Straßdorf ist ein Gemeindeteil der Stadt Schwarzenbach am Wald im Landkreis Hof (Oberfranken, Bayern). Die Gemarkung Straßdorf hat eine Fläche von 1,144 km². Sie ist in 359 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 3187,46 m² haben. In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Äußera (zum Teil).
Geografie Im Dorf entspringt der Lippertsbach, ein linker Zufluss der Culmitz. Im Norden grenzt der Forst Schwarzenbacher Wald an. Die Staatsstraße 2194 führt unmittelbar zu einer Anschlussstelle der Bundesstraße 173 und diese überbrückend nach Schwarzenbach am Wald (1 km südlich) bzw. nach Geroldsgrün (6 km nördlich). Die Kreisstraße HO 28 führt nach Lippertsgrün (2,1 km nordöstlich) bzw. an Poppengrund, Meierhof und Straßhaus vorbei nach Bernstein am Wald (5,5 km südwestlich). Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Göhren (0,5 km westlich) und die B 173 kreuzend nach Äußera (1 km östlich).
Geschichte Straßdorf gehörte zur Realgemeinde Schwarzenbach. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Straßdorf aus 14 Anwesen (2 Gütlein, 8 Tropfhäuser, 2 Wohnhäuser, 1 Fallhütte, 1 Wirtshaus). Die Hochgerichtsbarkeit sowie die Grundherrschaft über sämtliche Anwesen hatte das bayreuthische Verwaltungsamt Schwarzenbach am Wald.M. Körner: Naila, S. 307.
Von 1797 bis 1810 unterstand Straßdorf dem Justiz- und Kammeramt Naila. Nachdem im Jahr 1810 das Königreich Bayern das Fürstentum Bayreuth käuflich erworben hatte, wurde der Ort bayerisch. Infolge des Ersten Gemeindeedikts wurde Straßdorf dem 1812 gebildeten Steuerdistrikt Schwarzenbach zugewiesen. Zugleich entstand die Ruralgemeinde Straßdorf, zu der Äußera und Kleindöbra gehörten. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Naila zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Lichtenberg (1919 in Finanzamt Lichtenberg umbenannt, seit 1955 Finanzamt Naila). Ab 1862 gehörte Straßdorf zum Bezirksamt Naila (1939 in Landkreis Naila umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Naila (1879 in Amtsgericht Naila umgewandelt). Nach 1952 wurden Göhren und Grubenberg von der Gemeinde Räumlas eingegliedert. Dadurch vergrößerte sich die Gebietsfläche von 1,225 km² auf 3,346 km². Am 1. April 1971 wurde die Gemeinde Räumlas mit seinen verbliebenen Gemeindeteilen Lerchenhügel und Sorg eingegliedert. Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde Straßdorf am 1. Mai 1978 nach Schwarzenbach am Wald eingemeindet.
Einwohnerentwicklung Gemeinde Straßdorf Jahr 1819 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 197 308 346 366 327 335 323 334 323 323 322 301 297 308 341 360 345 433 462 605 590 587 724 763HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1799 werden diese als Häuser bezeichnet, von 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 43 47 48 50 58 87 140 Quelle Für die Gemeinde inklusive Kleindöbra (S. 61).
Ort Straßdorf Jahr 1799 1819 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2020Einwohner 88 146 251 221 228 220 265 442 485 541 543 425Häuser 16 31 34 42 63 86 155 Quelle J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 5, Sp. 461.
Religion Straßdorf ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach Schwarzenbach am Wald gepfarrt.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Geographie (Schwarzenbach am Wald) Kategorie:Ort im Landkreis Hof Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Hof) Kategorie:Gemeindegründung 1812 Kategorie:Gemeindeauflösung 1978 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Hof