Nesa Gschwend (* 25. November 1959, Altstätten, St. Gallen; † 30. Mai 2022 Küttigen, Aarau) war eine Schweizer Künstlerin. Sie war bekannt für ihre multidisziplinäre Arbeit, die Installationen, Performances und visuelle Kunst umfasste. Ihre Projekte thematisierten häufig handlungsorientiert, partizipativ und ortsspezifisch, soziale und ökologische Fragestellungen und sollten den Dialog zwischen unterschiedlichen Kulturen fördern.
mini|alt=Nesa Gschwend mit einer Gruppe von Kindern in einem kreativen Umfeld. Sie stehen oder sitzen um Nesa Gschwend, die ihnen anscheinend Kunstwerke präsentiert. Sie hat graues Haar und trägt eine Brille. Sie deutet auf ein größeres Kunstwerk an der Wand, das aus Linien und Farben besteht – möglicherweise abstrakt. Vor diesem Kunstwerk befinden sich zwei kleinere Zeichnungen aufgestellt, die ebenfalls farbenfroh und linienbetont sind. Ein Kind hält eine Zeichnung in der Hand, die es den anderen zeigt. Die Szene strahlt eine pädagogische Atmosphäre aus und könnte in einer Kunstklasse oder einer Galerie aufgenommen worden sein, wo die Kinder sich mit kreativen Prozessen oder Kunstinterpretationen beschäftigen. Die Kleidung der Kinder ist lässig, und die Farben in der Umgebung sind harmonisch, was eine freundliche und offene Stimmung vermittelt.|Nesa Gschwend bei einem ihrer partizipativen Projekte
Werdegang Nesa Gschwend begann ihre Ausbildung als Textilgestalterin in St. Gallen. Ihr Interesse für Theater, Tanz und performative Prozesse führten sie ins Ausland. In Bologna besuchte sie die Nuova-Scena-Theaterschule, und ab 1982 war sie in Berlin, wo sie mit Frank Niemöller das Aktionstheater PanOptikum gründete. Dort entwickelte sie bis 1986 als Co-Leiterin Performances im öffentlichen Raum. Sie kehrte 1996 in die Schweiz zurück und wohnte und arbeitete in Niederlenz. Von 1998 bis 2000 absolvierte sie ein weiteres Studium in szenischer Gestaltung an der Hochschule für Gestaltung und Kunst in Zürich. Sie lehrte in der Kulturpädagogik und an Gestaltungsschulen.
Gschwend hat an zahlreichen internationalen Ausstellungen teilgenommen, wobei ihre Werke sowohl in Museen als auch in alternativen Kunsträumen präsentiert wurden. Charakteristisch für ihre Arbeit sind handwerkliche, auch weiblich konnotierte Traditionen als sogenanntes „Denken mit den Händen“ mit der Design-Avantgarde in Verbindung zu bringen. Sie kombinierte avantgardistische und performative Techniken sowie interdisziplinäre und partizipative Methoden. Dabei spielten ihre textilen Installationen, Performances und Videos mit subjektiven Erfahrungen und kollektivem Gedächtnis, mit Bezugsfeldern, Verbindungen und Bedeutungen. Themen wie Migration, Identität und Ökologie sind zentral in ihren Ausstellungen. Durch ihre Installationen und Performances förderte sie den interkulturellen Dialog und regte zur Reflexion gesellschaftlicher Themen an.
Sie war Teil von verschiedenen Netzwerken wie Visarte oder FAT – Femme Artist Table.
Werke von ihr sind in Sammlungen der Stadt Altstätten, New Delhi, beim India Habitat Centre, in Schaan bei der Mezzanin Stiftung und beim Sankturbahnhof Sursee zu finden.
Einzelausstellungen 1996: Nesa Gschwend, Galerie Ursula Rövenkamp, Zürich 1997: Oeffnungen, Kunsthalle Kühlungsborn, Elisabethenkirche Basel 2005: Nesa Gschwend. Moments of a Person, Performance, Solo, Projektraum exex, St. Gallen 2007: Nesa Gschwend. Die Erinnerung an ein Ereignis, Galerie Werkart, St. Gallen 2007: Nesa Gschwend, Ausstellung im Rahmen der Chelsea Projekte von der Galerie Chelsea, H95 Raum für Kultur, Basel 2009: Nesa Gschwend. Red Strings Through My Hands, India Habitat Centre, Delhi 2010: Nesa Gschwend. my Body my Place, Kunsthalle Wil, Wil 2010: Nesa Gschwend. Red Strings through my Hands, Rathaus der Stadt Aarau, Aarau 2011: Nesa Gschwend. Ist mein Kopf voller Dinge?, Kulturpavillon Psychiatrische Klinik, Wil 2011: Nesa Gschwend. knotted threads. Installation - Videos - Textile Objects. a dialogue between cultures, Visual Arts Gallery, New Delhi 2012: Nesa Gschwend. Ein künstlerischer Dialog mit Indien, Reithalle Bern, Bern 2013: Nesa Gschwend. Unter der Haut, Schauraum Mezzanin, Schaan 2014: Nesa Gschwend. «Interlacing» Cuttings and Stitchings, Sam Scherrer contemporary, Zürich 2015: Nesa Gschwend. -c-o-n-n-e-c-t-e-d-. Dialog mit der Sammlung, Sankturbanhof Sursee, Sursee 2016: Nesa Gschwend. Tissus pour mémoire, Galerie Filambule, Lausanne 2017: Nesa Gschwend, Espace d'une sculpture, visarte.vaud, Lausanne 2017: Nesa Gschwend. Textile Memory, Johanniterkirche Feldkirch, Feldkirch 2018: Nesa Gschwend. Living Fabrics, Palm Court Gallery, New Delhi 2019: Nesa Gschwend. Living Fabrics, a Dialogue through Textiles, Frauenmuseum Hittisau, Hittisau 2020: Nesa Gschwend. Memories of Textiles, Kunsthalle Ziegelhütte, Appenzell 2021: Nesa Gschwend. Traverser les textiles, Galerie zur Matze, Brig
Gruppenausstellungen 1995: GSMBA. Bilder, Installationen, Plastiken, Fotos, Kunst im alten Schützenhaus, Zofingen 1996: Kunst am Wasserschloss, Schloss Hallwyl, Seengen 1996: Menschenbild, Regierungsgebäude, St. Gallen 1999: Objekte, Zeichnungen. Stephan Link, Bilder, Zeichnungen, Müller-Haus, Lenzburg 1999: Salon 99, Aargauer Kunsthaus Aarau, Aarau 2000: idee: scholle, Schollenmühle, Altstätten 2002: Skulpturenpark, Schloss Dottenwil, Wittenbach 2008: Traum und Zukunft, Kult.Kino Club, Basel 2011: Schnittstelle, Kunstraum Winterthur, Winterthur 2012: Auswahl 12. Aargauer Künstlerinnen und Künstler. Gast: Anton Egloff, Aargauer Kunsthaus, Aarau 2013: Talk to the hand. Sprechende Fäuste, patentierte Gesten, Helmhaus Zürich, Zürich 2013: Biennale Skulpturen-Symposium, Galerie Wyschür Weiertal, Winterthur 2015: videoförmig. bild und bühne, Kaskadenkondensator, Basel 2016: Wundern. Werke aus der Kunstsammlung Mezzanin, Liechtenstein, Kunstmuseum Appenzell, Appenzell 2020: 3. FATart fair: women in arts*, Kammgarn West, Schaffhausen 2020: Eingebunden, Installation / Video, TwingiLandArt 2020 / Twingischlucht, Jost Siegristhaus, Ernen 2021: 4. FATart fair: women & flint in arts, Kammgarn West, Schaffhausen 2021: Auswahl 21. Aargauer Künstlerinnen und Künstler, Aargauer Kunsthaus, Aarau 2022: in ständiger Bewegung, Kunsthaus Klosters, Klosters 2022: Grenzenlos. Einblicke in eine unbekannte Privatsammlung, Kunsthaus Zofingen, Zofingen 2022: 5. FATart Art Fair: women & FLINTA in arts, Kammgarn West, Schaffhausen 2022/23: collecting : revisited, Kunstmuseum Appenzell und die Kunsthalle Ziegelhütte, Heinrich Gebert Kulturstiftung Appenzell 2022/23: 8. Europäische Quilt-Triennale, Textilmuseum St.Gallen 2023: Haut, Ausstellung, akku Kunstplattform, Emmenbrücke
Auszeichnungen 1987: Art award, Kanton St. Gallen 2005: Jurypreis, Videofestival, Kunsthaus Glarus 2006: Gästeatelier Krone, Artist in residence, Bangalore Indien 2009: Konferenz der Schweizer Städte für Kulturfragen (KSK) 2009: Aargauer Kuratorium 2009: Artist in residence, SKK Atelier, Varanasi Indien 2010: Art award Metron Architekten, Brugg 2014: Aargauer Kuratorium 2017: Aargauer Kuratorium 2019: Aargauer Kuratorium 2019: Visarte Atelier, Cité des Arts Paris 2020: Werkbeitrag Esther Matossi Stiftung Zürich
Literatur FATart Fair; women in art empowered women - empower women 2020, Schaffhausen ehemals Hallen für neue Kunst, ISBN 978-3-9525498-1-0 FATart Fair; women in art empowered women - empower women 2021, Schaffhausen ehemals Hallen für neue Kunst: ISBN 978-3-9525498-0-3 FATart Fair; women in art empowered women - empower women 2022, Schaffhausen ehemals Hallen für neue Kunst: ISBN 978-3-9525498-4-1 Nesa Gschwend – Memories of Textiles, Herausgegeben von Roland Scotti, Scheidegger & Spiess, 2020, ISBN 978-3-85881-674-0 Wunde®n. Mezzanin - Eine Sammlung für die Kunst, Herausgegeben von Roland Scotti, Kunstmuseum Appenzell, 2017, ISBN 978-3-95829-309-0 Nesa Gschwend - Oeffnungen, Ausstellungskatalog, Kunsthalle Kühlungsborn, Elisabethenkirche Basel, 1997 Nesa Gschwend, 1986-2008: [zwischen Ausdruck und Geste = between expression and gesture], Ausstellungskatalog Vaduz 2008, ISBN 978-3-033-01567-8 Knotted threads, Nesa Gschwend, Bern: Benteli, 2012 Textile Memory, Nesa Gschwend, Feldkirch: Ausstellungsprojekte Johanniterkirche, Herausgeber: Kulturreferat der Stadt Feldkirch, 2017
Weblinks 2020 Video Ausstellung Kunsthalle Ziegelhütte | Nesa Gschwend - Memories of Textiles Corinne Schatz: «Nesa Gschwend». In: SIKART Lexikon zur Kunst in der Schweiz, 2016. Video Nesa Gschwend - Red Strings through my Hands Trust - Online Conversation about Textiles across borders, Australia - Afghanistan - Germany - Colombia - Switzerland - Wales, 2021
Einzelnachweise
Kategorie:Textilkünstler (Schweiz) Kategorie:Videokünstler (Schweiz) Kategorie:Performancekünstler (Schweiz) Kategorie:Bildender Künstler (Schweiz) Kategorie:Künstler der feministischen Kunst Kategorie:Person (Feministische Kunst) Kategorie:Person (Feminismus) Kategorie:Pseudonym Kategorie:Schweizer Kategorie:Geboren 1959 Kategorie:Gestorben 2022 Kategorie:Frau