Command Authority: Kampf um die Krim () ist ein Techno-Thriller des US-amerikanischen Autors Tom Clancy. Als Co-Autor fungiert Mark Greaney. Es erschien im Original 2013, die erste deutsche Übersetzung erschien 2014 im Heyne Verlag. Command Authority ist der sechzehnte Roman innerhalb des Jack-Ryan-Universums und das letzte Werk, an dem Clancy vor seinem Ableben noch mitwirkte.

Handlung

Die Haupthandlung wird auf zwei zeitlichen Ebenen erzählt, zwischen denen die Perspektive hin und her wechselt.

Rückblende (1983)

Jack Ryan, damals noch einfacher CIA-Analyst, untersucht zusammen mit Mitarbeitern des Secret Intelligence Service den Mord an einem Schweizer Bankier. Sie folgen einer Spur nach West-Berlin, wo in der Folge die GSG 9 eine Zelle der Roten Armee Fraktion aushebt. Die Zelle steht im Verdacht, den Bankier ermordet zu haben. Ein KGB-Attentäter mit Codenamen Zenit provoziert während der Razzia durch Schüsse auf die Beamten von einem benachbarten Haus aus eine Schießerei, in der alle RAF-Mitglieder umkommen. Damit will er verschleiern, dass in Wahrheit der KGB hinter dem Mord steckt. Ryan trifft zufällig auf das einzige überlebende Mitglied der Zelle, Martha Scheuring, und will sie, im Gegenzug für eine Aussage gegen den KGB, in Sicherheit bringen. Auf der Flucht werden sie jedoch von Stasi-Mitarbeitern angegriffen. Scheuring flieht, Ryan entkommt mit Hilfe des MI5-Agenten Victor Oxley, der eigentlich auf der Jagd nach Zenit ist, knapp, wobei Oxley selbst jedoch von der Stasi in Gewahrsam genommen wird. Scheuring stirbt mutmaßlich wenige Tage später bei einem "Fluchtversuch" aus der DDR.

Gegenwart (2013)

In der Gegenwart ist der Ex-KGB-Offizier Waleri Wolodin zum Präsidenten der Russischen Föderation aufgestiegen. Er hofft, die Sowjetunion wieder auferstehen zu lassen, und Russland zu alter Größe zurückzuführen. Zunächst lässt er dazu seine Truppen in Estland einfallen, doch der Angriff kann durch Einheiten der NATO zurückgeschlagen werden. Wolodin, nun auf der Suche nach einem leichteren Weg, sein Staatsgebiet auszudehnen, beginnt stattdessen mit den Planungen für einen Überfall auf die Ukraine – dort, so hofft er, wird die NATO nicht eingreifen, da die Ukraine im Gegensatz zu Estland kein Mitgliedsland ist.

Zur gezielten Sabotage der Beziehungen zu den USA lässt Volodin den Inlandsgeheimdienst FSB mehrere False-Flag-Aktionen durchführen: So wird der Chef des russischen Auslandsgeheimdienstes SWR von einem Auftragskiller ermordet. Parallel wird dessen Vorgänger, der russische Oppositionelle Sergei Golowko, mit Polonium vergiftet. Beide Anschläge schiebt Wolodin erfolgreich den USA in die Schuhe, da Birjukow von einem durch die CIA ausgebildeten Attentäter und Golowko während einer Vortragsreise durch die USA getötet wurden.

Gleichzeitig festigt Wolodin seine Macht, indem er FSB und SWR unter der Leitung seines engen Vertrauten und Silowik Roman Talanow zusammenlegt. Die Amerikaner vermuten schon länger, dass Talanow in Wahrheit der KGB-Attentäter Zenit ist, den Ryan Sr. – mittlerweile Präsident der USA – vor dreißig Jahren in Berlin suchte, können dies jedoch nicht beweisen.

Ein Team des „Campus“, unter anderem bestehend aus John Clark, Domingo „Ding“ Chavez, Dominic Caruso und Sam Driscoll, wird zeitgleich nach Kiew geschickt, da einer dort ansässigen russischen Mafia-Organisation namens Sieben starke Männer Verbindungen zum FSB nachgesagt werden. Das Team findet heraus, dass sich die Sieben Starken Männer an False-Flag-Aktionen gegen pro-russische Politiker und Kundgebungen in der Ukraine beteiligen, die man Nationalisten in die Schuhe schiebt. Außerdem verteilen sie Pässe an ethnisch russische Ukrainer.

Zur gleichen Zeit lässt Wolodin eine CIA-Anlage in Sewastopol, genannt „Lighthouse“, von pro-russischen Demonstranten – in Wahrheit angestachelt durch mehrere Agents Provocateurs des FSB – angreifen. Das Campus-Team begibt sich auf Bitten des Kiewer CIA-Chefs zum Lighthouse und hilft bei der Verteidigung der Anlage gegen eine gewaltige Übermacht. Mithilfe von US-Luftunterstützung gelingt ihre Evakuierung schließlich. Da sie vor ihrer Flucht alle Aufzeichnungen im Lighthouse vernichtet haben, und Wolodin somit keine CIA-Präsenz in der Ukraine beweisen kann, bleibt der von ihm erhoffte Casus Belli aus.

Wolodin beschließt, die Invasion der Ukraine dennoch durchzuführen unter dem Vorwand, die vermeintlichen russischen Staatsbürger (die ihre Pässe zuvor durch die Sieben starken Männer erhielten) im Land zu schützen. Russische Truppen überqueren wenig später die Grenze zur Ukraine, besetzen die Krim und rücken schnell weiter auf Kiew vor. Den stark unterlegenen ukrainischen Streitkräften gelingt es mithilfe US-amerikanischer Militärberater nur, den russischen Vormarsch zu verlangsamen, doch stehen die Chancen klar gegen sie.

Parallel deckt Jack Ryan Jr., der mittlerweile bei der Business-Analyse-Firma Castor&Boyle Risk Analytics Ltd. in London arbeitet, auf, dass der russische Staat ausländische Unternehmer im großen Stil um deren Investitionen bringt. Ryans Chef Hugh Castor schiebt den Nachforschungen jedoch einen Riegel vor, da die vermeintlichen Täter mit dem FSB in Verbindung stünden, was die Sache zu gefährlich mache. Durch einen Hinweis seines Vaters, den er in Akten über Zenit gefunden hat, stößt Ryan Jr. auf Oxley. Dieser hat nach seiner Gefangennahme durch die Stasi Jahre in einem Gulag verbracht und konnte erst nach dem Zerfall der Sowjetunion nach England zurückkehren. Er bestätigt Ryan Jr., dass Zenit tatsächlich Talanow ist, der unter einer Tarnidentität im gleichen Lager untergebracht war und bei einer Typhuserkrankung seine wahre Identität offenbarte. Zudem verrät Oxley, dass Castor sein ehemaliger Verbindungsoffizier beim MI5 war.

Gedeckt durch das Campus-Team besuchen Ryan Jr. und Oxley Castor in dessen Chalet bei Zug. Castor gibt zu, dass er mit Talanow Geschäfte macht, und dass dieser insgeheim der Anführer der Sieben starken Männer ist. Dadurch konnte Talanow die Gruppe auch zur Durchführung der verdeckten Operationen gegen die Ukraine einspannen. Castor hatte Ryans Ermittlungen behindert, weil er an den Profiten der Enteignungen in Russland beteiligt ist. Zudem erklärt Castor, dass es Präsident Wolodin war, der Talanow bei den Sieben starken Männern als verdeckten Agenten einschleuste und führte. Das würde Talanow in den Augen der Sieben starken Männer, die zu den Dieben im Gesetz gehören, zum Verräter machen. Ein von Talanow entsandtes Killerkommando stürmt kurz darauf das Chalet, um alle Mitwisser zu beseitigen. Castor und Oxley sterben, Ryan und das Campus-Team entkommen jedoch.

Anschließend reist das Campus-Team zurück nach Kiew und nimmt dort die verbleibenden Mitglieder der Sieben starken Männer fest, um sie als Zeugen gegen Wolodin und Talanow in der Hand zu haben.

Präsident Ryan konfrontiert Wolodin bei einem Telefonat mit den neu gewonnenen Erkenntnissen und erpresst von ihm den Abzug aller Truppen aus der Ukraine und die Wiederherstellung des Status quo ante. Im Gegenzug hält Präsident Ryan Wolodins Verbindung zu den Sieben starken Männern und den Zenit-Morden geheim. Wolodin geht darauf ein.

Talanow tritt wenige Tage später von seinem Posten als Geheimdienstchef zurück und wird von einem seiner Leibwächter ermordet.

Rezeption

Das Buch landete unmittelbar nach Erscheinen auf Platz eins der New York Times Bestsellerliste.

Zu größerer medialer Aufmerksamkeit in Deutschland gelangte das Buch im Rahmen der russischen Invasion der Krim, da es eine solche Invasion bereits ein Jahr, bevor sie tatsächlich stattfand, beschrieb. Diese Tatsache wurde, unabhängig von den gemischten Bewertungen des eigentlich Romans, hauptsächlich mit Anerkennung betrachtet.

So nannte die WELT Clancy den „Thrillerautor[en], der die Krim-Krise prophezeite“, während die Frankfurter Allgemeine sogar fragte: „Wenn Tom Clancy es wusste, wieso nicht auch die EU?“

Trivia

Die Figur des Waleri Wolodin ist eine nur dünn fiktionalisierte Version des realen Präsidenten der russischen Föderation, Wladimir Putin. Wolodin wird als ein „kleiner Mann, nur 1,72 Meter, aber fit und energetisch“ beschrieben, der sich selbst gerne als Sex-Symbol sehe. Wie Putin ist auch Wolodin ein Ex-KGB-Offizier und lässt unter dem Vorwand, die dortige russische Minderheit zu schützen, die Krim überfallen. Der Anschlag auf Sergej Golowko im Buch ist dem realen Anschlag auf Alexander Litwinenko 2006 nachempfunden. In beiden Fällen wurden regimekritische, ehemalige Angehörige des FSB im Ausland im Auftrag Russlands mit Polonium vergiftet. Der Name der überlebenden RAF-Angehörigen Martha Scheuring ist eine Anspielung auf die Figur Marta Shearing aus Das Bourne Vermächtnis.

Einzelnachweise

Kategorie:Thriller (Literatur) Kategorie:Werk von Tom Clancy