Liu Jiakun (; * 1. Januar 1956 in Chengdu) ist ein chinesischer Architekt und Autor. Er hat eine Gastprofessur an der Architekturabteilung der Chinesischen Zentralakademie der Bildenden Kunst inne. Im Jahr 2025 wurde ihm der Pritzker-Preis zuerkannt.
Biografie Weil er Zeichnen mochte, zog es Liu Jiakun zur Architektur. Zunächst wurde er mit 17 Jahren während der Kulturrevolution zur Umerziehung durch Arbeit aufs Land geschickt. 1982 schloss er am damaligen Institut für Architektur und Ingenieurwissenschaften in Chongqing ab und arbeitete am staatlichen Institut für Architektur und Forschung in Chengdu. 1984 zog er freiwillig ins tibetische Nagqu. Während dieser Zeit war Liu am Tag Architekt und nachts Autor und hätte fast seine Architektenkarriere aufgegeben. Beim Besuch einer Architektur-Ausstellung seines Studienkollegen Tang Hua 1993 im Kunstmuseum in Shanghai entdeckte Liu jedoch, wie er sich persönlich durch Architektur ausdrücken konnte und wie ihm dies den Zugang zum Leben der Menschen erlaube, um dieses besser zu verstehen.Robin Pogrebin: Chinese Architect Liu Jiakun Wins Pritzker Prize. In: The New York Times. 4. März 2025, abgerufen am 5. März 2025 (englisch).
1999 gründete Liu in Chengdu sein eigenes Architekturbüro. Die von Liu erstellten Gebäude fügen sich unauffällig in die Nachbarschaft ein. In das Museum über die Geschichte der Baijiu-Spirituose, das Liu 2013 erbaute, integrierte er eine 600 Jahre alte Brennerei. Ein Uhrenmuseum mit einer Reihe von Uhren über das Ende der Kulturrevolution baute er in einer großen, kreisförmigen Struktur, die das Licht durchlässt, das im Innern ein Band von Fotografien beleuchtet. Bei der Biennale di Venezia zeigte er 2015 eine Arkade aus Angelruten, befestigt in einem Sockel aus groben Baumstämmen.
Liu realisierte mehr als 30 Gebäude, darunter akademische Gebäude, kulturelle Einrichtungen und öffentliche Räume.
Ausstellungen (Auswahl) 1999: Experimental Architecture by Young Chinese Architects. The 20th UIA World Congress of Architects, Peking, China 2001: TU MU Junge Architektur aus China, Aedes Architekturforum, BerlinTU MU Junge Architektur aus China. 21. September – 28. Oktober 2001, Aedes Architekturforum, Berlin, abgerufen am 21. Dezember 2025. 2002: Urban Creation. Shanghai Biennale, China 2005: 1st Bi-City Biennale of Urbanism/Architecture, Shenzhen, China 2008: 11. Internationale Architektur-Biennale Venedig 2009: 3rd Bi-City Biennale of Urbanism/Architecture, Shenzhen 2015: 56. Biennale di Venezia 2016: 15. Internationale Architektur-Biennale Venedig 2017: 7th Bi-City Biennale of Urbanism/Architecture, Shenzhen 2017: Jetzt und Hier – Chengdu. Liu Jiakun: Ausgewählte Arbeiten. Aedes Architekturforum, BerlinJetzt und Hier – Chengdu. 22. Juli – 31. August 2017, Aedes Architekturforum, Berlin, abgerufen am 21. Dezember 2025. 2021: Super Fusion. Chengdu Biennale, China
Ehrungen und Auszeichnungen (Auswahl) 2022: German Design Award 2022 – Gold für Suzhou Museum of Imperial Kiln Brick 2025: Pritzker-Preis
Schriften Jiakun Architects. – . In: Urban Environment Design (UED) – . Band 138, 2022, . Now and Here. – . China Architecture & Building Press – , Peking 2002, ISBN 7-112-05353-6. The Conception of Brightmoon – . Times Literature and Art Publishing House – , Changchun 2014, ISBN 978-7-5387-4040-0.
Galerie
Weblinks
Website von Jiakun Architects (chinesisch, englisch) Liu Jiakun auf der Website des Pritzker-Preises
Einzelnachweise
Kategorie:Architekt (Volksrepublik China) Kategorie:Hochschullehrer (Peking) Kategorie:Pritzker-Preisträger Kategorie:Teilnehmer einer Biennale di Venezia Kategorie:Chinese Kategorie:Geboren 1956 Kategorie:Mann