Sabu Tjeti war ein Hoherpriester des Ptah im Alten Ägypten zur Zeit der 6. Dynastie.
mini|hochkant=0.7|Auguste Mariette: Scheintürfragment des Sabu TjetiAuguste Mariette: Les Mastabas de l’Ancien Empire: Fragment du dernier ouvrage de A. Mariette. Paris 1889 (S. 390).
Sabu Tjeti ist vor allem von seiner Mastaba Nr. 47 / E 3 in Sakkara bekannt, die im 19. Jahrhundert entdeckt und publiziert wurde.Auguste Mariette: Les Mastabas de l’Ancien Empire: Fragment du dernier ouvrage de A. Mariette. Paris 1889, S. 389–391. Aus dem Grab stammt das Fragment einer Scheintür mit einer längeren biographischen Inschrift, die sich seit 1891 im Ägyptischen Museum in Kairo befindet (Inventarnummer CG 1709 und CG 1756).Ludwig Borchardt: Denkmäler des Alten Reiches (ausser den Statuen) im Museum von Kairo. Nr. 1295–1808. Teil II. Text und Tafeln zu Nr. 1542–1808. (= Catalogue Général des Antiquités Égyptiennes du Musée du Caire.). Organisme Général des Imprimeries Gouvernementales, Kairo 1964, S. 148 (CG 1709), 177–178 und Blatt 100 (CG 1756) (Volltext als PDF; 35,3 MB); abgerufen über Digital Giza – The Giza Project at Harvard University. In der Inschrift trägt er verschiedene Titel: einzig(artig)er Freund (Smḥr-wˁ.tj = Semher-wati), Gaufürst (Ḥ3.tj-ˁ = Hati-a), Vorsteher des Reinigungshauses, Sem-Priester (Sm = Sem) und vor allem Größter Leiter der Handwerker (Wr-ḫrp-ḥmw.t = Wer-cherep-hemut). Beim Letzteren handelt es sich ursprünglich um einen Handwerkertitel, der sich im Laufe der Zeit zu einem Amt mit priesterlichen Funktionen wandelte, so dass er jetzt mit Hoherpriester (von Memphis) übersetzt wird.Dietrich Wildung: Hoherpriester von Memphis. In: Wolfgang Helck, Wolfhart Westendorf (Hrsg.): Lexikon der Ägyptologie. Band II: Erntefest – Hordjedef. Harrassowitz, Wiesbaden 1977, ISBN 3-447-01876-3, Spalte 1256–1263, hier Spalte 1256–1257. Die Biographie ist stark beschädigt. In einer der erhaltenen Teile berichtet Sabu Tjeti, dass er von einem nicht genannten König in sein Amt berufen wurde. Ferner geht daraus hervor, dass es bis dahin stets zwei Größte Leiter der Handwerker gleichzeitig gab und Sabu Tjeti der erste alleinige Amtsträger war, dessen Schwerpunkt nun auf dem Priesteramt lag: „Seine Majestät setzte mich ein (als einzigen Größten Leiter der Handwerker) … der Tempel des Ptah, südlich seiner MauerEpitheton des Ptah., … war mir unterstellt. Niemals war (seit Anbeginn nur ein Größter Leiter der Handwerker) gewesen.“Übersetzung nach Wolfgang Helck: Untersuchungen zu den Beamtentiteln des ägyptischen Alten Reiches (= Ägyptologische Forschungen. Band 18.) Augustin, Glückstadt / Hamburg / New York 1954, S. 103.
Die genaue chronologische Einordnung des Sabu Tjeti ist unsicher. Laut Sethe war er der Nachfolger des Sabu Ibbi. Porter/Moss datieren ihn in die Zeit von Pharao Pepi I. oder später, das heißt nach 2295 v. Chr. Er ist vielleicht jedoch im Pyramidentempel von Pepi II. dargestelltGustave Jéquier: Le monument funéraire de Pepi II. Tome I. Le tombeau royal. Imprimerie de l’Institut français d’archéologie orientale, Kairo 1936, S. 60, Tafel 74 (Online)., wo ein Tjeti mit vergleichbaren Titeln erscheint, demnach lebte er am Ende der 6. Dynastie.Josep Cervelló Autuori: La stèle du grand prêtre memphite Sabou Tjéty au musée égyptien du Caire restaurée et revisitée. In: Revue d’égyptologie. Band 74, 2024, S. 3–4.
Literatur James Henry Breasted: Ancient records of Egypt: Historical documents from the earliest times to the persian conquest, collected edited and translated with commentary. Band I: The First to the Seventeenth Dynasties. University of Chicago Press, Chicago 1906, S. 133 (Online über Internet Archive; abgerufen am 13. März 2025). Auguste Mariette: Les Mastabas de l’Ancien Empire: Fragment du dernier ouvrage de A. Mariette. Publié d’après le manuscrit de l’auteur par G. Maspero. Vieweg, Paris 1889, S. 389–391; abrufbar über (Universitätsbibliothek Heidelberg). Charles Maystre: Les grands prêtres de Ptah de Memphis (= Orbis Biblicus et Orientalis. Band 113). Universitätsverlag / Vandenhoeck & Rubrecht, Freiburg / Göttingen 1992, ISBN 3-7278-0794-6 / ISBN 3-525-53747-6, S. 62–65 und 247–249 (Online über ZORA (Zurich Open Repository and Archive); abgerufen am 26. August 2026). Bertha Porter, Rosalind L. B. Moss, Ethel W. Burney: Topographical Bibliography of Ancient Egyptian Hieroglyphic Texts, Reliefs, and Paintings. Band III: Memphis. Teil 2: Ṣaqqâra to Dahshûr. 2., von Jaromír Málek überarbeitete und erweiterte Auflage. Griffith Institute / Ashmolean Museum, Oxford 1981, ISBN 0-900416-23-8, S. 463, Karte XLV, XLVI (Volltext als PDF; 34,7 MB); abgerufen über The Digital Topographical Bibliography. Kurt Sethe: Urkunden des Alten Reichs (= Urkunden des ägyptischen Altertums. Erste Abteilung, Erster Band). Hinrichs’sche Buchhandlung, Leipzig 1933, S. IV, 84–85 (Volltext als PDF; 14,2 MB); abgerufen über Digital Giza – The Giza Project at Harvard University. Nigel C. Strudwick: Texts from the Pyramid Age (= Writings from the Ancient World. Nr. 16). Society of Biblical Literature, Atlanta 2005, ISBN 978-1-58983-138-4, S. 309 (Nr. 229) (Online über Internet Archive; abgerufen am 27. August 2026). Josep Cervelló Autuori: La stèle du grand prêtre memphite Sabou Tjéty au musée égyptien du Caire restaurée et revisitée. In: Revue d’égyptologie. Band 74, 2024, S. 1–34.
Einzelnachweise
Kategorie:Altägyptischer Beamter (Altes Reich) Kategorie:Hoherpriester (Ägypten) Kategorie:6. Dynastie (Ägypten) Kategorie:Geboren im 23. Jahrhundert v. Chr. Kategorie:Gestorben im 23. Jahrhundert v. Chr. Kategorie:Mann