Oblačinska ist eine serbische Sorte der Sauerkirsche (Prunus cerasus). Es ist eine genetisch uneinheitliche alte lokale Landsorte, aus der einige Hochleistungsklone ausgelesen wurden. Sie stellt eine der Handvoll Sauerkirschsorten mit der weltweit größten kommerziellen Bedeutung dar. Die Früchte eignen sich hauptsächlich zur Verarbeitung, beispielsweise zu Marmelade, Kuchen und Spirituosen.
Beschreibung Die anspruchslosen Bäume sind schwachwüchsig und liefern früh regelmäßige und hohe Erträge (15–20 Tonnen pro Hektar). Sie sind sehr widerstandsfähig gegen Sprühfleckenkrankheit und Kirschen-Bitterfäule (Glomerella ssp.).Z. S. Grzyb, E. Rozpara, 2004: Field evaluation of the susceptibility to Blumeriella jaapi and Glomerella cingulata and some biological properties of newly selected sour cherry genotypes. J. Fruit Ornam. Plant Res. (Special Ed.) 12, 313–31
Die Blüten sind selbstfruchtbar. Die hochwertigen Früchte sind recht einheitlich klein (starke 3 Gramm/Stück) mit etwa 9 % Steinanteil und reifen einheitlich. Durch die verletzungsfreie Stiellöslichkeit sind sie für maschinelle Ernte geeignet. Ihre Haut ist dunkelrot und dünn, das aromatische Fleisch ist mittelfest und saftig mit reichlich Säure (1 bis 1,2 %) und über 8 (bis 10) % Zucker (gesamte lösliche Trockensubstanz: etwa 17 %).B. Pavićević, 1976: Characteristics of Oblačinska sour cherry, Jugoslav Pomol. 10, 153–156
Bedeutung und Kultur In Serbien und Montenegro gehören Sauerkirschen mit 100.000 Tonnen Erntevolumen auf 14.000 Hektar zu den drei wichtigsten Obstkulturen. Serbien findet sich unter den zehn wichtigsten Erzeugerländern weltweitR. Pérez-Sánchez, M. A. Gómez-Sánchez, R. Morales-Corts, (2008). Agromorphological characterization of traditional Spanish sweet cherry (Prunus avium L.), sour cherry (Prunus cerasus L.) and duke cherry (Prunus × gondouinii Rehd.) cultivars. Span. J. Agric. Res. 6 (1), 42–55, http://dx.doi.org/10.5424/sjar/2008061-2 und exportiert viel. Oblačinska ist hier die vorherrschende Sorte. Durch die langjährige Kultivierung in unterschiedlichen Umgebungsbedingungen und unterschiedliche, auch generative Vermehrung hat sich eine Population genetisch uneinheitlicher Formen entwickelt.Vera Rakonjac, Milica Fotirić Akšić, Dragan Nikolić, Dragan Milatović, Slavica Čolić, 2010: Morphological characterization of ‘Oblačinska’ sour cherry by multivariate analysis. Sci. Hortic. (Amsterdam) 125 (4), 679–684, http://dx.doi.org/10.1016/j.scienta.2010.05.02, https://www.researchgate.net/profile/Slavica-Colic/publication/222161623 Die meisten Anbauflächen konzentrieren sich im Südosten um Niš und in der Provinz Vojvodina. Die Bäume werden größtenteils auf eigenen Wurzeln kultiviert und offenkronig (open vase/open center) erzogen. Veredelte Bäume stehen dagegen überwiegend als Spindeln auf wilden Sämlingen von Vogelkirsche und Steinweichsel. Gelegentlich wird die Sorte selbst als schwachwüchsige Unterlage oder Stammbildner für Süßkirsche verwendet.
Literatur
Einzelnachweise
Kategorie:Steinobst Kategorie:Wirtschaft (Serbien)