Der Meteorit Issigau-Reitzenstein mit einem Gewicht von 136,4 Kilogramm und der Größe von 60 cm × 35 cm × 21 Zentimeter ist der zweitgrößte Meteorit, der bisher in Deutschland gefunden worden ist. „Issigau-Reitzenstein“ wurde am 4. April 2020 in der Gemeinde Issigau im Ortsteil Reitzenstein in Oberfranken bei Erdarbeiten in einem Garten gefunden. Es ist unklar, ob das der erste Fundort des Meteoriten war – oder ob der Meteorit im Garten als Dekoobjekt platziert war.

Merkmale „Issigau-Reitzenstein“ ist etwa 4,6 Milliarden Jahre alt und stammt aus dem Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter. Eine Materialprobe von 520 mg Bohrspänen wurde zur Klassifizierung an der Universität Brüssel durch Massenspektrometrie mit induktiv gekoppeltem Plasma mit Eichung durch Standard-Eisenmeteorite analysiert. Das Fundstück besteht vorwiegend aus Eisen und Nickel, nach der starken Oberflächenverwitterung ist der Meteorit schon vor Tausenden von Jahren auf die Erde gefallen. Der Metall-Meteorit vom Typ IIIAB hat einen Anteil von 8,89 % Nickel, 0,632 % Cobalt, 0,383 % Schwefel und 0,079 % Phosphorit der Widmanstättenschen Struktur eines mittleren Oktaedriten. Bei der Untersuchung wurden die chemischen Elemente Kupfer 139,9 ppm, Chrom 44,91 ppm, Iridium 20,14 ppm, Gallium 16,78 ppm, Germanium 16,60 ppm, Molybdän 5,11 ppm, Arsen 2,76 ppm, Palladium 0,34 ppm, Antimon 0,024 ppm, Wolfram 1,10 ppm und Gold 0,3 ppm detektiert. Die Untersuchung von weiteren 270 mg Bohrspänen an der Universität Wien soll das terrestrische Alter des Eisenmeteoriten durch eine C14/Be10-Messung ermitteln.

Medienpräsenz und Ausstellung Der „Issigau“ wurde vom Ende Oktober 2024 erstmals der Öffentlichkeit auf der Munich Show 2024 in der Sonderschau „The Impossible Crystal“ nach Präsentationen in früheren Jahren der Blaubeuren-, Elmshorn-, Machtenstein-, Neuschwanstein-, Renchen- und Stubenberg-Meteoriten öffentlich ausgestellt. Von Februar 2025 bis zum 30. Juni 2025 war der Meteorit in der Raumfahrt-Ausstellung des Deutschen Museum zu besichtigen. In den regionalen und überregionalen Medien wird Issigau als „der größte und schwerste jemals in Deutschland gefundene Meteorit“ bezeichnet. Es handelt sich zumindest um den schwersten und größten Meteoriten von dem Material vorhanden bzw. erhalten ist. Bereits 1802 wurde bei Mötsch im Eifelkreis Bitburg-Prüm ein 1,5 Tonnen schwerer Oktaedrit aufgefunden und auf dem Pluwiger Hammer bei Trier zu Hüttengut verarbeitet. Der Meteorit „Bitburg“ gilt als der schwerste Fund eines Meteoriten in Deutschland. Erst nach zwölf Jahren, als sein Material für Schmiedearbeiten verwendet wurde, erkannte man ihn als Meteoriten und sicherte Reste des Eisens, die zur Schmelze nicht geeignet waren. Im Naturkundemuseum der Humboldt-Universität Berlin werden noch 200 Gramm Restmaterial verwahrt. 1833 wurde der Rittersgrüner Meteorit (offiziell „Steinbach“ genannt) in Ehrenzipfel bei Rittersgrün mit einem Gewicht von 85 kg gefunden.

Streit um Fundort und Eigentümer Der Finder hat den Meteoriten im Garten seines kurz zuvor erworbenen Hauses entdeckt. Es gibt Hinweise, dass der Meteorit ursprünglich in den 1980er Jahren an anderen Stelle im Hofer Land – bei Gumpertsreuth – bei Feldarbeiten entdeckt wurde. Damals wurde seine Bedeutung nicht erkannt und der Meteorit landete angeblich als Dekoobjekt im Garten in Reitzenstein. Diese Vermutungen werden ab Juni 2026 gerichtlich geklärt. Im Verfahren geht es sowohl um den Fundort als auch die Eigentumsrechte.

Siehe auch Liste der Meteoriten Deutschlands

Weblinks Ein Meteorit zu Gast im Museum. Über die Ausstellung im Deutschen Museum, München. Auf: Borkener Zeitung vom 21. Mai 2025. Quelle: dpa.

Einzelnachweise Hannes Keltsch: Issigau oder Gattendorf: Streit vor Gericht: Wem gehört der Sensations-Meteorit?. Auf: Frankenpost (frankenpost.de) vom 13. Juni 2026. Christoph Röder: Größter Meteorit Deutschlands: Streit um Fundort und Finder. Auf: br.de vom 13. Juni 2026.

Kategorie:Eisenmeteorit Kategorie:Issigau