Inés meines Herzens (Originaltitel: Inés del alma mía) ist ein 2006 erschienener Roman der chilenischen Schriftstellerin Isabel Allende. Die deutschsprachige Übersetzung von Svenja Becker erschien 2007 im Suhrkamp Verlag. Kurzbeschreibung Inés meines Herzens schildert aus der Sicht des Jahres 1580Isabel Allende: Inés meines Herzens. Roman. Aus dem Spanischen von Svenja Becker. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2007. ISBN 978-3-518-41930-4. S. 7.Allende, Inés meines Herzens, S. 391. in Form einer an die StieftochterAllende, Inés meines Herzens, S. 85. gerichteten, fiktiven Autobiografie das Leben der Inés Suárez, „meine Geschichte und die eines Mannes, Don Pedro de Valdivia, dessen heroische Taten von den Chronisten sorgsam festgehalten wurden und in ihren Schriften alle Zeit überdauern werden; und doch weiß ich von ihm, was die Geschichtsschreibung nie wird herausfinden können: was er fürchtete und wie er liebte.“Allende, Inés meines Herzens, S. 126. Inhalt Getrennte Lebenswege: Inés und Valdivia Der erste Abschnitt des Buches macht etwa drei Zehntel des Roman-Textes aus und betrachtet getrennt die Lebenspfade von Inés und Valdivia bis zu deren Aufeinandertreffen in Cusco,Allende, Inés meines Herzens, S. 118. wobei die Lebensgeschichte der Inés und ihre südamerikanische „Odyssee“„odyssey across the continent“ – Olga Ries: Latino Identity in Allende Latino Identity in Allende's Historical. In: Comparative Literature and Culture. CLCWeb. Jg. 13, Nr. 4, 2011, , Art. 8. Hier S. 3 (pdf). einen nur geringfügig umfangreicheren Textanteil innehat als Valdivias Lebensgeschichte.Vor dem Zusammentreffen von Valdivia und Inés (S. 118) schildert Inés ihr Leben auf den Seiten 7–27, 57–76, 94–115. Insbesondere in diesem ersten Abschnitt „beschreibt Allende detailreich Begebenheiten des täglichen Lebens – Rezepte, alltägliche Routinen, sogar Verhütungsmittel – und erlaubt dem Leser so einen Einblick in die private Inés“.„Allende describes in rich detail occurrences of daily life — food recipes, everyday routines, even birth control devices — thus allowing the reader a glimpse into a private Inés“ – Ries, Latino Identity in Allende Latino Identity in Allende's Historical, S. 3. Firm im Empanada-Backen ist Inés und „flink mit den Fingern, das war ich zweifellos, in Plasencia und im ganzen Umkreis gab es keine, die so kunstvoll zu nähen und zu sticken verstand wie ich.“Allende, Inés meines Herzens, S. 15. Ihrem ersten Ehemann, dem Tunichtgut Juan, begegnet Inés im Jahr 1526 bei einer Karfreitagsprozession.Allende, Inés meines Herzens, S. 14. Juan „unterwies er mich ohne Hast in den Zeremonien der Lust“,Allende, Inés meines Herzens, S. 18. entpuppt sich aber nach der Heirat als Fehlgriff: Die „Launen und Schulden meines Mannes“Allende, Inés meines Herzens, S. 22. muss Inés ertragen und begleichen, bis Juan sich „bei Nacht und Nebel und ohne Lebewohl zu sagen“ nach Südamerika aufmacht.Allende, Inés meines Herzens, S. 23. Inés hält sich im heimischen Spanien derweil mit ihren Handarbeiten über Wasser. „Außerdem ging ich den Nonnen im Hospital bei der Pflege der Kranken, der Opfer von Pest und Messerstechereien zur Hand, weil ich schon als junges Mädchen die Kunst des Heilens hatte lernen wollen, ohne zu ahnen, daß sie mir einst im Leben von unschätzbarem Wert sein würde, genau wie mein Talent für die Küche und für das Auffinden von Wasser. Wie meine Mutter besaß auch ich die angeborene Gabe, unterirdisches Wasser aufzuspüren.“Allende, Inés meines Herzens, S. 25. Da Juan, von dem sie „nur drei kurze Briefe aus Venezuela“ erhält, es geschafft hat, „mich mit seinen Träumen [von der Neuen Welt] anzustecken“, schifft auch Inés sich ein gen Coro, woher Juans letzter Brief stammte und wo ihr ein dominikanischer Missionar den Hinweis gibt, Juan sei auf der Suche nach dem sagenhaften Eldorado.Allende, Inés meines Herzens, S. 65. Nach einer nur notdürftig vertuschten Tötung eines Möchtegern-Vergewaltigers macht Inés sich aus Cartagena davon,Allende, Inés meines Herzens, S. 74–75. erfährt in Panama, „daß Juan sich bereits vor geraumer Zeit nach Peru eingeschifft hatte“,Allende, Inés meines Herzens, S. 95. und in Peru, dass Juan in der Schlacht von Las Salinas gefallen ist,Allende, Inés meines Herzens, S. 99. als Doppelgänger des Feldherrn Hernando Pizarro.Allende, Inés meines Herzens, S. 105–106. Um die Feigheit Hernandos zu vertuschen, zahlt Hernandos Bruder, der Gouverneur Francisco Pizarro, Inés Schweigegeld und besorgt ihr ein Haus samt dreiköpfiger Indio-Dienerschaft.Allende, Inés meines Herzens, S. 108–109. „Juan de Málaga war tot, unwiderruflich, und ich war frei. An diesem Tag begann mein Leben, soviel steht fest; die Jahre zuvor waren nur eine Vorbereitung gewesen auf das, was kommen sollte.“Allende, Inés meines Herzens, S. 109. Von einer der Indio-Dienerinnen, Catalina, „lernte ich viel über Arzneipflanzen und Heilmethoden, die in Peru üblich waren und in Spanien unbekannt.“Allende, Inés meines Herzens, S. 111.
Partnerschaft in Liebe und Krieg Der im heimischen Spanien unglücklich verheiratete spanische Offizier Pedro de Valdivia verhindert eine nächtliche Entführung von Inés durch die Spießgesellen eines zudringlichen spanischen Leutnants, und sowohl um Valdivia als auch um Inés ist es geschehen: „Die Nacht war kühl, aber meine Haut glühte“.Allende, Inés meines Herzens, S. 120. Es sollte kein One-Night-Stand werden: „Wir waren einander ähnlich, beide stark, herrisch und ehrgeizig; er wollte [in Chile] ein Königreich gründen, und ich wollte an seiner Seite sein. Was er empfand, empfand auch ich, und so teilten wir bald denselben Traum“,Allende, Inés meines Herzens, S. 130. gegen den Gouverneur Pizarro nichts einzuwenden hat: „Die Ausgaben, das Risiko und die Schinderei würden zu Lasten von Valdivia gehen, die unterworfenen Landstriche jedoch dem Gouverneur von Peru unterstehen; Pizarro hatte bei dem gewagten Unterfangen nichts zu verlieren“.Allende, Inés meines Herzens, S. 133. An einem Januarmorgen 1540Allende, Inés meines Herzens, S. 144. bricht die Expedition aus Cusco auf, neben Indio-Hilfstruppen ein spanischer „recht kläglicher Haufen, nur elf Soldaten, neben Pedro de Valdivia und mir, die ich immerhin auch bereit war, das Schwert zu führen“.Allende, Inés meines Herzens, S. 145. Zwischen Cusco und Tarapacá stoßen „gut zwanzig weitere Soldaten zu uns“,Allende, Inés meines Herzens, S. 151. zum Lager in Tarapacá nochmals 80 Mann, darunter Francisco de Villagra, der intellektuelle Geistliche González de MarmolejoAllende, Inés meines Herzens, S. 154. und Rodrigo de Quiroga.Allende, Inés meines Herzens, S. 155–156. In Tarapacá sind die Expeditions-Teilnehmer schon mitten in der Atacama-Wüste. „In den heißesten Mittagsstunden lagen wir ausgestreckt auf diesem Meer aus gebackenem Sand, unter einer Sonne aus geschmolzenem Blei, im leblosen Nirgendwo.“Allende, Inés meines Herzens, S. 159. Um den Invasoren das Eindringen zu erschweren, haben die Einheimischen die Wasserquellen vergiftet, und diejenigen, die daraus trinken, „starben in Krämpfen, mit lodernden Gedärmen.“ Inés spielt nun eine entscheidende Rolle bei der Atacama-Durchquerung: „Ich fand mehrere Wasserstellen, […] genug, um den Weg durch das entvölkerte Land zu überstehen.“Allende, Inés meines Herzens, S. 163. Nach der Atacama-Überquerung stoßen 16 weitere berittene Soldaten zur Expedition, „zehn Arkibusiere, viele Indios und Nahrungsmittel für etliche Tage“,Allende, Inés meines Herzens, S. 167. dringend nötige Nahrungsmittel: „Der Inka Manco hatte den Bewohnern befohlen, ihre Ernte zu verstecken oder zu vernichten und mit ihren Familien in die Berge zu fliehen, und die meisten Eingeborenen dieses Landstrichs waren seinem Aufruf gefolgt.“Allende, Inés meines Herzens, S. 172. Im Tal des Río Copiapó stoßen zwanzig weitere Spanier zur Expedition. „Von den hundertfünfzig Männern, die unserer Expedition jetzt angehörten, waren nur neun keine Edelleute, die übrigen waren Söhne des Landadels oder verarmter Aristokratenfamilien, aber Edelleute waren sie allemal“.Allende, Inés meines Herzens, S. 187. Hinzu kommen 400 Mann Indio-HilfstruppenAllende, Inés meines Herzens, S. 192. „und außerdem Negersklaven, die fürchten mußten, gehäutet zu werden, wenn sie dem Feind in die Hände fielen, denn andernorts hatten die Indios das getan, um herauszufinden, ob die Farbe aufgemalt war.“Allende, Inés meines Herzens, S. 196. Den Spaniern sind derweil „die Pferde durch die Mühen des Marschs klapperdürr geworden, den Reitern hing die Kleidung in Fetzen vom Leib, ihre Rüstungen saßen schlecht, die Helme waren zerbeult und die Waffen rostig.“Allende, Inés meines Herzens, S. 194. Im Tal des Río Mapocho gründen die Spanier Santiago. „Unser Wohlergehen brachte die Bewohner des Tals gegen uns auf, war es doch ein sicheres Zeichen, daß wir nicht nur vorübergehend hierbleiben wollten. Sie ahnten, und zu Recht, daß mehr Huincas [=Spanier] kommen, sie ihres Landes berauben und sie zu Knechten machen würden. Während wir uns für unser Bleiben im Tal wappneten, wappneten sie sich dafür, uns davonzujagen.“Allende, Inés meines Herzens, S. 209. Aufgrund von Gerüchten über Unruhen in Peru und Nachrichten über den Tod des Gouverneurs Pizarro wird Valdivia „durch eine Entscheidung der Allgemeinheit und nicht durch königliches Dekret“ von seinen Begleitern zum Gouverneur von Chile ernannt,Allende, Inés meines Herzens, S. 213. die Invasoren beginnen mit dem Aufbau ihrer Kolonie, immer wieder in Kämpfe verwickelt, die sogar in die neue Hauptstadt getragen werden: Im September 1541 spielt Inés‘ eine entscheidende Rolle als Medizinerin, Kämpferin und Henkerin bei der Verteidigung Santiagos.Allende, Inés meines Herzens, S. 241–252. „Aber allmählich dämmerte mir, daß mein Geliebter sich verändert hatte, die Macht stieg ihm zu Kopf, er trug die Nase sehr hoch.“Allende, Inés meines Herzens, S. 288. Durch ein „falsches Spiel“Allende, Inés meines Herzens, S. 293. mit seinen Bürgern bringt Valdivia, während Villagra als stellvertretender Gouverneur in Santiago bleibt, materielle Ressourcen aus der neuen Kolonie zurück nach Peru, greift dort auf Seiten des royalistischen Dominikaners Pedro de la Gasca in den Aufstand der Encomenderos in Peru ein. Valdivias Verhalten dient Valdivias in Chile verweilendem Konkurrenten, dem einflussreichen Pedro Sánchez de la Hoz, als Steilvorlage für eine von vielen vorangegangenen Intrigen gegen Valdivia, die der ruppige Villagra – anders als der hierin zögerliche Valdivia – zum Anlass nimmt, de la Hoz kurzerhand zu enthaupten und zu pfählen.Allende, Inés meines Herzens, S. 296.
Erneut getrennte Lebenswege