mini|Logo der Netivei Jisraʾel mini|Hauptverwaltung der Netivei Jisraʾel in Or Jehuda, 2010 mit seinerzeitigem Namen Die Netivei JisraʾelNetivei Jisraʾel steht als Kurzform für Netivei Jisraʾel – haChevrah haLeʾummit liTaschtijjot Tachburah BaʿA"M, .NN, “” (19. November 2012), auf: Ynet יְדִיעוֹת אַחֲרוֹנוֹת; abgerufen am 5. Mai 2023. sind das staatliche israelische Infrastrukturunternehmen für Planung, Bau und Unterhalt öffentlicher Verkehrsinfrastruktur in der Rechtsform einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Sitz der Netivei Jisraʾel ist Or Jehudah, eine Stadt im Ballungsraum Gusch Dan.

Geschichte Im britisch verwalteten Mandatsgebiet Palästina richtete die Mandatsverwaltung Governemnt of Palestine im Jahre 1921 das Public Works Department (P.W.D.) ein, damals ein Departement der Regierung für öffentliche Arbeiten, vor allem solche baulicher Natur. Das P.W.D. übernahm den Bau und Unterhalt der Regierungsbauten und der Haupt- und Fernstraßen im Lande.A Survey of Palestine: Prepared in December, 1945 and January, 1946 for the Information of the Anglo-American Committee of Inquiry on Jewish Problems: 3 Bde., Government of Palestine (Hrsg.) im Auftr. von ‘Special Committee on Palestine of the United Nations General Assembly’ und ‘Anglo-American Committee of Inquiry on Jewish Problems in Palestine and Europe’, Jerusalem: Government Printer, 1946–1947, hier Volume I (1946), S. 121. Der Chef des Departements, der Director of Public Works, beriet das Government in allen Fragen des Bauingenieurwesens, der Lagerung und Bevorratung von Kraftstoff sowie der Elektrifizierung des Landes (einschließlich Vergabe von Kraftwerkskonzessionen). Auch die Vergabe von Schürfrechten für Bodenschätze im Rahmen des Bergrechts oblag dem P.W.D., sein Geologe lieferte die Expertisen für Brunnenbohrungen im Lande.

Das Public Works Department hatte seinen Sitz in Jerusalem. Mit Planung und Bau von Regierungsgebäuden, Krankenhäusern, Schulen, Postämtern und Polizeistationen im Lande leistete das P.W.D. Pionierarbeit zur sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung Palästinas. Auch der Wasser- und Hafenbau, vor allem beim Haupthafen des Landes, dem Hafen von Haifa, oblag dem Public Works Department.

mini|Logo der MaʿAZ / Abteilung für Öffentliche Arbeiten (MaʿAZ) Mit der Gründung Israels firmierte das Public Works Department 1948 zur Machleqet ʿAvōdōt Zibbūrijjōt ( [MaʿAZ / ]) im Arbeitsministerium um und blieb bis heute weithin unter diesem Akronym MaʿAZ bekannt. Die Aufgaben änderten sich zunächst nicht, steigerten sich aber wegen der Aufgabe, binnen weniger Jahre Hunderttausende Flüchtlinge und Vertriebene infrastrukturell zu versorgen mit Einrichtungen öffentlicher Daseinsvorsorge. Daneben trat als zusätzliche Aufgabe die Behebung von Schäden an Gebäuden und Infrastruktur durch den Krieg um Israels Unabhängigkeit.Binjamin Neuberger (), ישראל בעשור הראשון, Tel Aviv: , 2002, passim. Nach der Bauflute durch den Arabischen Aufstand in Palästina (1936–1939) wirkte Ossip Klarwein von 1940 bis 1945 für das P.W.D.Jacqueline Hénard, „Ossip Klarwein – Leben und Schicksahl“, in: Ossip Klarwein: Vom »Kraftwerk Gottes« zur Knesset, Publikation des ‹Aktiven Museums Faschismus und Widerstand in Berlin› mit Beiträgen von: Doron Bar, Dafna Berger Sperling, Johannes Cramer, Diana Dolev, Sigal Davidi, Jacqueline Hénard, Noah Hysler Rubin, Guy Jamo und Talia Margalit, Sue McRae und Hans Brandt (Übers.), Bönen: Kettler, 2025, S. 8-21, hier S. 16. ISBN 978-3-98741-197-7. Der Berliner Architekt Fritz Gad Ascher, der 1941 aus dem Architekturbüro Erich Mendelsohns in das P.W.D. gewechselt war, leitete die MaʿAZ von 1948 bis zu seinem Tode.

mini|Ǧazzar-Moschee, Akko: Kriegsschaden von 1948 am Kuppeldekor 1954 durch die MaʿAZ behoben Das Verkehrsministeriums, in dessen Zuständigkeit die MaʿAZ gewechselt war, beschloss am 15. September 2003, den Betrieb zu reorganisieren. Ab 1. Januar 2004 war die MaʿAZ ein privatrechtliches staatliches Unternehmen, dessen Firmenakronym bestehen blieb, das aber ein neues Logo erhielt und nunmehr aber als HaChevrah haLəʾummīt liDrachīm bəJisraʾel (, auch National Roads Authority, NTA) firmierte.

mini|Logo (2004–2012): Die Lettern stilisiert in einem Verkehrsknoten Der Sitz des öffentlichen Unternehmens wurde von Jerusalem nach Or Jehuda im Gusch Dan verlegt. Die MaʿAZ (NTA) gab den Bau und Unterhalt staatlicher Gebäude ab und konzentrierte sich seither auf die Planung, den Bau und die Instandhaltung der meisten Straßeninfrastrukturen in Israel, einschließlich Straßen, Tunnel, Brücken, Verkehrsknoten wie Anschlussstellen. 8500 Kilometer Straßen, 105 Anschlussstellen (, sg./pl.), 2200 Kreuzungen (, sg./pl.), 1300 Brücken (, sg./pl.) und Tunnels fallen in die Zuständigkeit der Netivei Jisraʾel.“על החברה”, auf: נתיבי ישראל; abgerufen am 14. April 2025.

Seit der Staatsbetrieb 2012 die Firma Netivei Jisraʾel erhielt, baut das Unternehmen meist nicht mehr neue Straßen in eigener Regie, sondern schreibt geplante Projekte aus und verwaltet den Bau neuer Straßen durch Unternehmen aus dem privaten Sektor. Seit 2010 ist das Unternehmen auch mit der Planung, Ausschreibung und Verwaltung des Baus neuer Eisenbahnstrecken für die Rakkevet Jisraʾel beauftragt. Neben Netivei Jisraʾel bestehen andere Infrastrukturunternehmen, die aber nur für kleinere Teile der Verkehrsinfrastruktur Israels zuständig sind: Jefe Nof in Haifa, Netivei Ayyalon im Ballungsraum Gusch Dan (Ajjalon-Schnellweg 20px), Moriah in Jerusalem, Derech Eretz (Trans-Israel-Autobahn 20px) und Netivei Jovel (Autobahn Kvisch 20px).

Bahnstrecken in Planung der Netivei Jisraʾel

Akkon–Karmiʾel[–Qirjat Schmona] Aradbahn in der nördlichen Wüste Negev Jeruchambahn in der mittleren Wüste Negev Lod–Chadera Mizrach (Ostbahn), zweigleisiger, kreuzungsfreier Ausbau Menaschebahn im Bezirk Haifa Sevulonbahn im westlichen Galiläa

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