Die Liste von Glocken der Gießerei F. Gruhl enthält die noch existierenden Bronzeglocken in Deutschland, Polen und Tschechien. Inhaber der Firma, die in der Kolonie Kleinwelka der Herrnhuter Brüdergemeine gegründet wurde, waren: Friedrich Gruhl (Gussjahre 1812–1851) Ernst Friedrich Gruhl (I) (Gussjahre 1852–1863) Gruhl/Werner (Gussjahre 1864–1881) Ernst Friedrich Gruhl (II) (Gussjahre 1862–1885) Theodor Werner (Gussjahre 1886–1896)

Die hier aufgeführten Glocken umfassen die Zeitspanne der gesamten Unternehmensgeschichte von 1803 bis 1896. Unter Bemerkungen wird die jeweilige Firmenleitung zum Zeitpunkt des Glockengusses angegeben. Wenn nicht anders angegeben, stammen die Daten aus dem Buch Glocken in Sachsen von Rainer Thümmel.Rainer Thümmel: Glocken in Sachsen: Klang zwischen Himmel und Erde. Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig 2015. ISBN 978-3-374-02871-9

Ein Großteil der in Deutschland aus Bronze gegossenen Kirchenglocken fiel im Zweiten Weltkrieg der Metallspende des deutschen Volkes zum Opfer. Zur Sicherstellung der Glocken setzten die alliierten Behörden 1947 einen Ausschuss ein, mit dem im weiteren Verlauf der Ausschuss für die Rückführung der Glocken verhandelte. Die meisten der in Kleinwelka gegossenen Glocken wurden in den beiden Weltkriegen zerstört.The Bells of the Stellenbosch Moederkerk, Interview mit Helmfried Klotke, 2014, Hinweis Seite 7 (englisch) online auf scielo (Aufgerufen am 23. März 2025)

Noch existierende Glocken in Europa

+ Glocken der Gießerei Gruhl Kleinwelka Kirche oderAufstellort in () Koordinaten Glocken-stuhl Joch Nummer(1: größte) Nominal Gussjahr Durchmesser Masse Herkunft Bemerkungen Bild Baruth Holz Stahl gekröpft 4 h1-3 1815 758 mm 250 kg Gruhl F Baruth Schlagglocke 5 c3 1853 422 mm 40 kg Gruhl EF (I) Baruth Schlagglocke 6 e3 1853 290 mm 20 kg Gruhl EF (I) Bautzen, St. Petri HolzRichard Wilhelm, Die Glocken der Stadt Bautzen, Hinweis auf Friedrich Gruhl auf Seite 11–12 online auf yumpu (Aufgerufen am 23. März 2025) Holz 1 a0-5 1827 1747 mm 2784 kg Gruhl FGroße GlockeGeläut Plenumonline auf Youtube (Aufgerufen am 23. März 2025) Bautzen, St. Petri Holz 2 cis1±0 1827 1368 mm 1355 kg Gruhl FKirchglocke Bautzen, St. Petri Holz 3 e1+1 1827 1140 mm 767 kg Gruhl FAbendglockeGeläutonline auf Youtube (Aufgerufen am 23. März 2025) Bautzen, St. Petri Holz 4 a1+12 1827 825 mm 306 kg Gruhl FOktavglocke Bautzen, St. Petri Holz 5 cis2±0 1827 666 mm 151 kg Gruhl FVorläuteglocke Bischofswerda ChristuskircheMittag, Karl Wilhelm: Chronik der königlich sächsischen Stadt Bischofswerda, Kapitel Die Anschaffung der neuen Glocken und Feierlichkeiten bei Einholung und Aufhängung der Glocken, 1861, Seite 492–496 online auf books.google (Aufgerufen am 23. März 2025) Holz Holz 1 h0+3,5 1816 1506 mm 1694 kg Gruhl FGroße Glocke1948 zurück aus HamburgKirchenliste auf kirchbau.de (abgerufen am 20. Februar 2024) Bischofswerda Christuskirche Holz 2 dis1+3 1816 1182 mm 834 kg Gruhl FAbendglocke1948 zurück aus Hamburg Bischofswerda Christuskirche Holz 3 fis1+8 1816 956 mm 440 kg Gruhl FTagesglocke1948 zurück aus Hamburg Bischofswerda Christuskirche Holz 4 h1+10 1816 693 mm 171 kg Gruhl FTaufglocke1948 zurück aus Hamburg Burkhardswalde Holz Holz 1 des1 1878 1375 mm 1370 kg Gruhl/Werner Burghardswalde Holz 3 as1 1878 905 mm 410 kg Gruhl/Werner Buschdorf Behelfskirche Stahlturmextern Holz 1 ? 1864 ? mm ? kg Gruhl/WernerDie Kirche zu Buschdorf. online auf www.kg-gorgast-golzow.de (abgerufen am 23. März 2025) DittersbachGlocken der Kirche Dittersbach online auf kirchspiel-dittersbach-eschdorf (Aufgerufen am 23. März 2025) Stahl Stahl gekröpft 1 es1-1 1856 1247 mm 1028 kg Gruhl EF (I) Dittersbach Stahl gekröpft 2 g1-3 1856 993 mm 513 kg Gruhl EF (I) Dittersbach auf dem Eigen Stahl Stahl gekröpft 4 d2-4 1887 675 mm 167 kg Werner Th Dresden Hausmannsturm , vorher Stahl Schlagglocke 1 es1-1 1857 1253 mm 1150 kg Dreikönigskirche (Dresden) Gruhl EF (I) Dresden Hausmannsturm , vorher Schlagglocke 2 b1-2 1857 826 mm 330 kg Dreikönigskirche (Dresden) Gruhl EF (I) Dresden Hausmannsturm , vorher Schlagglocke 3 es2+14 1857 608 mm 125 kg Dreikönigskirche (Dresden) Gruhl EF (I) Eibau Stahl Stahl gekröpft 1 c1-4 1886 1438 mm 1729 kg Werner Th Friedersdorf (Ober-) Holz (1851) Stahl gekröpft 1 es1-3 1851 1222 mm 950 kg Gruhl F Glasten Holz (2010) Holz 1 g1+8 1841 970 mm 510 kg Gruhl F Göda St. Peter & Paul Stahl Holz 3 a1+13,5 1823 813 mm 250 kg Gruhl F Göhren St. Katharinen Holz Holz 2 d2 1841 630 mm 170 kg Gruhl F Gröditz Holz Stahl gerade 2 b1+1 1826 795 mm 238 kg Gruhl F Gröditz Schlagglocke 4 c3 1852 423 mm 35 kg Gruhl EF (I) Großdrebnitz Martinskirche Holz Holz 1 f1+14 1818 1131 mm 880 kg Gruhl F Großerkmannsdorf Holz Holz 3 c2+5 1883 724 mm 200 kg Gruhl EF (II)GeläutRadeberg-Großerkmannsdorf – Dorfkirche: Informationen zu den Glocken und ihr Geläut online auf Youtube (Aufgerufen am 23. März 2025) Großhennersdorf Stahl Stahl gekröpft 1 es1+12 1829 1208 mm 933 kg Gruhl F Großschönau Stahl Schlagglocke 4 a1 1848 860 mm 331 kg Gruhl F Guttau Stahl Holz 1 g1+7 1844 978 mm 517 kg Gruhl F Helbigsdorf Holz (2000) Holz 1 c2 1852 720 mm 200 kg Gruhl EF (I) Heyersdorf Stahl Stahl gekröpft 1 h1-5 1850 807 mm 310 kg Gruhl F Hinterhermsdorf Engelkirche Stahl Stahl gekröpft 2 cis2 1837 667 mm 150 kg Gruhl F Hinterhermsdorf Engelkirche Stahl gekröpft 3 e2 1837 555 mm 100 kg Gruhl F Kamenz (Altenpflegeheim St. Georg) jetzt ; vorher festes Denkmal 1878 ? mm ? kg Kamenz St. Maria Magdalena Gruhl/Werner 120px|Kamenz St M Magdalena Kittlitz St. Trinitatis Holz Holz 1 cis1-2 1864 1370 mm 1365 kg Gruhl/Werner Kittlitz St. Trinitatis Holz 2 e1+4 1864 1135 mm 780 kg Gruhl/Werner Kittlitz St. Trinitatis Holz 3 gis1-2,5 1864 907 mm 406 kg Gruhl/Werner Kleinbautzen Holz (2005) Holz 2 c2-1- 1846 770 mm 270 kg Gruhl F KleinschönauCornelius Gurlitt: Amtshauptmannschaft Zittau (Land). Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen Bd. 29. Meinhold, Dresden 1906. S. 94 heute Sieniawka 1 1858 ? mm ? kg Gruhl EF (I)Alle drei erhalten? Kleinschönauheute Sieniawka 2 1858 ? mm ? kg Gruhl EF (I)Alle drei erhalten? Kleinschönauheute Sieniawka 3 1858 ? mm ? kg Gruhl EF (I)Alle drei erhalten? Kleinwelka Betsaal 1812 600 mmGerhard Simmank (1977): Die Glockengießer Gruhl von Kleinwelka. Eine Studie zur Oberlausitzer Firmen- und Familiengeschichte. Mitteldeutsche Familienkunde Jg. 18, Heft 1 S. 161–172. 105 kg Gruhl F Lampertswalde Martinskirche Holz Holz 2 h1+2+ 1825 783 mm 290 kg Gruhl F Leisnig Burg Mildenstein jetzt ; bis 1945 steht im Museum 1847 ? mm ? kg Schloss Schweta Gruhl F 120px|Schloss Schwerta Lohsa Holz Holz 3 e1 1843 608 mm 132 kg Gruhl FMelanchthon-GlockeAndreas Kirschke: Vier Glocken rufen zum Gebet online auf saechsische (Aufgerufen am 23. März 2025) Meißen Martinskapelle Stahl Holz 1 es2 1885 590 mm 115 kg Gruhl EF (II) Mochau Sommerkirche Holz Stahl gekröpft 2 gis1 1834 900 mm 500 kg Gruhl F München St. Lukas seit 1952 ; bis 1944 Holz Holz 1 c1+4 1862 1410 mm 1510 kg Stargard St. Marien Gruhl EF (I)Inschriftenglocke 120px|München St. Lukas 1 Neukirch Holz Stahl gekröpft 1 e1+8 1819 1105 mm 780 kg Gruhl F15. Februar 2024 zurReparatur bei GrassmayrIna Förster: Neukirch lässt Kirchenglocke reparieren. Sächsische Zeitung (Kamenz), Dienstag 20. Februar 2024 S. 11 Neukirch Stahl gekröpft 2 a1+3,5 1819 845 mm 375 kg Gruhl F Niedercunnersdorf Holz Holz 1 e1-3 1828 1167 mm 725 kg Gruhl F Nördlingen St. Georg seit 1952 ; bis 1944 Holz Holz 1 g0+9 1862 1880 mm 3700 kg Stargard St. Marien Gruhl EF (I)Zwölf-Apostel-GlockeGeläutonline auf Youtube (Aufgerufen am 23. März 2025) 120px|Nördlingen 1120px|Geläut Plenum Oberoderwitz Holz Holz 1 es1-3 1823 1204 mm 878 kg Gruhl F Oberoderwitz Holz 2 g1+3 1823 950 mm 453 kg Gruhl F Oberoderwitz Holz 3 b1-5 1823 800 mm 267 kg Gruhl F Olganitz Saalkirche Holz (2010) Holz 1 es2-4 1861 626 mm 130 kg Gruhl EF (I) Oschatz St. Aegidien Holz Holz 2 f1+9 1848 1071 mm 643 kg Gruhl F Oschatz St. Aegidien abgestellteGlocke ohne 5 g2-1 1849 453 mm 50 kg Gruhl F Ostritz St. Marienthal Holz Holz 1 g1 1858 950 mm 550 kg Gruhl EF (I)Michael Schlitt: Die Zisterzienserinnenabtei Klosterstift St. Marienthal Geschichte – Kultur – Impulse. G Oettel, Görlitz 2021. ISBN 978-3-944560-83-0 pdf S. 71 GeläutTeilgeläut der Klosterkirche Mariä Himmelfahrt im Kloster St. Marienthal online auf Youtube (abgerufen am 23. März 2025) Ostritz St. Marienthal Holz Holz 4 g2(+) 1858 470 mm 70 kg Gruhl EF (I) Otzdorf Stahl Stahl gekröpft 1 ais1 1850 850 mm 350 kg Gruhl F Rammenau Holz Holz 3 d2+6 1879 644 mm 160 kg Gruhl/Werner Rothschönberg Holz Holz 3 d2+3 1883 640 mm 150 kg Gruhl EF (II) Saritsch Kapelle jetzt ; früher Stahl Holz 1 d2+4 1863 634 mm 130 kg St. Just (Kamenz) Gruhl EF (I) Schirgiswalde St. Mariä Himmelfahrt Holz Holz 1 ges1+5 1869 1240 mm 1073 kg Gruhl/WernerPfarrkirche Mariä Himmelfahrt online auf kath-gemeinde-mariae-himmelfahrt (Aufgerufen am 23. März 2025) GeläutGlocken und Glockenspiel der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt online auf Youtube (Aufgerufen am 23. März 2025) Schirgiswalde St. Mariä Himmelfahrt Holz 2 ges1+8 1869 1035 mm 636 kg Gruhl/Werner Schirgiswalde St. Mariä Himmelfahrt Holz 3 b1+6 1869 825 mm 327 kg Gruhl/Werner Schirgiswalde St. Mariä Himmelfahrt Holz 4 f2 1869 540 mm 74 kg Gruhl/Werner Schönau-Berzdorf auf dem Eigen St. Georg Stahl Stahl gerade 1 es1+13 1837 1220 mm 930 kg Gruhl FGeläutSchönau-Berzdorf auf dem Eigen: Glocken der evang. Kirche St. Georg, Infos zur Kirche, Bilderstrecke der Glocken und deren Geläut. online auf Youtube (Aufgerufen am 23. März 2025) Singwitz Friedhof Obergurig jetzt ; bis 1923 Holz Holz 1 as1 1882 908 mm 425 kg bis 1923Kirche Großpostwitz Gruhl EF (II) Sohland am Rotstein Holz Holz 1 es1-2 1824 1208 mm 930 kg Gruhl F Spitzkunnersdorf Nikolaikirche Holz Holz 2 b1-2 1857 827 mm 280 kg Gruhl EF (I) Stockheim Holz Holz 1 a1 1847 800 mm 650 kg Gruhl F Stockheim Holz 2 cis2 1847 650 mm 150 kg Gruhl F Strießen St. Johannes Stahl Stahl gerade 1 g1 1841 970 mm 470 kg Gruhl F Wolkenburg St. Mauritius Holz (2006) Holz 3 des2 1855 670 mm 175 kg Gruhl EF (I) Zadel St. Andreas Holz Holz 2 gis1+4 1842 915 mm 465 kg Gruhl F Zadel St. Andreas Holz 3 h1+6 1842 762 mm 271 kg Gruhl F Zittau Apostelkirche Holz Holz 1 fis2+5+ 1890 497 mm 75 kg Werner Th

Polen (Verbleib unklar) 1877, für die Evangelische Kirche in Kosierz (deutsch Kossar), unweit von Krosno Odrzańskie. Der Durchmesser der südlichen Glocke beträgt 66 Zentimeter und der der nördlichen Glocke 44 Zentimeter.Heimatkreis Crossen / Oder, Abschnitt Die Kirche in Kossar (Aufgerufen am 23. März 2025)Beschreibung der Kirche in Die Kunstdenkmäler der Provinz Brandenburg – Band VI Teil 6 Kreis Crossen, 1921, Re-Print 2011 online auf niederlausitz-aktuell (Aufgerufen am 23. März 2025) Glocken für fünf polnische Städte, ohne Angabe der genauen Bestimmungsorte: 1826 Baudach (Budachów); 1863 Zellin (Zielina); 1868 Breslau; 1877 Zehden (Cedynia); 1888 Zicher (Cychry).Wolf, Fritz: Die Glocken der Provinz Brandenburg und ihre Giesser (Hinweis Seite 115 und 131 online auf books.google, aufgerufen am 23. März 2025)

Tschechien (Verbleib unklar) 1882, für den Saazer Kreis. Genauer Bestimmungsort unbekannt. Die Glocke wurde im Hüttenlager C. Wilhelm Kayser in Lünen aufgenommen. Kennzeichen der Glocke: 20/17/112 C. Die Glocke misst eine Höhe, inklusive ihrer Krone, von 52 Zentimeter, bei einem unteren Durchmesser von 52 Zentimeter. Inschrift der Glocke: Ad Dei Gloriam, De A. Vincentio Danek Nobile De Esse, Gegossen V.F.R. Gruhl (Kreuz) in Kleinwelka, Anno MDCCCLXXXII.Radek Lunga und Jiří Roháček, Zum Schweigen gebrachte Stimmen – Glockenaufnahme Hüttenlager Lünen, Detaillierte Beschreibung der Glocke mit drei Fotos, (Seite 1303–1305), Tschechisch und Deutsch (Aufgerufen am 23. März 2025)

Literatur Rainer Thümmel: Glocken in Sachsen – Klang zwischen Himmel und Erde, Evangelische Verlagsanstalt Leipzig, 2011, 432 S., ISBN 978-3-374-02871-9

Weblinks

Einzelnachweise