Friedrich Christian Ludwig Emil Graf von Zieten (geb. 6. Oktober 1765 in Berlin; gest. 29. Juni 1854 in Wustrau) war ein preußischer Rittmeister, Landrat und Domherr.Liste der Ritter der Balley Brandenburg des Johanniter-Ordens von 1500 bis 1800 (Fortsetzung), In: Hofrat(h) C. Herrlich: Wochenblatt der Johanniter-Ordens-Balley Brandenburg. Jahrgang 38, Nr. 28, Hrsg. Balley Brandenburg des Ritterlichen Ordens St. Johannis vom Spital zu Jerusalem, Berlin 14. Juli 1897, S. 165. Nr. 644.Gottlob Friedrich Krebel: Europäisches Genealogisches Handbuch. Verlag Johann Friedrich Gleditschens Handlung, Leipzig 1776, S. 246.

Herkunft und Leben mini|130px|Wappen der Grafen von Zieten („schwarzer“ Stamm).

Friedrich Christian Ludwig von Zieten war Angehöriger des havelländischen Uradelsgeschlechts Zieten. Er war der Sohn des preußischen Generals der Kavallerie Hans Joachim von Zieten (1699–1786) und dessen zweiter Ehefrau (⚭ 1764) Hedwig Elisabeth Albertine (1738–1818), geb. von Platen.

Friedrich Christian trat um das Jahr 1780 in das preußische Heer ein und erlangte dort im Husaren-Regiment von L’Estocq den Rang eines Rittmeisters. Nach seiner Verabschiedung vom Militärdienst um das Jahr 1798 kehrte er zurück in die Heimat auf das Gut Wustrau. Nachfolgend wurde er zunächst Kreisdeputierter, bevor er im Januar 1800 von den Kreisständen zum neuen Landrat des Kreises Ruppin gewählt wurde. Er trat damit die Nachfolge des im gleichen Monat verstorbenen Landrats Leopold Heinrich von Quast an. Im April 1800 absolvierte er das Große Examen in Anwesenheit des Ministers von Werder. 1838 wurde er anlässlich seines 50-jährigen Dienstjubiläums mit dem Roten Adlerorden I. Klasse ausgezeichnet. Die Erhebung in den Grafenstand erfolgte im Jahr 1840, im Dezember 1841 wurde er von seinem Dienst als Landrat verabschiedet. Nachfolgender Landrat wurde 1842 Friedrich Wilhelm von Schenckendorff.

Ergänzendes mini|Luisendenkmal Gransee. Lithographie: Heinrich Wilhelm Teichgräber, 1839.

Friedrich Christian Ludwig von Zieten war 1853 einer der acht ältesten noch in der Johanniterkirche am Ordensschloss Sonnenburg geschlagenen Ritter, dann Commendator und SeniorVgl. C. Herrlich: Die Balley Brandenburg des Johanniter-Ordens von ihrem Entstehen bis zur Gegenwart. Carl Koepsel Buchdruckerei, Berlin 1874, S. 28. des Johanniter-Ordens,Vgl. (PDF; S. 43) Nach seinem Ableben entstand eine Johanniter-Statistik,C. Herrlich: Wochenblatt der Johanniter-Ordens-Balley. Jahrgang 17, Nr. 2, Julius Sittenfeld, Berlin, 12. Januar 1876, S. 8. er erstgenannt, bis 1876 wurden insgesamt 31 Kommendatoren berufen, sämtlich einflussreiche Großgrundbesitzer und Politiker. Aus seiner Generation etwa waren dies H. Graf Stolberg-Wernigerode, A. F. A. von Rochow-Stülpe, dessen Nachfolger für Brandenburg Friedrich H. L. Graf zu Solms-Baruth, C. R. von Krassow, R. von Hiller-Gaetringen, Carl L. Graf Henckel von Donnersmark. In dieser Phase war der Mitgliederstand 2020 Ritter. Graf Zieten wurde auch Domherr zu Halberstadt. Die Aufnahme als RitterRudolf Graf von Stillfried-Rattonitz: Liste der Ritter des Königlich Preußischen hohen Ordens vom Schwarzen Adler. 1851. Geheime Ober-Hofbuchdruckerei Decker, Berlin 1851, S. 24. des Schwarzen Adlerordens fand schon Mitte 1851 statt, zum Anlass der Enthüllung des Denkmals Friedrichs des Großen. Da er ohne Nachkommenschaft geblieben war, erlosch mit ihm dieser Familienzweig.

Er setzte sich für das Luisen-Denkmal in Gransee ein.Vgl. Gabriele Radecke, Robert Rauh (Hrsg.): Theodor Fontane. Wundersame Frauen: Weibliche Lebensbilder aus den «Wanderungen durch die Mark Brandenburg». Verlag Manesse, Online-Ressource, Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH, München 2019, ISBN 978-3-641-25405-6, S. 64.

Literatur mini|hochkant|Grab in Wustrau. Friedhof Dorfkirche Wustrau. 2023.

Rolf Straubel: Biographisches Handbuch der preußischen Verwaltungs- und Justizbeamten 1740–1806/15. In: Historische Kommission zu Berlin [Hrsg.]: Einzelveröffentlichungen. Band 85, K. G. Saur Verlag, München 2009, ISBN 978-3-598-23229-9, S. 1142. (Vita) Hans Joachim von Berkholz: Die Familie von Zieten – Stammfolgen und biographische Nachrichten. C. A. Starke Verlag, Limburg an der Lahn 2007, ISBN 978-3-7980-0580-8, S. 87 f. (Mit Portrait). Ferdinand Heydemann: Die neuere Geschichte der Stadt Neu-Ruppin. Verlag der Oehmigte & Riemschneider’schen Buchhandlung (R. Petrenz), Neu-Ruppin 1863, S. 251. (Jugend/Militär) Oeffentlicher Anzeiger (№. 1) zum 42. Stück des Amtsblatts der Königlichen Regierung zu Potsdam und der Stadt Berlin. (Bekanntmachung: Erb-Aufteilung), Jahrgang 1844, Eigenverlag-A. W. Hayn, Potsdam, den 14. Oktober 1844, S. 392 f.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Landrat (Kreis Ruppin) Kategorie:Rittmeister Kategorie:Domherr (Halberstadt) Kategorie:Hans Joachim von Zieten Friedrich Christian Ludwig Kategorie:Titulargraf Kategorie:Kommendator (Johanniterorden) Kategorie:Träger des Roten Adlerordens 1. Klasse Kategorie:Ritter des Schwarzen Adlerordens Kategorie:Preuße Kategorie:Geboren 1765 Kategorie:Gestorben 1854 Kategorie:Mann