Der Maibach ist ein fast 5 Kilometer langer Bach in Bayern, der im unterfränkischen Landkreis Schweinfurt verläuft. Er ist ein nordöstlicher und linker Zufluss der Wern.
Geographie Verlauf Quellgebiet Der Maibach entspringt in der Gemarkung des zu Poppenhausen gehörenden Gemeindeteils Maibach auf einer Höhe von im Waldgewann Holzspitz am Nordwestfuße des hohen Maibacher Bergs. Seine ganzjährig wasserführende Quelle liegt im Laubwald, gut 200 Meter südlich der Gemeindegrenze von Dittelbrunn zu Poppenhausen. Etwa einen halben Kilometer im Osten von dort verläuft direkt an der Gemeindegrenze von Poppenhausen zu Dittelbrunn der heutige Fernwanderweg Via Romea Germanica entlang. Jenseits des Wanderwegs liegt der Lindenhof, ein Aussiedlerhof. der als Reitanlage genutzt wird. Etwa 0,9 Kilometer im Südosten der Quelle liegt das Pfarrdorf Maibach, 1,3 Kilometer im Norden das zu Dittelbrunn gehörende Kirchdorf Holzhausen und 1,1 Kilometer im Osten das ebenfalls zu Dittelbrunn gehörende Pfarrdorf Hambach.
Der Bachgrund wird von feinsandigem, karbonatischem, teilweise auch tonigem, karbonatfreiem Schluff des Pleistozäns geprägt und an den Uferböschungen auf beiden Seiten stehen in Wechsellagerung Sedimente von schluffigen und feinkörnigen Sand- und graugrünen und graublauen Tongesteinen der Erfurt-Formation aus dem Unteren Keuper der Mitteltrias an,Digitale Geologische Karte 1:25.000 (dGK25) über die sich auf der rechten Seite fast ausschließlich Pseudogley-Braunerde-Pseudogley-Braunerde aus schluffig-sandiger Deckschicht, Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft und Braunerde- und auf der linken überwiegend Pseudogleyböden abgelagert haben.Übersichtsbodenkarte 1:25.000
Weiterer Verlauf Der Maibach fließt zunächst, auf seiner rechten Seite von einem Waldweg begleitet, in westsüdwestlicher Richtung durch Laubwald. An seinen Ufern wachsen vor allem Erlen und Eschen und in der Krautschicht gedeihen im feuchten Bachgrund Großseggengesellschaften mit Gewöhnlichem Wasserdost. Nach gut einem Kilometer erreicht der Bach einen kleinen See, der einst mittels eines Erddamms gestaut wurde und heute durch den mit der Zeit undicht gewordenen Damm teilweise verlandet ist. An dessen Ufern steht Erlentotholz, gemischt mit jüngeren Grauweiden, und seine Oberfläche ist teilweise von Ästigen Igelkolben und Teichschachtelhalmen sowie Sumpfseggen bedeckt. Im Umfeld des Bachs leben mindestens zwei verschiedene Amphibienarten und verschiedene Groß- und Kleinlibellen und im Wald stehen Ansitzwarten für Greifvögel.Biotopsteckbrief: Biotop 5827-0016: Bachgraben "am See" Knapp 100 Meter südlich des Bachs liegen die Überreste einer Siedlung der Linearbandkeramiker.Siedlung der Linearbandkeramik, Denkmal-Atlas Etwa 200 Meter bachabwärts bildet er nacheinander 4 kleine Fischweiher. In den letzten und größten dieser WeiherFischweiher, OSM mündet in der Flur Mittleres RiethMittleres Rieth, Uraufnahme (1808–1864), der in einem Bogen aus dem Norden kommende Bodenäckergraben.
Der Maibach wird nun rechts vom Maibacher Weg begleitet, einer Verbindungsstraße, die von Holzhausen im Norden nach Maibach führt. Er fließt dann etwa 150 Meter südsüdwestwärts durch die Flur Unteres RiethUnteres Rieth, Uraufnahme (1808–1864) und trifft danach auf einen örtlichen Wanderweg, der ihm ab da auf seiner rechten Seite folgen wird.Örtliche Wanderwege, Sport und Freizeit Keine 100 Meter entfernt steht dort im Westen ein Bildstock von 1630 mit Sockel und Säule und einem Aufsatz mit Pietà.Bildstock (D-6-78-168-109), Denkmalatlas Anschließend läuft der Bach in südsüdöstlicher Richtung durch die Flur Unter dem RiethUnter dem Rieth, Uraufnahme (1808–1864) am Ostfuß der hohen Erlen-HöheErlen-Höhe, Positionsblatt 1:25000, Blattnummer: 093, Herausgabejahr 1930 entlang und wird dabei auf seiner rechten Seite von Ackerland und auf der linken von Laubwald gesäumt. Nach etwa 300 Metern erreicht er den Nordostrand der Ortschaft Maibach, zieht dann ungefähr 70 Meter östlich des von freistehenden Einfamilienhäusern gesäumten Hirtenwegs in der Flur Wiesen vor dem HolzWiesen vor dem Holz, Uraufnahme (1808–1864) am Ostrand des Ortes entlang und wird etwas später auf seiner rechten Seite vom Abfluss eines Rückhaltebeckens gespeist.
mini|hochkant|Bildstock mit Sockel und Säule mit Weinranken und einem Aufsatz mit Pietà und Kreuzigung Auf der linken Seite steht dort ein spätbarocker Bildstock mit gemauertem Sockel, einer Säule mit Weinranken und einem Aufsatz mit Pietà und Kreuzigung.Bildstock (D-6-78-168-76), Denkmalatlas Der Bach kreuzt dann einen Feldweg und wird kurz darauf von links durch den aus dem Osten kommenden Grundgraben verstärkt, der ihm unterirdisch verdolt zufließt. Der Maibach läuft nun südsüdwestwärts an einer auf seiner rechten Seite liegenden Obstplantage vorbei und wird dann von einem Steg überbrückt, auf dem ein örtlicher Wanderweg entlangführt. Dort endet auch der ihm bisher auf seiner rechten Seite gefolgte Wanderweg.Örtliche Wanderwege, Sport und Freizeit Südlich des Stegs fließt ihm in der Flur SeeleitenSeeleiten, Uraufnahme (1808–1864) auf der rechten Seite ein aus der Ortschaft kommender, nur unbeständig wasserführender, circa 0,5 Kilometer langer und namenloser Graben zu. Knapp 100 Meter im Osten liegt der Sportplatz Maibach. Der Maibach läuft darauf an einem auf seiner linken Seite liegenden Wasserbecken vorbei und nimmt unmittelbar danach auf der gleichen Seite einen aus dem Osten kommenden, etwa 1,3 KilometerEigenmessung auf dem BayernAtlas langen und namenlosen Bach auf, in den kurz davor auf dessen rechter Seite der ungefähr 0,6 Kilometer lange Klingengraben einmündete. Der Maibach unterquert hiernach die Schweinfurter Straße und anschließend den Radwanderweg Oberes Werntal Nord-Route.Radweg Oberes Werntal Nord-Route, Sport und Freizeit Circa 30 Meter im Westen steht am südöstlichen Dorfausgang ein Bildstock mit Tischsockel und Säule sowie einem Aufsatz mit Ecce-Homo-Relief und fallendem Christus.Bildstock (D-6-78-168-78), Denkmalatlas Südlich davon wird er auf seiner linken Seite von einem namenlosen und ungefähr 1,5 Kilometer langen Bach gestärkt, der ihm aus dem Rosengrund zufließt, und gut hundert Meter im Osten liegen südlich des Ziehbergs die Reste einer Siedlung aus der Linearbandkeramik- sowie der Späthallstatt- und Frühlatènezeit.Siedlung der Linearbandkeramik sowie der Späthallstatt- und Frühlatènezeit, Denkmalatlas
mini|hochkant|links|Pfarrkirche St. Kilian Der Maibach knickt dort fast rechtwinklig nach Westen ab und läuft, begleitet auf seiner linken Seite vom Radweg Oberes Werntal - Rund um die WernquelleRadweg Oberes Werntal - Rund um die Wernquelle, Sport und Freizeit, südlich der Schweinfurter Straße am Ortsrand des Dorfes entlang. Er kreuzt dabei den Niederwerrner Weg und zieht dann in der Flur DinkelgarteDinkelgarte, Uraufnahme (1808–1864) an einer im Süden liegenden Obstplantage vorbei, in deren südwestlichem Umfeld ein BildstockBildstock, OSM und ein WegekreuzWegekreuz, OSM stehen. Er unterquert dann eine Wohnstraße, wo ungefähr 100 Meter nördlich von dort die frühneuzeitliche römisch-katholische Pfarrkirche St. Kilian mit Satteldach, eingezogenem Chor und seitlichem Chorturm mit Spitzhelm steht.St. Kilian, Denkmalatlas Der Bach fließt danach durch die Flur RöſswiesenRöſswiesen, Uraufnahme (1808–1864) am auf seiner linken Seite liegenden Milchviehbetrieb Göbel vorbei. Auf der anderen Seite steht am Talhang ein Gebüschkomplex aus Schlehen, Zwetschgen und Eichen, dessen Saum mit Brombeergestrüpp überwuchert ist. Davor liegt eine kleine extensive Mähwiese mit Salbei und Glatthafer.Biotopsteckbrief: Biotop 5927-0100: Talhang zum Maibach Anschließend zieht der Bach, gesäumt von dichtem Gehölz, in der Flur Kellers Wiesen zwischen intensiv landwirtschaftlich genutzten Feldern und Wiesen am Südfuße der hohen Erlershöhe entlang. Nördlich des Bachs liegt ein kleiner Wald mit größeren Eichenbeständen sowie Beimischungen von Hainbuche und Vogelkirsche und unten in der dichten Strauchschicht entfalten sich Weißdorn, Holunder, Haselnuss und an den Rändern Schlehen.Biotopsteckbrief: Biotop 5927-0099 Gehölzbestände im Flurbereich "Lache" Im Nordnordwesten des Waldes befindet sich eine MariengedenkstätteMariengedenkstätte, OSM, und keine 100 Meter westlich davon ein weiteres Eichenwäldchen. Auf der anderen Seite des Maibachs liegt der Eichen-Hainbuchen-Wald Birkig, in dem vor allem Eichen, Hainbuchen und Vogelkirschbäume sowie Eschen stehen und vereinzelt im etwas frischeren Norden Schwarzerlen und Zitterpappeln und an den trockeneren Hängen auch Hängebirken und Bergahornbäume wachsen.Biotopsteckbrief: Biotop 5926-0147 Teilfläche 006 Gehölzbestände am Harthügel und im Flurbereich "Lache" Südlich des Birkigwaldes liegen jenseits der B 286 und etwas nördlich der Flur Hart die Überreste einer Siedlung aus der Hallstattzeit.Siedlung der Hallstattzeit, Denkmalatlas Der Bach quert westlich eines kleinen Pumpwerks einen Feldweg und passiert dabei die Gemarkungsgrenze von Maibach nach Poppenhausen.
mini|Blick auf das Biotop Hecken am Maibach-Talhang in Richtung der Ortschaft Maibach im Hintergrund die Talbrücke Maibach Gleich darauf wird er von der Talbrücke Maibach, einer 422,5 Meter langen Spannbeton- und Hohlkastenbrücke der A 71, überspannt. Unterhalb der Brücke hat sich der Bach in ein Geflecht von Gräben und Teichen geteilt, die dann knapp 100 Meter später wieder zusammenfließen. Er zieht danach, gesäumt von Ufergehölz, ungefähr 100 Meter nördlich der B 286, zwischen dem Maibacher Berg im Norden und dem Harthügel im Süden, durch Ackerland. Nach etwa einem halben Kilometer wird er von einem Steg überbrückt, über den der obengenannte Radweg führt, der den Bach nunmehr auf der rechten Seite begleitet und dann westlich eines kleinen Wasserwerks nach Norden abbiegt. Der Bach fließt nun stark begradigt in der Flur RoerichRoerich, Uraufnahme (1808–1864) durch eine inmitten von Ackerland liegende und von Schilfrohr überwachsene Nasswiese, in deren brachliegenden Hochstaudenfluren Bekassinen, Rohrammern, Sumpfrohrsänger und Rebhühner leben.Biotopsteckbrief: Biotop 5926-0146 Naßwiesenbrache am Maibach Er unterquert dann die B 19 und betritt die Flussaue der Wern. Östlich der am Südostrand von Poppenhausen stehenden Fuchsenmühle, die auch DitterichsmühleDitterichsmühle, Positionsblätter 1:25000 (um 1860) genannt und früher durch die Wern angetrieben wurde, fließt ihm ein aus dem Norden kommender namenloser und knapp 300 Meter langer Graben zu.