mini|Markus Jeschaunig bei der Eröffnung der Königsgrube, März 2025 Markus Jeschaunig (* 1982 in Graz) ist ein österreichischer bildender Künstler und Architekt.
Werdegang Markus Jeschaunig wurde 1982 in Graz geboren. Nach dem Abitur studierte er Architektur an der Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung Linz, der Mimar Sinan Üniversitesi (Mimar Sinan Universität der Schönen Künste) in Istanbul und an der Technischen Universität Wien. Das Studium schloss er 2010 an der Kunstuniversität Linz mit dem Architekturdiplom ab.Markus Jeschaunig. In: Urbane Künste Ruhr. Abgerufen am 17. März 2025 2011 arbeitete er im Büro des Architekten Christian Kerez in Zürich und gründete 2012 unter dem Titel Agency in Biosphere seine eigene künstlerische Praxis.Markus Jeschaunig. In: Kulturserver Graz. Abgerufen am 17. März 2025CV Markus Jeschaunig. In: agencyinbiosphere.com. Abgerufen am 17. März 2025 Im selben Jahr nahm er an der vom Club of Rome organisierten „Change Course Conference“ in Winterthur teil.Vor Ort mit Markus Jeschaunig. In: Emscherkunstweg. Abgerufen am 17. März 2025
Von 2012 bis 2013 arbeitete Markus Jeschaunig als externer Lehrbeauftragter im Institut für Architektur & Landschaft und ab 2014 im Institut für zeitgenössische Kunst der Technischen Universität Graz. 2019/20 war er als externer Lehrbeauftragter im Institut für Raumgestaltung dieser Universität tätig. Seit 2022 ist er Lehrbeauftragter an der FH Joanneum in Graz. Daneben war er ab 2023 externer Lehrbeauftragter an der Kunstuniversität Linz und 2024 an der Akademie der bildenden Künste Wien. Er lebt und arbeitet in Graz und Unterpremstätten.Artists’ Homes: Markus Jeschaunig. In: gat.news. Abgerufen am 17. März 2025
Künstlerisches Wirken mini|Österreichischer Pavillon Expo 2015 Markus Jeschaunig führte verschiedene nationale und internationale Kunstprojekte durch und beteiligt sich mit Werken und Installationen an Ausstellungen. Als Mitglied von team.breathe.austria war er Co-Autor von „Breathe.Austria“ – Österreichischer Pavillon auf der Expo 2015 in Mailand. Er ist Mitbegründer des transdisziplinären Think-tanks Breathe Earth Collective – Verein zur Förderung von Klima-Kultur. Die Mitglieder der Gruppe aus den Gebieten Architektur, Landschaftsarchitektur und Kunst widmen sich ökologischen Fragestellungen wie dem Klimawandel und der transdisziplinären Arbeit an der Erforschung von Möglichkeiten zur Verbesserung der Lebensqualität vor allem in urbanen Räumen.Kühlendes Habitat als Denkraum. In: Denken + Glauben. Herbst, Nr. 193, S. 19–21. Abgerufen am 17. März 2025
Markus Jeschaunig beschäftigt sich in seiner künstlerischen Arbeit mit aktuellen Herausforderungen des Klimawandels und der Wechselbeziehung zwischen Mensch und Umwelt.Martin Walpot: Der Klimaqpirat. In: Spirit of Styria vom 1. Oktober 2024. Abgerufen am 18. März 2025 In seiner künstlerischen Forschung versucht er Lösungswege für zukünftige globale Problemstellungen zu entwickeln und umzusetzen. Seine Installationen bewegen sich in den Bereichen zwischen Ökologie, Landschaft, Urbanismus, öffentlicher Raum und Technologie.
Permanente Arbeiten (Auswahl)
2025: Bei der Königsgrube dient das verfüllte Innere des Gebäudes als Fundament für eine skulpturale Installation, in der die Materialien des Pumpwerks wiederverwendet werden und Raum für einen neuen Bruchwald geschaffen wird: Die permanente Installation bezieht auf einer Fläche von 24,90 × 21,60 Metern ein ehemaliges Pumpwerk der Emschergenossenschaft ein, indem Fragmente und Bauteile des stillgelegten und bis auf Restmauern abgebrochenen Betongebäudes aus den 1960er Jahren weiterverwendet oder integriert wurden. Selbst die Gitter des alten Pumpwerks wurden wiederverwendet.Jens Dirksen: Königsgrube Herne: Die Dreckpumpe wurde zum Kunst-Biotop. In: Iserlohner Kreisanzeiger und Zeitung vom 19. März 2025. Abgerufen am 29. März 2025 Das Pumpwerk an der Hofstraße 24 in Herne-Röhlinghausen leitete die Abwässer der umliegenden Gemeinden in den Hüller Bach und von dort in die Emscher. Auf dem teils verfüllten Unterbau bleibt ein Teil einer Treppe erhalten. Drei ehemalige bis zu fünf Meter hohe Pumprohre bilden einen solarbetriebenen Brunnen, aus dem Wasser und durch eine Soundinstallation die Klänge des ehemaligen Pumpwerks kommen.Vera Battis-Reese, Karola Geiß-Netthöfel, Ulrich Paetzel, Britta Peters: Emscherkunstweg. Hatje Cantz 2023, S. 26–28 Über dem 12,5 Meter tiefen verfüllten ehemaligen Klärbecken wurde ein 13,10 × 11,70 Meter großer Bruchwald aus sieben vorgezogenen Schwarzerlen, Segge, Farn, Minze und weiteren Pflanzenarten gepflanzt. Auf dem befestigten Vorplatz wird Regenwasser über Rinnen in einer Zisterne aufgefangen und ermöglicht zusammen mit der auf dem Dach der hölzernen Pergola montierten Photovoltaikanlage einen autarken Betrieb. Das Kunstwerk ist Teil des Emscherkunstwegs.Königsgrube. In: Emscherkunstweg. Abgerufen am 12. März 2025Vera Battis-Reese, Karola Geiß-Netthöfel, Ulrich Paetzel, Britta Peters: Emscherkunstweg. Hatje Cantz 2023, S. 142–151
2024: Der Windfänger ist eine permanente großflächige Brunneninstallation in Form einer oben geöffneten Rotunde mit drei Torbögen, die von Markus Jeschaunig als Teil von Breathe Earth Collective entworfen wurde und in St. Pölten als Kunst im öffentlichen Raum erbaut worden ist. Die vier Meter hohe Skulptur mit einem Durchmesser von 13 Metern ist unter anderem inspiriert von der arabischen Maschrabiyya und den in den Ostalpen bekannten traditionellen Ziegelgitterstrukturen. Die mit Mönch-und-Nonne-Ziegelformen ergänzte Struktur wird an drei Stellen mit Wasserkreisläufen von oben bewässert. Durch das Bewässerungssystem können die 16.000 Ziegel heiße durchströmende Luft aus der Umgebung abkühlen, zugleich werden Verkehrslärm und Feinstaub reduziert. Das Wasser wird in einem darunterliegenden Wasserbecken aufgefangen und rückgeführt. Im Innenraum der Skulptur wurde ein Lederhülsenbaum gepflanzt, der von einer Rundbank umgeben ist. Im unmittelbaren Außenraum wurden jeweils neun Vogelkirschen und Tulpenbäume gesetzt sowie zahlreiche Sitzgelegenheiten, Mast- und Pollerleuchten und ein Trinkbrunnen errichtet.Der Windfänger ist eröffnet. In: Landeshauptstadt St. Pölten vom 14. November 2024. Abgerufen am 17. März 2025
2024: Grüne Innenhofgestaltung im Rahmen von Habitat Graz im Graz Museum (als Teil von Breathe Earth Collective)
2022: Im Jahr 2021 gestaltete Markus Jeschaunig den Innenraum der Pfarrkirche Deutschlandsberg mit einem neuen Volksaltar, Ambo und Taufstein in der Mitte der Kirche in Form eines Baumstammes als Bezug zu den Linden am Kirchplatz um.Architecture. In: agencyinbiosphere.com. Abgerufen am 17. März 2025 Mittels Lasertechnik wurden die organische Struktur der Lindenbäume vor der Kirche in den ca. drei Tonnen schweren Marmor-Altar, das Taufbecken und den Ambo übertragen.Susanne Veronik: Altarweihe mit Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl. In: Mein Bezirk vom 5. Februar 2022. Abgerufen am 17. März 2025 Der Taufstein wurde in die Gangmitte versetzt und bildet einen zentralen Punkt des Kirchenschiffs. Der frühere Eingangsbereich wurde zu einem Feierraum mit mobiler Bestuhlung umfunktioniert.Kirchenrenovierung. In: Pfarre Deutschlandsberg. Abgerufen am 17. März 2025Susanne Veronik: Heller Glanz für die Stadtpfarrkirche Deutschlandsberg. In: Mein Bezirk vom 13. August 2021. Abgerufen am 17. März 2025
2017: Neugestaltung des Portals und Altarraums der Wolfgangikirche in Schwanberg/Hollenegg: Der Eingangsbereich wurde 2017 umgestaltet und im Juli 2018 eingeweiht. Es entstand ein Vordach mit Sitzgelegenheit und ein etwas davon abgerückter Tisch als „Altar im Freien“. Durch eine Glastür ist von Ostern bis Ende Oktober der Blick in die Kirche möglich. Für die Neugestaltung des Portals und des Altarraums zwischen 2017 und 2021 wurde Markus Jeschaunigs Gestaltung 2022 mit der „GerambRose“ in der Sonderkategorie „GerambRose – Klassiker“ des Vereins BauKultur Steiermark ausgezeichnet.GerambRose 2022. In: gat.news. Abgerufen am 17. März 2025Susanne Veronik: Geramb Rose für die Wolfgangi Kirche. In: Mein Bezirk vom 28. Oktober 2022. Abgerufen am 18. März 2025
Ausstellungen und temporäre Installationen (Auswahl) 2024–2026: Das Projekt Klima Kohl verband die Themen Ernährung und Klima und war eine Versuchsstätte zur Kultivierung von Esspflanzen auf 2.700 m Höhe im Ausstellungsraum Eispalast des Dachsteingletschers bei Ramsau am Dachstein. Bei konstant herrschenden Temperaturen von −6 bis −2 °C wuchsen bestimmte Kräuter Gemüse- und Salatsorten wie Feldsalat, Mangold und Winterportulak.Klima Kohl. In: agencyinbiosphere.com. Abgerufen am 18. März 2025 2024: Mooshelm. „Into the Woods – Annäherungen an das Ökosystem Wald“, Klima Biennale Wien, Kunst Haus Wien 2024: Klima Biennale Pavillon. Klima Biennale Wien, Wien (als Teil von Breathe Earth Collective) 2022: re:tool. Ausstellung, Zentrum für Kunst und Medien, Karlsruhe 2021: Anthroprint. Installation, Steiermark Schau, Kunsthaus Graz, Graz mini|You are co-pilot of Spaceship Earth, Wien 2021: Hier kommt die Erde. Und dann lange nichts. Die rund 70 Meter lange und ungefähr 9 Meter hohe Folie mit thermochromatischer Farbe mit der Aufschrift You are co-pilot of Spaceship Earth ist eigentlich ein Temperatur-Display. Wenn die Außentemperatur 25° übersteigt, verändert sich das Motiv und die Farbe der Buchstaben von rot in weiß. Installation am Sozialmedizinischen Zentrum Sophienspital, Neubaugürtel 12, Wien-NeubauHier kommt die Erde. Und dann lange nichts. In: KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien. Abgerufen am 18. März 2025 2021: Gletscher in Not. Festival der Regionen, Hallstatt 2020: Der Klima-Kultur-Pavillon in Graz im Rahmen von „Graz Kulturjahr 2020“ war ein Modell zur Kühlung von Stadträumen in heißen Sommern. Die rund 200 m² große Waldoase bestand aus einer beschattenden Holzkonstruktion und Waldvegetation mit dichter Unterpflanzung, die an heißen Tagen im Pavilloninneren für ein circa sieben Grad kühleres Klima sorgte. 2020: Plant Fever. Gruppenausstellung, Design Museum CID – Centre d’innovation et de desigen au Grand-Hornu, Le Grand Hornu, Belgien 2020: Der Angriff der Gegenwart. Gruppenausstellung, Vienna Art Week, Heiligenkreuzer Hof, Wien 2018: The Weather Project. Haus am Waldsee, Berlin 2018: Urban Oasis Vienna. Vienna Biennale 2017, Museum für angewandte Kunst, Wien 2017: Heat Islands, The Big Invisible. Gruppenausstellung, Kunst Haus Wien 2017: Leave It in the Ground. Gruppenausstellung, Ústí nad Labem House of Arts, Ústí nad Labem 2017: Vienna Biennale, Installation & Ausstellung, Museum für angewandte Kunst, Wien 2017: Styrian Power. Gruppenausstellung, Künstlerhaus Klagenfurt 2016: Oase No 8 beschäftigte sich mit der sichtbaren Nutzung von ungenutzter Energie in der Stad. Ein Abwärmegewächshaus wurde als künstlerisches Projekt für eineinhalb Jahre als Kunst im öffentlichen Raum in einer Gebäudelücke der Radetzkystraße im Grazer Stadtzentrum betrieben. Dazu wurde die ungenutzte, vorhandene Abwärme der Tiefkühlanlagen eines nebenliegenden Restaurants und einer Bäckerei und gesammeltes Regenwasser für die Schaffung einer tropischen Klimazone in einer temporären, transparenten EFTE-Membran-Hülle verwendet, in dem Ananas-, Bananen- und Papayapflanzen angebaut werden konnten. 2016: Olfactory Library Europe. Steirischer Herbst, Kunsthalle Graz 2016: Kulturwald – Airship. Mobile Klimainstallation, Padova/Milan/Rom/Bordeaux/Tulln (als Teil von Breathe Earth Collective) 2015: Landscape in Motion - Cinematic Visions of an Uncertain Tomorrow. Gruppenausstellung, Kunsthaus Graz
2015: Für den BREATHE.AUSTRIA. Österreichischer Pavillon auf der Expo 2015 in Mailand (als Teil von team.breathe.austria) wurde innerhalb des Kubus ein 560 Quadratmeter großer Wald gebaut. 2015: Waldbad. Installation, European Forum Alpbach (als Teil von breathe.earth.collective), Alpbach 2014: Picea Abies. Baum Installation, Kunsthaus Graz