mini|hochkant|Wappen derer von Melschede im Wappenbuch des Westfälischen Adels Melschede ist der Name eines im 18. Jahrhundert erloschenen westfälischen Uradelsgeschlechts.
Geschichte Das Geschlecht stammt von einem gleichnamigen Stammsitz, dem heutigen Schloss Melschede bei Balve im Sauerland,Spießen (1901–1903), S. 88. Dort erscheint es erstmals 1341 mit Hermann von Melschede. Die Familie besaß später Balve (urkundlich 1526–1572), Haus Brenschede (1590–1789), Garbeck (1500–1572) und Marten (1649–1755) sowie ein Haus in Schwerte und ein Burglehen auf Burg Mark.Ledebur (1856), S. 94.Kneschke (1865), S. 227.
Nach dem genannten Hermann von 1341 werden 1411 Johann, 1425–1426 die Brüder Johann und Rötger und 1426 die Brüder Hermann und Johann von Melschede erwähnt. 1437 ist der Knappe Lambrecht von Melschede Zeuge bei der Belehnung von Freigraf Mais von Leueringhusen mit der Freigrafschaft Balve durch den Kölner Erzbischof Dietrich II. von Moers. Heynemann Melschede wiederum ist im selben Jahr Zeuge bei der Besichtigung der Grenzen zwischen Brilon und Büren. 1437 besiegelten Lambert und Johann von Melschede die westfälische Landesvereinigung. 1446 war Johann von Melschede zusammen mit Erzbischof Dietrich vor Soest und wurde gefangen genommen. Im weiteren Verlauf erscheinen 1447/48 Diedrich, 1463 Hermann, mit Soest in Fehde, 1475 Johann und 1482 Henrich und Hermann von Melschede. 1483 wurde Hermann von Melschede vom Kölner Erzbischof mit der Freigrafschaft Balve belehnt, die sein Vater Hermann von Melschede von Albert von Kobbenroyde gekauft hatte. 1550 wurden die Brüder Hermann und Johann von Melschede in die Freigrafschaft zu Balve investiert.AT-OeStA/HHStA RHR Grat Feud RLA deutsche Exp. 208-3. Danach erscheinen 1559 Diedrich, 1589 als verstorben, und ein Heinrich von Melschede, Domdechant zu Paderborn. Auf einem Altar des Osnabrücker Doms, den 1651 Johann von Melschede, Dechant zu Osnabrück und Kantor zu Hildesheim, stiftete, stehen die Wappen Melschede und Canstein. Ein Hauptmann Gisbert Gert Johann von Melschede, erscheint 1711 als verstorben.Fahne (1858), S. 296.
Laut Leopold von Ledebur und Ernst Heinrich Kneschke starb das Geschlecht mit dem Tod von Johann David von Melschede († 1789) aus.
Stammfolge Anton Fahne gibt folgende, mit Angaben von Hülsebusch leicht ergänzte Stammfolge an:Hülsebuch (1954).
Nachdem Friedrich Bernhard Johann von Melschede zu Brenschede und Marten († 1773) unverheiratet und kinderlos verstorben und Haus Brenschede als erledigtes Lehen eingezogen worden war, meldete 1782 ein Verwandter, Johann David von Melschede, Anspruch auf Haus Brenschede an. Es ist nicht bekannt, wie sein Vater an die Stammfolge oben anzuschließen ist:
Wappen Blasonierung: In Rot ein offener silberner Flug. Auf dem rot-silbern bewulsteten Helm mit rot-silbernen Helmdecken der offene silberne Flug.
Aufgrund der Wappenverwandtschaft vermutet Anton Fahne eine Stammesverwandtschaft mit den Cloet und den Mengersen.
Literatur Anton Fahne: Geschichte der Westphälischen Geschlechter unter besonderer Berücksichtigung ihrer Uebersiedelung nach Preußen, Curland und Liefland, mit fast 1200 Wappen und mehr als 1300 Familien, Köln 1858, S. 296 (Google Bücher).
Leopold von Ledebur: Adelslexicon der Preußischen Monarchie. Band 2: L–S, Berlin 1856, S. 94 (digitale-sammlungen.de). Ernst Heinrich Kneschke: Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexicon, Band 6: Loewenthal–Osorowski, Leipzig 1865, S. 227 (Google Bücher). Max von Spießen: Wappenbuch des Westfälischen Adels, mit Wappengrafiken von Adolf Matthias Hildebrandt, Band 1, Görlitz 1901–1903, S. 88 (uni-duesseldorf.de); Band 2, Görlitz 1903, Tfl. 212 (uni-duesseldorf.de). Johann Dietrich von Steinen: Westphälische Geschichte mit vielen Kupfern, 3. Teil, Lemgo 1757, S. 343–349 (Google Bücher).
Weblinks Österreichisches Staatsarchiv, AT-OeStA/HHStA RHR Grat Feud RLA deutsche Exp. 208-3 Melschede, Hermann und Johann von, Brüder; Investitur und Bestätigung über die Freigrafschaft zu Bailf, 1550. Haus Brenschede bei GenWiki. Haus Marten bei GenWiki.
Einzelnachweise
Kategorie:Westfälisches Adelsgeschlecht