Eduard Hufeland (Taufname Carl Wilhelm Eduard; geb. 24. Dezember 1790 in Weimar; gest. 23. November 1840 in Schweidnitz, Provinz Schlesien) war ein preußischer Landrat und Arzt. Getauft im Hause des D. Wilhelm Christoph Hufeland am 29. Dezember 1790 als Carl Wilhelm Eduard Hufeland durch den Oberhofprediger Herder. S. 1092 f. S. 224

Herkunft Eduard Hufeland war der Sohn des Arztes und Professors der Medizin in Jena und Berlin Christoph Wilhelm Hufeland (1762–1836) und dessen Ehefrau Juliane Wilhelmina Friedericka Amelung (1771–1845). Seine Kindheit verbrachte er teilweise in Weimar, Jena und auf dem Landgut seines Vaters bei Darmstadt. Zunächst besuchte er noch mit seiner älteren Schwester Wilhelmina, genannt Minna (1789–1859), eine öffentliche Schule in Jena, wurde jedoch im Anschluss von einem Hauslehrer unterrichtet. Zu Hause hatte er einige Male die Gelegenheit Gäste seines Vaters sehen, unter ihnen Fichte, Goethe und Schiller. Im Jahr 1801 zog er mit seinen Eltern nach Berlin und erhielt dort von Ende 1803 bis April 1806 Hausunterricht von Heinrich Luden. Ab Ostern 1806 besuchte er als Sekundaner das Graue Kloster in Berlin. Im Jahr 1809 begann er an der Albertus-Universität Königsberg ein Studium der Medizin, S. 192 verbunden mit dem Wunsch, sich auch in der Landwirtschaft weiterzubilden. Schon im Jahr darauf wechselte er daher auf das Mustergut Möglin, um sich bei Albrecht Daniel Thaer, einem Agrarwissenschaftler, ausbilden zu lassen. Während die Anstellung Thaers als Professor an der neu gegründeten Universität zu Berlin noch bis zum Herbst 1810 auf sich warten ließ, schrieb sich Hufeland als erster Studiosus der Medizin an der Universität ein. Als er bis 1813 gleichzeitig Landwirtschaft und Medizin studiert hatte, wurde er zum Militärdienst eingezogen, der jedoch nur bis zum Frieden von 1814 dauern sollte. Er war im 8. Schlesischen-Landwehr-Kavallerie-Regiment eingesetzt,Herbert Zeman (Hg.): Jahrbuch des Wiener Goethe-Vereins; Band 94; Wiener Goethe-Verein, Verlag Fassbaender, Wien, 1990, S. 158 in dem er an den Befreiungskriegen gegen Napoleon in der Schlesischen Armee unter den Generälen Gneisenau und Friedrich von Kleist Graf von Nollendorf teilnahm. Mit ihm war auch Premierleutnant Ferdinand Heinke dieser Einheit zugeteilt und zwischen ihm und Heinke entstand eine lange Freundschaft. Nachdem er seine Studien fortgesetzt und schließlich sein Examen und die Verteidigung der Dissertation bestanden hatte, erhielt er am 16. Mai 1815 die Doktorwürde. Schon kurze Zeit später erhielt er die Erlaubnis als Arzt öffentlich zu praktizieren. Noch 1815 zog er auf das von ihm erworbene Gut Marxdorf nebst Zubehör bei Schweidnitz, wo er als Arzt praktizierte und sich der Landwirtschaft widmete. 1833 wurde er von den Kreisständen zum Landrat des Landkreises Schweidnitz gewählt, dem kurz darauf die Bestätigung durch den König folgte. Das Amt als Landrat übte er bis zum Jahr 1840 aus, Nachfolger wurde Eduard von Gellhorn.

Familie Eduard Hufeland war mit Karoline († 26. Juni 1862), Tochter des Professor Friedrich Albrecht Carl Gren und Adoptivtochter des Chemikers Sigismund Friedrich Hermbstädt, verheiratet. Ein Sohn aus dieser Ehe war der Leutnant Friedrich Wilhelm Sigismund Maximilian von Hufeland (* 30. Juni 1822 in Schweidnitz; † 6. September 1862 ebenda). Er war seit Juli 1852 mit Marie Wolf († 9. Februar 1881 in Schweidnitz), verheiratet. Die Tochter Angelika Rosalie (* 26. März 1824 in Marxdorf; 28. November 1898 in Schweidnitz) war seit dem 28. Oktober 1846 mit dem Gutsbesitzer Friedrich von Dresky (* 27. September 1823; 1. Oktober 1891), verheiratet. S. 167

Auszeichnungen Russischer Stanislausorden III. Klasse 1836: Roter Adlerorden IV. Klasse 1838: Russischer St. Annenorden II. Klasse

Publikationen Dissertation: de usu transfusionis sanguinis praecipue in asphyxia; Berol. 1815. 8. Auch eine Stimme aus Preußen über die jetzige Zeit, Verfassungswesen, Landstände und polnische Angelegenheiten, Verlag: Hirschwald, Berlin, 1833. Mehrere Aufsätze unter dem Namen „G. Agricola“ in den schlesischen Provinz-Blättern; z. B. im Band 98, 1833, S. 30 und im Band 99, S. 135 sowie eine Reihe von Beiträgen in der Schlesischen Landwirtschaftlichen Monatsschrift.

Literatur S. 19 S. 135 S. 13

Einzelnachweise

Kategorie:Landrat (Landkreis Schweidnitz) Kategorie:Mediziner (19. Jahrhundert) Kategorie:Landwirt (Deutschland) Kategorie:Träger des Roten Adlerordens 4. Klasse Kategorie:Träger des Sankt-Stanislausordens (Russland) Kategorie:Träger des Ordens der Heiligen Anna Kategorie:Person (Schlesien) Kategorie:Geboren 1790 Kategorie:Gestorben 1840 Kategorie:Mann