Die Melbourne United sind eine professionelle Basketball-Mannschaft der australasischen National Basketball League (NBL) aus der im australischen Bundesstaat Victoria gelegenen Stadt Melbourne. Das 1984 gegründete Team, agierte von 1984 bis 2014 unter der Bezeichnung Melbourne Tigers.

Geschichte Die 1980er Jahre Die Melbourne Tigers gaben 1984 ihr Debüt in der National Basketball League (NBL). In der Anfangszeit wurden die Tigers von Trainer Lindsay Gaze und seinem Sohn Andrew betreut. Andrew Gaze war ein herausragender Scorer und stellte mit 44,1 Punkten pro Spiel in der Saison 1987 einen bis heute gültigen NBL-Rekord auf. In diesem Jahr erzielte er in einem Spiel 60 Punkte gegen die Newcastle Falcons. Trotz seiner Dominanz beendeten die Tigers die Saison mit einer Bilanz von 3 Siegen und 23 Niederlagen. Die Verpflichtung der ausländischen Spieler David Colbert und Dave Simmons in der Saison 1989 führte die Tigers schließlich zur ersten Finalteilnahme ihrer Vereinsgeschichte.

Die 1990er Jahre Die Verpflichtung von Lanard Copeland in der Saison 1992 führte die Tigers erstmals ins NBL-Finale, wo sie den South East Melbourne Magic mit 1:2 unterlagen. Gaze und Copeland bildeten wohl das beste Backcourt-Duo der NBL-Geschichte. In der Saison 1993 stieß Mark Bradtke zu Gaze, Copeland und Simmons hinzu. Das Quartett führte die Tigers erneut ins NBL-Finale, wo sie auf die Perth Wildcats trafen. Nach zwei ausgeglichenden Spielen war das dritte Spiel in Perth bis zum Schluss spannend und gipfelte in einer hektischen Schlussminute. Die Wildcats lagen mit drei Punkten zurück, Andrew Vlahov hatte den Ball und sein Dreipunktewurf von der Dreierlinie sah vielversprechend aus, bevor der Ball fast einen ganzen Kreis um den Ring beschrieb, das Brett traf und dann wieder heraussprang.

Die Tigers erreichten 1996 erneut das NBL-Finale, unterlagen dort abermals den South East Melbourne Magic mit 1:2. Nach der Saison 1996 trennten sich die Tigers von Dave Simmons. Die Saison 1997 begann mit der Entlassung von Importspieler Jarvis Lang, der durch Marcus Timmons ersetzt wurde. Angeführt von Gaze, Copeland, Bradtke und Timmons erreichten die Tigers ihre vierte NBL-Finalserie. Sie beendeten die Saison 1997 mit einer Bilanz von 17 Siegen und nur einer Niederlage, darunter eine Rekordserie von 16 Siegen in Folge. Erneut trafen sie auf die Magic und errangen diesmal einen 2:1-Sieg, der ihnen ihre zweite NBL-Meisterschaft einbrachte.

Die 2000er Jahre Die Tigers konnten in der restlichen Saisons der 1990er und den frühen 2000er Jahren nicht mehr an ihre früheren Erfolge anknüpfen. Im Jahr 2002 wurde das Franchise aufgrund von Schulden in Höhe von 2 Millionen Dollar privatisiert. Durch ein neues Eigentümerkonsortium unter der Führung des Melbourner Geschäftsmanns Seamus McPeake und der Familie Gaze konnte die finanzielle Stabilität der Organisation für die Saison 2002/03 wiederhergestellt werden. mini|Gewinn der Meisterschaft 2005/06 Die Ära Gaze endete 2005 mit dem Rücktritt von Trainer Lindsay Gaze und dem wohl größten australischen Spieler aller Zeiten, Andrew Gaze. Zudem trennten sich die Tigers von Mark Bradtke und Lanard Copeland. Neben Darryl McDonald und den Neuzugängen Rashad Tucker und Dave Thomas verstärkte Chris Anstey das Team in der Saison 2005/06. Zu den weiteren Leistungsträgern zählten Daryl Corletto, Stephen Hoare und Tommy Greer. Unter der Leitung von Trainer Al Westover erreichten die Tigers das NBL-Finale 2006, wo sie die Sydney Kings mit 3:0 besiegten.

In der Saison 2006/07 erreichten die Tigers erneut das NBL-Finale, wo sie den Brisbane Bullets mit 1:3 unterlagen. Für die Saison 2007/08 verstärkten sich die Tigers mit David Barlow und Nathan Crosswell und ergänzten damit ihren Kern um Anstey, McDonald, Thomas, Corletto, Hoare und Greer. Der Importspieler Sean Lampley stieß Mitte der Saison zu den Tigers und verhalf ihnen zum dritten Einzug ins NBL-Finale in Folge, wo sie erneut auf die Sydney Kings trafen. Vor dem entscheidenden fünften Spiel stand es 2:2. Im fünften Spiel gelang den Tigers schließlich ein 85:73-Heimsieg der ihnen den vierten NBL-Titel einbrachte. Anstey und Thomas erzielten jeweils 21 Punkte und 12 Rebounds. Vor der Saison 2008/09 verpflichteten die Tigers Sam Mackinnon und Ebi Ere, während der langjährige Swingman Dave Thomas zu den Cairns Kings wechselte. Nach einer Verletzung von Mackinnon und dem vorzeitigen Abgang von Rod Grizzard wurden im Januar 2009 Thomas und Luke Kendall verpflichtet. Die Tigers erreichten zum vierten Mal in Folge das NBL-Finale, unterlagen dort aber den South Dragons mit 2:3.

Nachdem vor der Saison 2009/10 im Raum stand nicht anzutreten, weil das Team in der Spielzeit 2008/09 erstmals seit fünf Jahren wieder Verluste eingefahren hatte, traten sie letztlich doch an. Sam Mackinnon blieb den Tigers auch 2009 treu, während Mark Worthington nach der Auflösung der South Dragons verpflichtet wurde. Die ausländischen Leistungsträger Ebi Ere und Dave Thomas verließen Melbourne, nachdem sich der Verein entschieden hatte, künftig auf einen rein australischen Kader zu setzen. Diese Strategie war jedoch nur von kurzer Dauer: Im November stieß Julius Hodge zu den Tigers, im Januar folgte Mike Rose.

Die 2010er Jahre Vor der Saison 2010/11 wurde der Kader der Tigers nach den Abgängen von Hodge, Worthington und Nathan Crosswell sowie den Rücktritten der NBL-Größen Mackinnon und Anstey neu formiert. Das Team verpflichtete die Importspieler TJ Campbell und Eric Devendorf sowie die Australier Cameron Tragardh, Matt Burston, Wade Helliwell, Luke Nevill und Lucas Walker. Corletto, Greer und Bennie Lewis blieben im Aufgebot der Tigers. Im November stieß Corey Williams – der NBL-MVP des Jahres 2010 – als Ersatz für den scheidenden Campbell zur Mannschaft, während Nevill und Devendorf im Februar entlassen wurden. Vereinslegende Darryl McDonald beendete die Saison als Trainer der Tigers, nachdem Al Westover zuvor entlassen worden war.

Für die Saison 2011/12 verpflichteten die Tigers Trainer Trevor Gleeson und holten Ayinde Ubaka, Ron Dorsey sowie Daniel Dillon aus Cairns. Zudem nahmen sie Liam Rush unter Vertrag und sicherten sich für die Dauer des NBA-Lockouts 2011 die Dienste von Patty Mills. Im Januar 2012, nach einer Niederlage mit 13 Punkten Unterschied gegen die Gold Coast Blaze, wandte sich Teambesitzer Seamus McPeake nach dem Spiel an die Mannschaft und entließ Ubaka noch vor Ort, während Gleeson gerade eine Pressekonferenz gab.

Im Jahr 2012 verpflichteten die Tigers Chris Goulding, Nate Tomlinson, Adam Ballinger sowie die ausländischen Spieler Seth Scott und Kevin Braswell. Burston, Walker, Rush, Lewis und Greer blieben im Team, während Vereinslegende Chris Anstey das Amt des Cheftrainers übernahm. Im November der Saison 2012/13 ersetzte Jonny Flynn den Spieler Braswell, doch die Tigers verpassten zum vierten Mal in Folge die Play-offs.

In der Saison 2013/14 kehrte Mark Worthington zu den Tigers zurück, während Goulding, Tomlinson, Ballinger, Walker und Greer weiterhin unter Anstey spielten. Ayinde Ubaka absolvierte zu Saisonbeginn ein kurzes Gastspiel bei den Tigers, bevor er im November durch Mustapha Farrakhan Jr. ersetzt wurde, der fortan an der Seite des ebenfalls aus dem Ausland verpflichteten Scott Morrison spielte. Goulding trug maßgeblich dazu bei, dass die Tigers erstmals seit 2009 wieder die Endrunde erreichten, wo sie jedoch im Halbfinale gegen die Adelaide 36ers ausschieden.

Am 20. Mai 2014 wurde das Franchise in „Melbourne United“ umbenannt. Dieser Schritt sollte die Verbundenheit mit dem gesamten Basketball in Victoria symbolisieren. Die Umbenennung stieß auf heftigen Widerstand bei Mitgliedern, Fans und ehemaligen Legenden wie Andrew Gaze und Lanard Copeland. Letzterer forderte sogar, sein Trikot solle „von der Hallendecke entfernt werden“.

Zur Saison 2014/15 kehrte Tigers-Legende Daryl Corletto nach drei Jahren bei den New Zealand Breakers zum Verein zurück, während David Barlow nach fünf Jahren in Europa – und nach dem Rücktritt von Tommy Greer – ebenfalls wieder zum Team stieß. Mark Worthington, Lucas Walker und Nate Tomlinson blieben im Team und Daniel Kickert verstärkte den Kader an der Seite der Importspieler Jordan McRae und Stephen Dennis. Nach einer 89:61-Niederlage gegen die Cairns Taipans zum Saisonauftakt trat Trainer Chris Anstey zurück und wurde übergangsweise durch seinen Assistenten Darryl McDonald ersetzt. United beendete die erste Spielzeit unter dem neuen Namen schließlich auf dem fünften Tabellenplatz mit einer Bilanz von 13 Siegen und 15 Niederlagen.

Im Jahr 2015 verpflichtete Melbourne Dean Demopoulos als Trainer und nahm den Swingman Todd Blanchfield unter Vertrag. Zudem kehrte Chris Goulding zum Team zurück, nachdem er die Vorsaison in Spanien in der Liga ACB verbracht hatte. Während Kickert und Tomlinson im Kader blieben, holte United Majok Majok sowie die ausländischen Spieler Hakim Warrick und Stephen Holt hinzu. Brad Hill wurde vor Saisonbeginn als Ersatz für den verletzten Barlow verpflichtet, der sich einen Achillessehnenriss zugezogen hatte, welcher das vorzeitige Saisonende für ihn bedeutete. Melbourne sicherte sich in der Spielzeit 2015/16 mit dem ersten Platz und einer Bilanz von 18 Siegen bei 10 Niederlagen den Titel des Siegers der regulären Saison, schied jedoch im Halbfinale gegen die an Nummer vier gesetzten New Zealand Breakers aus.

Im Jahr 2016 wurden Goulding, Blanchfield, Majok und Tomlinson durch die Neuzugänge Tai Wesley und David Andersen ergänzt. Auch Barlow kehrte nach seiner Genesung von einer Achillessehnenverletzung in den Kader zurück. United startete in die Saison 2016/17 mit den Importspielern Cedric Jackson, Devin Williams und Ramone Moore, ersetzte jedoch im Laufe der Spielzeit alle drei durch Casper Ware, Josh Boone beziehungsweise Lasan Kromah. Während Kromah keinen nennenswerten Einfluss auf das Spielgeschehen hatte, führten Ware und Boone Melbourne in der Schlussphase der Saison noch einmal an die Finalplätze heran – letztlich fehlten dem Team jedoch zwei Siege zum Einzug in die Endrunde.