Edward Flak (* 13. Mai 1948 in Sieraków Śląski; † 11. November 2020 in Olesno) war ein polnischer Politiker deutscher Abstammung. Er gehörte von 1992 bis 1993 dem Sejm in dessen I. Wahlperiode für das Wahlkomitee Deutsche Minderheit an.

Leben und Beruf Edward Flak studierte an der Universität Breslau Rechtswissenschaften und praktizierte anschließend als Rechtsanwalt. Er gehörte zu den engagiertesten Vertretern der Deutschen Minderheit. Auf seinen Antrag hin wurde am 23. November 1990 hin der „Sozial- und Kulturverein Deutschstämmiger der Woiwodschaft Tschenstochau“ als erste Organisation der Deutschen Minderheit registriert.„Nie żyje Edward Flak, wieloletni burmistrz Olesna, były poseł i jeden z założycieli Mniejszości Niemieckiej“ auf nto.pl, abgerufen am 14. April 2024. Nach Auflösung der Woiwodschaft Tschenstochau im Zuge der Verwaltungsreform 1999 benannte sich die Vereinigung in „Sozial-Kulturelle Gesellschaft der Deutschen im Oppelner Schlesien mit Sitz in Rosenberg“ um, bevor sie sich 2004 der Sozial-Kulturellen Gesellschaft der Deutschen im Oppelner Schlesien anschloss, deren Vorstand er fortan angehörte. Nach seinem Ausscheiden aus der hauptamtlichen Politik war er ab 2006 wieder als Rechtsanwalt tätig.

Politik Nach den Selbstverwaltungswahlen 1990 wurde Flak als Vertreter des Wahlkomitees Deutsche Minderheit zum Bürgermeister von Olesno gewählt. Nach den Selbstverwaltungswahlen 1994 wechselte er in das Amt des Vorsitzenden des Stadtrates, wurde aber 1998 und 2002Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 28. Mai 2025. erneut Bürgermeister. Nachdem ihn das Wahlkomitee 2006 nicht erneut aufgestellt hatte, schied er aus dem Amt aus.

Bei der ersten freien Parlamentswahl 1991 erhielt die Liste des Wahlkomitees Deutsche Minderheit im Wahlkreis der Woiwodschaft Tschenstochau zwar ein Mandat, gewählt wurde jedoch Georg Brylka.Ergebnis in Monitor Polski 1991, Nr. 41, S. 444. Als dieser sein Mandat niederlegte, rückte Flak mit Wirkung vom 8. Oktober 1992 in den Sejm nach.Mitteilung im Monitor Polski 1992, Nr. 34, S. 238. In der Verfassungsdebatte des Sejms am 21. Januar 1993 sprach er sich im Namen der Deutschen Minderheit dafür aus, die Rechte nationaler und ethnischer Minderheiten in die „Charta der Rechte und Freiheiten“ aufzunehmen. Er bezog sich dabei insbesondere auf die amtierende Regierungschefin Hanna Suchocka, zwei Jahre zuvor in einem wissenschaftlichen Aufsatz aufgezeigt habe, dass die Existenz von Minderheiten zu ihrem Schutz die Kodifizierung von Minderheitenrechten erfordere.Plenarprotokoll (Auszug) vom 21. Januar 1993. Bei der Parlamentswahl 1993 erhielt die Deutsche Minderheit in Tschenstochau kein Mandat mehr.Ergebnis in Monitor Polski 1993, Nr. 50, S. 639. So schied Flak aus dem Sejm aus. Bei den Parlamentswahlen 1997Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 14. April 2025. und 2001Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 14. April 2024. kandidierte er ebenfalls erfolglos für dasselbe Wahlkomitee. Hingegen wurde er 1998 für eine Wahlperiode in den Woiwodschaftssejmik der Woiwodschaft Oppeln gewählt. Bei den Selbstverwaltungswahlen 2006 verpasste er die Rückkehr in den Sejmik.Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 14. April 2024.

Ehrungen 2001 Bronzenes Verdienstkreuz der Republik PolenVerleihnachricht in Monitor Polski 2002, Nr. 1, S. 5.

Weblinks Biogram auf der Seite des Sejm Nachruf auf wochenblatt.pl

Einzelnachweise

Kategorie:Sejm-Abgeordneter (Dritte Republik) Kategorie:Träger des Bronzenen Verdienstkreuzes der Republik Polen Kategorie:Deutscher in Polen Kategorie:Politiker (20. Jahrhundert) Kategorie:Pole Kategorie:Geboren 1948 Kategorie:Gestorben 2020 Kategorie:Mann