Herongen (Südniederfränkisch/Kleverländisch: Heringe) ist eine Ortschaft der Stadt Straelen im Kreis Kleve im Nordwesten des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen. Die Grenze zu den Niederlanden ist 2,5 km in westlicher Richtung entfernt.

Herongen – erstmals am 17. März 899 urkundlich erwähnt – hat ungefähr 2800 Einwohner und liegt an der Bundesautobahn 40 (Venlo–Ruhrgebiet), die südlich verläuft. Herongen grenzt als südlichster Teil des Kreises Kleve direkt an den Kreis Viersen.

Eine Besonderheit Herongens ist die für den Niederrhein ungewöhnliche Höhendifferenz innerhalb des kleinen Ortes. Aufgrund seiner idyllischen Lage wurde Herongen schon vor Jahrzehnten als „Perle des Südkreises“ bezeichnet.Stadt Straelen / Stadtarchiv In: 1100 Jahre Herongen / 899 - 1999 (Seite 3), Straelener Schriftenreihe 2, 1999 Das Gebiet Herongens ist zu einem großen Anteil von Wald bedeckt. Die südlich gelegenen „Heronger Buschberge“ erstrecken sich 4 km weit bis an die Ortsgrenze von Hinsbeck und laden zu ausgedehnten Spaziergängen zum Teufelsstein, zur Flootsmühle und zum Schürkesbach ein. Westlich der Heronger Buschberge erstreckt sich das Naturschutzgebiet Heronger Heide bis zur niederländischen Grenze. Der weitaus größte Teil der „Heronger Heide“ ist nicht frei zugänglich. Ein ehemaliges Militärgelände befindet sich innerhalb einer Einzäunung und wurde bislang nicht renaturiert. Auf großen Informationstafeln wird veranschaulicht, welche Wege in der „DBU-Naturerbefläche Herongen“ freigegeben sind.

Die Fietsallee am Nordkanal verläuft durch Herongen. Der etwa 100 km lange Radweg verläuft entlang des Nordkanals. Die nie fertiggestellte Kanalverbindung sollte den Rhein ab Neuss mit der niederländischen Maas bei Venlo verbinden und von dort bis Nederweert weitergeführt werden.

Geschichte mini|Lage Herongens in Straelen Der Name Herongen beruht auf dem ehemaligen Herrenhof namens „villa heringa“. Dieser wurde in einer Urkunde vom 17. März 899 erstmalig erwähnt. Der Frankenkönig Charles III. stellte dem Kloster St. Amand diese Urkunde über den Besitz in Lotharingien aus, zu dem auch die „villa heringa“ im Mühlgau gehörte.

Herongen gehörte später zum Oberquartier von Geldern (auch Obergeldern) und somit auch zu den südlichen Niederlanden. Nach dem Spanischen Erbfolgekrieg 1713 geriet ein großer Teil Obergelderns unter preußische Verwaltung.

Vom 1. April 1939 bis zum 1. Oktober 1951 gehörte Herongen zum Amt Wachtendonk. Ab 1951 stand Herongen wieder als amtsfreie Gemeinde unter eigenständiger Verwaltung. Am 1. Juli 1969 wurde Herongen im Rahmen der Kommunalreform in die Stadt Straelen eingegliedert.

Politik Wappen, Flagge und Siegel

Vereine Die mitgliederstärksten Vereine Herongens gründeten 1967 den Verein „Gesellige Vereine e. V.“. Zu den Mitgliedern des Dachverbands gehören folgende Vereine: Feuerwehr Herongen Musikverein 1951 Herongen e. V. Muttergottesbruderschaft Herongen Quartettverein Männergesangsverein Herongen (Der Verein wurde 2018 mangels Mitglieder aufgelöst) SV Herongen 1910 e. V. Tambourcorps 1923 Herongen e. V.

Mundart Heronger Platt ist eine lokale Varietät des Niederfränkischen. Obwohl Herongen nördlich der Uerdinger Linie (ek-ech-Linie) liegt und somit zum Kleverländischen zählen würde, wird der Ortsdialekt wegen verschiedener südlicher Merkmale (z. B. Pronomina) auch zum Südniederfränkischen gerechnet.

Heronger Platt wird heutzutage nur noch von älteren Leuten untereinander gesprochen. Es wird in Mundartzirkeln gepflegt. An Karneval (Fastelovend) werden auch Lieder und Büttenreden auf Platt vorgetragen., RP-Online 20. Juli 2020 / Michael Klatt

Baudenkmäler In Herongen gibt es zwölf ausgewiesene Baudenkmäler (siehe Liste der Baudenkmäler in Straelen): alte katholische Kirche, Bergstraße 10 neue katholische Kirche, Bergstraße 7St.Marien / Kath.Kirchengemeinde Wachtendonk-Wankum-Herongen Amanduskapelle, Bergstraße 21 Pfarrhaus St. Amandus, Bergstraße 9 Hochkreuz auf dem Friedhof Windmühle, Bergstraße 33 Mühlenstumpf Niederdorfer Straße / Ahornweg Schleusenhaus, Schlousweg 5 Hauptgebäude der Grundschule, Niederdorfer Straße 4 Rundbogenhalle, Leuther Landstraße ehemaliges Trafohaus, Niederdorfer Straße 89 ehemaliges Zollamt, Niederdorfer Straße 90

Ansässige Firmen Die Landgard e.G., der größte Vermarkter von Zierpflanzen (Topfpflanzen, Schnittblumen), Gemüse und Obst, sowie Gärtner- und Floristenbedarf in Deutschland, hat ihren Firmensitz in Herongen. die VERSEIDAG-INDUTEX GmbH, Weberei Herongen, welche eine Niederlassung der VERSEIDAG-INDUTEX GmbH, Deutschland ist. Der Weberei - Standort Herongen blickt auf eine jahrzehntelange Tradition zurueck. Produktbereich VERSEIDAG: Coating + Composite für hochwertige Industrietextilien / Gewebe. Erwähnenswerte Lieferung u. a.: die komplette Besegelung für das Segelschulschiff *GORCH FOCK* (Bj. 1958/59, Blohm&Voss Hamburg) der Bundesmarine. In Herongen ist einer von sechs Produktionsstandorten der Firma Carl Kühne KG, einem Nahrungsmittelhersteller, der hauptsächlich Essig, Feinkost und Feinsaures produziert und einer der größten Essig-, Gurken- und Senfproduzenten Europas ist.

Öffentlicher Verkehr Buslinien Linie SB42 Die Buslinie SB42, betrieben durch Look Busreisen, einer 100-prozentigen Tochter der Niederrheinischen Verkehrsbetriebe AG (Niag), fährt zwischen Kerken/Aldekerk, über Wachtendonk, Wankum, grenzüberschreitend bis zum Bahnhof Venlo in die benachbarte Niederlande.

Persönlichkeiten Paul Heimen (1898–1978), niederrheinischer Maler

Literatur Hans Steger: Heronger Heimatbuch. Herongen, Juni 1964, 75 SeitenHeronger Heimatbuch "Deutsche National Bibliothek" Gesellige Vereine Herongen: 1100 Jahre Herongen / 899-1999. Erschienen anlässlich der 1100-Jahr-Feier 1999, 266 Seiten1100 Jahre Herongen / 899-1999 "Deutsche National Bibliothek"

Siehe auch Fliegerhorst Venlo-Herongen

Weblinks

Herongen auf der Website der Stadt Straelen Herongen auf rheinruhronline.de Herongen auf GenWiki

Einzelnachweise

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