyana errungen. Ihr erster Erfolg gelang ihr 2020, als die Umweltgenehmigungen von ExxonMobil von 23 auf 5 Jahre verkürzt wurden. Nach guyanischem Recht ist für alle Genehmigungen vorgeschrieben, dass jedes beteiligte Unternehmen einen Umweltverträglichkeitsbericht (environmental impact report) erstellt und die volle Haftung für die Auswirkungen auf Mensch und Umwelt übernimmt. Im Jahr 2020 reichte Janki im Namen des Universitätsdozenten Troy Thomas und des jungen Wapichan-Bewohners Quadad DeFreitas Klage gegen die Ölförderung der Regierung ein, da diese ihrer Ansicht nach das verfassungsmäßige Recht auf eine gesunde Umwelt verletze. Der Fall, der derzeit vor Gericht verhandelt wird, könnte die Freisetzung von Milliarden Tonnen CO₂ verhindern und gilt als der weltweit größte Klimaprozess. ExxonMobil hat sich der Klage angeschlossen, was darauf hindeutet, dass das Unternehmen sein Geschäftsmodell bedroht sieht.
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