mini|Den Abbildungen in den Originalquellen (Fatzer, 1993; Streich, 1997) entsprechende Abbildung der sieben Phasen der Veränderung Das 7-Phasen-Modell ist ein Change-Management-Modell, welches im Jahr 1988 von Richard K. Streich, Sonja A. Sackmann, J. Jupp und Lewis ausgehend von Kurt Lewins 3-Phasen-Modell entwickelt wurde.

Teilweise wird das 7-Phasen-Modell auch als Anwendung des Kübler-Ross-Modells (fünf Phasen der Trauer, 1969) von Elisabeth Kübler-Ross dargestellt.

Entwicklungs- und Rezeptionsgeschichte Laut Streich und Gerhard Fatzer wurde bereits im Jahr 1988 im Rahmen eines Qualifizierungsprogramms von Streich, S. Sackmann, J. Jupp und T. Lewis „eine Erweiterung des klassischen 3-Phasen-Modells von Lewin“ entwickelt.Richard. K. Streich: Veränderungsprozeßmanagement. In: Michael Reiß, Lutz von Rosenstiel, Anette Lanz (Hrsg.): Change Management. Programme, Projekte und Prozesse. (= USW-Schriften für Führungskräfte. Band 31). Schäffer-Poeschel Verlag, Stuttgart 1997. ISBN 3-7910-0947-8, S. 240 Das damit einhergehende Manuskript blieb unveröffentlicht.Richard. K. Streich: Veränderungsprozeßmanagement. In: Michael Reiß, Lutz von Rosenstiel, Anette Lanz (Hrsg.): Change Management. Programme, Projekte und Prozesse. (= USW-Schriften für Führungskräfte. Band 31). Schäffer-Poeschel Verlag, Stuttgart 1997. ISBN 3-7910-0947-8, S. 253. Literatur Nach eigener Aussage erarbeitete Streich seine Version in Anlehnung an die Ausführungen in Transition – Understanding and Managing Personal Change (1976) von John D. Adams, John Hayes und Barrie Hopson. Es ist dort eine ganz ähnliche Veränderungskurve mit ähnlicher Bezeichnung zu sehen.

Eine Abbildung der Veränderungskurve ohne darüber hinaus gehende Beschreibung erschien bei Fatzer im Jahr 1993,Gerhard Fatzer: Die sieben Phasen der Veränderungskurve (Abbildung) in: Gerhard Fatzer (Hrsg.): Organisationsentwicklung für die Zukunft. Ein Handbuch. Edition Humanistische Psychologie, Köln 1993. ISBN 3-926176-41-5. S. 32–33. Die Veränderungskurve wurde im Jahr 1997 von Streich erneut in einem Beitrag zum Change-Management aufgegriffen und unter u. a. durch Einbezug der Dimensionen der wahrgenommenen Kompetenz und Methoden der Veränderungssteuerung genauer beschrieben.Richard. K. Streich: Veränderungsprozeßmanagement. In: Michael Reiß, Lutz von Rosenstiel, Anette Lanz (Hrsg.): Change Management. Programme, Projekte und Prozesse. (= USW-Schriften für Führungskräfte. Band 31). Schäffer-Poeschel Verlag, Stuttgart 1997. ISBN 3-7910-0947-8, S. 237 bis 254 Diese Ausführung Streichs (1997) sind seit den 2000er Jahren in steigender Häufigkeit Teil vieler Change-Management-Ratgeber.Das 7-Phasen-Modell der Veränderung von Streich in: Stefan Poppelreuter: Wirtschafts- und Organisationspsychologie im Management. Verlag TÜV Media (TÜV Rheinland Group), Köln 2018. S. 109Die 7 Phasen der Veränderung In: Claude Heini: Eine Megafusion – Erleben aus der Sicht von Managern und Mitarbeitern. Waxmann Verlag, 2003, S. 93–96, 99Phasen von Veränderungsprozessen in: Walter Neubauer, Bernhard Rosemann: Führung, Macht und Vertrauen in Organisationen. Kohlhammer, Stuttgart 2006. S. 147–149vergleiche auch die Literaturliste dieses Artikels

Beschreibung Das 7-Phasen-Modell beschreibt, wie Menschen bei neuartigen bzw. tiefgreifenden Veränderungen emotional reagieren und wie sie sie erleben. Der Grundansatz ist, „dass Fähigkeiten zur Veränderung und der Umgang damit von der persönlichen wahrgenommenen Kompetenz zur Veränderungssteuerung abhängig sind“. Streich umschrieb die sieben Phasen im Umgang mit Veränderungen folgendermaßen:

Phase (Schock): Konfrontation mit der neuen Situation; Fehlen von bekannten Handlungsmustern; Sinken der Kompetenz, mit der Veränderung umzugehen; mögliche Lähmung bzw. Blockierung der Leistung. Phase (Verneinung): selbst eingeschätzte Kompetenz steigt wieder; dadurch entsteht eine mögliche Behinderung eines Lernprozesses; Verneinung bzw. Protest gegenüber der Veränderung; schwierig zu überwinden. Phase (Einsicht): eigene Unfähigkeiten werden erkannt; Frustration, Verunsicherung, Enttäuschung und Verwirrung können steigen. Phase (Akzeptanz): die neue Situation wird einschließlich der selbst eingeschätzten eigenen Fähigkeiten akzeptiert; Unterstützung und Fokussierung auf vorhandene Stärken notwendig bzw. hilfreich. Phase (Ausprobieren): Übung in der neuen Ausgangslage; Mut notwendig; Unterstützung ist auch hier hilfreich. Phase (Erkenntnis): Erfahrungen und Fähigkeiten werden gesammelt; Bewusstwerdung der neuen Situation. Phase (Integration): die neuen Fähigkeiten werden umgesetzt, Selbstwirksamkeit steigt; Abschluss der Veränderung, individuelle Lernkurve im Umgang mit neuartigen, tiefgreifenden Veränderungen steigt.

Streich beschrieb seit den 2000er Jahren mehrfach in seinen Publikationen umfangreiche phasenorientierte Change-Verfahrens- und Verhaltensweisen, die für eine erfolgreiche Handhabung von neuartigen bzw. tiefgreifenden Veränderungsvorhaben förderlich sind.u. a. Verfahrens- und Verhaltensweisen bei Veränderungsprozessen, in: Handbuch Personalentwicklung, Verlag Deutscher Wirtschaftsdienst, Köln, 2002, 78. Erg.-Lfg., 11/02, 6.40, ISBN 978-387156-116-0, S. 1–22; Fit for Leadership, Springer Gabler Verlag, 2016, 2. Auflage, ISBN 978-3-658-12180-8, S. 27–42.

Siehe auch 8-Stufen-Modell eines Veränderungsprozesses nach J. P. Kotter 3-Phasen-Modell von Lewin

Quellen Richard. K. Streich: Veränderungsprozeßmanagement. In: Michael Reiß, Lutz von Rosenstiel, Anette Lanz (Hrsg.): Change Management. Programme, Projekte und Prozesse. (= USW-Schriften für Führungskräfte. Band 31). Schäffer-Poeschel Verlag, Stuttgart 1997. ISBN 3-7910-0947-8 S. 237–254. Gerhard Fatzer: Die sieben Phasen der Veränderungskurve (Abbildung) in: Gerhard Fatzer (Hrsg.): Organisationsentwicklung für die Zukunft. Ein Handbuch. Edition Humanistische Psychologie, Köln 1993. ISBN 3-926176-41-5. S. 33. „Jupp, J., Lewis, T. (IPI), Sackmann, S. (MZSG) & Streich, R. K. (INPUT) (1988). SPI-Programm. Unveröffentlichtes Manuskript.“

Literatur Die sieben Phasen der Veränderungskurve (Fatzer; 1993). In: Harald Pühl: Organisationsentwicklung. 2. Auflage. Springer-Verlag, Wiesbaden 2000, S. 205 (books.google.de). Die 7 Phasen der Veränderung In: Claude Heini: Eine Megafusion – Erleben aus der Sicht von Managern und Mitarbeitern. Waxmann Verlag, 2003, S. 93–96, 99 (books.google.de). Phasen von Veränderungsprozessen in: Walter Neubauer, Bernhard Rosemann: Führung, Macht und Vertrauen in Organisationen. Kohlhammer, Stuttgart 2006. S. 147–149. (books.google.de) Sieben-Phasen-Modell nach Streich (1997) In: Simone Kauffeld: Arbeits-, Organisations- und Personalpsychologie für Bachelor. Lesen, Hören, Lernen im Web. Springer-Verlag, Heidelberg 2011, S. 62 (books.google.de). Das 7-Phasen-Modell der Veränderung von Streich in: Stefan Poppelreuter: Wirtschafts- und Organisationspsychologie im Management. Verlag TÜV Media (TÜV Rheinland Group), Köln 2018. S. 109–127. (books.google.de) Emotionale Reaktionen nach einem psychologischen Phasen-Modell In: Kathrin Klaffl: Change Management in der Sozialwirtschaft – Veränderungsprozesse in Non Profit Organisationen für Menschen mit Behinderung. Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig 2018, S. 177–179 (books.google.de). 7-Phasenmodell in: Corinna Pommerening: New Leadership im Finanzsektor. So gestalten Banken aktiv den digitalen und kulturellen Wandel. Springer Gabler, Schenefeld 2020. S. 171–172. (books.google.de) Emotionale Reaktionen auf abrupte Veränderungen nach Richard K. Streich In: Ralph Strobel: Agiles Veränderungsmanagement im Vertrieb: Das Praxishandbuch für erfolgreiche Führungskräfte. Haufe-Lexware, 2020, ISBN 978-3-648-14708-5, S. 136–138 (books.google.de). 7-Phasen-Modell nach Streich in: Gregor Hülsken, Björn Maier, Pierre-Michael Meier (Hrsg.): Healthcare CIO. Digitalisierungsstrategien von Kliniken erfolgreich managen. Kohlhammer, Stuttgart 2022. S. 99–102. (books.google.de) Die sieben Phasen der Veränderung nach Streich In: Maren Müller, Hazel Gruenewald: Upskilling, Reiskeimling für die Personalentwicklung: Kompetenzen der Zukunft erkennen und Personal erfolgreich qualifizieren. Springer-Verlag, 2024, ISBN 978-3-658-44404-4, S. 133–135 (books.google.de).

Einzelnachweise

Kategorie:Projektmanagement