Wolf Speer (* 6. Februar 1980) ist ein ehemaliger deutscher Computerspiel-Journalist, Redakteur und Moderator. Mittlerweile ist er vor allem als Kritiker von Horrorfilmen und -themen präsent. Bekanntheit erlangte er insbesondere durch seine Tätigkeit für den Onlineauftritt der Fernsehsendung MTV Game One sowie als Moderator der deutschen PlayStation-Sendung Inside PlayStation.

Leben und Karriere

Von GIGA zu GAME ONE Wolf Speer begann seine mediale Laufbahn 2001 als Praktikant beim Fernsehsender NBC GIGA Games. Von 2002 bis 2004 absolvierte er dort ein Volontariat und betreute neben redaktionellen Inhalten auch Regie sowie Internetpräsenz der Sendung.

Anschließend arbeitete er als Redakteur bei der CyPress GmbH für das PlayStation-Magazin Play the PlayStation, bevor er 2006 zur Fernsehsendung MTV Game One wechselte. Dort war er für die Planung und Konzeption von TV-Beiträgen zuständig. Ab 2009 wechselte er in die Online-Redaktion und zu Beginn des Jahres 2011 übernahm er die Redaktionsleitung für den Internetauftritt von Game One. In dieser Funktion prägte er als Moderator maßgeblich Formate wie 1 Stunde mit oder Knallhart Durchgenommen, die er auch nach seiner Entlassung im Jahr 2013 – infolge redaktionsinterner Unstimmigkeiten – extern weiterführte. Die von Wolf Speer und Christian Gürnth auf der Game-One-Website gespielte Reihe zu Deadly Premonition trug maßgeblich zur Popularitätssteigerung des Spiels in Deutschland bei. Die taz betonte die „Eigendynamik der Moderatoren Wolf Speer und Christian Gürnth“, womit die Let’s Plays von Game One „überzeugen“ könnten. Zwischenzeitlich schrieb Speer auch Filmkritiken für das Hamburger DVD-Magazin SCREEN, Filmstarts und Computer Bild Spiele.

Nach GAME ONE Im Anschluss gründete Speer gemeinsam mit seiner damaligen Partnerin die Website und den YouTube-Kanal Sexy Cripples, auf dem Film- und Serienkritiken, Gaming-Videos, Musikbesprechungen sowie Let’s Plays veröffentlicht wurden. Im Jahr 2017 wurde bekanntgegeben, dass das Projekt aufgrund der Schwangerschaft seiner Partnerin pausiert werde. Bis auf für Besprechungen zur Fantasy-Serie Game of Thrones wurde das Projekt nicht wieder fortgeführt.

Von 2015 bis 2018 moderierte er gemeinsam mit Anne Wernicke die deutschen PlayStation-Sendung Inside PlayStation. Dort präsentierte er Neuerscheinungen, berichtete von internationalen Spielemessen und diskutierte aktuelle Themen der Gaming-Industrie. Außerdem moderierte er verschiedene Panels oder Veranstaltungen auf Spielemesse. Darunter im Jahr 2019 ein Panel mit Vertretern der Fachpresse, darunter GamePro-Chefredakteurin Rea Grimm, über die Bedeutung von Erzählstrukturen in modernen Videospielen.

Seit November 2018 ist Speer bei der Hamburger Content Fleet GmbH tätig, einem Unternehmen für digitales Content-Marketing. Zunächst moderierte er dort Beiträge für das Online-Magazin TURN ON der Elektronikhandelskette Saturn, bevor er ab 2021 zum Schwesterformat GameZ.de (mittlerweile XPERION) von Media Markt wechselte. Dort übernahm er die redaktionelle Leitung, moderierte Beiträge und setzte inhaltliche Schwerpunkte im Bereich Horrorspiele. Mitte 2024 beendete er seine Tätigkeit als Moderator und arbeitet seither ausschließlich in redaktioneller Funktion.

Podcasts nach der Tätigkeit als Videospieljournalist Seit Ende 2022 betreibt Wolf Speer gemeinsam mit Kolja Petersen den mittlerweile wöchentlich erscheinenden Horror-Film-Podcast Horrohr. Anlässlich der 100. Folge des Podcasts veranstalteten Speer und Petersen 2025 gemeinsam eine Live-Bühnenshow. In deren Rahmen wurde der Horrorfilm House of the Dead gemeinsam mit dem Regisseur Uwe Boll vor Publikum geschaut. Im Anschluss folgte ein rund 90-minütiges Bühnengespräch mit dem Regisseur, der insbesondere aufgrund seiner sehr negativ rezipierten Videospielverfilmungen als umstritten gilt.

Im Juni 2025 startete Speer gemeinsam mit seiner neuen Partnerin Johanna „Schlogger“ Baumann den als Limited Series konzipierten Podcast Plötzlich Patchwork. Darin thematisieren sie ihre Beziehung sowie ihre Lebensrealität als Patchworkfamilie, einschließlich des Umgangs mit Ex-Partnern, Kindern aus früheren Partnerschaften sowie den damit verbundenen Herausforderungen, Chancen und Lösungsansätzen. Baumann war bereits zuvor im Medienbereich tätig. Sie arbeitet als Illustratorin und veröffentlichte mehrere Ratgeber zu Kindererziehung und Partnerschaft. Der Podcast wurde positiv aufgenommen und erfreute sich großer Beliebtheit, sodass Speer und Baumann begleitend ein Buch zum Podcast veröffentlichten.

Nach dem Ende des Podcasts legten die beiden eine kurze Pause ein, bevor sie Ende 2025 mit dem Podcast Popkultur Eltern ein neues Format starteten, das sich mit Fragen von Medien, Popkultur und Kindererziehung befasst.

Öffentliche Wahrnehmung Wolf Speer hat sich in der deutschen Medienlandschaft insbesondere als Experte für das Horrorgenre etabliert. Sein Podcast Horrohr, zählt zu den erfolgreichsten deutschen Podcasts im Bereich „TV & Film“ und liegt in der Reichweite deutlich vor anderen deutschsprachigen Horrorformaten.Podcasts-Reichweiten sind generell im Detail schwierig nachzuvollziehen. Es lassen sich aber verschiedene Indikatoren in den Blick nehmen. Auf Spotify hat kein anderer deutschsprachiger Horror-Podcast z. B. mehr Bewertungen als Horrohr. Auch kommt kein anderer deutschsprachiger Horror-Podcast an die Klickzahlen von Horrohr auf YouTube heran, wobei Podcasts auf YouTube generell geringfügig gehört werden.

Seine Affinität zu Horrorthemen zeigte sich bereits während seiner Zeit bei Game One, wo er sich ein Profil als Horror-Connaisseur aufbaute. Er war wiederholt Gast im Podcast Plauschangriff, in dem er über Horrorfilme und -spiele wie Alan Wake, Silent Hill oder The Walking Dead sprach.Siehe: https://www.plauschangriff.de/?p=625, https://www.plauschangriff.de/?p=604, https://www.plauschangriff.de/?p=516 Zudem produzierte er zahlreiche Formate rund um Horrorspiele für die Website des Magazins und spielte dabei allein oder mit Kollegen Titel wie Deadly Premonition, Silent Hill 1–3 oder Eternal Darkness durch.

Speer ist regelmäßig als Gast in Podcasts vertreten, in denen er über Horror in Medien, vorrangig über Horrorfilme spricht. Zu den Formaten zählen unter anderem Radio Raccoon, CINECAST, Devils & Demons, Let’s Talk about Horror, SCHOCKER MIT SCHLOGGER, Filmfrühstück, Sofa Samurais, Doppel Corn, Insert Moin, Geschichten aus dem Altbau, Level Cap Radio, Filmtieftauchen, Flottenfunk sowie der Literatur-Podcast LAXBRUNCH, in dem er über Clive Barker spricht.

Auch im Fernsehen war Speer als Experte für Horrorthemen zu sehen. So trat er in der ZDFkultur-Sendung Pixelmacher zum Thema „Wahnsinn in Film und Spiel“ auf und sprach im Gaming-Magazin gTV über „Horrorgames und Angst in Spielen“. Darüber hinaus ist er regelmäßig Gast im Kinoformat Kino+ des Internet-Fernsehsenders Rocket Beans TV, in dem er wiederholt über Horrorfilme diskutiert. Auch war er Gesprächsteilnehmer bei der Bühnenshow Horror im Wandel der Zeit anlässlich der Veröffentlichung eines Horror-Kurzgeschichtenbandes von Simon Krätschmer. Zuletzt wurde er von Capcom zum deutschen Launch-Event von Resident Evil Requiem eingeladen.

Sonstiges Wolf Speers Lieblingsvideospiel ist Silent Hill 2, zu dem er sich auch ein Tattoo stechen ließ. Sein Lieblings-Horrorfilm ist Die Fürsten der Dunkelheit von John Carpenter.

Im Rahmen der gamescom 2010 führte Speer für Game One ein Interview mit Gina-Lisa Lohfink. Gegen Ende des Gesprächs äußerte Lohfink Kritik an seiner Interviewführung und warf ihm vor, er müsse noch „üben“ und lernen, „netter zu sein“.

Moderation

Bewegtbild 2009–2013: GameOne.de (MTV Game One) 2015–2018: Inside PlayStation (Sony Europe) 2018: Game Fights (Rocket Beans TV) 2018–2021: TURN ON (Saturn) 2019: EGX Berlin (Bühnenmoderation Reed Exhibitions) 2021–2024: GAMEZ (Media Markt)

Podcasts

2009–2013: Game One Plauschangriff (regelmäßiger Mitwirkender) seit 2022: Horrohr (mit Kolja Petersen) 2025: Plötzlich Patchwork (mit Johanna „Schlogger“ Baumann) seit 2025: Popkultur Eltern (mit Johanna „Schlogger“ Baumann)

Auszeichnungen

2011: Publikumspreis des Grimme Online Award für GameOne.de, wofür Wolf Speer zum damaligen Zeitpunkt als Redaktionsleiter inhaltlich verantwortlich war.

Weblinks

SexyCripples Wolf Speers YouTube-Kanal Wolf Speer auf X Wolf Speer auf letterboxd Wolf Speer bei Rocket Beans TV Wolf Speer im bohnenwiki

Einzelnachweise

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