mini|Klosterkirche des Franziskanerklosters Zagreb mini|Klosterkirche des Franziskanerklosters Varaždin mini|Klosterkirche des Franziskanerklosters Krapina mini|Klosterkirche des Franziskanerklosters Virovitica mini|Franziskanerkloster Kloštar Ivanić mini|Klosterkirche des Franziskanerklosters Čakovec mini|Klosterkirche des Franziskanerklosters Nagykanizsa mini| Franziskanerkloster Segesd mini|Franziskanerkloster Pecs mini|Franziskanerkloster Siklós mini|Franziskanerkloster Szigetvár mini|Franziskanerkloster Nagyatád mini|Klosterkirche des Franziskanerklosters Koprivnica mini|Franziskanerkloster Hrvatska Kostajnica Die Kroatische Franziskanerprovinz des heiligen Ladislaus (auch Croatische Provinz des heiligen Ladislaus, Provincia S. Ladislai in Sclavonia und Provincia S. Ladislai Regis) war eine Ordensprovinz der Franziskaner. 1655 erfolgte der Beschluss, die Kustodie Zagreb von der Ungarischen Marianer-Provinz (Provincia S. Mariae in Hungaria) abzutrennen. Die Abtrennung trat jedoch erst 1661 in Kraft. Die neue Provinz umfasste Konvente im heutigen Slawonien (Kroatien), im zentralen nördlichen Teil von Kroatien, Slowenien und im südwestlichen Ungarn. 1900 wurde die Kroatische Franziskanerprovinz des heiligen Ladislaus aufgehoben. Die meisten Konvente der aufgelösten Provinz wurden zusammen mit einigen Konventen der Ungarischen Kapistraner-Provinz (Provincia S. Joannis a Capistrano) und der ebenfalls aufgelösten Kroatisch-krainischen Provinz zum Heiligen Kreuz zur neuen Kroatischen Provinz der heiligen Kyrill und Methodius (Provincia SS. Cyrilli et Methodii) zusammengelegt. Andere Konvente wurden an die Ungarische Kapistraner-Provinz und an die Ungarische Marianer-Provinz angeschlossen.

Geschichte Im Gebiet des im Mittelalter (und bis weit in die Neuzeit hinein) sehr großen Königreichs Ungarn richtete der Franziskanerorden schon in den 1230er Jahren eine Ordensprovinz Hungaria ein. Mit dem Aufkommen der Observanzbewegung entstand im 15. Jahrhundert und parallel zur etablierten Provinzgliederung ein Vikariat der Observanten in Ungarn. Die ursprüngliche Konventualen-Ordensprovinz Hungaria wurde nun auch Provincia Hungariae Conventualium genannt. Das Ungarische Observantenvikariat wurde 1517 bei der Teilung des ursprünglichen Franziskanerordens in Observanten (Franziskaner s. str.) und Konventualen (Minoriten) als Ungarische Salvatorianer-Provinz (Provincia S. Salvatoris in Hungaria) in den Franziskanerorden aufgenommen. Im Jahr 1629 schloss sich diese Provinz den Franziskaner-Reformaten an.

Die Konvente der ursprünglichen Konventualen-Ordensprovinz Hungaria bzw. Provincia Hungariae Conventualium reformierten sich und schlossen sich 1517 ebenfalls dem Franziskanerorden und nicht dem Minoritenorden an. Aus diesen Konventen der reformierten Konventualen wurde 1523 die Ungarische Marianer-Provinz (Provincia S. Mariae in Hungaria) gebildet. Auch sie schloss sich im 17. Jahrhundert den Franziskaner-Reformaten an. 1606 war zwar schon die Union der beiden Franziskaner-Provinzen im Königreich Ungarn beschlossen, aber nicht letztlich umgesetzt worden.

1655 erfolgte dann der Beschluss, die Kustodien Zagreb und Pécs (Fünfkirchen) von der Ungarischen Marianer-Provinz abzutrennen und sie zu einer eigenen Ordensprovinz zu erheben. 1661 trat die Abtrennung und Verselbständigung der beiden Kustodien in Kraft. Die neue Provinz erhielt den Namen Provincia Obs. S. Ladislai (meist dann nur Provincia S. Ladislai oder Provincia S. Ladislai Regisgenannt). Ein anderer Name, der sich in der Literatur für diese Provinz findet, ist Provincia Sclavonia S. Ladislai (Name nach einem Siegel von 1661). Cavalli nennt sie im Titel De Provincia Regularis Observantiae S. Ladislai Sclavoniae. Im Hof- und Staatshandbuch der Österreichisch-Ungarischen Monarchie wird sie ab 1854 Croatische Provinz des heiligen Ladislaus genannt. Die neue Provinz umfasste Konvente, die (heute) im östlichen Slowenien, im mittleren und östlichen Nordkroatien und in Südwestungarn liegen bzw. lagen. Mit der Rückeroberung der von den Türken besetzten Gebiete des Königreichs Ungarn wurden zahlreiche Konvente, die mit der türkischen Eroberung zerstört worden waren, wieder besiedelt. Auch wurden einige Konvente völlig neu gegründet.

1741 gehörten folgende Konvente zu dieser Provinz: Agram/Zagreb (Kroatien, Diözese Zagreb, Lage: , Patrozinium: Hl. Franziskus, gegr. Anfang 13. Jahrhundert, zerstört, 1527 wieder aufgebaut) Friedau/Ormož (Slowenien, ungef. Lage: , Patrozinium: Mariä Unbefleckte Empfängnis, 1546 an die Ungarische Salvatorianer-Provinz, dann an die Ungarische Marianer-Provinz, 1655/61 an die Kroatische Provinz des heiligen Ladislaus, 1785 abgetrennt und an die Kroatisch-Krainische Provinz angeschlossen, 1786 Konvent aufgegeben und Gebäude wenige Jahrzehnte später abgebrochen,) Remetinec (Kroatien, Gemeinde Novi Marof, Lage: , Patrozinium: Mariä Geburt, gegr. in den 1460er Jahren, 1561 aufgegeben, zweite Hälfte 17. Jahrhundert wieder besiedelt, 1786 säkularisiert ) Varasd/Varaždin (Kroatien, Lage: , Patrozinium Johannes der Täufer, 1316 existent, 1526 durch Georg von Brandenburg, Besitzer von Varasd, enteignet, 1617 an die Franziskaner der Ungarischen Marianer-Provinz, Kustodie Zagreb, 1655/61 zur Kroatischen Franziskanerprovinz des heiligen Ladislaus) Krapina (Kroatien, Lage: , Patrozinium: Hl. Katharina, 1641 gegründet durch Franziskaner der Ungarischen Marianer-Provinz, 1655/61 an die Kroatische Franziskanerprovinz des heiligen Ladislaus, 1823 durch Brand schwer beschädigt, bis 1826 wieder aufgebaut, ) Veröce/Verőcze/Vitrovitica (Kroatien, Lage: , Patrozinium Hl Mutter Gottes, später Hl. Rochus, 1250 gegr., 1553 von den Türken zerstört, 1729 Kloster neu begründet durch die Kroatische Franziskanerprovinz des heiligen Ladislaus) Ivanić/Kloštar Ivanić (Kroatien, , Patrozinium: Hl. Maria Magdalena, Diözese: Zagreb, vorher Benediktinerinnen oder Zisterzienserinnen, Konvent gegr./übernommen 1508 durch Franziskaner der Ungarischen Salvatorianer-Provinz, 1537 aufgegeben, 1639 durch die Ungarische Marianer-Provinz in anderer Lage neu gegr., Patrozinium: Johannes der Täufer, 1655/61 an die Kroatische Franziskanerprovinz des heiligen Ladislaus angeschlossen, 1973 aufgegeben, ) Čakovec/Csáktornya/Tschakothurn (Kroatien, Lage: , Patrozinium: Hl. Nikolaus, 1659 gegr., ) Križevci (Kroatien, Lage: , Patrozinium: Mariä Himmelfahrt, urspr. Augustiner-Eremiten, 1626 erhielten die Franziskaner der Ungarischen Marianer-Provinz das verlassene Kloster, 1783 aufgehoben, heute griechisch-katholische Kirche und Bischofspalast) Hrastovica (Kroatien, Lage: , Patrozinium: ?, gegr. ?, 1591 zerstört, 1697 wieder besiedelt, 1771 Residenz, 1791 aufgehoben,) Nagy Kanisch/Nagykanizsa (Ungarn, Lage: , Patrozinium: Hl. Joseph, gegr. 1418, 1600 aufgegeben, 1680 wieder errichtet, ) Segösd/Segesd (Ungarn, Lage: , Patrozinium: Hl. Ladislaus, 1774 gegr., 1900 an die Ungarische Marianer-Provinz, ) Fünfkirchen/Pécs (Ungarn, Lage: , Patrozinium: Stigmatisierung des Hl. Franziskus, vor 1256 gegr., 1543 von den Türken zerstört, 1686 durch Franziskaner der Kroatischen Franziskanerprovinz des heiligen Ladislaus wieder begründet, ) Siklós (Ungarn, Lage: , Patrozinium: Hl. Dreifaltigkeit, urspr. Benediktiner, 1543 von den Türken zerstört, 1689 wieder errichtet) Szigetvár (Ungarn, Lage: , Patrozinium: Hl. Antonius von Padua, gegr.: ?, 1552 von den Türken zerstört, 1688 wieder den Franziskanern übergeben) Kopreinitz/Kapronca/Koprivnica (Kroatien, Lage: , Patrozinium: Hl. Antonius von Padua, 1292 gegründet, bald darauf wieder aufgegeben, 1372 wieder besiedelt, ) Nagy Ottad/Nagyatád (Ungarn, Patrozinium: Hl. Kreuz, gegr. 1740, 1856: Residenz, Lage: ) Máriagyüd (Ungarn, Lage: , Patrozinium: Mariä Heimsuchung, ursprünglich Benediktinerkloster, dann griechisch-orthodoxe Kirche, dann protestantische Kirche, 1739 den Franziskanern übergeben, 1856: Residenz, heute Wallfahrtskirche) Hrvatska Kostajnica (Kroatien, Lage: , Patrozinium: Hl. Antonius von Padua, gegr. ?, 1856: Residenz, 1865 Konvent)

1856 gehörten 12 Konvente und drei Residenzen zur Provinz. 1865 waren es 13 Konvente (Zagreb, Varaždin, Krapina, Vitrovitica, Kloštar Ivanić, Čakovec, Pecs/Fünfkirchen, Szigetvár, Siklós, Nagykanizsa, Segesd, Hrvatska Kostajnica) und zwei Residenzen (Nagyatád und Máriagyüd). Die Residenz Hrvatska Kostajnica war inzwischen zum Konvent erhoben worden.