Ulrike Alexiev (* etwa 1964; † 29. Dezember 2023) war eine deutsche Biophysikerin und Hochschullehrerin. Sie forschte und lehrte an der Freien Universität Berlin zu molekularer Biophysik.
Biografie Alexiev studierte von 1983 bis 1988 Biophysik an der Humboldt-Universität Berlin und schloss mit dem Diplom ab. Sie war danach am Max-Delbrück-Centrum in Berlin-Buch tätig. 1990 bis 1994 promovierte sie an der Freien Universität Berlin (FU) bei Maarten P. Heyn zum Thema Protonenbewegung und Oberflächenpotentialänderungen während des Photozyklus der membranständigen Protonenpumpe Bacteriorhodopsin. Während der Promotion hatte sie mit dem Labor des Nobelpreisträgers Har Gobind Khorana am MIT in den USA zusammen gearbeitet. Für die Dissertation erhielt sie den Tiburtius-Preis - Preis der Berliner Hochschulen.
Nach Forschungsaufenthalten an der University of Virginia (USA) und am Massachusetts Institute of Technology (MIT) habilitierte sie sich 2002 an der FU und war dort Professorin für Strukturdynamik und Funktion biologischer Systeme am Fachbereich Physik.
Sie war Gründungsmitglied des Sonderforschungsbereichs (SFB) 1078 „Protonierungsdynamik in der Proteinfunktion“ und Leiterin des Graduiertenkollegs. Im SFB 449 „Struktur und Funktion membranständiger Rezeptoren“ war sie stellvertretende Sprecherin. Außerdem war sie Projektleiterin im SFB 1112 „Nanocarrier: Architektur, Transport und gezielte Applikation von Wirkstoffen für therapeutische Anwendungen“ und Principal Investigator im SFB 1449 „Dynamische Hydrogele an biologischen Grenzflächen“.
In der Deutschen Gesellschaft für Biophysik war sie von 2007 bis 2014 Vorstandsmitglied als geschäftsführende Sekretärin.
Sie verstarb plötzlich und unerwartet im Alter von 59 Jahren.
Forschungsschwerpunkte Alexievs Forschungsgebiet war molekulare Biophysik mit Schwerpunkt auf den biologischen Photorezeptoren Bacteriorhodopsin, Rhodopsin, Channelrhodopsin und Phytochromen. So untersuchte sie die Aktivierung und molekulare Erkennung von Rhodopsin, indem sie multidimensionale zeitaufgelöste Fluoreszenzspektroskopie zur Untersuchung der Proteindynamik und Rolle der Protonenaufnahme einsetzte. Daneben verfolgte sie biomedizinische Fragestellungen und untersuchte den Funktionsmechanismus der sauerstoffverbrauchenden Cytochrom-c-Oxidase, außerdem den Stofftransport durch die Haut und die Eigenschaften von Hydrogelen als Modell für menschlichen Schleim (mucus). Sie setzte Fluoreszenzsonden für spektroskopische, bildgebende und zeitauflösende Verfahren ein und trug zu methodischen Weiterentwicklungen bei.
Publikationen (Auswahl)
Weblinks Profil bei ORCID Profil bei Researchgate Gedenkseite an der Freien Universität Berlin Eintrag in Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender
Einzelnachweise
Kategorie:Biophysiker Kategorie:Physiker (21. Jahrhundert) Kategorie:Hochschullehrer (Freie Universität Berlin) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren im 20. Jahrhundert Kategorie:Gestorben 2023 Kategorie:Frau