Robert Marlitz (gestorben 23. Juli 1933 in Breslau) war Schauspieler, Radio- und Hörspielsprecher mit Regieverpflichtung.PDF dra.de S. 8/11.

Leben Marlitz gehörte als Schauspieler Theatern in Aachen, Berlin, Breslau, Brünn, Königsberg, Wien und Zürich an. Eine kleinere Filmrolle hatte er 1921 in Die Geburt des Antichrist.

Ab 1925 wirkte er auch am noch jungen Hörfunk mit, zunächst für die Ostmarken Rundfunk AG in Königsberg. Zuletzt gehörte er als einer ihrer meisteingesetzten Rezitatoren zum festen Sprecherensemble der Schlesischen Funkstunde in Breslau. Von den rund sechzig im Deutschen Rundfunkarchiv verzeichneten Hörspielen, an denen er mitwirkte, ist Das Hörspiel vom Hörspiel (1931) von Fritz Walter Bischoff erhalten geblieben. Er wirkte an vielen Hörspielen mit, so z. B. 1929 an Meine Frau, die Hofschauspielerin unter der Regie von Herbert BrunarARD-Hörspieldatenbank hoerspiele.dra.de und Theater im Theater, eine heitere Hörfolge unter der Regie von Franz Joseph Engel.

Im März 1933 wurde der Sender von der SA besetzt und der Austausch von Marlitz durch einen nichtjüdischen Sprecher erpresst. Im Juli 1933 berichtete die Presse, dass Marlitz sich suizidiert habe.Edmund Nick: Das literarische Kabarett "Die Schaubude" 1945–1948 Seine Geschichte in Briefen und Songs.S. 8–9.

Ensemblezugehörigkeiten (Auswahl) 1901–1902 Bernarts-Theater 1908–1911 Zürcher Stadttheater 1912 Schillertheater Berlin 1921 Raimundtheater

Literatur Hans-Ulrich Wagner: Medien-Orte und Kultur-Räume. Das jüdische Breslau und der Rundfunk. In: Tim Buchen, Maria Luft (Hrsg.): Breslau/Wrocław 1933–1949. Studien zur Topographie der Shoah (= Jüdische Kulturgeschichte in der Moderne. Band 28). Neofelis, Berlin 2023, ISBN 978-3-95808-422-3.

Einzelnachweise

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