Der Reichstag zu Worms 1165 war eine ReichsversammlungDie begriffliche Unterscheidung zwischen Hof- und Reichstagen sowie Reichsversammlungen oder Synoden war im Mittelalter noch nicht ausgeprägt. Diese Versammlungen waren alle Treffen der Herrscher mit führenden Trägern politischer Macht im Reich., die Kaiser Friedrich I. (Barbarossa) im September 1165 in Worms abhielt.
Vorgeschichte In dieser Phase der Regierung Friedrich I. tobte eine heftige Auseinandersetzung zwischen einerseits dem Kaiser und dem im Vorjahr auf einem Konzil in Würzburg zum Papst gewählten Paschalis III. sowie andererseits Papst Alexander III. und einer Minorität in der deutschen Kirche. Der ebenfalls 1164 zu Erzbischof von Salzburg gewählte Konrad II. – Onkel des Kaisers – lehnte es ab, Paschalis III. als Papst anzuerkennen. Der Kaiser verweigerte ihm daraufhin die Regalien. Die Reichsversammlung in Worms sollte (auch) dazu dienen diesen Konflikt im Sinne des Kaisers zu lösen.
Der Kaiser reiste aus Frankfurt am Main kommend nach Worms an und verließ die Stadt anschließend Richtung Köln.Ferdinand Opll: Das Itinerar Kaiser Friedrich Barbarossas (1152–1190) = Kommission für die Neubearbeitung der Regesta Imperii bei der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und der Deutschen Kommission für die Bearbeitung der Regesta Imperii (Hg.): Forschungen zur Kaiser und Papstgeschichte des Mittelalters. Beihefte zu J. F. Böhmer, Regesta Imperii 1. Hermann Böhlau, Wien 1978. ISBN 3-205-08715-1, S. 36.
Inhalt Entgegen der ausdrücklichen Ladung durch Kaiser Friedrich I. erschien weder der Elekt Konrad noch die – ebenfalls opponierenden – geladenen Vertreter Salzburger Geistlichkeit. Es war bereits das dritte Mal, dass die Salzburger eine Ladung des Kaisers ignorierten.RI IV,2,2 n. 1512. In: Regesta Imperii Online; abgerufen am 20. März 2025. Die Angelegenheit konnte also nicht zu Ende gebracht werden.
Ein weiteres Ereignis, für das die Reichsversammlung genutzt wurde, war die Ernennung des Kanzlers von Friedrich I., Christian von Buch, in Abwesenheit zum Erzbischof von Mainz (als Christian I.).RI IV,2,2 n. 1508. In: Regesta Imperii Online; abgerufen am 20. März 2025.
Teilnehmer Die heute noch bekannten Teilnehmer der Reichsversammlung ergeben sich aus Zeugenlisten der bei dieser Gelegenheit ausgestellten Urkunden. Die große Zahl der Beteiligten aus dem Bereich von Besançon erklärt sich daraus, dass der Kaiser am 19. September 1165 in Worms das Kloster Château-Chalon in seinen Schutz nimmt, dessen Besitzungen sowie das Recht der freien Wahl der Äbtissin bestätigt.RI IV,2,2 n. 1506. In: Regesta Imperii Online; abgerufen am 20. März 2025. Da offenbar von vorneherein klar war, dass diese Reichsversammlung politisch von geringer Bedeutung sein würde, wurde sie von führenden Trägern politischer Macht im Reich kaum besucht und unterscheidet sich so deutlich von vorangegangenen Reichsversammlungen in Worms. Überwiegend nahmen daran teil: Mitglieder des Hofes, Wormser und externe Bittsteller. Bezeugt sind:
Siehe auch Liste der Reichsversammlungen in Worms
Anmerkungen
Einzelnachweise
Kategorie:1165 Kategorie:Geschichte (Worms) Kategorie:Deutsche Geschichte (12. Jahrhundert) #::::1165