mini|Forte Real de São Filipe. Das Forte Real de São Filipe (auch: Fortaleza Real de São Filipe) ist eine Festung aus dem 16. Jahrhundert in der Stadt Cidade Velha im Süden der Insel Santiago, Kap Verde. Sie liegt auf einem Plateau oberhalb des Stadtzentrums, über dem Meeresspiegel. Das historische Zentrum von Cidade Velha gehört seit Juni 2009 zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Die Festung war die erste und wichtigste der Kapverdischen Inseln. Es war das Hauptfort des Verteidigungssystems der Stadt. Zur Befestigung gehörte daneben das Fort Presídio mit Blick auf den Strand, von dem heute nur noch die Fundamente übrig sind; im Osten das Fort Santo António, von dem ebenfalls noch Reste vorhanden sind; das heute verschwundene Fort São João dos Cavaleiros und das Fort São Veríssimo, von dem nur noch die beiden Batterien übrig sind; sowie im Westen das Fort São Brás und das Fort São Lourenço.

Geschichte Aufgrund seiner Isolation mitten im Atlantischen Ozean entstand die Stadt Ribeira Grande zunächst ohne eigene Verteidigungsanlagen.Francisco J. G. de Sousa Lobo: Técnica, engenharia e artilharia na Cidade Velha. In: V. A.: Cabo Verde: fortalezas, gente e paisagem. Bilbao: Agencia Espanhola de Cooperação Internacional 2000, S. 109–110.

Das Fort wurde während der Philippinischen Dynastie nach den Überfällen des englischen Korsaren Francis Drake im Jahr 1578 und am 17. November 1585 mit der Funktion der Verteidigung der Stadt und ihres Ankerplatzes erbaut. Der Bau begann 1587 und wurde 1593 unter der Aufsicht des Militäringenieurs João Nunes und nach Plänen des Militärarchitekten Filippo Terzio abgeschlossen.

Im Jahr 1712 wurde sie von französischen Korsaren unter dem Kommando von Jacques Cassard im Sturm erobert, welche die Stadt anschließend gewaltsam plünderten und in Brand steckten. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde sie wieder aufgebaut.

In jüngerer Zeit wurden die Befestigungsanlagen restauriert und konserviert, so zwischen 1968 und 1970 und 1999. Die letzteren Restaurierungsarbeiten wurden im Rahmen des Wiederherstellungsplans der Altstadt auf Initiative des Kulturministeriums der Kapverden (Ministério da Cultura de Cabo Verde) unter der Koordination des portugiesischen Architekten Álvaro Siza Vieira unternommen, wobei die Mittel und die Ausführung unter der Verantwortung der spanischen Agentur für internationale Zusammenarbeit (Agência Espanhola de Cooperação Internacional) lagen.

Jüngste archäologische Ausgrabungen haben die Mauern der ehemaligen Kaserne und des Hauses des Generalkapitäns (Capitão-general) freigelegt.

Architektur Das Fort hat einen trapezförmigen Grundriss mit Wehrmauern, zwei vollen fünfeckigen Bastionen an der Ost- und Westecke, die durch Kurtinen getrennt sind, und zwei Halbbastionen im Norden und Süden mit ihren jeweiligen Scharwachttürmen. Da es auf der Landseite steht und das Dorf Ribeira Grande überblickt, war es unmöglich, von der Festung aus Schüsse auf kurze Distanz abzugeben, da die Gefahr bestand, dass das eigene Dorf getroffen würde.

Das Innere der Festung ist durch zwei Tore zugänglich: Das Haupttor ist in die südwestliche Mauer eingelassen und liegt der Stadt zugewandt. Auf dem Wall, geschützt durch die Mauern, steht das Gouverneurshaus (nahe der südlichen Halbbastion) und ihm gegenüber die Kapelle São Gonçalo. Ebenfalls auf dem Wall, ungefähr in der Mitte, liegt eine Zisterne. Im Südosten stehen das Schießpulvermagazin und die Lagerhäuser und im Westen, in derselben Ausrichtung, die Truppenbaracken. Im Norden und Westen diente eine 480 Fuß (palmos) hohe Mauer der Verteidigung. Man nimmt an, dass der Platz mit neun Kanonen des Kalibers 18 bewaffnet war.

Der Verteidigungskomplex bestand außerdem aus sieben kleinen Befestigungen, nämlich: Forte de Santo António Forte de São João dos Cavaleiros Forte de São Veríssimo (am linken Ufer der Ribeira Grande); Forte do Presídio (Zentrum, am Strand) mit der sogenannten „Muralha do Mar“ (Seemauer) verband sie das Fort São Veríssimo mit dem Forte de São Brás (am rechten Ufer des Ribeira Grande); und zwei weitere Forts westlich davon: Forte de São Lourenço, Arquipélagos.pt. mit einer großen „gezackten“ Mauer (muralha denteada), die den Zugang zum westlichen Teil der Stadt versperrte und dem verschwundenen Forte de Santa Marta.

Durch die Überkreuzende Anordnung der Geschütze dieser Forts, jeweils zwei nacheinander, sollte jeder Angriff vom Meer aus entlang der gesamten Länge des Hafens abgewehrt werden.

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Einzelnachweise

Literatur António Lopes Pires Nunes: Dicionário de Arquitetura Militar. Casal de Cambra: Caleidoscópio 2005. ISBN 972-8801-94-7 Daniel A. Pereira: Marcos Cronológicos da Cidade Velha. Daniel A. Pereira: Importância histórica da Cidade Velha (Ilha de Santiago, Cabo Verde). Cidade da Praia: IBN 2004.

Weblinks Forte Real de São Filipe Wikimapia.org. As Maravilhas de Portugal no Mundo: Cidade Velha de Santiago. tv1.rtp.pt

Kategorie:Befestigungsanlage in Kap Verde Kategorie:Ribeira Grande de Santiago (Concelho)